Arpad                                                   Großfürst der geeinten Magyarenstämme (886-907)
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845/55-   907
 

Sohn des Fürsten Almos
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1022
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Arpad, Großfürst der Ungarn, führende Gestalt nach der ungarischen Landnahme
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* 845/55, + nach 907

In dem nach chasarischen Muster entstandenen Doppelfürstentum erbte Arpad als Sohn des Almos nach der durch Petschenegen 893 erlittenen ersten Niederlage die Würde des Heerfürsten (guyla); gleichzeitig wurde das Erbe des Sakralfürsten (kündü) Levedi auf Kursan (Kussan, Kusal) übertragen. Die Ungarn griffen 894 auf Wunsch des byzantinischen Kaisers Leo VI. Bulgarien an; auf Ersuchen des mährischen Großfürsten Svatopluk wandten sie sich gegen Pannonien. Während dieser Kämpfe vertrieben die mit den Bulgaren verbündeten Petschenegen die 7 ungarischen Stämme aus ihren Wohnsitzen zwischen Donau und Dnjepr (895). Auf Veranlassung ARNULFS von Kärnten griff Arpad Italien an, besetzte nach dessen Tod Pannonien (900) und fiel in Mähren ein (902), wodurch der Zerfall Großmährens beschleunigt wurde. Als Kursan 904 bei einem Festmahl von den Bayern ermordet wurde, riß Arpad die Alleinherrschaft an sich. 907 vernichtete er bei Preßburg das angreifende bayerische Heer; damit sicherte er den Ungarn das Karpatenbecken. Seine Nachkommen, die ARPADEN, herrschten bis 1301 in Ungarn.
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Arpad wurde Fürst des Magyarenstammes "Etelköz" im Gebiet von Dnjestr, Dnjepr und Schwarzem Meer, galt nach ungesicherter ungarischer Überlieferung als Nachkomme von Attila und schloß Bündnisse 892 mit Kaiser ARNULF gegen Mähren, 895 mit Byzanz gegen Bulgarien und gab damit die entscheidenden Impulse zur Westorientierung seines Volkes. Er wurde von den Petschenegen, die mit Bulgarien verbündet waren, ins Gebiet von Theiß-Donau abgedrängt und verdrängte dabei Mähren, Bulgarien und Bayern. 898/99 fielen die Ungarn erstmals in Italien ein und gewannen die Schlacht an der Brenta gegen Kaiser BERENGAR I., mit dem er sich dann verbündete. In jahrelangen Bürgerkriegen setzte er sich als Alleinregent durch, zerschlug bis 906 das Großmährische Reich völlig und besetzte nach Kaiser ARNULFS Tod den gesamten pannonischen Raum. Er begründete die magyarische Herrschaft in Ungarn fest und schlug in der Schlacht bei Preßburg 907 die Bayern vernichtend. Er berief 898 einen Reichstag nach Szegedin und ordnete hier Regierung und Rechtspflege.
 
 
 

  oo N.N.
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Kinder:

  Zoltan
  um 896-   950

  Jutas Fürst der Magyaren
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  Üllo der Feinschmecker Teilfürst der Magyaren
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  Levente I.
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  895 Heerführer gegen die Bulgaren

  Tarhos Teilfürst der Magyaren
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Literatur:
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Lazar Istvan: Kleine Geschichte Ungarns. Österreichischer Bundesverlag Wien 1990 Seite 6,9,11,29,33,35,39,45,51,63,76,80,106,164 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



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