HASTINGS, SCHLACHT VON


Lexikon des Mittelalters:
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Hastings, Schlacht von (14. Oktober 1066)
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hatte die Normannen-Herrschaft in England zur Folge.
Am 28. September 1066 landete Herzog Wilhelm von der Normandie an der englischen Südküste. Der angelsächsische König Harald II. eilte daraufhin von Yorkshire (Stamford Bridge) nach London, sammelte ein (hauptsächlich aus Fußtruppen bestehendes) Heer und schlug am 13. Oktober auf dem »Hügel von Senlac« in der Nähe von H
astings (Sussex), wo die Normannen eine Stellung bezogen hatten, sein Lager auf. Das angelsächsische Aufgebot (wohl höchstens 7.000 Mann) umfaßte neben den Hauskerlen und Thegns viele ungeübte Peasants. Herzog Wilhelm, der über ein vermutlch kleineres, aber kriegstüchtiges Heer gebot, griff am nächsten Morgen die vom Marsch ermüdeten Angelsachsen überraschend an. Dabei standen links Bretonen, in der Mitte Normannen, rechts französische und flämische Söldner. Die vorderste Reihe wurde von Bogenschützen gebildet, dahinter folgten schwerbewaffnete Fußsoldaten und sodann Reiter. Die Angelsachsen kämpften, auf der Anhöhe stehend, defensiv in geschlossener Formation. Sie wehrten mit Speeren, Streitäxten und Steinwürfen den ersten Angriff ab und warfen die Bretonen zurück. Wilhelm stellte durch persönliches Eingreifen die Ordnung wieder her. Bei einem weiteren Angriff setzten die Normannen offenbar das Mittel scheinbarer Flucht ein, um den Gegner zu täuschen. Sie fügten den Angelsachsen schwere Verluste zu. Deren Position geriet jedoch erst ins Wanken, als am späten Nachmittag König Harald fiel. Während die Hauskerle aushielten, flohen viele der übrigen angelsächsischen Krieger, verfolgt von den normannischen Reitern. Wilhelm hatte durch seine taktisch kluge Führung wesentlichen Anteil an dem entscheidenden Sieg, doch hatten auch die Normannen beträchtliche Verluste. Bayeux, Teppich von; »Carmen de Hastingae proelio«.
K. Schnith