Thomas                                            Graf von Lancaster (1296-1322)
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1277/80
16.3.1322 hingerichtet
               Pontefract

Ältester Sohn des Grafen Edmunds Crouchback von Lancaster aus dem Hause PLANTAGENET aus seiner 2. Ehe mit der Blanka von Artois, Tochter von Graf Robert I.; Enkel von König Heinrich III. von England; Neffe von König Eduard I. von England und Cousin von König Eduard II. von England
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 700
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5. Thomas, Earl of Lancaster
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* um 1278, 22. März 1322

Sohn von Edmund, Earl of Lancaster (5. E.), und seiner 2. Gemahlin Blanche von Navarra, Neffe von Eduard I. und Cousin von Eduard II.

  oo Alice, Tochter von Henry de Lacy, Earl of Lincoln

Macht und Reichtum des bedeutenden englischen Earldoms Lancaster vermehrte Thomas in Opposition zu Eduard II.
Während der letzten Regierungsjahre Eduards I. nahm Thomas an den schottischen Feldzügen des Königs teil, und eine enge Beziehung entwickelte sich zwischen dem alten König und dem jungen Earl.
Als Eduard II. 1307 den Thron bestieg, unterstützte Thomas ihn zunächst, aber der wachsende Einfluß von Piers Gaveston am Hof bedrohte Thomas' Interessen, und 1309 verband er sich mit den Opponenten des Königs.
1311 verkündeten er und die anderen Lords Ordainers (England, D. I) die »Ordinances«, ein Reformprogramm. Jedoch wurde 1312 eher Gaveston als die Reform das Hauptproblem, und Thomas spielte eine führende Rolle bei der Gefangennahme und Hinrichtung von Gaveston im Juni 1312.
Obwohl Thomas sich oberflächlich mit Eduard aussöhnte, blieb ihr Verhältnis sehr gespannt. Thomas verweigerte den militärischen Dienst bei Eduards schottischen Feldzug und führte so die englische Niederlage in Bannockburn (24. Juni 1314) herbei. Diese Demütigung Eduards ermöglichte es Thomas, eine führende Position in der englischen Politik als Leiter des königlichen Rats für die nächsten vier Jahre einzunehmen. Obwohl Thomas nominell mit der Durchführung der »Ordinances« betraut wurde, machte er sich wegen seiner Selbstherrlichkeit bei vielen Lords unbeliebt, und durch den Vertrag von Leake (1318) verlor er den größten Teil seiner Macht.
1319 verließ er die Belagerung von Berwick unter dem Verdacht, daß er stärker an dem Schutz seiner eigenen Besitzungen vor den schottischen Einfällen interessiert war, und Gerüchte über ein heimliches Abkommen zwischen Thomas und Robert I. (»the Bruce«) verbreiteten sich.
Die zunehmende Machtstellung der DESPENSER am königlichen Hof bewirkte jedoch erneut einen Zusammenschluß der baronialen Opponenten des Königs, und Thomas versuchte, den Norden für eine Verbannung der königlichen Favoriten zu gewinnen. Im Herbst 1321 kämpfte er im Norden gegen den König, und am 16. März 1322 wurden seine Streitkräfte in Boroughbridge besiegt.
Thomas selbst wurde am 22. März in Gegenwart des Königs des Verrats angeklagt und hingerichtet. Er stand bald im Ruf eines Märtyrers für die Sache der Reform. Da Thomas keinen Sohn hinterließ, wurde 1327 sein Bruder Henry in das Earldom eingesetzt.
A. Tuck


Thiele, Andreas: Tafel 203
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

THOMAS
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1322 hingerichtet

Thomas wurde nach dem Tode seines Vaters Graf von Lancaster, Derby, Lincoln, Salisbury und Leicester und war damit der mächtigste Vasall seines Vetters.
1308 wurde er Stuart von England.
Er war ränkesüchtig, eigensinnig und unfähig und wurde der Führer der Barone, reaktivierte die Provisionen von Oxford, setzte die "Lords Ordainers" als Regierung ein und ließ 1312 Pierre Gaveston hinrichten.
Er stand besonders gegen die königlichen Anhänger LE DESPENSER und DE CLARE-GLOUCESTER, verbannte sie 1321/22, kämpfte mit gegen Schottland und wurde Gouverneur der schottischen Grenzen. Er wurde zeitweise von den Baronen zurückgesetzt und unterlag 1322 dem königlichen Vetter in den Schlachten bei Burton on Trent und Boroughbridge und wurde sofort zum Tode verurteilt und hingerichtet.

  oo ALICE DE LAZY
           
1348

Tochter und Erbin des Grafen Heinrich von Lincoln-Salisbury
Nachkommin von König Heinrich II. von England


1294
  oo 1. Alice de Lazy, Erb-Tochter des Grafen Heinrich von Lincoln-Salisbury
  x      1281 1348

 
 
 

Literatur:
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Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 203 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band IV Die Britische Peerage, ein Auszug, R.G. Fischer Verlag 1996 Tafel 179 -