WINCHELSEA, SEESCHLACHT VON


Lexikon des Mittelalters:
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Winchelsea, Seeschlacht von (29. August 1350)
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auch »Les Espagnols sur Mer« genannt, fand vor W
inchelsea statt zwischen einer Flotte unter König Eduard III. von England und vielen seiner führenden Befehlshabern sowie einer kastilischen Flotte unter Carlos de la Cerda.
Der König war auf der Rückreise von Sluis, nachdem bei der Hinreise die Kastilier - gemäß der Allianz mit Frankreich von 1347 - die englische Schiffe, die von der Gascogne zum Kanal unterwegs waren, bedrängt hatten. Zeitgenössische Berichte über die Schlacht (so der von Jean Froissart) unterscheiden sich bei der Schilderung von Einzelheiten hinsichtlich der Anzahl der beteiligten Seeleute und Schiffe. Aber alle stimmen darin überein, daß die Kastilier, obwohl sie größere und stärker bewaffnete Schiffe besaßen, von den kleineren englischen Pinassen und Barkassen schwer zugerichtet wurden in einer Schlacht, auf die sich beide Seiten sorgfältig vorbereitet hatten. Besonders die englische Flotte setzte ihre Langbogenschützen und ihre Rammtaktik ein, bevor sie die gegnerischen Schiffe entern und in Besitz nehmen konnte. Während des wilden Kampfes verlor die kastilische Flotte mehr als 40 Schiffe. Erst bei Einbruch der Nacht gelang den Überlebenden die Flucht. Diese Phase der anglo-kastilischen Seefeindschaft endete mit einem zwanzigjährigen Waffenstillstand am 1. August 1351.
M. Jones