Heinrich Beaufort                             Bischof von Winchester (1405-1444)
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1375
11.4.1447
         Winchester

Jüngster Sohn des Herzogs Johanns von Gaunt-Lancaster aus dem Hause PLANTAGENET und seiner Geliebten Katharina Roet, Tochter von Sir Payne
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1753
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Beaufort, Heinrich (Henry)
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* wahrscheinlich 1374/75, 1447

Begraben: Kathedrale von Winchester, wo er das Hl.-Kreuz-Hospital neu gegründet und vergrößert hatte

unehelicher Sohn von John of Gaunt (Beaufort, Familie)

1398 zum Bischof von Lincoln erhoben, wurde Heinrich Beaufort 1404 auf den Bischofssitz von Winchester versetzt. Er spielte von da an eine bedeutende Rolle in der englischen Politik: 1403-1405,1413-1417 und 1424-1426 bekleidete er das Amt des Kanzlers (Chancellor). Bei seiner politischen Tätigkeit identifizierte er sich völlig mit König Heinrich V., auf dessen Weisung hin er beim Konzil von Konstanz 1417 intervenierte, um die Papstwahl Martins V. zu sichern. Dennoch wurde die Absicht des Papstes, Heinrich Beaufort zum Kardinal zu erheben, von Heinrich V., der Heinrich Beaufort danach nicht begünstigte, durchkreuzt. Nach dem Tode Heinrichs V., während der Minderjährigkeit Heinrichs VI., stand Heinrich Beaufort im Gegensatz zu Heinrichs V. jüngsten Bruder, Humphrey, Herzog von Gloucester. 1426 wurde der Bischof genötigt, sich aus England zurückzuziehen und an die Kurie zu gehen, wo er den Titel des Kardinal-Priesters von S. Eusebio erhielt und als päpstlicher Legat mit der Leitung eines Kreuzzuges gegen die Hussiten beauftragt wurde. Doch der antienglische Widerstand der Franzosen unter Jeanne d'Arc zwang ihn, seine Truppen zur Verteidigung der englischen Machtstellung in Frankreich einzusetzen; im Dezember 1431 krönte er Heinrich VI. in Paris zum König von Frankreich. Trotz Gloucesters Widerstand erlangte er seine alte Stellung im Kronrat wieder zurück und verstand es, sich durch eine Reihe hoher Anleihen, die er dem König aus seinem privaten Vermögen gewährte, einen beherrschenden politischen Einfluß zu verschaffen. Doch gelang es ihm nicht, Philipp den Guten, Herzog von Burgund, daran zu hindern, das Bündnis mit England aufzugeben (1435; vgl. Arras, Frieden von); ebensowenig vermochte er eine Friedensregelung mit Frankreich herbeizuführen (1439). In seinen letzten Jahren betätigte sich Heinrich Beaufort vor allem als Förderer der Interessen seiner Neffen.
G. L. Harriss


Thiele, Andreas: Tafel 205
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

HEINRICH DE BEAUFORT
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1447

Heinrich Beaufort wurde am 9.2.1397 mit seinen Geschwistern durch das Parlament legitimiert, aber von König Heinrich IV. von der Nachfolge ausgeschlossen. Er wurde 1398 Bischof von Lincoln, 1405 von Winchester, 1426 Kardinal und Erzbischof von York, 1413 Kanzler von England. Er war tatkräftig und einsichtsvoll, aber hochfahrend und ein erbitterter Gegner seines Neffen Humphried von Gloucester, wegen dem er zeitweilig die Kanzlerwürde verlor. Er ging 1414 als Gesandter nach Frankreich, förderte 1417 die Wahl Martins V. zum Papst, erhielt von demselben 1426 den Kardinalshut und eine Mission nach Deutschland, um einen Kreuzzug gegen die Hussiten zu betreiben. Er förderte in England die Friedenspartei in der Einsicht, daß der Hundertjährige Krieg nicht mehr zu gewinnen war, verfocht jedoch bis zuletzt entschieden die französischen Thronansprüche seines Groß-Neffen. Er war der Präsident des Gerichts, das Jeanne d'Arc zum Tode verurteilte.


Literatur:
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Th
iele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 205 -