Magnus II. Smek                                    König von Schweden (1319-1363)
----------------------                                  König von Norwegen (1319-1343)
1316-1.12.1374 ertrunken
 

Einziger Sohn des Herzogs Erich Folkung von Södermannland und der Ingeborg von Norwegen, Erb-Tochter von König Hakon V.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 99
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Magnus Eriksson, König von Schweden 1319-1364
--------------------- König von Norwegen 1319-1355, 1371-1374
     + 1374 ertrunken

Sohn des Herzogs Erik Magnusson und der Ingeborg (+ 1364), Tochter des norwegischen Königs Hakon V. Magnusson

Nach dem Tod seines Vaters (1318) wurde der 3-jährige Magnus Eriksson 1319 bei Mora (Dalarna) zum König von Schweden gewählt; kurz vorher war er bereits nach dem Tod seines Großvaters mütterlicherseits zum König von Norwegen ernannt worden. Trotz der auf der Wahlversammlung von 1319 in Mora durch königlichen Eid und "Freiheitsbrief" bekräftigten Bestimmungen, wonach unter anderem die Erhebung künftiger Steuern nur mit Zustimmung der geistlichen und weltlichen Aristokratie vorgenommen und die königlichen Einkünfte nicht geschmälert werden durften (wie unter Magnus Birgersson geschehen), Ausländer weder Ratsmitglied noch Burgherr werden konnten und die Wahlversammlung als Vormundschaftsregierung fungieren sollte, kam es während Magnus' Unmündigkeit (1319-1332) zu Konflikten zwischen seiner Mutter und der Aristokratie, da Ingeborg die norwegischen und schwedischen Reichsräte ausschaltete, ihren späteren Gemahl, den Dänen Knut Porse, favorisierte und einen erfolglosen Versuch unternahm, das dänische Schonen zu erobern. Auf der Reichsversammlung von Skara 1332 verbündete sich Kirche ud weltliche Aristokratie gegen Ingeborg. In Norwegen ernannte eine Versammlung von kirchlichen und weltlichen Würdenträgern 1323 einen einheimischen Regenten. Im Osloer Traktat von 1319 war ein abwechselnder Augfenthalt des Königs in Norwegen und Schweden vorgesehen; nach seiner Volljährigkeit (1332) wurde bestimmt, daß ein Kanzler - später war es eine vom König eingesetzte Regierung - die Regierungsgeschäfte in Norwegen übernehmen sollte, wenn der König in Schweden weilte. Doch hielt sich Magnus Eriksson nicht immer an diese Abmachungen. Als Magnus Eriksson 1344 seinen Sohn Erik gegen die Bestimmungen der Übereinkunft von Mora (1319) zum König von Schweden designierte, kam es zum Konflikt mit der schwedischen Aristokratie. Der Reichsaristokratie gelang es, die Bestimmungen von Mora im allmänna landslag von 1350 festschreiben zu lassen, in dem auch die Zusammensetzung des Rats geregelt wurde. Zum offenen Bruch zwischen König und Aristokratie kam es 1356, nachdem Magnus' jüngerer Sohn Hakon 1355 für mündig erklärt worden war und die Regierungsverantwortung in Norwegen übernahm, während Erik keine entsprechende Macht und keinen Einfluß in Schweden erhielt. Die schwedische Opposition und Magnus' Schwager, Herzog Albrecht II. von Mecklenburg, unterstützten Erik, gegen den sich Magnus Eriksson und Hakon 1359 mit den dänischen König Waldemar IV. Atterdag verbanden. Nach Eriks Tod (1359) ging Magnus Eriksson jedoch ein Bündnis mi Albrecht ein, der seinerseits Frieden mit Waldemar schloß, und damit Magnus Eriksson isolierte. In den folgenden zwei Jahren eroberte Waldemar Schonen, Blekinge, S-Halland (alle 1360) und Gotland (1361). Die einheimische Opposition gegen Magnus Eriksson schickte 1363 eine Delegation zu Albrecht, der das Angebot der schwedischen Krone für seinen zweiten Sohn Albrecht III. annahm. Auf einer Wahlversammlung im Mora im Februar 1364 wurden Magnus Eriksson und Hakon (seit 1362 Mitregent in Schweden ) abgesetzt und Albrecht III. zum König von Schweden gewählt. Magnus Eriksson geriet 1365 während der Schlacht bei Gata in Gefangenschaft und wurde erst 1371 von Hakon losgekauft. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Magnus Eriksson als Mitregent seines Sohnes Hakon in Norwegen, wo er 1374 vor der Küste bei einem Schiffbruch ertrank.
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Während Magnus' II. Smek Regierung kam es jahrelang zu Magnatenmißwirtschaft und Adelsselbständigkeit, wobei sich das Prinzip der Wahlmonarchie immer mehr verfestigte. Er stärkte durch Privilegien und Landrechtsschöpfungen auch die Kirche weiter. Er erwarb aus dem Zerfall Dänemarks Schonen, Blekinge und Halland, verlor diese Erwerbungen bis 1360 nach und nach wieder. Er verlor 1361 sogar Gotland und hielt trotzdem am Bündnis mit Dänemark fest, was seine Popularität weiter schmälerte und mußte 1344/55 endgültig in Norwegen verzichten. Er hatte sich da mit seiner völlig unnorwegischen Politik noch unbeliebter gemacht. Er machte den ältesten Sohn Hakon zum Mitkönig, womit er das Prinzip der Wahlmonarchie erstmals durchbrach. 1339 trat erstmals ein Reichstag zusammen, auf dem die Reichsstände getrennt agierten. Er wurde 1362/63 vom Sohn inhaftiert und mußte ihn als schwedischen Mit-König anerkennen. Er wurde zusammen mit ihm 1363/65 vom mecklenburgischen Neffen Albrecht verdrängt und bis 1371 von ihm inhaftiert. Danach wurde er als einflußloser Mit-König in Wärmland und Dalsland anerkannt.
 
 
 
 

 1335
  oo Blanka von Namur, Tochter des Grafen Johann I. von Dampierre
               -   1363
 
 
 
 

Kinder:

  Erich XII. Mitkönig
  1339-21.6.1359 vergiftet

  Hakon VI.
  1338-1.5.1380
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



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