Thomas III. Howard                         2. Herzog von Norfolk (1513-1524)
--------------------------                       Graf von Surrey (1489-1513)
um 1443
21.5.1524
               Schloß Framlingham

Einziger Sohn des Herzogs Johanns von Norfolk aus dem Hause HOWARD aus seiner 1. Ehe mit der Katharina de Moleyns, Tochter von Sir
Wilhelm II.

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Thomas Howard, 2. Herzog von Norfolk und Earl of Surrey
* 1443; 1524

war englischer Feldherr und Höfling.

Thomas Howard war der einzige Sohn von John Howard, 1. Herzog von Norfolk. Als dieser 1483 zum Herzog ernannt wurde, erhielt Thomas den Titel eines Earl of Surrey.
Thomas Howard
kämpfte auch für König Richard III. und dem Haus YORK, Seite an Seite mit seinem Vater in den Rosenkriegen mit. In der entscheidenden Schlacht von Bosworth Field am 22. August 1485, in der sein Vater fiel, wurde Thomas verwundet und gefangen genommen vom gegnerischen Hause LANCASTER unter der Führung von Henry Tudor. Dieser machte sich nun, nachdem auch König Richard III. in der Schlacht gestorben war, zum neuen König von England. Da Thomas Howard für die Verlierer gekämpft hatte, verlor er seine Ämter, Titel und Würden. Bis in das Jahr 1489 hinein blieb er in Gefangenschaft. Nach seiner Entlassung erhielt er zumindest seine Earlswürde zurück.

Für Thomas Howard begann nun die Zeit sich am Hofe wieder zu restaurieren, um den Einfluss seiner Familie zurückzugewinnen und dabei vor allem die Herzogwürde. Ihm gelang es, das Vertrauen des Königs langsam zurückzuerobern, sodass er 1501 zum Lord High Treasurer ernannt wurde und das Kommando über die Truppen zur Verteidigung der schottischen Grenze erhielt. Ziemlich bald galt Norfolk, wie er trotz verlorenem Titel weiter genannt wurde, als oberster General von England und wurde daher 1509 zum Earl Marshal ernannt.

In der Schlacht von Flodden Field erfüllte er die in ihn gesteckten Erwartungen, weil er dort die Schotten endgültig besiegte. Am 9. September 1513 standen sich die 30.000 Briten und die 30.000 Schotten gegenüber. Die Schotten wurden von Frankreich unterstützt und waren unter der Führung von Jakob IV. Die Briten wurden vom Earl of Surrey angeführt. Howard konnte letztendlich einen phänomenalen Sieg einfahren, rund 10.000 Schotten fielen und im Gegensatz dazu nur 4.000 Briten. Der prominenteste Tote war König Jakob IV. von Schottland.

Ein Jahr nach der siegreichen Schlacht war der Earl of Surrey wieder voll anerkannt und erhielt deshalb auch dank seiner Dienste für den König seinen Herzogtitel zurück. Er war von nun an Thomas Howard, 2. Herzog von Norfolk. Das wiedererstarkte Vertrauen des Königs in den Höfling zeigte sich auch, als Heinrich VIII. 1520 zu einem Treffen mit König Franz I. nach Frankreich reisen musste, übertrug er dem die Herzog von NorfolkRegentschaft über England. 1521 sollte Norfolk dann den Vorsitz im Hochverratsprozess übernehmen, was er auch tat, obwohl er dort seinen Freund Edward Stafford, 3. Herzog von Buckingham zum Tode verurteilen musste. Im Jahr 1523 setzte sich der Achtzigjährige zur Ruhe. Er starb ein Jahr später, 1524.

Im Herzogtum folgte ihm sein ältester Sohn als Thomas Howard, 3. Herzog von Norfolk.


Thiele, Andreas: Tafel 211a
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band IV Die Britische Peerage, ein Auszug"

THOMAS III. HOWARD
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1443
1524

Thomas III. diente wie der Vater schon früh dem Hause YORK, befand sich im Haushalt König Eduards IV., und machte 1471 die Schlacht bei Barnet mit, in der er verwundet wurde.
Er wurde 1478 Member of Parliament für Norfolk, Sheriff von Norfolk und Suffolk, 1483 Graf von Surrey, Mitglied im Hosenbandorden und königlicher Geheim-Rat.
Thomas trug das Staatsschwert bei der Krönung Richards III., machte 1485 mit dem Vater, der fiel, die Schlacht bei Bosworth gegen die TUDOR mit, wurde verwundet und bis 1489 inhaftiert.
Er verlor alle Würden, Titel und Erbrechte, gewann aber nach diesem ersten Fall der Familie bald die Gunst Heinrichs VII. und stieg allmählich wieder auf: "The career of Howard is an excellent example of the process by wich the Tudor kings converted the old nobility into dignified offocials, and reduced them into entire dependence on the crown. Howard accepted the position, worked hard, abononed all scruples, and gathered every possible reward."
Thomas wurde ab 1489 Chief Justice in Eyre North on Trent und Vize-Gouverneur der östlichen Grenzen, ab 1491 wieder Mitglied im Hosenbandorden und 1501 königlicher Geheim-Rat.
Er begleitete Prinzessin Margarete Tudor nach Schottland zu ihrer Hochzeit, wurde 1509 Marschall von England, 1510 Earl-Marschall ( = etwa Oberzeremonienmeister), entschied 1513 die Schlacht bei Flodden gegen Schottland und wurde dafür 1514 voll restituiert:
Er wurde 2. Herzog und Graf von Norfolk, Graf von Surrey, Lord Howard und Mowbray, Lord Segrave, Bramber, Gower und Brewes, dazu Lord Chamberlain von England.
Thomas III. agierte zwischen 1507-1518 mehrmals als geschickter Diplomat und Gesandter in Aragon, Frankreich, dem Deutschen Reich und Rom, wurde 1520 Lord Hochstuart und 1521 Lord Schatzkanzler (Premier) von England und war damit mächtigster Kronvasall.
Er genoß hohes Ansehen, sogar bei König Jakob IV. von Schottland, obwohl er dessen Gegner war.
Thomas III. Howard war eine starke Persönlichkeit, geschmeidig und wachsam, gewitzt vom Schicksal des Vaters.

  1. oo 1472
           ELISABETH TILNEY
                
1497

Tochter und Erbin des Sir Friedrich zu Ashwellthorps und der Elisabeth Cheney
Witwe des Sir Humphrey Bourchier von Berners (
1471 gefallen, vgl. Bourchier I)
(8 Söhne/2 Töchter insgesamt)

  2. oo 1497
          AGNES TILNEY
                
1545

Tochter und Erbin des Hugo von Boston und Skirbeck und der N. Tailboys
Elisabeths Cousine
1541/42 mit der Tochter Katharina inhaftiert, da sie es unterlassen hätten, den Lebenswandel von Kartharina Howard vor ihrer Ehe mit dem König diesem anzuzeigen.
(6 Kinder)


Thomas Howard wurde am 28. Juni 1483 von Richard III. zum Grafen von Surrey ernannt, wurde Ritter des Hosenbandordens, war in der Schlacht bei Bosworth (22.8.1485) in die Hände Heinrichs VII. gefallen und führte, als er nach dreijähriger Gefangenschaft die Freiheit wieder erhielt, nur den von Richard empfangenen Titel eines Grafen von Surrey, da er seine Güter an die Krone verloren hatte. Er schlug 1489 einen Aufstand von YORK-Anhängern in Nord-England nieder und fiel 1495 an der Spitze eines Heeres in Schottland ein, dessen König Jakob IV. ihn zum Zweikampf herausforderte. Nachdem er 1501 Lordschatzmeister geworden war, beteiligte er sich wesentlich an der Außenpolitik Heinrichs VII. und Heinrichs VIII., welcher ihm nach seinem Sieg am 9.9.1513 bei Flodden über die Schotten die seiner Familie entzogene Herzogswürde zurückgab. Die Tätigkeiten, die er in den Heirats- und Friedensangelegenheiten Heinrichs VIII. entwickelte, beschloß er damit, daß er 1521 als Großsheriff den Schwieger-Vater seines ältesten Sohnes, den Herzog Eduard Strafford von Buckingham, das Schafott besteigen ließ.

 
 
 

    1472
  1. oo 2. Elisabeth Tilney, Erb-Tochter des Sir Friedrich zu Ashwellthorpe und der Elisabeth Cheney
               um 1445
1497

              Sie war die Witwe des Sir Humphrey Bourchier von Berners.
 

    1497
  2. oo Agnes Tilney, Erb-Tochter des Hugo von Boston und Skirbeck
          
um 1480 31.5.1545


 
 

Kinder:
1. Ehe 8 Söhne, 2 Töchter

  Thomas IV. 3. Herzog von Norfolk
  1473
25.8.1554

  Muriel Howard
  1480/85
1513

  oo Johann Grey Viscount Lisle
       1480
1504

  Elisabeth Howard
  um 1485
1538

 um 1500
 
oo Thomas II. Boleyn, Graf von Ormond und Wiltshire
      
1477 13.3.1539

  Eduard Lord Howard
     
1513 gefallen

Er wurde königlicher Bannerträger und Mitglied im Hosenbandorden, wurde auch Lord-Admiral Englands, war fähig und draufgängerisch und fiel bei Brest.

  Edmund Lord Howard
 
1478/80 19.3.1539

2. Ehe 6 Kinder

  Katharina Howard
 
1499 12.4.1548

  1. oo Rhys ap Griffith Fitz Uryan
               
1531

  2. oo Heinrich Daubeney 1. Graf von Bridgewater
               
1548

  Anna Howard
  1498/1500
1559

 1511/12
  oo Johann IV. de Vere, Graf von Oxford
       um 1490
1526

  Thomas Lord Howard
  um 1500
Oktober 1537

  Dorothea Howard
      

  oo Eduard I. Stanley
           
1572

  Elisabeth Howard
      
1534

  oo Heinrich I. Radcliffe
           
1557

  Wilhelm I. Lord Howard von Effingham
  1510
1573
 
 
 
 
Literatur:
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Baumann Uwe: Heinrich VIII. mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH 1991 Seite 34,68,72,74,75,78,83, 86,90,93,109,117,121,122,130,134,131 - Fraser Antonia: Die sechs Frauen Heinrichs VIII. Claasen Verlag GmbH Hildesheim 1995 Seite 39-479 - Grayeff Felix: Heinrich VIII. Ein kraftvolles Leben. Wilhelm Heyne Verlag München 1961 Seite 63-97 - Hackett, Francis: Heinrich der Achte. Rohwolt Berlin 1936 Seite 95-483 - Kendall Paul Murray: Richard III. König von England. Mythos und Wirklichkeit. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 253,255,257,340,347,366,390,402,404,424 - Mattigny, Garret: Katharina von Aragon. W. Kohlhammer Verlag Stuttgart 1962 Seite 43,58,109,147,168,170-171,179 - Panzer Marita A.: Englands Königinnen. Von den Tudors zu den Windsors. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 2001 Seite 32 - Ridley Jasper: Heinrich VIII. Eine Biographie. Weltbild Verlag GmbH Augsburg 1995 Seite 75,79-80,82,114,128,136, 155 - Schreiber Hermann: Die Geschichte Schottlands. Weltbild Verlag GmbH Augsburg 1994 Seite 198 - Schreiber Hermann: Die Stuarts. Genie und Unstern einer königlichen Familie. Bechtermünz Verlag GmbH Eltville am Rhein 1995 Seite 58,69,71,75 - Smith Lacey Baldwin: Die fünfte Frau. Heinrich VIII. und Katharina Howard. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1969 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band IV Die Britische Peerage, ein Auszug, R.G. Fischer Verlag 1996 Tafel 211a - Vercors: Anna Boleyn. 40 entscheidende Monate in Englands Geschichte Weltbild Verlag GmbH Augsburg 1995 - Wende Peter: Englische Könige und Königinnen. Von Heinrich VIII. bis Elisabeth II. Verlag C.H. Beck München 1998 Seite 37,44 -