Humfried                                          Herzog von Gloucester (1414-1447)
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1391
23.2.1447
         Bury St. Edmunds
 
Begraben: St. Albans Abbey

4. Sohn des Königs Heinrichs IV. von England aus dem Hause LANCASTER aus seiner 1. Ehe mit der Marie von Bohun, Tochter von Graf Humphrey IX. von Essex, Northampton und Hereford


Lexikon des Mittelalters:
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Humphrey, Duke of Gloucester
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* August/September 1390, 23. Februar 1447 in Bury St. Edmunds

Begraben: St. Albans Abbey

4. Sohn von König Heinrich IV. von England und Mary Bohun

  1. oo 1423
          Jakobäa (Jacqueline) von Bayern, Gräfin von Holland, Seeland und Hennegau, der geschiedenen Frau von Johann IV., Herzog von Brabant

  2. oo 1428
           Eleanor Cobham

1414 von seinem Bruder Heinrich V. zum Duke of Gloucester und Earl of Pembroke erhoben, nahm Humphrey an Heinrichs Feldzügen in Frankreich 1415 und 1417-1422 teil, fungierte aber in der Zeit von 1419-1421 als Keeper von England. Nach dem Tode seines Bruders sollte Humphrey die Vormundschaftsregierung für seinen minderjährigen Neffen übernehmen, doch wurde er auf Betreiben von Henry Beaufort von den Lords verdrängt und erhielt in dem Regenschaftsrat nur das Amt des Protektors. Humphreys erfolgloser Versuch, den Hennegau zu erobern, wirkte sich störend auf die Beziehungen zwischen England und Burgund aus. Als sich Beaufort mit der Stadt London überwarf, wurde auch sein Konflikt mit Humphrey 1425 verschärft, da dieser die Stadt unterstützte. Nach der Rückberufung des Regenten in Frankreich, Johann, Duke of Bedford, konnte ein vorübergehender Friedensschluß in einem Parliament in Leicester 1426 erreicht werden. Das Amt des Protektors verlor mit der Krönung Heinrichs VI. 1429 an Bedeutung, doch wurde Humphrey während des Aufenthalts des Königs in Frankreich 1430-1432 wieder Keeper. Ein Versuch Humphreys, Beauforts Machtstellung zu beseitigen, schlug fehl. Humphrey stand seit 1434 erneut an der Spitze des Rates und wurde nach dem Tode Bedfords 1435 potentieller Thronerbe. Als Befehlshaber war er an der Verteidigung von Calais beteiligt und plünderte 1436 Flandern. Die Beaufort-Anhängerdominierten seit der Mündigkeit des Königs (1436) im Council und verdrängten Humphrey aus dem Rat. Seine zweite Frau wurde 1441 des versuchten Königsmords mit Hilfe von Zauberei angeklagt, er selbst wegen angeblichen Verrats verhaftet. Humphrey, der unter mysteriösen Umständen starb, hinterließ keine Erben. Er war kein geschickter Politiker und Staatsmann, förderte aber als erster englischer Adliger humanistische Gelehrte; so beauftragte er Titus Livius Frulovisius, die »Vita Henrici Quinti« zu verfassen. England, D.IV.
R.L. Storey


Thiele, Andreas: Tafel 207
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

HUMFRIED
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1391
1447

Humphried, gebildet aber ungezügelt, machte 1403 die Schlacht bei Shrewsbury und am 25.10.1415 die Schlacht bei Azincourt mit, wurde 1419 Statthalter und ab 1422 Regent von England. Er geriet in Gegensatz zu seinem Bruder Bedford und Onkel, weil er Anhänger der Kriegspartei blieb und auch wegen seiner Verschwendungssucht und der vielen Skandale, die er hervorrief. Er war Mit-Regent in Holland, was mit die kriegsentscheidende Gegnerschaft zu Burgund provozierte und Gouverneur von Dover und von Cinque Ports. Durch die Verurteilung seiner Frau wegen Hexerei war er zwar entehrt, blieb aber der Führer seiner Partei, die von Richard von York unterstützt wurde. Im Februar 1447 wurde Humphried plötzlich verhaftet, als er in Bury St. Edmunds zu einer Parlamentsversammlung eintraf. Fünf Tage später war er tot, das Opfer eines Schlaganfalles, wie die Hofpartei verbreitete. Wahrscheinlich wurde er ermordet oder so mißhandelt, dass er danach einem Schlaganfall erlag.

  1. oo 1423-1428
          JAKOBÄA VON BAYERN-HOLLAND
               
1436

Tochter des Grafen Wilhelm VI.

  2. oo 1428
          ELEONORE DE COBHAM
              
1454

Tochter des Sir Reynold
ab 1441 wegen Zauberei eingekerkert
(zur unehelichen Tochter Antigone siehe Grey IV)


    1423-1428
  1. oo 3. Jakobäa von Bayern-Holland, Tochter des Herzogs Wilhelm VI.
      x       25.6.14018.10.1436

    1428
  2. oo Eleonore de Cobham, Tochter des Sir Reynold
      x        
1454

        Sie war ab 1441 wegen Zauberei eingekerkert.
 
 
 

Kinder:
Illegitim

  Antigone
     

um 1434
  oo Heinrich I. de Grey Lord Grey-Powis
           
um 1450
 



Literatur:
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Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 207 -