Sten Sture I. der Ältere                            Regent von Schweden
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um 1440-14.12.1503
 

Sohn des Gustav Anundsson Sture und der Brigitte Bielke, Tochter von Sten und Halbschwester von König Karl VIII. Bonde
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 267
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STURE
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Bedeutendster Repräsentant des Geschlechts im späten 15. Jh. war Sten Stutre der Ältere (+ 1503), der nach dem Tode seines Onkels, König Karls III. Knutsson (+ 1470), das Amt des Reichsverwesers und damit die Führung der schwedischen Unionsgegner übernahm und dank seines entscheidenden Sieges über König Christian I. von Dänemerk (Brunkeberg, 1471) die Macht in Schweden bis 1497 ausüben konnte, dann aber von König Hans, dem Sohn Christians I., mit Hilfe der Opposition verdrängt wurde. Als Reichshausmeier beschränkt auf den Lehnsbesitz des Schlosses Nyköping (Södermanland) sowie Finnland (seit längerem Stützpunkt seiner Politik gegenüber Moskau und Livland), das er 1499 gar gegen zerstreute Lehen in Gästrikland, Västergötland und Smaland austauschen mußte, konnte Sten Sture der Ältere infolge des erfolgreichen Aufstands 1501 das Amt des Reichsverwesers zurückgewinnen. Sten Sture hatte keine legitimen Kinder, seine Schwester war jedoch Großmutter König Gustavs I. Vasa. Als Vertreter einer betont schwedischen Reichspolitik (zum Beispiel Gründung der Universität Uppsala, 1477) ist Sten Sture der Ältere nicht zuletzt berühmt durch seine Stiftung des monumentalen Siegesdenkmals, der St.-Georgs-Gruppe von Bernt Notke (14879; Stockholm, Nikolaikirche).



Sten Sture der Altere unterstützte den königlichen Onkel Karl VIII. Knutsson Bonde, wurde durch ihn Gouverneur von Stockholm und Reichsverweser, erbte 1470 einen Teil von dessen Besitz und verhinderte 1470/71 die Machtübernahme durch Christian I. von Dänemark, verjagte ihn nach der Schlacht am Brunkeberg und behauptete Schwedens Unabhängigkeit als Exponent der Nationalpartei. Er verlor Gotland an Dänemark und gründete 1477 die Universität Uppsala. Er hob alle Vergünstigungen für Ausländer, besonders für die Deutschen, auf und baute eine zentrale Verwaltung und eine gute Söldnerarmee auf. Er verhinderte auch 1481 jahrelang alle dänischen Versuche, die Kalmarer Union zu realisieren, obwohl er 1483 im Kalmarer Unionsrezeß König Johann formal anerkannte und ihm wesentliche Adelsprivilegien abzwang. Er brachte viele Reichsräte mit seinem herrischen Wesen gegen sich auf und geriet besonders gegen die Familie THOTT, die Gotland und Finnland innehatte. Er zog 1481 Finnland ein, verlor Gotland an Dänemark, nahm den Thotts die schwedischen Lehen ab und suchte gegen eine russisch-dänische Koalition Hilfe beim Deutschen Orden. Er unterlag 1497 in der Schlacht bei Retebro, mußte König Johann anerkennen, wurde Reichshofmeister und Herzog von Finnland, verjagte 1501 Johann wieder, hielt dessen Frau bis 1503 gefangen, regierte bis zuletzt wieder unangefochten und wurde eventuell ermordet.
 
 
 
 

  oo Ingeborg Thott, Tochter des Ake
             -            Nichte des Ivar Thott von Gotland
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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