PROTECTOR OF ENGLAND


Lexikon des Mittelalters:
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Protector of England
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Regent des englischen Königreiches während der Minderjährigkeit eines Herrschers.
Obwohl kein oberstes Ratsmitglied zur Verwaltung des Königreiches ernannt worden war, als Richard II. 1377 als Minderjähriger König wurde, schien doch eine formale Regelung notwendig, als Heinrich VI. mit weniger als einem Jahr 1422 die Königswürde erhielt.
Humphrey, Duke of Gloucester, der zunächst die Vormundschaftsregierung übernehmen sollte, wurde von den Lords abgelehnt. Am 5. Dezember 1422 erhielt Johann, Duke of Bedford, der älteste Onkel des Königs und bereits Regent in Frankreich, den Titel eines »regni Anglie et ecclesie Anglicane protector et defensor« im Parliament verliehen, doch hatte dieses Amt tatsächlich Humphrey inne, da sich Johann in Frankreich aufhielt. Der P
rotector of England mußte seine Macht in Verbindung mit dem King's Council auf Lebenszeit des Königs ausüben.
Sie erlosch, wenn der König gekrönt wurde, so bei Heinrich VI. am 5. November 1429.
England hatte erneut einen P
rotector of England 1454 und 1455, als während der Erkrankung Heinrichs VI. Richard of York die Regentschaft übernahm, und 1483, als Richard von Gloucester während der Minderjährigkeit Eduards V. regierte.
C.T. Allmand

  Quelle: Lexikon des Mittelalters, CD-ROM-Ausgabe. Verlag J. B. Metzler 2000. LexMA 7, 270