KENILWORTH, DICTUM VON


Lexikon des Mittelalters:
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Kenilworth, Dictum von
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am 31. Oktober 1266 erlassene Friedensakte, die als Schlußstrich in der Auseinandersetzung zwischen der englischen Krone und der baronialen Opposition gedacht war (Barone, Krieg der; Simon von Montfort).
Neben gemäßigten Royalisten trug der päpstliche Legat Ottobuono (Hadrian V.) entscheidend zum Zustandekommen bei. Im Namen König Heinrichs III. sowie der Barone, Ratgeber und Vornehmen wurde unter anderem festgelegt:
Der König soll uneingeschränkt im Besitz seiner Macht sein und sie frei ausüben; die kirchlichen Freiheiten sowie die Freiheits-Urkunden (Magna Carta) und Forst-Urkunden sollen beachtet werden; die von der Adelsfronde bewirkten Verfügungen sind ungültig, doch sollen diejenigen Konzessionen, welche Heinrich »spontaneus non coactus« gemacht hat, in Kraft bleiben; Rebellen, deren Güter konfisziert wurden, erhalten die Möglichkeit, sie gegen Zahlung einer Geldsumme wiederzuerlangen (Disinherited, the); hinfort soll ungestörter Friede herrschen, jegliche private Rache ausgeschlossen sein. Das Dictum von Kenilworth war Basis für einen Ausgleich, welcher der königlichen Rechtsposition Rechnung trug, aber auch Raum für 'government by consent' ließ.
K. Schnith