Isabella von England                       Deutsche Königin
--------------------------                      Königin von Sizilien
1214/17 1.12.1241
              Foggia

Begraben: Dom zu Andria
 

3. und jüngste Tochter des Königs Johanns Ohneland von England aus dem Hause PLANTAGENET aus seiner 2. Ehe mit der Isabella von Angouleme, Tochter von Graf Aymar III. Taillefer; Schwester von König Heinrich III. von England und König Richard von Deutschland sowie der Königin Johanna von Schottland und Gräfin Eleonore von Pembroke
 

Bedürftig Friedemann: Seite 111
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"Taschenlexikon Staufer"

ISABELLA VON ENGLAND
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* 1217, 1.12.1241
             Foggia (Apulien)

Mit ihr schloß FRIEDRICH II. seine letzte Ehe: Isabella (auch genannt Elisabeth), die Schwester König Heinrichs III. von England wurde dem STAUFER-Kaiser 1235 angetraut. Er behandelte sie nicht anders als seine Gattinnen zuvor; Isabella verschwand nach der Hochzeit aus der Öffentlichkeit, der Kaiser ließ sie in der Obhut seiner sarazenischen Eunuchen und dachte nicht daran, sie an den Staatsaktionen teilnehmen zu lassen. "Um FRIEDRICH gab es keinen Boden, in dem eine Frau wurzeln konnte", urteilt Ernst Hartwig Kantorowicz. Isabella starb nach sechs Jahren Ehe im Wochenbett, bei der Geburt ihres vierten Kindes. An die Nachkommen ihrer Tochter Margarete (* 1237, 1273) knüpften sich nach dem Tod Konradins (1268) noch Hoffnungen der STAUFER-Partei auf Wiedererringung der politischen Macht. Da Karl von Anjou die ehelichen Söhne König Manfredsnicht aus dem Kerker herausgab, waren Margaretes Söhne aus der Ehe mit Albrecht dem Entarteten von Meißen (1265-1314) die einzigen, die Anspruch auf das staufische Erbe erheben konnten. Es wurde indes aus alledem nichts.


Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 359
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"Die Zeit der Staufer"

X. GENERATION

77 (64) Kaiser FRIEDRICH II.
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* 26.12.1194, 13.12.1250

  IV oo Worms 15.7.1235 (per procurationem Westminster 22.2.1235)
           ISABELLA/ELISABETHA VON ENGLAND
            *  1217, 1.12.1241 (im Wochenbett)
                           Foggia

Begraben: Krypta des Doms zu Andria

Schwester des Königs Heinrich III. von England und der Prinzen Richard von Cornwallis, des späteren deutschen Königs (1257-1272)
Tochter des Königs Johann ("ohne Land") von England (1167-1216) und der Isabella von Angouleme (1188-1246), Tochter des Grafen Aimar II. von Angouleme

Kinder:
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93 (Margaretha)
94
(Carl-Otto/Heinrich)
95
(Friedrich)
96
(Kind)


Schwennicke Detlev: Tafel 15
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

KONSTANTIN-ROGER-FRIEDRICH II.
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* Iesi, Provinz Ancona 26. XII 1194, Castel Fiorentino bei Lucera, Provinz Perugia 13. XII 1250

Begraben: Palermo Dom

25. XII 1196 als KÖNIG gewählt
Palermo 17. V 1198 als KÖNIG VON SIZILIEN gekrönt
Frankfurt/Main 5. XII 1212 als KÖNIG gewählt
Mainz 9. XII 1212 und  Aachen 25. VII 1215 gekrönt
Rom 22. XI 1220 KAISER
Brindisi 9. XI 1225 sich selbst zum KÖNIG VON JERUSALEM erklärt
Jerusalem 18. III 1229 sich selbst gekrönt
17. VIII 1245 vom Papst abgesetzt

  I oo Messina 5./15. VIII 1209
         KONSTANZE, Infantin von Aragon
         * (1179), Catania 23. VI 1222

Begraben: Palermo Dom

Tochter von Alfons(o) II. König von Aragon, Graf von Bacelona
Witwe von Emmerich (Imre) König von Ungarn

  II oo Brindisi 9. XI 1225
           JOLANDE (ISABELLE) DE BRIENNE
           * 1211, Andria, Provinz Bari 25. IV 1228

Begraben: Andria Dom

1225 KÖNIGIN VON JERUSALEM

Tochter von Johann (Jean) König von Jerusalem Kaiser von Konstantinopel

  III oo Confirmatio matrimonii in articulo mortis 1233/34
            BIANCA DIE JÜNGER LANCIA
                    1233/34

Tochter von N und Bianca der Älteren Lancia

  IV oo Worms 15. (20.) VII 1235
           ISABELLA VON ENGLAND (ANJOU-PLANTAGENET)
            * 1214, Foggia 1. XII 1241

Begraben: Andia Dom

Tochter von König Johann Ohneland (Lackland)


Höflinger Klaus: Seite 323
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"Kaiser Friedrich II. (1212-1250)" in Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern

KAISER FRIEDRICH II.
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* 26.12.1194 in Jesi (Provinz Ancona)
13.12.1250 in Castel Fiorentino bei Lucera (Provinz Foggia)

Grabstätte: Dom zu Palermo, Herz im Dom zu Foggia

Eltern: Kaiser HEINRICH VI. und Konstanze

Verlobt vor dem 5.6.1202
  SANCHA VON ARAGON

Tochter König Alfons' II. von Aragon ( 1196) und der Sancha von Leon-Kastilien ( 1208), Tochter König Alfons' VII.

Verlöbnis Ende 1204 gelöst

  1. oo 5./15.8.1209 in Messina (?) (verlobt bereits Ende 1204/Anfang 1205, Trauung per
          procurationem 1208 in Saragossa)
          KONSTANZE VON ARAGON
          * um 1182/83, 23.6.1222 in Catania

Grabstätte: Dom zu Palermo

Eltern: König Alfons II. von Aragon ( 1196) und Sancha von Leon-Kastilien ( 1208), Tochter König Alfons' VII.

  o um 1211/12 Konkubinat mit
     N (normannisch-sizilianische Gräfin)
     * um 1190/95, nach 1213

  o nach 1213/14 in Deutschland Konkubinat mit
     ADELHEID (aus schwäbischen Hochadel), Tochter des Konrad von Urslingen, Herzog von Spoleto
     * um 1194/95 in Spoleto, nach 1218 (oder 1223 bzw. 1234?)

  o um 1220 in Italien Konkubinat mit
     MARIA/MATHILDE VON ANTIOCHIA
     * um 1200, nach 1222/25

  o um 1220/22 Konkubinat mit
     N (aus dem Hause der Grafen Lancia?)

  o um 1220/25 Konkubinat mit
     MANNA, Nichte des Erzbischofs Berard von Messina

  2. oo 9.11.1225 (verlobt im März 1223)
           ISABELLA/ELISABETH VON BRIENNE
           * um 1211/12, 5.5.1228 in Andria

Grabstätte: Dom zu Andria

Eltern: Johann, Graf von Brienne ( 1237), König von Jerusalem (1212-1225), und Maria, Tochter des Markgrafen Konrad von Montferrat, Königin von Jerusalem (1191-1212)

  o November 1225 in Brindisi (?) Konkubinat mit
     N (Verwandte der Isabella von Brienne, Beatrix?)

  o um 1226 (?) in Oberitalien Konkubinat mit
     N (vornehme Schwäbin, Tochter des Bertold von Beilstein?)
     * um 1205, nach 1235

  3. oo 1233/34 in Apulien, Gioia del Colle (?)
           MARKGRÄFIN BIANCA LANCIA DIE JÜNGERE
           * um 1210/11, 1233/34 in Gioia del Colle (?)

Grabstätte: Gioia del Colle

(spätestens seit 1227 in Verbindung mit dem Kaiser, die am Totenbett legalisiert wurde)
Mutter: Bianca Lancia die Ältere, Tochter des Manfred Lancia

  4. oo 15.7.1235 in Worms (per procurationem in Westminster 22.2.1235)
          ISABELLA/ELISABETH VON ENGLAND
           * 1217, 1.12.1241 in Foggia

Grabstätte: Dom zu Andria

Eltern: König Johann Ohneland von England ( 1216) und Isabella ( 1246), Tochter des Grafen Aimar II. von Angouleme


Mühlbacher Josef: Seite 127-139
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"Lebenswege und Schicksale staufischer Frauen"

Isabella, 1214 geboren, war die dritte Tochter des englischen Königs Johann Ohneland. Isabellas Brüder waren König Heinrich III. und Richard von Cornwallis. Ihr Vater war ein unausgeglichener, schwächlicher und ruheloser Mann gewesen, ein eifriger Jäger, wegen seines starken Essens dick, feig und geldgierig.
Schon einmal hatte ein STAUFER um dessen Tochter Isabella geworben, war aber abgeschlagen worden: HEINRICH (VII.), der Sohn Kaiser
FRIEDRICHS II.
Zehn Jahre später bewarb sich der Kaiser selbst um Isabella. FRIEDRICH schrieb dem Bruder Isabellas, als er um sie warb: er wolle heiraten, weil Gott die Ehe eingesetzt, ohne welche die Fürsten des Erdkreises keinen Bestand haben können. FRIEDRICH verstand den Empfänger seiner Briefe nach dem Mund zu reden und sie über seine wirkliche Gesinnung zu täuschen. Die Hochachtung vor der christlichen Ehe klingt um so seltsamer, als FRIEDRICH damals bereits sein Liebesverhältnis mit Bianca Lancia unterhielt.

Laut Hochzeitsvertrag wurden dem Kaiser als Mitgift 30.000 Mark besten Silbers zugestanden, im Fall des Versäumnisses noch 10.000 Mark als Strafe. Die Chronisten sprechen einhellig von der großen Schönheit Isabellas, von ihrer Liebe zu den Künsten, besonders zur Musik und von der Redegewandtheit, die auf FRIEDRICH Eindruck machte. Überall, wohin sie kam, war das Volk von ihr begeistert.
"Bei dem Feste der Vermählung der Kaiserin Isabella, der Schwester des Königs Heinrich III. von England, waren bei Mainz am 15.8. und in Worms 4 Könige, 11 Herzöge und 30 Grafen und Markgrafen zugegen, ohne die Kirchenfürsten. Nachdem die Hochzeit 4 Tage hindurch mit großer Pracht gefeiert worden war, nahmen der Bischof Wilhelm von Exeter und die übrigen, die mit der Kaiserin gekommen waren, Urlaub vom Kaiser und kehrten voller Freude nach England zurück. Der Kaiser aber schickte dem König von England drei Leoparden (als Zeichen seines königlichen Wappenschildes, auf dem drei schreitende Leoparden abgebildet sind) nebst anderen kostbaren Geschenken.
Nachdem dann also fast alle Leute beiderlei Geschlechts, die am Hofe der Kaiserin in ihrer Heimat erzogen und ausgebildet worden waren, nach England zurückgeschickt worden war, übergab der Kaiser die Kaiserin Isabella mehreren maurischen Eunuchen und ähnlichen alten Ungetümen zur Obhut." (Roger von Wendover)
Bei der neuen Kaiserin blieben nur zwei ihrer englischen Dienerinnen zurück: die Londonerin Katherine, die in der berühmten englischen Stickkunst bewandert war, und vermutlich ihre Kinderfrau Biset. FRIEDRICH zog nun nach Kolmar, nachdem er Weihnachten 1235 in seiner elsässischen Lieblingsresidenz Hagenau gefeiert hatte. Noch ein wichtiges Ereignis, daran er Isabella teilnehmen ließ, lag vor seiner Rückkehr nach Italien. Im Mai 1236 begab er sich nach Marburg zur Erhebung der 1235 heiliggesprochenen Elisabeth, der Gemahlin des Landgrafen Ludwig von Thüringen. Elisabeth war FRIEDRICHS Tante.
Nachdem es FRIEDRICH gelungen war, auf dem Hoftag in Speyer die Wahl seines Sohnes KONRAD bestätigen zu lassen und dadurch die Nachfolge zu sichern, kehrte er mit Isabella nach Italien zurück.
Während der kriegerischen Auseinandersetzungen des Kaisers mit den lombardischen Städten, lebte Isabella in Noenta bei Padua, wo der Kaiser sie besuchen konnte.
Ende 1236 hatte Isabella eine Tochter, Margareta, zur Welt gebracht. Sie wurde schon zweijährig dem Markgrafen Albrecht dem Entarteten von Meißen verlobt; die Ehe wurde 1254/55 geschlossen und wurde unglücklich. Margareta mußte sich dem gewalttätigen Gatten durch Flucht entziehen.
1238 wurde Isabella von ihrem Bruder Richard von Cornwallis besucht. Im Februar 1238 schenkte Isabella dem Kaiser den längst erwarteten Sohn, der nach dem englischen Großvater Heinrich genannt wurde. 1247 setzte der Kaiser den schönen und liebenswürdigen Sohn als Statthalter im Königreich Sizilien ein. Nach dem Tod des Vaters, dessen Testament ihm das Arelat oder Jerusalem zuwies, stand Heinrich an der Seite seiner Halb-Brüder Manfred und KONRAD IV. und starb wenige Monate vor KONRAD IV. 1253/54.
Bei der Geburt ihres dritten Kindes starb Isabella am 1. Dezember 1241 in Foggia. Sie wurde wie die zweite Gemahlin FRIEDRICHS in der Krypta des Domes von Andria beigesetzt.

Masson Georgina: Seite 264,268-271,273,296,319,325
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"Friedrich II. von Hohenstaufen"

Wahrscheinlich schlug Papst Gregor bei einem Besuch dem Kaiser vor, eine Engländerin - Prinzessin Isabella, die Schwester Heinrichs III. - zu heiraten, denn bald im August 1234 wurde Petrus von Vinea nach London geschickt, um vorbereitende Verhandlungen über die Eheschließung zu führen. Später erhielt er alle Vollmachten, um den Ehevertrag auszuhandeln. Er wurde bevollmächtigt, für den Kaiser zu schwören, dass FRIEDRICH bereit sei, die Prinzessin zu heiraten, und, was das Wichtigste war, über die Höhe der Mitgift zu verhandeln, denn die künftige Kaiserin brachte 30.000 Silbermark mit in die Ehe, um die Hälfte mehr als ihre Vorgängerin Prinzessin Johanna erhalten hatte, als sie Wilhelm II. von Sizilien heiratete. Petrus von Vinea hatte auch insofern Glück, als Isabella wirklich schön war; als er sie endlich sehen durfte, war er, wie die Chronisten berichten, von ihrem Aussehen entzückt. Als Isabella Ende Februar zur Verlobungszeremonie vom Tower zum Hof in Westminster gebracht wurde, wiederholte Petrus von Vinea den Antrag seines Herrn, leistete an FRIEDRICHS Stelle den Eid und bot ihr seinen Ring an. Nachdem die Prinzessin huldvoll zugestimmt hatte, steckte Petrus von Vinea ihr FRIEDRICHS Ring an den Finger und begrüßte sie unter der begeisterten Zustimmung des Hofes als Kaiserin der Römer.
Isabella, damals 21 Jahre alt, war an einem hochkultivierten Hof aufgewachsen; trotz seiner Mängel, als Herrscher galt Heinrich III. als Schutzherr der Künste, und die anmutige Art und gepflegte Sprache seiner Schwester beeindruckte sogar FRIEDRICH. Heinrich war selbst außerordentlich extravagant, aber auch bei der Garderobe seiner Schwester keineswegs geizig. Sie besaß, noch bevor sie die Ehe einging, prachtvolle Kleider: scharlachrote, mit Rehfell besetzte Roben, einen scharlachroten, mit Eichhörnchenfell geschmückten Rock, auch blaue und grüne Kleider aus feinen französischen Stoffen, verziert mit Hermelin, werden in den Registern aufgezählt. Isabellas prächtige Aussteuer war das Gespräch von ganz London. Ihre Krone aus reinstem Gold zeigte die Bildnisse von vier englischen Märtyrer-Königen; sie besaß einen kostbaren Halsschmuck und Kasetten voller Juwelen sowie ein herrlich ziseliertes Sercive aus Gold und Silber. Sogar Kochtöpfe waren aus Silber, was, begreiflich genug, als unnötige Extravaganz angesehen wurde. Wunderbare Decken und seidene Bezüge für das Brautlager sowie eine Koppel ausgesucht schöner Pferde gehörten ebenfalls zur Aussteuer.
3.000 Ritter begleiteten sie nach Canterbury und dann nach Sandwich, wo die Schiffe am 11. Mai bereitlagen, um sie nach Antwerpen zu bringen. Isabellas Reise von Antwerpen nach Köln war ein einziger Triumphzug. Die festliche Atmosphäre hielt während der 6 Wochen, die Isabella in Köln verbrachte, bis sie zur Vermählung nach Worms gerufen wurde. Es war eine Feier von unvergleichbarer Pracht, bei der 4 Könige, 11 Herzöge, 30 Grafen, Marquis' und zahllose Prälaten und Ritter anwesend waren. Vier Tage dauerten die Feste und Turniere. Isabella kann von dem allgemeinen Jubel nur wenig gesehen haben, da sie sofort in die Zurückgezogenheit des Haremslebens begeben mußte, das von nun an ihr Los sein sollte. Die Ehe wurde auf Rat des Hofastrologen erst am Tage nach der Hochzeit vollzogen. Unmittelbar danach überließ FRIEDRICH sie der Obhut schwarzer Eunuchen. FRIEDRICH war 20 Jahre älter als Isabella und die Heirat war eine rein politische, dennoch scheint uns die Behandlung, die er ihr zukommen ließ, im höchsten Grade gefühllos. Die Prinzessin durfte nur zwei ihrer englischen Dienerinnen behalten, das übrige Gefolge wurde mit kostbaren Geschenken versehen, nach England zurückgeschickt.
Weihnachten und den Rest des Winters verbrachte FRIEDRICH in Begleitung seiner neuen Gemahlin in seiner Lieblings-Residenz Hagenau. Nach dem ersten kurzen, ein wenig furchterregenden Zusammentreffen mit FRIEDRICH bei der Vermählung scheint es Isabella gelungen zu sein, ein freundliches Verhältnis zu ihrem exzentrischen Gemahl herzustellen. Doch hatte sie ebensowenig Einfluß auf ihn wie seine anderen Gemahlinnen, sogar weniger als Konstanze, die zur Kaiserin gekrönt worden war. Isabella ist, zum Verdruß ihres Bruders, nie öffentlich mit der Krone auf dem Haupt erschienen. Jedoch innerhalb der Grenzen seiner merkwürdigen Einstellung zu Frauen bewies FRIEDRICH für Isabella Bewunderung und sogar Zuneigung. Ihre Schönheit und ihre geistreiche Unterhaltung erfreuten ihn, und als ihr Bruder Richard von Cornwall sie besuchen durfte, fand er sie von neuen und "unbekannten Spielzeugen und Spielen und Musikinstrumenten" umgeben, die der Kaiser zur ihrer Unterhaltung bestellt hatte. Isabella scheint eine besondere Vorliebe für die Musik gehabt zu haben.
Wenn die Kaiserin auch durch die Eifersucht ihres Mannes gezwungen war, ein zurückgezogenes Leben zu führen, so wurde sie doch offenbar mit größtem Luxus verwöhnt. Eines wurde ihr jedoch wie jeder anderen Frau des 13. Jahrhunderts hinlänglich klargemacht: ihre einzige wirkliche Aufgabe im Leben bestand darin, einen Erben und so viele weitere Kinder wie möglich in die Welt zu setzen, um die Nachfolge zu sichern.
Die Regelung der Thronfolger war um so dringender, als die Kaiserin nach fast zweijähriger Ehe anstatt dem ersehnten Sohn einer Tochter Margarete das Leben geschenkt hatte.
Nach der siegreichen Schlacht bei Cortenuova kam bald die freudige Nachricht, dass die Kaiserin ihm einen Sohn geboren hatte.
Die Kaiserin lebte zurückgezogen ein paar Kilometer östlich von Padua in Noventa, wo ihr Gemahl sie von Zeit zu Zeit besuchte.
FRIEDRICHS Schwager Richard von Cornwall war 1240 vom Kreuzzug kommend in Sizilien gelandet. Seine Schwester Isabella, die damals schwanger war, durfte Richard jedoch erst nach einigen Tagen und auf ausdrücklichen Befehl des Kaisers sehen. Selbst im Lager mußte sie offenbar in strenger Zurückgezogenheit leben, und es war ihr nicht gestattet worden, ihren Bruder bei seiner Ankunft zu begrüßen. Richard konnte jedoch feststellen, dass sie von Luxus umgeben war und sich mit musikalischen Instrumenten und seltsamen Spielzeugen, die der Kaiser zu ihrer Unterhaltung bestellt hatte, die Zeit vertrieb. Man kann wohl mit Sicherheit annehmen, dass sie an dem prachtvollen Empfang nicht teilnehmen durfte, den FRIEDRICH für Richard gab.
FRIEDRICH kehrte nach Apulien zurück und ließ sich mit seinem Hof in Foggia nieder. Dort starb die Kaiserin bei der Geburt einer Tochter am 1. Dezember 1241. Isabella war erst 27 Jahre alt, während ihrer 6-jährigen Ehe hatte sie vier Kindern das Leben geschenkt, von denen nur Heinrich, der im Jahre 1238 geboren wurde, und eine Tochter Margarete sie überlebten. Der frühe Tod einer jungen Frau nach wiederholten Schwangerschaften war im 13. Jahrhundert nichts Ungewöhnliches; da jedoch Isabella als die dritte von FRIEDRICHS Gemahlinnen nach einer verhältnismäßig kurzen Ehe starb und wiederum im Kindbett, so entstanden unvermeidlich finstere Gerüchte in welfischen Kreisen, FRIEDRICH habe sie vergiftet oder ihren Tod durch schlechte Behandlung verursacht. So unbegründet dies war, ist es doch immerhin denkbar, dass die orientalische Eifersucht des Kaisers, die seine Gemahlinnen in eine Zurückgezogenheit wie in einen Harem verbannte, ihn auch daran hinderte, ihnen ärztliche Hilfe während ihrer Entbindung zuzugestehen.
Isabellas letzer Gedanke auf dem Sterbebett galt ihrem Bruder König Heinrich, den sie dem Wohlwollen des Kaisers empfahl. Sie wurde im Dom zu Andria in der gleichen Krypta beigesetzt, in der auch ihre Vorgängerin Isabella von Jerusalem ruhte.
 
 
 
 

15.7.1235 Worms
   oo 4. FRIEDRICH II. ROGER König des Deutschen Reiches
            26.12.119413.12.1250
 
 
 
 

Kinder:

  Margarete
  Ende 12378.8.1270

1254/55
  oo Albrecht II. Markgraf von Meißen
      124013.11.1315

  Carl-Otto/Heinrich
  18.2.1238 †  Dezember1253/Januar 1254

  Friedrich
  1239/1240 (vor 3.4.1240) †  jung

  Kind
  um 1.12.1241kurz nach 1.12.1241
 
 
 
 

Literatur:
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Ahlers Jens: Die Welfen und die englischen Könige 1165-1235. Verlag August Lax Hildesheim 1987 Seite 3,68,69,262,266 - Bedürftig Friedemann: Taschenlexikon Staufer. Piper Verlag GmbH München 2000 Seite 111 - Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 135 - Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 353 - Horst, Eberhard: Friedrich der Staufer, Claassen Verlag Düsseldorf 1989, Seite 113, 239-241,243,249,264,287,308,324,336 - Kantorowicz, Ernst: Kaiser Friedrich der Zweite, Klett-Cotta Verlag Stuttgart 1991, Seite 372,617 - Lehmann, Johannes: Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts, Gondrom Verlag Bindlach 1991, Seite 288,328,358,360 - Masson Georgina: Friedrich II. von Hohenstaufen, Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbeck bei Hamburg 1991, Seite 217,218,264,268,269,270, 271,273,275,279,283,296,319,324 - Mühlbacher, Josef: Lebensweg und Schicksale der staufischen Frauen, Bechtle Verlag Esslingen 1977 Seite 127-139 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 324,343,352,356 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 15 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 201 - Wies, Ernst W.: Friedrich II. von Hohenstaufen. Messias oder Antichrist, Bechtle Esslingen 1998, Seite 62,173,181,186,193,248 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 449,455,458-462,540 -