Begraben: Kloster Doberan
2. Sohn des Herzogs Albrecht I. von Mecklenburg
und der Euphemia von Schweden, Tochter
von Herzog Erich Folkung von Södermannland
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte
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Albrecht III., Herzog von Mecklenburg, König von
Schweden 1364-1405
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* um 1338, + 31.März 1412
Begraben: Kloster Doberan
Eltern:
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Herzog Albrecht II. von Mecklenburg und Euphemia, Halbschwester
von König Magnus Eriksson von Schweden
1. oo ca. 1353 Richardis von Schwerin
2. oo 1396 Agnes von Braunschweig-Lüneburg
Der Konflikt zwischen königlicher Zentral- und adliger
Partikulargewalt in Schweden verhalf Albrecht
III. Herzog von Mecklenburg mit Förderung der sehr zahlreichen
deutschen Bevölkerung von Stockholm 1364 auf den schwedischen Thron,
nachdem (nach deutschen Quellen) Graf Heinrich der Eiserne von Holstein
die ihm von vertriebenen schwedischen Adligen angebotene Königswürde
ausgeschlagen hatte. Nach der auf der Moraer Wiese bei Uppsala erfolgten
Absetzung der FOLKUNGER-Könige Magnus Eriksson
und seines Sohnes Hakon sowie der
nicht unanfechtbar vollzogenen Königswahl eröffnete Albrecht
III. von Mecklenburg den Kampf gegen die FOLKUNGER,
der mit seinem Sieg bei Enköping 1365 endete.
Albrechts Versuche, sich mit Hilfe seines Vaters und durch Zwang
zahlreicher deutscher Adliger aus der Abhängigkeit von schwedischen
Adelsinteressen zu lösen, führte zum Bündnis der schwedischen
Großen mit Königin Margarete von Dänemark,
Gemahlin König Hakons, deren Truppen
Albrecht
III. von Mecklenburg bei Asle, unweit Falköping, 1389 schlugen.
Für den in dänische Gefangenschaft geratenen König führten
seine Anhänger vor allem von Rostock und Wismar aus - einen Kaperkrieg
(Vitalienbrüder), der die Handelsinteressen der meisten Hansestädte
schwer schädigte. Daher bemühte sich die Hanse um einen Ausgleich
zwischen den Kriegsführenden: Im Frieden von Skanör (1395) wurde
die Entlassung Albrechts III. von mecklenburg
aus der Haft vereinbart; die Hanse versprach - gegen Übergabe von
Stockholm als Pfandschaft an sieben Hansestädte - die Zahlung eines
Lösegeldes an Margarete. Das Lösegeld
wurde nicht bezahlt, und das Pfand verfiel an die siegreiche Partei. Der
dänischen Königin, die aus dem Konflikt als eigentliche Siegerin
hervorgegangen war, wurde durch diesen Vertrag der Weg zur Kalmarer Union
geebnet. Albrecht III. von Mecklenburg
verzichtete 1405 formell auf Schweden, in dem er als deutscher Territorialfürst
vor allem eine Finanzquelle gesehen hatte. Als Herzog von Mecklenburg-Schwerin
(seit 1395) widmete er sich zuletzt der Befriedung und Sicherung des vom
Vater erzielten territorialen Besitzstandes.
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Albrecht wurde von
oppositionellen Adelskreisen gerufen und am 15.2.1364 zum König
von Schweden gewählt. Er kam ins Land, verjagte seinen Onkel Magnus
II. und seinen Cousin Hakon,
besiegte sie 1365 in der Schlacht bei Gata, inhaftierte Magnus
bis 1371, trat ihm Dalsland/Wärmland ab, anerkannte ihn als Mitkönig
und unterwarf wieder Finnland. Er stand jahrelang unter dem Reichsdroste
Bo Jonsson Grip, der sich einen Großteil Schwedens als Lehen sicherte.
Albrecht
begann Schweden nach deutschem Vorbild durch Burgen zu sichern,
unterstützte 1367 die Hanse gegen Dänemark, konnte auf Dauer
die besetzten dänischen Gebiete Schonen/Blekinge nicht behaupten und
geriet durch die Bevorzugung von Deutschen gegen den schwedischen Adel,
auch weil er die Lehen von Bo Jonsson (+ 1386) einzog, um die Krone zu
stärken. Obwohl er 1371 von Waldemar IV.
von Dänemark gegen den Verzicht auf Schonen und alle weiteren
von ihm eroberten dänischen Gebiete das Versprechen seiner Erbfolge
in Dänemark erhalten hatte, konnte er 1376 seine Ansprüche nicht
durchsetzen. Die Hanse als Gegner eines mecklenburgischen Iperiums hatte
auf ihr Mitspracherecht bei der dänischen Königswahl verzichtet.
Aus Angst vor zu großer königlicher Macht erhob sich ein großer
Teil des Adels gegen Albrecht, erklärte
ihn für abgesetzt und rief Königin Margarete
I. von Dänemark und Norwegen ins Land. Mit den Resten seiner
Anhängerschaft wurde er am 24.2.1389 in der Schlacht bei Falköping
vernichtend geschlagen und gefangengenommen. Seine Freiheit erlangte er
1395 auf Vermittlung der Hanse wieder, nachdem er auf den schwedischen
Thron verzichtet hatte. Er förderte städtische Unruhen gegen
die alten Räte, besonders in Lübeck und Wismar, um die Hanse
zu schwächen und verbündete sich mit ihr gegen seinen königlichen
Großneffen Erich von Pommern.
1353
1. oo Richarde von Schwerin, Erb-Tochter von Otto
I. zu Wittenburg
- 1377
13.2.1396
2. oo 3. Agnes von Braunschweig-Lüneburg,
Tochter von Magnus II.
- vor 22.12.1434
1389
1. oo Bogislaw
VI. Herzog von Pommern
1350-7.3.1393
Kinder:
1. Ehe
Erich I. Kronprinz von Schweden
-26.7.1397
Richarde
-
10.2.1388
oo Johann Herzog von Görlitz
22.6.1370-1.3.1396
ermordet
2. Ehe
Albrecht IV.
-16.10.1423