Nachgeborener Sohn des Infanten
Johann von Portugal und der Johanna
von Spanien, Tochter von Kaiser KARL
V.
Sebastian folgte 1557 seinem Großvater Johann III. in der Regierung und wurde von den Jesuiten erzogen. Blond, bildschön, blauäugig, lebte er in einer fiktiven Welt des unwirklichen Scheins und der verklärten Phantasie. Er war ganz unpolitisch und weltfremd, eine Mischung aus Parzifal und Don Quichote. Die Jesuiten verhinderten alle Heiratspläne, um nicht ihren Einfluß über den schwärmerischen König zu verlieren. Er träumte davon, ein zweiter Alexander der Große zu werden. Er folgte alten Ritteridealen und der Kreuzzugsidee, baute eine ruinöse Flotte, bekriegte Marokko und fiel mit dem größten Teil des Heeres in der Dreikönigsschlacht bei Alcasar.
Reifenscheid Richard: Seite 118
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„Die Habsburger“
Der einzige Sohn Johannas war:
SEBASTIAN, König von Portugal 1557-1578
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* 20.1.1554, + 4.8.1578 gefallen
Lisabon
Alcazarquivir/Marokko
Grabstätte: unbekannt
Sebastian wurde am
11.6.1557 als Nachfolger seines Großvaters Johann
III. König von Portugal. Schon bald nach seiner Geburt
von seiner verwitweten Mutter alleingelassen, führten zunächst
seine Großmutter Katharina und
später deren Schwager, Kardinal-Infant Heinrich,
Erzbischof von Lissabon, die Regentschaft für den 3-jährigen
König. 1568 übernham Sebastian
die Regierung. Der König lebte jenseits aller Wirklichkeit. Sein Großvater
Johann III. hatte die marokkanischen Besitzungen Portugals preisgegeben.
Sebastians
Ziel
war es, diese zurückzuerobern. Dabei konnte er sich auf die Volksstimmung
in Portugal stützen. So beschloß er gegen alle Warnungen seiner
Ratgeber, einen Kreuzzug zu führen mit dem Ziel der Gründung
eines portugiesischen Afrikareiches. 1578 segelte Sebastian
mit
seiner Streitmacht nach Marokko und griff bei Alcazarquivir im Innern des
Landes das ihm weit überlegene Heer des Sultans
Muley Abd-el Melik an. Der König erlitt eine vernichtende
Niederlage und fand in der Schlacht den Tod. Sein Leichnam blieb auf dem
Schlachtfeld verschollen.
Nachfolger Sebastians
wurde Kardinal-Infant Heinrich, der
nach nur kurzer Regierungszeit am 31.1.1580 starb.
Weit vorausschauend und beseelt von dem Gedanken, Portugal
mit Spanien zu einem Gesamtstaat zu vereinigen, hatte Kaiser
KARL V. 1557 von Yuste aus bereits versucht, für den Fall
eines frühzeitigen Todes Sebastians
die Erbfolge in Portugal in seinem Sinne zuregeln. Er sandte den Jesuitenpater
Francisco de Borja (hl. Franz de Borja), vormals Herzog von Gandia, nach
Portugal zu seiner Schwester Katharina,
um deren Einverständnis zu einer Vereinbarung zu erreichen, die die
Eerbfolge des Don Carlos in Portugal
sicherstellen sollte. Borja erreichte die Zustimmung Katharinas
zu
den Plänen ihres Bruders. Auf eine Verwirklichung der Vereinbarung
mußte Katharina allerdings wegen
der gegensätzlichen Strömungen in Portugal verzichten.
Nach dem Tode König Heinrichs
erhob König Philipp II. von Spanien
als Sohn der ältesten Tochter König
Manuels I. Anspruch auf den portugiesischen Thron. Während
der Adel und die Geistlichkeit den Anspruch Philipps
unterstützten,
stand das Bürgertum auf seiten Dom Antonios,
Prior von Crato, einem unehelichen Enkel König
Manuels I. Ein unter dem Oberbefehl des Herzogs von Alba stehendes
Heer besiegte die Anhänger Dom Antonios,
und König Philipp II. konnte die
Huldigung der portugiesischen Stände entgegennehmen. Portugal wurde
mit Spanien zu einer bis 1640 währenden Personalunion verbunden.
Literatur:
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Ferdinandy Michael de: Philipp II. Bechtermünz
Verlag Augsburg 1996 Seite 16,125,177,196,240-244,251,302,333-336,343,357,396
- Tamussino Ursula: Maria von Ungarn. Ein Leben im Dienst der Casa
de Austria. Verlag Styria Graz Wien Köln 1998 Seite 259,278 -