Andreas III. der Venezianer                        König von Ungarn (1290-1310)
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um 1265-14.1.1301
Venedig

Begraben: Buda in der Minoritenkirche
 

Sohn des Herzogs Stephan Postumus von Slawonien aus seiner 2. Ehe mit der Venezianerin Katharina (Tomasina) Morosini, Tochter vom Patrizier Michael
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 603
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Andreas III., König von Ungarn 1290-1301
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* 1265/70, + 14. Januar 1301
Venedig ?   Buda

Begraben: Buda in der Minoritenkirche

Eltern:
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Stephan, nachgeborener Sohn von Andreas II. und der Tomasina Morosini

1. oo 1290 Fennena von Kujavien

2. oo 1296 Agnes von Österreich

Nach dem Tode Ladislaus IV. wurde Andreas als letzter männlicher Nachkomme der ARPADEN von den kirchlichen und weltlichen Großen, die die päpstlichen und kaiserlichen Ansprüche auf Lehnshoheit ablehnten, zum König berufen und am 13. Juli 1290 in Szekesfehervar gekrönt, wobei er einen ihm vorgelegten Krönungseid schwören mußte. Diesem Eid gemäß zwang Andreas Herzog Albrecht von Habsburg 1291 im Hainburger Frieden zur Rückgabe der westlichen ungarischen Grenzburgen. In dem letztlich erfolglosen Kampf gegen die Oligarchie stand ihm seit 1293 seine tatkräftige Mutter bei, die das von den Thronprätendenten aus dem Hause ANJOU bedrohte südwestliche Gebiet zwischen der Donau und der Adria regierte. Andreas begünstigte die Kirche und den Komitatsadel, die ihn gegen die Barone unterstützten. In seinen Gesetzen werden Ansätze zu einem Ständestaat sichtbar.
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Andreas III. der Venezianer wurde mehrmals vom rebellischen Adel als Gegenkönig ausgespielt, wurde 1278 Herzog von Slawonien und wurde 1290 gefangengehalten. Er kam kurz darauf frei und wurde als der einzig lebende Sproß des Hauses ARPAD nach der Ermordung Ladislaus' IV. von der nationalen Partei gegen das Haus ANJOU zum König von Ungarn erhoben. Von seinen Nebenbuhlern war der gefährlichste der vom Papst geförderte Karl Martell von Anjou, den Andreas 1292 bei Zagreb besiegte und zur Flucht nötigte. Er behauptete sich mit deutscher Hilfe, verlor jedoch die königliche Vormacht weitgehend und hatte ständig mit Magnatenaufständen und Thronkriegen zu kämpfen.
Mit Andreas III. erlosch der Mannesstamm der ARPADEN.
 
 
 
 

    1290
  1. oo Fennena von Kujawien, Tochter des Herzogs Ziemomysl
           um 1276- um 1295

  13.2.1296
  2. oo Agnes von Habsburg, Tochter des Königs ALBRECHT I.
      x   18.5.1281-10.6.1364
           Wien      Kloster Königsfelden
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Elisabeth die Selige
  1292-6.5.1338
         Töss (Schweiz) als Nonne

  Braut des Königs Wenzel III. von Böhmen
 
 
 
 
 
 
 

Literatur:
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Balazs György/Szelenyi Karoly: Die Magyaren. Geburt einer Nation. Corvina Kiado Budapest Seite 89 - Hoensch, Jörg K.: Premysl Otakar II. von Böhmen. Der goldene König. Verlag Styria Graz Wien Köln 1989 Seite 260 - Krieger, Karl-Friedrich: Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1994, Seite 79,100 - Lazar Istvan: Kleine Geschichte Ungarns. Österreichischer Bundesverlag Wien 1990 Seite 79,83 -
 
 
 
 
 
 



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