Agnes von Waiblingen                               Herzogin von Schwaben
----------------------------                             Markgräfin von Österreich
1072/73-24.9.1143
              Klosterneuburg (Niederösterreich)

Begraben: Augustiner-Chorherrenstift in Klosterneuburg
 

2. Tochter des Kaisers HEINRICH IV. aus seiner 1. Ehe mit der Bertha von Turin, Tochter von Graf Otto
 

Klauser Heinrich: Seite 16
**************
"Lexikon deutscher Herrscher und Fürstenhäuser"

Agnes, Markgräfin
---------
    -24.11.1143

Tochter Kaiser HEINRICHS IV., war in 1. Ehe mit dem STAUFER Friedrich I. verheiratet.

Dieser Ehe entstammten zwei Söhne:
Herzog Friedrich von Schwaben und der
spätere König KONRAD III.
Nach dem Tod ihres Mannes heiratete sie 1106 den BABENBERGER-Herzog Leopold III.
Der Legende nach hat Markgraf Leopold das Stift Klosterneuburg an jener Stelle errichtet, an der er den während des Jagdausflugs verlorenen Schleier seiner Gattin wiedergefunden hatte. Nach dem Tode ihres Mannes griff Agnes tatkräftig in die Regierungsgeschäfte ein.



Bedürftig Friedemann: Seite 11
******************
"Taschenlexikon Staufer"

AGNES VON WAIBLINGEN
* Ende 1072, + 24.9.1143
                      Klosterneuburg (Niederösterreich)

Zur Belohnung für treue Dienste gab Kaiser HEINRICH IV. 1079 seine erst siebenjährige Tochter Agnes von Waiblingen dem Herzog Friedrich I. von Staufen zur Frau und begründete damit den späteren Anspruch der STAUFER auf das deutsche Königtum. Die Ehe der jungen Agnes wurde 1086 vollzogen; ihr entstammten der nachfolgende Herzog Friedrich II. der Einäugige, der künftige König KONRAD III. und eine Tochter. So lautet zumindest die Überlieferung, die der 1106 geschlossenen zweiten Ehe der Kaiser-Tochter Agnes mit dem BABENBERGER Leopold III. von Österreich18 Kinder zuschreibt, und das innerhalb von zwölf Jahren, vom 34. bis zum 46. Lebensjahr der Mutter. Die biologische Unmöglichkeit selbst bei reihenweisen Zwillingsgeburten läßt vermuten, daß einige dieser Nachkommen doch der ersten Ehe zuzurechnen sind. Für die dynastische Frage spielt das eine untergeordnete Rolle, wichtiger ist die durch Agnes begründete enge Verwandtschaft der BABENBERGER und der STAUFER, die vor allem unter FRIEDRICH I. BARBAROSSA politisch - und durch den babenbergischen Agnes-Sohn Otto von Freising für die Geschichtsschreibung - bedeutsam wurde. Bemerkenswert vor allem aber ist die 21köpgfige Kinderschar der Agnes deshalb, weil es ein bezeichnender Licht auf die Frauenschicksale der Zeit wirft. Wie die Lebensdaten vieler jung verstorbener Frauen belegen, so zeigt auch dieser zweifelhafte Kindersegen, daß der weibliche Hauptaufenthalt - und oft auch der letzte - das Wochenbett war. Agnes muß von schier unverwüstlicher Gesundheit gewesen sein. Sie erreichte ein Alter von über 70 Jahren. Zwar sorgte ihre hohe Stellung für höchsten zeitgemäßen Komfort, Bedienstete und gute Pflege, doch die medizinischen Risiken von Schwangerschaften und Geburten waren bei Hoch wie Niedrig enorm. Hinzu kam die psychische Belastung durch den Tod vieler Kinder - mehr als die Hälfte verlor Agnes noch vor dem eigenen Ende -, gemildert freilich durch einen unerschütterlichen Jenseitsglauben.



Brandenburg Erich: Tafel 11 Seite 22
****************
"Die Nachkommen Karls des Großen"

XII. 61 a. Agnes
---------------------
                   * wohl 1074/75, + 1143 24. IX.

Gemahl: a) (verlobt 1079) Friedrich I. Herzog von Schwbaen
                                      * ca. 1050, + 1105 vor 21. VII.

                b) 1106 Leopold III. Markgraf von Österreich
                                        + 1136 15. XI.



Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 346
**********************
"Die Zeit der Staufer"

AGNES VON WAIBLINGEN
---------------------------------------
* Sommer 1072, + 24.9.1143

Tochter des Kaisers HEINRICH IV. und seiner 1. Frau Bertha von Savoyen, Tochter von Graf Otto

Agnes von Waiblingen heißt in manchen Quellen auch Adelheid (nach der savoyischen Großmutter bzw. nach einer verstorbenen älteren Schwester Adelheid (* 1070). Durch Agnes wurde der alt-salische Familienname "von Waiblingen" zusammen mit der Pfalz und dem zugehörigen Ort auf die STAUFER übertragen.
Die neuerdings geäußerte Ansicht, Leopold III. habe vor seiner Ehe mit Agnes von Waiblingen mit einer Österreicherin (? Perg-Machland) den Sohn Adalbert gezeugt. Die Quellen, vor allem Otto von Freising, wissen nichts davon, dass Adalbert nur ein Halbbruder des Agnes-Kinder gewesen sei.
Die folgenden BABENBERGER sind keine STAUFER im engeren Sinne, gelten aber für das Mittelalter - weil "Kinder eines Leibes" - mit Recht als Nächstverwandte. Die salische Kaisertochter und Erbin Agnes brachte durch ihre zwei Ehen (Schwaben, Österreich) beide großen Geschlechter das Gut und die Ansprüche des erloschenen Kaiserhauses zu. Folgerichtig betrachteten sich STAUFER und BABENBERGER in den nächsten Generationen nahezu als Mitglieder eines Hauses.
Agnes wurde mit ihrem zweiten Gatten, Leopold von Österreich, in Klosterneuburg begraben.

Halbgeschwister der STAUFER von Mutterseite:

a) Adalbert (um 1107-1137); als Sohn der Agnes neuerdings umstritten
b) Heinrich Jasomirgott (um 1108-1177)
c) Bertha (um 1109-1136/50)   1124/25 oo Heinrich Burggraf von Regensburg
d) Agnes (um 1110-1157)   1124/27  oo Wladislaw II. König von Polen
e) Leopold (um 1111-1141)
f) Otto (um 1112-1158) Bischof von Freising
g) Ernst (um 1113-nach 1136/37) unverheiratet
h) Judith (um 1114-nach 1168)   1130/32  oo Wilhelm Markgraf von Montferrat
i) Konrad (um 1115-1168) Bischof von Passau
j) Gertrud (um 1116-1151)   um 1131/32  oo Wladislaw Herzog von Böhmen
k) Elisabeth (um 1117/18-1143)   1142  oo Hermann Graf von Winzenburg

Die nachfolgende Reihe der Kinder der Kaisertochter Agnes von Waiblingen aus ihrer Ehe mit Friedrich von Staufen überrascht zunächst. Auch noch in der jüngsten BABENBERGER-Literatur wird gutgläubig die alte Klosterneuburger Stiftstradition aus dem Spätmittelalter  weitergereicht, dass Agnes als junge Frau in ihrer ersten, 18 bis 19 Jahre währenden staufischen Ehe nur drei, dann aber zwischen ihrem 34. und etwa 46. Jahre in wenig mehr als einem Jahrzehnt 18 (!) lebende Kinder geboren habe. Daß dies biologisch unmöglich ist, hat bisher niemanden gestört. Der Irrtum wird dadurch nicht geringer, daß er ein ehrwürdiges Alter hat und inzwischen in die Handbücher übergegangen ist. Sein Zustandekommen ist leicht zu erklären. Man wußte (richtig), dass Agnes 21 oder gar 22 lebende Kinder geboren hat. Davon zog man die drei in Klosterneuburg allein bekannten Kinder aus der ersten staufischen Ehe (Friedrich den Einäugigen, König KONRAD III. und Pfalzgräfin Gertrud) ab und behielt somit 18 Kinder übrig. Elf Kinder der zweiten babenbergischen Ehe der Agnes mit dem heiligen Leopold waren in Klosterneuburg gleichfalls (richtig) bekannt. Das ergab einen Rest von sieben Kindern, die man nun bedenkenlos und ohne Rücksicht auf die biologische Wahrscheinlichkeit alle der zweiten Ehe zuschrieb, sie dann allerdings, um ihren Verbleib zu motivieren, als "jung verstorben" ausgab. Wäre dem wirklich so, dann hätte Agnes als junge Frau nur etwa alle neun Jahre ein Kind geboren, als ältere Frau jedoch ein volles Jahrzehnt lebende Zwillinge bringen müssen. Will man den ununterbrochenen Zwillingssegen nicht glauben, so muß man statt dessen annehmen, Agnes habe (mindestens!) bis in ihr 53. Jahr hinauf unentwegt und in dichtester Folge lebensfähige Kinder geboren.
Horst Gaiser und Heinz Bühler gaben den ersten Anstoß, diese Anschauungen zu korrigieren. Nach ihrer einleuchtenden These hat Agnes aus der ersten staufischen Ehe eine weitere (um 1088/89 geborene) Tochter Bertha gehabt, ("Bertha von Boll", Gattin des Grafen Adalbert, des Stifters von Elchingen und Mutter der Liutgard, Frau Konrads des Großen von Wettin). Das stimmt, und dann kann die Anzahl der BABENBERGER Kinder nicht mehr stimmen. Ist erst einmal das Prinzip durchbrochen, dann können auch andere "BABENBERGER-Kinder" den langen Ehejahren der staufischen Ehe zugerechnet werden, ja man muß den ganzen Kindersegen zwischen STAUFERN und BABENBERGERN neu verteilen.
Agnes war schon 34 Jahre alt, als sie Leopold heiratete. Elf lebend geborene Kinder hat sie ihm dann noch geboren. Wenn diese Kinder sehr dicht aufeinander folgten, wenn keine Pausen und keine Fehlgeburten dazwischen lagen, dann reicht es mit den babenbergischen Kindern bis zum Ende der Gebärfähigkeit der Agnesgerade noch hin. Die übrigen Kinder jedoch können dann überhaupt nur aus der ersten, staufischen Ehe stammen. Damit aber wird jene Kinderliste des Herzogs Friedrich und der Agnesaus dem "Roten Buch" des Klosters Lorch wieder diskutabel, die den wenigen Forschern, die sich bisher mit ihr beschäftigten, viel Kopfzerbrechen machte. Denn dort sind nicht weniger als 11 Kinder genannt, von denen drei leicht zu erkennen sind, nämlich Friedrich der Einäugige, KONRAD III. und Gertrud. Hermann Röemer und Karl-Otto Müller kannten die Reihe wohl, glaubten aber, sie verwerfen zu müssen, da für so viele STAUFER-Kinder neben den bekannten 18 BABENBERGERN ja  keinesfalls mehr Platz sei. Diese Liste lautet ("e caudata" zu ae transscribiert):
"Hadalwigis seu Heilicae comitissae Friderici comitis/Bertradae seu Berthae comitissae Adalberti comitis/Friderici ducis Judittae ducissae Agnetis ducissae/ Hildegardis (Wort unleserlich)/Cuonradi regis Gertrudis reginae item Gertrudis reginae/Gisilhildis seu Gisilae/Henrici pueris/Beatricis abbatissae/Cunigundis seu Cunissa [? Cunizzae] ducissae Henrici ducis/Sophiae comitissae Adalberti comitis/ Fidis seu Gertrudis palatinae Herimanni palatini/"
Nach diesem Text hatten die sicher erkennbaren STAUFERFriedrich der Einäugige, KONRAD III. und Gertrud noch acht weitere Vollgeschwister, die hier dem Alter nach gereiht erscheinen. Trifft die Liste zu, dann war KONRAD III. zweimal hintereinander mit einer Gertrud verheiratet, wobei der ersten Gattin die Bezeichnung regina wohl auf Grund ihrer Krönung in Monza 1128 zukam. Unschwer zu erkennen ist auch das zweite Kind Bertrada sei Bertha mit dem Gatten Adalbertus: hier haben wir die Bestätigung für die Richtigkeit der Kombination von Gaiser und Bühler - es sind tatsächlich Adalbert von Elchingen und Bertha von Boll. Nicht gelingen will dagegen die Identifizierung der Äbtissin Beatrix. Ihre Schwester Sophie soll mit einem Grafen Adalbert verehelicht gewesen sein, der um diese Zeit in Schwaben schwer unterzubringen ist. Und welchen Herzog Heinrich soll Kunigunde geheiratet haben? Die Auswahl ist gering; gut passen würde nur der damals unverheiratete WELFE, Herzog Heinrich der Stolze, der demnach etwa zur selben Zeit, als seine Schwester Judith den STAUFERFriedrich heiratete (1119/21), seinerseits dessen Schwester Kunigunde heimgeführt hätte. Das wäre die klassische "Kreuz-Heirat", die im mittelalterlichen Hochadel so beliebt war, weil sie die Mitgiftregelung sehr erleichterte. Spätestens um 1126 müßte die STAUFERIN verstorben sein, denn Heinrich der Stolze heiratete 1127 die Kaiser-Tochter Gertrud von Supplinburg.
Die älteste Tochter Heilica, etwa 1087/88 geboren, und ihr Gatte Graf Friedrich, dürften in dem Paar Friedrich von Lengenfeld und Heilica zu finden sein, den mütterlichen Großeltern des ersten bayerischen Herzogs aus dem Hause WITTELSBACH. Herzog Ottos sehr nahe Verwandtschaft zu FRIEDRICH I. BARBAROSSA ist zwar gut bezeugt, aber bisher so eng nicht nachzuweisen. Über den Knaben Heinrich und seine Schwester Hildegard (vielleicht eine Nonne) läßt sich bisher nichts feststellen.



Engels Odilo: Seite 62,97-99
***********
"Stauferstudien"

In der Chronik wird die zweite Heirat der Kaiser-Tochter Agnes, Mutter der beiden STAUFER Friedrich und KONRAD, mit dem BABENBERGER Leopold ursächlich auf den Aufstand HEINRICHS V. gegen dessen Vater zurückgeführt.
Die über eine politische Fortsetzung hinausgehende Kontinuität von SALIERN zu STAUFERN im Selbstverständnis der STAUFER ist denn auch keineswegs eine neue Erkenntnis. Sie wird gewöhnlich auf die Heirat Friedrichs I. von Schwaben mit der Kaiser-Tochter Agnes zurückgeführt; Agnes war bekanntlich die letzte SALIERIN, die durch legitime Kinder salisches Blut fortpflanzen konnte. Doch muß diese Begründung präzisiert werden, denn Agnes hatte aus ihrer zweiten, 1106 mit Leopold III. von Österreich geschlossenen Ehe mehrere Kinder, und für die BABENBERGER liegt eine ähnlich deutliche Bezugnahme auf salischen Vorfahren der Mutter nicht vor.
Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Agnes anläßlich ihrer zweiten Heirat auf Ansprüche aus der staufischen Erbmasse verzichtet hat oder ein solcher Verzicht mit der zweiten Eheschließung einfach gegeben war. Aber das schloß nicht notwendig auch das salische Erbgut ein, von dessen Übergang an die STAUFER man 1105 noch nichts ahnen konnte.

Lechner Karl: Seite 121,135,138,147
***********
"Die Babenberger"

Selbst der Sohn Leopolds, Bischof Otto von Freising verurteilte das Verhalten des jungen Königs HEINRICH V. schärfstens und sagt ausdrücklich, daß dieser den Markgrafen durch das Versprechen, ihm seine Schwester Agnes, die junge Witwe nach dem eben im Frühsommer 1105 verstorbenen Schwaben-Herzogs Friedrich von Staufen, zur Frau geben, zum Abfall gebracht habe. Aber Leopold, der bisher auf der Seite des gebannten Kaisers gestanden war, mochte wohl auf eine Aussöhnung zwischen Vater und Sohn und damit vermutlich auch zwischen Kaiser und Papst und vielleicht dabei selbst an eine Mittlerrolle für sich gedacht haben. Freilich, der Gewinn aus diesem Parteiwechsel war für Leopold ein ungeheuerer. Zwei der ersten Kinder aus dieser zweiten, im Jahre 1106 geschlossenen Ehe führten die Namen der kaiserlichen Großeltern, Heinrichund Bertha. Den Hauptgewinn aus dieser Familienverbindung sollten ja später die Söhne Markgraf Leopolds haben.
Schließlich darf mit Recht angenommen werden, dass die Königs-Schwester Agnes bei ihrer Vermählung mit Markgraf Leopold als Aussteuer auch Königsgut in die Ehe mitgebracht hat; das konnte zum Teil auch in der Mark gelegen sein, so wie wir vom Besitz am Rhein wissen, über den noch ihr zweiter Sohn Heinrich verfügte.
An 15. November 1136 ist Markgraf Leopold im Alter von rund 60 Jahren gestorben. Die Annalen des St. Petersklosters in Erfurt berichten, dass Markgraf Leopold auf der Jagd "erschlagen", in venatione occiditur, worden sei. In der Tat gewinnt diese Nachricht über ein gewaltsames Ende an Glaubwürdigkeit, wenn wir das eigenartige Trostschreiben des Papstes Innocenz II. vom 8. Januar 1137 an die verwitwete Markgräfin Agnes genau lesen. Er sagt darin ausdrücklich, dass er "dem Toten aus apostolischer Autorität die Absolution erteilt habe - ein Formel, die wir meist für Personen finden, die plötzlich etwa in der Schlacht oder bei einem Unfall, jedenfalls nicht versehen mit den Tröstungen der Kirche, verschieden sind. Noch bedeutungsvoller aber wird dieses päpstliche Schreiben auch aus einem anderen Grund. Der Papst mahnt darin die Markgräfin und ihre Söhne zu Frieden und Eintracht, die Kinder zur Ehrfurcht gegenüber der Mutter, diese zur Liebe gegen ihre Kinder. Er teilt ihr dann mit, dass er sich "gemäß ihrer und der Ihren Bitte" bei Kaiser LOTHAR verwenden werde, dass er "ihnen" ihr Recht zuteil werden lasse. Kurz darauf, wahrscheinlich schon im Frühjahr 1137, findet in Tulln unter dem Vorsitz der Markgräfin-Witwe eine große Fürstenzusammenkunft zur Wiederversöhnung der zwei Brüder Leopold und Adalbert statt. Auch Bruder Ernst ist anwesend. Heinrich hingegen, der älteste Sohn aus der Ehe Leopolds mit Agnes, fehlt. Leopold bleibt Sieger. Adalbert aber, der Älteste unter den Brüdern, eine außerordentlich begabte und einflußreiche Persönlichkeit wurde von der Nachfolge ausgeschlossen, weil er den Nachkommen aus der zweiten Ehe seines Vaters mit der Kaisertochter und Kaiserschwester weichen mußte. Agnes aber hatte für ihren zweitgeborenen Sohn Leopold Partei ergriffen. Kaiser und Papst setzten sich ebenfalls für ihn ein, so daß auch der erstgeborene Sohn aus ihrer Ehe, Heinrich, der den Namen des Großvaters und des Urgroßvaters trug, zunächst zu kurz kam. Daß diese familiären Gegensätze die letzen Lebensjahre des alternden Markgrafen schwer umdüstert haben, ist anzunehmen, denn freiwillig hat weder Adalbert noch Heinrich auf die Nachfolge verzichtet.
Am 24. September 1143 starb auch die Mutter des Markgrafen, die SALIERIN Agnes, und wurde gleichfalls in Klosterneuburg beigesetzt.

Agnes wurde in dem von ihrem zweiten Gatten gegründeten Augustinerchorherrenstift in Klosterneuburg bestattet.
 
 
 
 

  24.3.1079
  1. oo 2. Friedrich I. Herzog von Schwaben
               vor 1050-6.4.1105

    1106
  2. oo 2. Leopold III. Markgraf von Österreich
              1073-15.11.1136
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Friedrich II. Herzog von Schwaben
  1090-4./6.4.1147

  KONRAD III.
  1093-15.2.1152

  Gertrud
  vor 1105-   1191

1122/25
  oo Hermann von Stahleck Pfalzgraf bei Rhein
            -20.9.1156

  Berta von Boll
        -   1142

 1102/03
  oo Adalbert von Elchingen
              -

  Heilica
       - um 1120

1101/02
  oo Friedrich III. Graf von Lengenfeld
             -2.4.1119

2. Ehe

  Leopold IV.
  um 1108-18.10.1141

  Heinrich Jasomirgott
  2.4.1114-13.1.1177

  Otto Bischof von Freising (1138-1158)
  15.12.1109-28.9.1158

  Julitta (Judith)
  1115- nach 1168

 1133
  oo Wilhelm Markgraf von Montferrat
            -   1191

  Gertrud
  1120-5.8.1151

 1140
  oo Vladislav II. Herzog von Böhmen
             -18.1.1174

  Agnes
  1111-25.1.1157

  1125
  oo Wladislaw II. Herzog von Polen-Schlesien
              -30.5.1159

  Ernst
  1113-23.1.1137

  Konrad Bischof von Passau (1148-1164)
  1120-28.9.1168  Erzbischof von Salzburg (1164-1166)

  Bertha
  1106-11.4.1150

  oo Heinrich III. Burggraf von Regensburg
       um 1100-27.11.1174

  Elisabeth
  1124-20.5.1143

 1142
  oo 1. Hermann II. Graf von Winzenburg
                -29./30.1.1152

  Uta
       -

  oo Liutold I. von Plain Graf von Hardegg
            -
 
 
 
 

Literatur:
------------
Bedürftig Friedemann: Taschenlexikon Staufer. Piper Verlag GmbH München 2000 Seite 11 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 11 Seite 22 - Cardini, Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes, Verlag Styria Graz 1990, Seite 15,17,20,32 - Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite 25 - Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 339-374 - Dienst, Heide: Agnes - Herzogin - Markgräfin - Ehefrau und Mutter, Österreichischer Bundesverlag Wien 1985 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I, Seite 37-39,250/Band II Seite 223/Band III Seite 507 - Die Zähringer. Schweizer Vorträge und neue Forschungen. Hg. von Karl Schmid; Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 56,112 - Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 62,94,97-99,104 - Lechner, Karl: Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976 - 1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 121,135,138,147 - Lehmann, Johannes: Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts, Gondrom Verlag Bindlach 1991, Seite 11,15,37,44,112,141 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. -7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 6,14,16,104,132-135,141, 144,165,291,306 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 332,436,484 - Schwarzmaier, Hansmartin: Die Heimat der Staufer. Bilder und Dokumente aus einhundert Jahren staufischer Geschichte in Südwestdeutschland, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1976  Seite 16,25,41,75 - Schwarzmaier Hansmartin: Von Speyer nach Rom. Wegstationen und Lebensspuren der Salier. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992, Seite 12,17,83,116,121 - Wies, Ernst W.: Friedrich II. von Hohenstaufen. Messias oder Antichrist, Bechtle Esslingen 1998, Seite 21,77 -  Wies, Ernst W.: Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit, Bechtle Esslingen 1999, Seite 35,41 -  Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 16,173,227 -
 
 
 
 
 
 
 
 


Copyright 2002 Karl-Heinz Schreiber - http://www.genealogie-mittelalter.de