Eleonore von England                     Königin von Kastilien
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13.10.1162
21.10.1214                  
 

2. Tochter des Königs Heinrichs II. von England aus dem Hause PLANTAGENET und der Eleonore von Aquitanien, Tochter von Herzog Wilhelm X.

Lexikon des Mittelalters:
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Kastilien
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[5] Kaisertum und christliche Reiche:
Aber in den folgenden Jahren normalisierten sich die Beziehungen zu Sancho I. von Portugal, Alfons IX. von León, der die kastilische Infantin Berenguela heiratete (Sohn: Ferdinand III.), und Peter II. von Aragón. Der letzte Krieg gegen Navarra (1198-1200) führte zur endgültigen Eingliederung von Álava, Vizcaya und Guipúzcoa in Kastilien und zu einer Ausweitung der politischen und wirtschaftlichen Interessen Kastiliens in den kantabrischen Raum, die durch Wiederbesiedlung der Häfen, Schaffung von Handelsverbindungen und Anknüpfung von dynastischen (Heirat mit Eleonore, der Tochter Heinrichs II.) wie handelspolitischen Beziehungen mit England gefördert wurden. Als Antwort auf die Offensiven der ALMOHADEN führte Alfons VIII. 1212 einen großen Kreuzzug durch, an dem alle Königreiche, mit Ausnahme von León, teilnahmen, und errang mit den Sieg von Las Navas de Tolosa den Schlüssel für weiteres Vordringen in den Süden.


Brandenburg Erich: Tafel 9 Seite 19
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

XIV. 119b. ELEONORE
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* 1162 13. X.
1214 21. X.

Gemahl:
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verlobt 1170
ALFONS VIII., König von Castilien (siehe XIV. 330)
      
1214 22. IX.


Thiele, Andreas: Tafel 200
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

ELEONORE
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1162
1214

  oo 1177
        ALFONS VIII., König von Kastilien
             
1214

(siehe Spanien IIIa)


Jordan, Karl: Seite 167,173
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"Heinrich der Löwe"

Das deutsch-englische Bündnis, das im April 1165 am englischen Königshof vereinbart wurde, sollte durch eine doppelte Eheverbindung zwischen beiden Reichen gefestigt werden. Die älteste Tochter des englischen Königs, die 8 oder 9 Jahre alte Mathilde, wurde mit dem damals etwa 35-jährigen Heinrich dem Löwen verlobt. Ihre jüngere Schwester, die etwa 4-jährige Eleonore, wurde zur Braut für den damals noch einzigen Sohn des Kaisers, den allerdings noch nicht 1-jährigen Friedrich, bestimmt.
Bereits vorher, wohl 1169, wurde das Verlöbnis zwischen dem jungen Friedrich, dem ältesten Sohn BARBAROSSAS, und der englischen Königs-Tochter Eleonore gelöst, nachdem nicht dieser Erstgeborene des Kaisers, ein schwächliches Kind, das bald darauf auch starb, sondern sein jüngerer Bruder, der spätere HEINRICH VI., zum Nachfolger seines Vaters bestimmt worden war. Eleonore wurde noch im Jahre 1170 mit Alfons von Kastilien vermählt.

Vones Ludwig: Seite 96,101,113,118,127
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"Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen"

Im Jahr 1170 schloß König Alfons VIII. in Zaragoza einen Beistandpakt mit Alfons II. von Aragon gegen jedermann mit Ausnahme des englischen Königs. Darüberhinaus errang er durch die Vermittlung des aragonesischen Königs die Hand der englischen Königs-Tochter Eleonore, die ihm nicht nur schon 1171 eine nach ihrer Großmutter genannte Tochter Berenguela schenkte, sondern auch die Gascogne als Dotum einbrachte.
In einem Zustand weitgehender Erschöpfung suchte man letztlich die Lösung des kriegerisch nicht zu entscheidenden Konflikts auf Betreiben der Königin Eleonore in einer Heirat Alfons' IX. mit Berenguela von Kastilien, deren Ehe mit Konrad von Rothenburg längst aufgelöst worden war.
Da die 1177 geschlossene Ehe zwischen Alfons VIII. und der englischen Königs-Tochter Eleonore Kastilien endgültig in das englisch-aragonesische Bündnissystem einbezog, Aragon den Rücken freimachte.
Vor allem Alfons VIII. von Kastilien betrachtete Navarra in erster Linie als Durchgangsgebiet, um an die Gascogne, das Dotum seiner Gemahlin Eleonore, zu gelangen.
Den Forderungen des aragonesischen Adels, der nicht der Friedensordnung von 1214 unterlag, kam er entgegen, indem er eingedenk früherer politischer Konstallationen im Februar 1221 die Ehe mit Eleonore von Kastilien, der Tochter Alfons' VIII. und der Eleonore von England, schloß und bei dieser Gelegenheit die Schwertleite erhielt.

Weller Tobias: Seite 101-102,105,107,143
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"
Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert."

Gleichzeitig wurde die Eheschließung der jüngeren Tochter Eleonore (
1214) mit dem staufischen Kaiser-Sohn Friedrich A vereinbart. Beide Heiratsprojekte wurden in Rouen beschworen und Heinrich II. sandte Legaten an den Hof FRIEDRICH BARBAROSSAS, damit sie dort entsprechende Eidesleistungen von seiten des Kaisers und seiner Gefolgsleute entgegennähmen.
Eleonore war im April 1165 drei Jahre alt [513 Vgl. AHLERS, Welfen 23 mit Anm. 98.], Friedrich A gerade neun Monate. Mit dem Heiratsbündnis versuchte FRIEDRICH BARBAROSSA, den englischen König in die Obödienz des von ihm unterstützten Gegen-Papstes Paschalis III. (
1168) zu ziehen.
Im nachhinein rechtfertigte sich Heinrich II. vor der Kurie mit sehr fadenscheinigen und unglaubwürdigen Argumenten für seine politische Annäherung an FRIEDRICH BARBAROSSA [533 So versicherte Heinrich II. in einem Brief an einen unbekannten Kardinal, er habe bei Abschluß seines Bündnisses mit dem Kaiser überhaupt nicht gewußt, daß dieser sich im Bann befinde. Was die Eheabsprache zwischen seiner Tochter und dem Kaiser-Sohn angehe, so habe er nach dem Beispiel seines Großvaters König Heinrich I. (
1135) gehandelt, der bekanntlich seine Tochter (Mathilde) dem römischen Kaiser HEINRICH V. in die Ehe gegeben habe (vgl. Mat. Thomas Becket, Epist., No. 255, RBS 67/6, 78-81, hier 79f).], hielt aber dennoch an dem Heiratsbündnis fest.
Im Unterschied zu der Verbindung Heinrichs des Löwen mit Mathilde kam die 1165 vereinbarte Heirat des Kaiser-Sohnes Friedrich A mit der englischen Prinzessin nicht zustande. Möglicherweise wurde dieses Eheprojekt Ende der 1160-er Jahre in Anbetracht der veränderten politischen Rahmenbedingungen fallengelassen [539 Vgl. hierzu AHLERS, Welfen 56f.; GEORGI, Friedrich Barbarossa 256. Grundlage für eine solche Annahme ist ein im Sommer 1168 verfaßter Brief Johannes von Salisbury an Magister Lombardus von Piacenza, in dem Johannes von dem Plan Heinrichs II. spricht, seine Töchter an die Könige von Navarra und Aragon zu verheiraten (vgl. Johannes von Salisbury, Letters 2, No. 280, 602-608, hier 604/606. Nach der Eheschließung Heinrichs des Löwen mit Mathilde Anfang Februar 1168 blieben für eine englisch-aragonesische Doppelverbindung nur noch Heinrichs II. Töchter Eleonore und Johanna übrig. Demnach müßte die Verlobung Eleonores mit Friedrich A damals als gelöst betrachtet worden sein. Allerdings läßt sich die sachliche Zuverlässigkeit der vagen Angaben Johannes' schwer einschätzen. BAAKEN, Altersfolge 70f., mußmaßt, Heinrich II. sei darüber verstimmt gewesen, daß BARBAROSSA im Juni 1169 seinen Zweitgeborenen HEINRICH zum König habe wählen lassen, denn bei den Vereinbarungen von April 1165 habe er noch davon ausgehen können, seine Tochter mit dem deutschen Thronfolger verbunden zu haben.].
Berengaria war eine Tochter König Alfons' VIII. (
1214). Ihre Mutter Eleonore ( 1214) war eben jene englische Prinzessin, welche in den Jahren 1165/69 als künftige Gemahlin des ältesten BARBAROSSA-Sohnes Friedrich A vorgesehen war, der bereits im Kindesaler starb [739 Siehe oben Seite 101ff.]. Die Initiative zu dem kastilischen Eheprojekt scheint vom staufischen Hof ausgegangen zu sein. Dies legt zumindest der Umstand nahe, daß sich im Mai 1187 ein nuncius des Kaisers in Spanien nachweisen läßt, der ausdrücklich mit der Führung von Heiratsverhandlungen beauftragt war [740 Vgl. die am 21. Mai 1187 ausgestellte Urkunde König Alfons' VIII. für das Kloster San Esteban de Gormaz (Cartularios de Toledo, No. 218,203f.). Siehe auch OPPL, Friedrich Barbarossa 296 Anm. 67; ENGELS, Staufer 127.].

B
erg Dieter: 
Seite 35,67,72,95
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"Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters."

In diesem Rahmen sind die Verhandlungen mit Rainald von Dassel um ein doppeltes Ehebündnis zwischen den Töchtern des englischen Monarchen, Eleonore und Mathilde, mit dem Kaiser-Sohn Friedrich und Herzog Heinrich dem Löwen und auch die Telnahme englischer Gesandter am Reichstag zu Würzburg zu sehen.
1170 kam es hingegen zur Eheschließung von Heinrichs Tochter Eleonore mit Alfons VIII. von Kastilien, der ihr unter anderem noch zu erobernde Territorien in Navarra übereignete, während die Braut als Mitgift unter anderem die Gacogne erhielt, deren Besitzübertragung jedoch erst nach dem Tode der gegenwärtigen Herrin, der Königin und Herzogin Eleonore von Aquitanien erfolgen sollte und daher für den PLANTAGENET keinen unmittelbaren substantiellen Teritorialverlust zur Folge hatte. Diese Ehe war diplomatisch gegen Leon und Navarra gerichtet, während sie Kastilien in das englische Bündnisgefüge einbezog; das hiermit verbundene Mitgift-Versprechen, das vorrangig dem Kampf um Toulouse diente, sollte aber spätestens seit dem Herrschaftsantritt Richards I. die englisch-kastlischen Beziehungen auf Dauer belasten. Eine weitere Konsequenz der Ehe Eleonores bestand in der allmählichen Abwendung Heinrichs, dessen Tochter Mathilde am 1. Februar 1168 Heinrich den Löwen geheiratet hatte, vom staufischen Lager.
Hinzu kamen außenpolitische Bündnisaktivitäten des PLANTAGENETS, der sich intensiver den iberischen Monarchen zuwandte, von denen Alfons VIII. eine Schlüsselstelle besaß, da er sowohl mit Eleonore, der Tochter Heinrichs II. von England, verheiratet war als auch am 23. April 1188 eine Eheschließung seiner Erb-Tochter Berengaria mit dem Sohn Kaiser FRIEDRICHS, Konrad von Rothenburg, befürwortet hatte.
Somit stellte der König seiner Gemahlin einen Besitz in Aussicht, über den Berengaria auf absehbare Zeit persönlich nicht verfügen und den die Schwester Richards, Königin Eleonore von Kastilien, ebenfalls für sich beanspruchen konnte. Während sich die navarresische Fürstin zu Lebzeiten der Königin-Mutter mit entsprechenden materiellen Einkünften begnügte, beharrte der kastilische Monarch auf Dauer auf den Rechten seiner Gemahlin in der Gascogne und intervenierte 1205/06 nach dem Tode Richards in dieser Region.
Gleichzeitig strebte der König, nachdem er sich Ende 1199 von seiner Gemahlin Isabella von Gloucester getrennt hatte, eine neue Ehe an und führte zuerst diesbezügliche Verhandlungen mit dem portugiesischen König Sancho I., die unter anderem der Abwehr von Ansprüchen Alfonsos VIII. von Kastilien auf Herausgabe der Gascogne als Heiratsgut der kastilischen Königin Eleonore, der Schwester Johanns, dienten.




 1177
  oo Alfons VIII. der Edle König von Kastilien
      11.11.1155
6.10.1214     
 
 
 
 

10 Kinder:

  Blanka
  4.3.1188
30.11.1252 

23.4.1200
   oo Ludwig VIII. König von Frankreich
        5.9.1187
8.11.1226  

  Urraca
  um 1185
3.11.1220  

 1206
  oo Alfons II. König von Portugal
       23.4.1185
25.3.1223  

  Eleonore
      
1244  

6.2.1221-1229
  oo Jakob I. König von Aragon
       22.2.1208
27.7.1276  

  Konstanze Äbtissin von Las Huelgas
       
1243 

  Ferdinand Erb-Infant von Kastilien
  29.9.1189
10.1211 

  Berengaria
  1180
8.11.1246

 1198
  oo Alfons IX. König von Leon, ihr Onkel
      1171
24.9.1230  

  Heinrich I. König von Kastilien
  14.4.1204
6.6.1217
 
  
 
 

Literatur:
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Ahlers Jens: Die Welfen und die englischen Könige 1165-1235. Verlag August Lax Hildesheim 1987 Seite 22,23,37,43,44,46,52,56,61,62 - Appleby John T.:Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutggart 1962 Seite 76,122,173 - Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 35,67,72,95,102 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 9 Seite 19 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 99 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München 1994, Seite 129 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 167,173 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 99 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München 1994, Seite 129 - Pernoud Regine: Der Abenteurer auf dem Thron. Richard Löwenherz König von England. Diedrichs Verlag München 1994 - Pernoud Regine: Herrscherin in bewegter Zeit. Blanca von Kastilien, Königin von Frakreich. Diederichs Verlag München 1991 Seite 10,12,45,249 - Pernoud Regine: Königin der Troubadoure. Eleonore von Aquitanien. Diederichs Verlag München 1991 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 288,296,298 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 212,216,222,224,233 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 200 - Toeche, Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 159-161,269 - Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 Seite 96,101,113,118,127 - Vones-Liebestein Ursula: Eleonore von Aquitanien. Herrscherin zwischen zwei Reichen. Muster-Schmidt Verlag Göttingen 2000 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 101-102,105,107,143,174,190-191,263,279,798 -