Therese von Kastilien                             Gräfin von Portugal
---------------------------
um 1070-1.11.1130
 

Begraben: Braga, Kathedrale
 

Illegitime Tochter des Königs Alfons VI. von Kastilien von der Jimena Muniz
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte
********************
Teresa, Gräfin von Portugal, Königin
----------
* um 1070, + 1130

Begraben: Braga, Kathedrale

Älteste, aber illegitime Tochter Alfons‘ VI. von Kastilien

oo Heinrich von Burgund

Seit dem Tod ihres Vaters ließ sich Teresa als Infantin intitulieren. Nach Heinrichs Tod (1112) führte sie für ihren minderjährigen Sohn Alfons I. Henriques die Herrschaft in Portugal, seit 1117 mit dem Titel einer Königin. Wiederholt fiel sie in das von ihrer Halbschwester Königin Urraca von Leon und Kastilien beherrschte Galicien ein, wurde aber im Gegenzug 1120 von Urraca belagert. Teresa verband sich damals mit dem Grafen Ferdinand aus dem Geschlecht der TRABA, das Urracas „Fremdherrschaft“ über Galicien bekämpfte. Die sich verstärkende Machtposition Ferdinands, dem Teresa eine Tochter gebar, stand zunehmend den Interessen des heranwachsenden Sohnes Alfons (Schwertleite 1125) im Wege. 1127 kam es zur Kraftprobe zwischen Teresa und Urracas Sohn und Erben Alfons VII. von Leon und Kastilien, der Portugal wieder seinem Reich eingliedern wollte. Seinen Sieg über Teresa und das mit ihr getroffene Arrangement (eine Art der Lehnsabhängigkeit) wurden für Alfons Henriques zum Signal: Er besiegte Ferdinand in Guimaraes (24. Juni 1128) und übernahm selbst die Herrschaft in Portugal, während Teresa sich mit Ferdiannd nach Galicien zurückzog.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Therese wurde 1112 Regentin, 1113 durch Eigenernennung Königin von Portugal. Sie war eine herrschsüchtige, ausschweifende Frau wie ihre Halbschwester Urraca, überließ ihren Günstlingen die Regierung und versuchte ihren Sohn zu verdrängen, um das Reich ihrem zweiten Mann zuschanzen zu können. Sie wurde 1128 von ihrem Sohn eingesperrt. Sie bekriegte auch ihre Halbschwester Urraca wegen Besitz- und Lehensfragen.
 
 
 
 

    1093
  1. oo Heinrich von Burgund Graf von Portugal
           um 1060-1.11.1112

  2. oo Ferdinand Perez de Trava Graf von Trastamara
                 -
 
 
 
 

6 Kinder:
1. Ehe

  Urraca
         - nach 1130

um 1117
  oo Bermudo Perez de Trava Graf von Trastamara
              -

  Therese
         -

   oo Sancho I. Nunez Senor de Barbosa
               -

  Alfons I. der Eroberer
  1110-6.11.1185

  Sancha
         - vor 1129

  oo Ferdinand Mendez der Tapfere Senor de Braganca
             -

  Alfons 1. Erbprinz
  1094- vor 1110
 
 
 

Literatur:
------------
Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 Seite 70,88,90,92 - Vones-Liebenstein: Königin Urraca. in: Frauen des Mittelalters in Lebenbildern. Schnith Karl (Hrsg.)  Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 175,178,183,185-188 -
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Vones Ludwig: Seite 70,88,90,92
************
"Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen"

Nachdem dem burgundischen Grafen Heinrich die Grafschaften Portugal und Coimbra 1096 von seinem Schwiegervater, König Alfons VI. von Kastilien-Leon, übertragen worden waren, ist während der folgenden Jahrzehnte ein zunehmender Ablösungsprozeß zu beobachten, der sich mit Heinrichs Tod im Jahr 1112, begünstigt durch Wirren innerhalb des kastilisch-leonesischen Reichsverbandes, unter der Herrschaft seiner Gattin, der Infantin Theresa, fortsetzte.
Eindrucksvolle Beispiele für diese Tendenz zu gegenseitiger Verflechtung sind drei Eheschließungen:
die des Grafen Raimund von Burgund der gemeinsam mit seinem Schwager, Herzog Odo I. Borell von Burgund, 1086-1087 an einer erfolglosen Belagerung von Tudela teilgenommen hatte, mit eben jener Königs-Tochter Urraca um das Jahr 1087, was ihm, einen entfernten Verwandten der Königin Konstanze, die Grafschaft Galicien einbrachte
die des Grafen Heinrich von Burgund, Enkel Herzog Roberts von Burgund, Neffe der Königin Konstanze, Bruder Abt Hugos von Cluny und Vetter Raimunds, mit Teresa (1095), einer illegitimen Tochter Alfons' VI. von seiner Konkubine Jimena Muniz, die ihm die Grafschafte Coimbra und Portugal eintrug
und die des Königs selber, der nach dem Tod seiner zweiten Gemahlin Konstanze 1093 Bertha, die Tochter des Grafen Wilhelm I. von Burgund und Schwester Raimunds, heiratete.
Sie alle waren nicht nur mit der französischen Königsdynastie sondern auch mit dem Grafenhaus von Barcelona verwandt.
Unübersehbare Vorteile sicherte sich auch der portugiesische Adel, der sich unter der Regierung der Infantin Teresa soweit ging, aus den Auseinandersetzungen auf Reichsebene heraushielt und schließlich die Kraft fand, mit dem Sohn des Grafenpaares, dem jungen princeps Alfons Henriques, als Kristallisationsfigur durch die Schlacht von Guimaraes die hauptsächlich von Galicien her drohenden Fremdeinflüsse endgültig abzuschütteln.

Vones-Liebenstein: Seite 175,178,183,185-188
****************
"Königin Urraca"

Illegitime Halbschwestern Urracas aus der Beziehung ihres Vaters zu Jimena Munoz

TERESA
------------
* vor 1080, + 1.11.1130

  oo 1096
       HEINRICH VON BURGUND, Graf von Portugal
                   + 12.5.1112
 

und liiert mit
             FERNANDO PEREZ DE TRABA

Kurze Zeit später kam ihr Cousin Heinrich aus dem burgundischen Herzogshaus nach Galicien. Nach seiner Heirat (um 1096) mit ihrer äleren Halbschwester Teresa aus der Verbindung ihres Vaters mit der leonesischen Adligen Jimena Munoz, übertrug ihm Alfons VI. die Grafschaft Portugal. Ebenso wie Raimund und Urraca erscheinen von da an auch Heinrich und Teresa in vielen Urkunden Alfons' VI. als Konfirmanten.
Im Winter 1111/12 kam es endgültig zu einer Verständigung Urracas mit Heinrich von Burgund, in der die gegenseitigen Herrschaftsgebiete abgegrenzt wurden. Außer der Grafschaft Portugal scheint Urraca Heinrich auch Zamora und den südlichen Teil Galiciens zugestanden zu haben. Der Graf und Teresa hielten sich in den folgenden Monaten am Hofe Urracas auf, und als Alfons I. el Batallador diese in Astorga belagerte, wurde Graf Heinrich im Verlauf eines Gefechts so schwer verwuindet, daß er am 12.5.1112 seinen Verletzungen erlag.
Daraufhin beschloß Urraca 1120, erneut den Versuch zu unternehmen, die Lage in Galicien und Portugal zu ihren Gunsten zu festigen. Im Vorfeld eines Zuges gegen ihre Halbschwester gewährte sie der Kirche von Santiago weitgehende Freiheiten. Wahrscheinlich huldigte ihr nun auch Teresas Sohn, Alfons Henriques, der sich mit seiner Mutter überworfen hatte. Urraca überschritt den Minho und belagerte ihre Schwester in der Burg Lanhoso, nordöstlich von Braga, während ihre Truppen das Gebiet südlich des Duero verwüsteten.
Urracas Feldzug von 1120 war eine Reaktion auf die seit 1117 offenkundige Absicht ihrer Schwester, sich eine unabhängige Stellung in Portugal aufzubauen. Teresa hatte sich zunächst als infanta, dann nach 117 als regina bezeichnet und sich in ihren Urkunden auf ihre Abstammung von Alfons VI. berufen. Wiederholte Versuche Urracas, über die Frage von Bistumsbesetzungen, wie die Absetzung des Erzbischofs Mauritius von Braga, in innere Belange Portugals einzugreifen, waren von Teresa zurückgewiesen worden. Diese hatte vielmehr versucht, ihre Einflußsphäe über die Grenzen der Grafschaft Portugal hinaus nach Galicien auszudehnen, und deshalb 1120 die Stadt Tuy überfallen, um Teile des alten Königreiches ihrer Herrschaft zu unterwerfen. Als sie um 1121 in dem Sohn des Grafen von Traba, Fernando Perez, einen neuen Lebenspartner gefunden hatte, kam es  bei wechselnden Adelskoalitionen  immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Im März 1122 konnte dann auf einem Konzil in Compostela ein Ausgleich zwischen beiden Frauen gefunden werden. Erst ihr eigener Sohn sollte Teresa 1128 zur Abdankung zwingen, um selbst die Unabhängigkeit Portugals von Kastilien-Leon durchzusetzen.