Margarete von Beaufort                   Eventual-Erbin des Hauses LANCASTER
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31.5.1443
29.6.1509
 

Erb-Tochter des Grafen Johanns II. von Somerset aus dem Hause LANCASTER-BEAUFORT und der Margarete de Beauchamp, Erb-Tochter von Lord Johann I.

Lexikon des Mittelalters:
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Beaufort
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Mit ihnen erlosch die direkte männliche Linie der BEAUFORTS; Repräsentantin der älteren BEAUFORTS war nun Margarethe, Erb-Tochter Johanns, Herzog von Somerset ( 1444). Beim Tode ihres Vaters noch ein Kind, wurde sie 1455 mit dem Halb-Bruder Heinrichs VI., Edmund Tudor, Earl of Richmond, vermählt. Da Edmund bereits 1456 verstarb, wurde beider Sohn Heinrich (VII.) erst nach dem Tod seines Vaters geboren.
Als ihn der Zusammenbruch des Hauses LANCASTER 1471 an die Spitze der Thronansprüche der LANCASTER stellte, wurde er aus Sicherheitsgründen in die Bretagne gebracht.
Margarethe (2. oo Heinrich, Earl of Stafford; 3. oo Thomas Stanley, Earl of Derby) ermutigte ihren Sohn beständig, seine Herrschaftsansprüche geltend zu machen; schließlich war es Stanleys Abfall von König Richard III. bei Bosworth, der Heinrich VII. zur Krone verhalf (Tudor).
Nachdem Margarethe ihr größtes Ziel erreicht hatte, ihren Sohn auf den Thron zu sehen, widmete sie fortan ihre Zeit und ihr Vermögen der Förderung von Wissenschaft und Religion. Unter dem Einfluß von John Fisher, Bischof von Rochester, ließ sie 1502 Lehrstühle für Theologie in Oxford und Cambridge errichten, wobei die Professur in Cambridge zunächst von Fisher, dann von Erasmus von Rotterdam ausgeübt wurde. 1505 verwandte sie einen Teil ihres Landbesitzes zur Ausstattung des Christ's College in Cambridge; bei ihrem Tod (1509) bestimmte sie den größten Teil ihres Vermögens für Gründung und Bau des St. John's College in Cambridge, das 1516 unter Fishers Oberleitung vollendet wurde.
Obwohl die Familie BEAUFORT durch König Heinrich IV. von der Thronfolge ausgeschlossen worden war, blieb ihr politisches Schicksal stets mit dem Haus LANCASTER verbunden. Die Politik Heinrichs Beaufort und Edmunds, Herzog von Somerset, ließ Faktionen im Kronrat entstehen, was schließlich zum Scheitern Heinrichs VI. und zum Ausbruch der Rosenkriege führen sollte.
G. L. Harriss


Thiele Andreas: Tafel 206
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MARGARETE DE BEAUFORT
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1443 1509

  1. oo 1450-1452 Kinderehe
          JOHANN I. DE LA POLE, Herzog von Suffolk
               
1492

  2. oo 1455
           EDMUND TUDOR, Halb-Bruder des Königs Heinrich VI. von England
                
1456

  3. oo um 1463
          HEINRICH Lord Stafford
              
1471

(siehe Suffolk IIa bzw. England IV/1, Stafford II)

  4. oo 1473
           THOMAS STANLEY, Graf von Derby, Lord von Man
                
1504


vor 18.3.1450-1452
  1. oo Johann de la Pole Herzog von Suffolk
          1442
1491/92

    1455
  2. oo Edmund Tudor Graf von Richmond
           1430
3.11.1456

 um 1463
  3. oo Heinrich Lord Stafford (Haus Buckinngham)
           um 1430
4.12.1471

    1473
  4. oo Thomas Lord Stanley, 1. Graf von Dery
                
29.7.1504
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Heinrich VII. König von England
  28.1.1457
21.4.1509
 
 

 

Literatur:
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Ridley Jasper: Heinrich VIII. Eine Biographie. Weltbild Verlag GmbH Augsburg 1995 Seite 13-16,33,38,42 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 206,210 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band IV Die Britische Peerage, ein Auszug, R.G. Fischer Verlag 1996  Tafel 291 -