Friedrich II. von Aragon                            König von Sizilien (1296-1337)
------------------------------
1271-25.6.1337

Begraben: Catania, Kathedrale
 

3. Sohn des Königs Peter I. von Aragon und der Konstanze von Sizilien, Tochter von König Manfred
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 944
********************
Friedrich III. (II.) von Aragon, König von Sizilien (Trinacria)
-------------------------------------
* um 1272, + 25. Juni 1337

Begraben: Catania, Kathedrale

Eltern: Peter III. (II.), König von Aragon, Konstanze, Tochter Manfreds, König von Sizilien

  oo 1303 Eleonore, Tochter Karls II. von Anjou

Nachdem als Folge der Sizilianischen Vesper sein Vater zum König von Sizilien akklamiert worden war, kam Friedrich III. (II.) aus Aragon nach Sizilien (1283). Beim Tod seines Bruders Alfons III. (II.), König von Aragon, hätte er, entsprechend dessen Verfügungen, die Nachfolge seines Bruders Jakob (Jaime) II., der König von Aragon wurde, auf dem Thron von Sizilien antreten sollen. Er fungierte jedoch nur als dessen Statthalter und Generalvikar (Ernennung am 12. Juli 1291 im Parlamentum von Messina). Friedrich III. (II.) erkannte den Verzicht Jakobs II. auf Sizilien (Friede von Anagni 1295) nicht an und wurde am 15. Januar 1296 vom Parlamentum von Catania zum König von Sizilien ausgerufen (Krönung am 25. März in der Kathedrale von Palermo). Um die staufische Tradition fortzusetzen, nannte er sich Fredricus tertius, obwohl er der zweite sizilische König dieses Namens war. Unter der Führung Jakobs II. stellte sich ihm seit September 1295 eine aragonessich-angevinische Koalition entgegen. Ihre Truppen besetzten Patti und Milazzo und belagerten Syrakus. Die Kampfhandlungen kulminierten am 4. Juli 1299 in der Seeschlacht bei Capo d'Orlando, in der Friedrich verwundet wurde, sich der Gefangennahme jedoch mit Billigung seines Bruders durch die Flucht entziehen konnte. Im Juni 1300 erlitt seine Flotte in den Gewässern von Ponza durch den Admiral Roger Lauria erneut eine Niederlage. 1302 wurde Friedrich III. (II.) im Frieden von Caltabellotta durch die ANJOU und den Papst Sizilien als päpstliches Lehen auf Lebenszeit zugesprochen und ihm der neue Titel König von Trinacria verliehen.
Friedrichs Förderung der Operationen der Katalanischen Kompanie trugen 1312 seinem Zweitgeborenen Manfred(i) den Titel Herzog von Athzen und Neopatria ein. Im gleichen Jahr schloß er ein Bündnis mit Kaiser HEINRICH VII., der ihn zum kaiserlichen Admiral ernannte. Im August 1313 fiel er in das angevinische Königreich Sizilien ein, besetzte Reggio Calabria und nahm wieder den Titel König von Sizilien an. Trotz des Todes des Kaisers stieß er mit der Flotte nach Pisa vor, mußte aber wieder den Rückzug antreten, da Robert von Anjou in seiner Abwesenheit die Küsten von Sizilien verwüstete. Parallel zu den wiederaufflammenden Kämpfen liefen von Jakob II. vermittelte Friedensverhandlungen, die trotz ihrer langen Dauer ohne Ergebnis blieben. Am 18. April 1321 erhob Friedrich III. (II.) seinen Erstgeborenen Peter II., zum Mitregenten. Im März 1326 schloß er ein Bündnis mit LUDWIG DEM BAYERN. Die von Peter II. kommanderte militärische Operation zur See, in deren Zuge man 1328 in Piasa zu dem Kaiser stieß, war erneut ein Fehlschlag. Friedrich III. (II.) starb 1337 auf dem Weg nach Catania.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Friedrich II. wurde 1291 durch seinen Bruder Jakob II. zum Statthalter von Sizilien bestellt. Er war ein schöner, stattlicher Mann, beeindruckte sogar den Papst, der ihn durch die Aussicht, das Königreich Jerusalem zu erben, von Sizilien weglocken wollte. Die Barone Siziliens lehnten aber die Rückkehr der ANJOUS entschieden ab, wählten ihn entgegen den Abmachungen des Bruders mit der Kurie 1296 zum König von Sizilien. Er fand im ganzen Volk breite Unterstützung. Papst Bonifatius VIII. hetzte Jakob II. erfolgreich auf, gegen den eigenen Bruder einen Kreuzzug zu führen und sich hierfür mit dem Hause ANJOU zu verbünden. Sechs Jahre widerstand Sizilien, das 1302 durch das Scheitern eines groß angelegten französischen Angriffs unter Graf Karl I. von Valoisund Anjou durch eine Seuche gerettet wurde. Er wurde im Frieden von Caltabellota auf Lebenszeit als König von Sizilien anerkannt und vom Papst widerwillig aus dem Bann genommen. Er stand trotzdem weiterhin schroff gegen seinen Schwager Robert, der in 12 Feldzügen vergeblich versuchte, Sizilien zurückzuerobern. Er versuchte die schweren Wunden des Landes zu heilen und hielt den unruhigen Adel in den Schranken. Er stellte sich auf die Seite der Ghibellinen und wurde durch Kaiser HEINRICH VII. und später auch durch Kaiser LUDWIG IV. zum Reichsadmiral ernannt. Es war eine Zeit übelster gegenseitiger Küstenplünderungen, die bis nach Genua hoch reichten; 1321-1334 war er erneut gebannt. Von ihm nach Byzanz entlassene Söldnertruppen, die in Sizilien durch Marodieren zur Landplage geworden waren, die sogenannten "Katalanen", eroberten die Herzogtümer Neopatras und Athen und unterstellten diese der Hoheit Siziliens. Er entging etlichen Attentatsversuchen durch die ANJOU, regierte als echter Landesvater, wurde als edler, kluger, menschlicher Charakter überliefert und besaß große Ausstrahlung, wurde geliebt und verehrt, stärkte die königliche Gewalt und legte testamentarisch fest, dass beim Erlöschen seines Hauses die Linie Aragon erben sollte. Er ließ schon zu Lebzeiten den Sohn zum Mitkönig krönen, um die Dynastie zu sichern. Er setzte sich damit bewußt über die Abmachungen von 1302 hinweg, da er sich durch das Verhalten der Päpste und des Hauses ANJOU nicht mehr daran gebunden fühlte. Er ließ viele Erinnerungen an seinen berühmten kaiserlichen Urgroßvater, nach dem er genannt wurde, wach werden.
 
 
 
 

 1302
  oo Eleonore von Neapel, Tochter des Königs Karl II.
       8.1289-9.8.1341
 
 
 
 

Kinder:

  Peter II.
  1304-15.8.1342

  Manfred Titularherzog von Athen (1312-1317)
  1306-9.11.1317

  Konstanze
  um 1307- nach 1344

    1317
  1. oo Heinrich II. König von Lusignan-Zypern
                -   1324

    1331
  2. oo Leo IV. König von Armenien
                 -   1341/42

    1343
  3. oo Johann von Lusignan-Antiochia
                 -   1375 ermordet

  Elisabeth
  1310-21.3.1349
          Landshut

27.6.1328
   oo Stephan II. Herzog von Bayern
       1319-13./19.5.1375

  Wilhelm Herzog von Athen (1317-1338)
  1312-22.8.1338

  oo Maria Alvarez de Aragon, Tochter des Barons Jakob I. von Ejerica
             - um 1363

  Johann Herzog von Neopatras und Athen
  1317-3.4.1348

  Margarete
  1331-   1377
          Neustadt a.d. Hardt

 1348
  oo 2. Rudolf II. Pfalzgraf bei Rhein
          8.8.1306-4.10.1353

  Katharina Äbtissin von Santa Chiara Messina
        -

Illegitim

  Isabella
        -   1314

     1313
  1. oo Ponce VI. von Barcelona Graf von Ampurias
                 -   1322

  2. oo Raimund von Peralta Graf von Caltabellota
                -

  Sancho  Baron di Militello
         - um 1334

  Orlando  Baron di Avola
         -   1361

  Alfons "Fadrique d'Aragon"  Graf von Malta
        -   1335/39

  Eleonore
        -

   oo Johann von Chiaramonte Graf von Modica
             -
 
 
 

Literatur:
-----------
Benker Gertrud: Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher auf dem Kaiserthron. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 90,119,143, 155,165,202 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 46 - Hundt, Barbara: Ludwig der Bayer. Der Kaiser aus dem Hause Wittelsbach Bechtle Verlag Esslingen München 1989 Seite 135,179,182,193,218,231 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 342,347 - Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 Seite 139-142 -