Sohn des Fürsten Almos
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1022
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Arpad, Großfürst der Ungarn, führende
Gestalt nach der ungarischen Landnahme
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* 845/55, + nach 907
In dem nach chasarischen Muster entstandenen Doppelfürstentum
erbte Arpad als Sohn des Almos
nach der durch Petschenegen 893 erlittenen ersten Niederlage die Würde
des Heerfürsten (guyla); gleichzeitig wurde das Erbe des Sakralfürsten
(kündü) Levedi auf Kursan (Kussan, Kusal) übertragen. Die
Ungarn griffen 894 auf Wunsch des byzantinischen
Kaisers Leo VI. Bulgarien an; auf Ersuchen des mährischen
Großfürsten Svatopluk wandten sie sich gegen Pannonien. Während
dieser Kämpfe vertrieben die mit den Bulgaren verbündeten Petschenegen
die 7 ungarischen Stämme aus ihren Wohnsitzen zwischen Donau und Dnjepr
(895). Auf Veranlassung ARNULFS von Kärnten
griff Arpad Italien an, besetzte nach
dessen Tod Pannonien (900) und fiel in Mähren ein (902), wodurch der
Zerfall Großmährens beschleunigt wurde. Als Kursan 904 bei einem
Festmahl von den Bayern ermordet wurde, riß Arpad die Alleinherrschaft
an sich. 907 vernichtete er bei Preßburg das angreifende bayerische
Heer; damit sicherte er den Ungarn das Karpatenbecken. Seine Nachkommen,
die ARPADEN, herrschten bis 1301 in
Ungarn.
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Arpad wurde Fürst
des Magyarenstammes "Etelköz" im Gebiet von Dnjestr, Dnjepr und Schwarzem
Meer, galt nach ungesicherter ungarischer Überlieferung als Nachkomme
von Attila und schloß Bündnisse 892 mit Kaiser
ARNULF gegen Mähren, 895 mit Byzanz gegen Bulgarien und
gab damit die entscheidenden Impulse zur Westorientierung seines Volkes.
Er wurde von den Petschenegen, die mit Bulgarien verbündet waren,
ins Gebiet von Theiß-Donau abgedrängt und verdrängte dabei
Mähren, Bulgarien und Bayern. 898/99 fielen die Ungarn erstmals in
Italien ein und gewannen die Schlacht an der Brenta gegen Kaiser
BERENGAR I., mit dem er sich dann verbündete. In jahrelangen
Bürgerkriegen setzte er sich als Alleinregent durch, zerschlug bis
906 das Großmährische Reich völlig und besetzte nach Kaiser
ARNULFS Tod den gesamten pannonischen Raum. Er begründete
die magyarische Herrschaft in Ungarn fest und schlug in der Schlacht bei
Preßburg 907 die Bayern vernichtend. Er berief 898 einen Reichstag
nach Szegedin und ordnete hier Regierung und Rechtspflege.
oo N.N.
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Kinder:
Zoltan
um 896- 950
Jutas Fürst der Magyaren
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Üllo der Feinschmecker Teilfürst der
Magyaren
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Levente I.
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895 Heerführer gegen die Bulgaren
Tarhos Teilfürst der Magyaren
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Literatur:
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Lazar Istvan: Kleine Geschichte Ungarns. Österreichischer
Bundesverlag Wien 1990 Seite 6,9,11,29,33,35,39,45,51,63,76,80,106,164
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