Edmund von Langley                       1. Herzog von York (1385-1402)
---------------------------                      Graf von Cambridge seit 1362
5.6.1341 1.8.1402
King's Langley King's Langley

Begraben:
King's Langley (Hertfordshire)

4. Sohn des Königs Eduards III. von England aus dem Hause PLANTAGENET und der Philippa von Hennegau, Tochter von Graf Wilhelm III.
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1580
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6. Edmund, Herzog von York
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* 1341 in King's Langley (Hertfordshire), 1. August 1402 ebenda

Begraben: King's Langley

4. überlebender Sohn König Eduards III. ( 1377) und der Philippa von Hennegau

  1. oo 1372
           Isabella ( 1392), jüngere Tochter und Miterbin König Peters I. von Kastilien

  2. oo 1395
           Johanna, der Tochter von Thomas Holland, Earl of Kent

ältester Sohn und Erbe:
Eduard, Herzog von York ( 1415)

Wegen seines Geburtsortes heißt Edmund gewöhnlich 'Edmund of Langley'. - Der Prinz nahm 1359-1360 am Frankreich-Feldzug seines Vaters teil, wurde 1361 Ritter vom Hosenbandorden, 1362 Earl of Cambridge.
Mit Eduard dem Schwarzen Prinzen beteiligte er sich 1370 an der Plünderung von Limoges und führte 1375 Krieg in der Bretagne (bretonischer Erbfolgekrieg).
Seine Heirat mit Isabella sollte die englischen Interessen an der kastilischen Thronfolge sichern, nachdem die Ehe von John of Gaunt mit Peters älterer Tochter kinderlos geblieben war. In der politischen Krise, die 1376 in England ausbrach, spielte er eine nur untergeordnete Rolle. -
1385 zum Herzog von York erhoben, war es wohl mehr aufgrund seines hohen Ranges als seines politischen Profils, daß er in den von den Gegnern König Richards II. im Oktober 1386 geschaffenen Regierungsausschuß berufen wurde. Während der Abwesenheit des Königs in Irland hatte E
dmund 1394-1395 und von Mai-August 1399 als Keeper of the Realm Stellvertreter-Funktionen. Angesichts der Invasion Heinrichs (IV.) Bolingbroke im Juli 1399 machte Edmund zuerst Miene, den Kampf aufzunehmen, einigte sich dann jedoch mit Bolingbroke, was nicht wenig zum Sturz Richards II. beitrug. Edmunds Haltung kann nicht gut als »Verrat« gewertet werden; der Prinz hatte sich in den früheren Krisen der Regierung Richards nur wenig engagiert und stand ohnehin im Ruf politischer Trägheit.
A. Tuck


Lexikon des Mittelalters: Band IX Spalte 422
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York
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Englischer Herzogstitel, 1385 von König Richard II. für seinen Onkel Edmund of Langley (6. E.), den 4. Sohn König Eduards III., geschaffen. Edmunds Sohn Eduard (15. E.) folgte 1402 in dem Titel und starb 1415 ohne direkte Nachkommen.
Sein Erbe war Richard Plantagenêt (10. R.), Sohn seines jüngeren Bruders Richard of Conisborough, Earl of Cambridge (6. R.).
R.L. Storey

Thiele, Andreas: Tafel 208
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

EDMUND VON LANGLEY
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1341 VIII. 1402

Edmund von Langley wurde 1362 Graf von Cambridge, 1385 1. Herzog von York und kämpfte jahrelang mit in Frankreich, half unter anderem Limoges und St. Mathieu zu erobern und handelte als königlicher Bevollmächtigter 1375 den Waffenstillstand mit Frankreich aus.
Er wurde 1377 Mitglied im Regentschaftsrat, geriet bald gegen seinen dominanten Bruder Lancaster, womit schon die Grundlage zur Todfeindschaft beider Familien gelegt wurde.
Er wurde stark vom königlichen Neffen Richard II. begünstigt, erhielt wichtige Ämter, unter anderem Gouverneur von Cinque Ports und von Dover Castle, Justitiar von Chester, königlicher Geheimrat und Reichsverweser bei königlicher Abwesenheit.
Er war 1381/82 mit in Portugal, galt dort zeitweise als Thronprätendent und scheiterte.
Er versuchte zuerst, die Thronfolge der Lancaster-Partei zu verhindern, anerkannte aber den Lancaster-Neffen und wurde Stuart von England und Lord von Axholme.
Edmund
erwies sich als geschickter Stratege und Diplomat, besaß aber nicht die mitreißende Ausstrahlung seines ältesten Bruders Eduard und nicht den Machtinstinkt des Lancaster-Bruders Johann.

  1. oo 1372
          ISABELLA VON KASTILIEN
          1355 1393

Tochter und Eventual-Erbin des Königs Peter I.

  2. oo 1395
           JOHANNA HOLLAND
                 1434

Tochter des Grafen Thomas von Kent
(ihre 2. Ehe: oo Wilhelm, Lord Willoughby d'Eresby, 1410)
(ihre 3. Ehe: oo Heinrich Scrope, Lord zu Masham, rebelliert 1415 mit und wird hingerichtet)

(ihre 4. Ehe: Heinrich Bromeflete, Lord de Vesci, 1468)


    1372
  1. oo Isabella von Kastilien, Tochter des Königs Peter I.

           1355 3.11.1393

        Eventual-Erbin von Kastilien

    1395
  2. oo 1. Johanna Holland, Tochter des Grafen Thomas II. von Kent
               um 1375 1434
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Eduard I. Herzog von York
  1373 25.10.1415 gefallen

  Richard Graf von Conisburgh
  1376 5.8.1415 hingerichtet

  Konstanze
  um 1374 28.11.1416

  Sie konspirierte 1400/05 zugunsten von Mortimer.

 1384
  oo Thomas I. le Despenser Graf von Gloucester
       1373 1400 hingerichtet
 
 
 
 

Literatur:
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Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 208 -