Illegitimer Sohn des Königs
Sigurd II. von Norwegen
Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 345
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Sver(r)ir Sigurdsson, König von Norwegen 1177/84-1202
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+ 8. März 1202
Er verfügte nur über zweifelhafte Thronansprüche;
nach dem parteilichen Zeugnis der „Sverris saga“ war er außerehelicher
Sohn von König Sigurd Haraldsson
(und damit Nachfahre von König Magnus Barfuß)
und wurde während seiner Jugend, die er in Unkenntnis seiner königlichen
Abkunft auf den Färöern verbrachte, zum Priester geweiht. Seit
1177 kämpfte er, mehr und mehr sich an die Spitze der sogenannten
'Birkebeiner' stellend, zielbewußt und in zähem Kleinkrieg (gestützt
vor allem auf die Landschaft Tröndelag, um Drontheim) gegen die kirchenfreundliche
Partei um Erling Skakke (gefallen 1179), dessen Sohn Magnus
Eriksson (gefallen 1184), den ersten gekrönten König
von Norwegen, und Erzbischof Eysteinn Erlendsson (+ 1188) und konnte sich
bis 1184 (nach Ausrufung zum König durch das oyrathing,
1179) allgemein durchsetzen, zumal er den exilierten Erzbischof zu einem
Ausgleich bewog (Rückkehr 1183).
Nach einigen ruhigeren Regierungsjahren brach der Gegensatz
zwischen dem die Unterwerfung der Geistlichkeit fordernden König und
dem die 'libertas ecclesiae' (Bischofswahlen, Jurisdiktion) wieder stärker
betonenden neuen Erzbischof Erik Ivarsson offen aus: Der König schlug
den Aufstand der sogenannten 'Kuvlungen' nieder (1188) und drängte
Erzbischof Erik ins Exil (an den Hof Erzbischof Absalons von Lund), setzte
die Wahl seines Anhängers Martin als Bischof von Bergen durch und
ließ sich 1194 von den norwegischen Bischöfen zum König
krönen. Die Kurie, die auf Appellationen beider Seiten zunächst
abwartend reagiert hatte, erließ unter Coelestin III. einen Privilegienbrief
zugunsten des Erzbischofs (15. Juni 1194), woraufhin die königstreuen
norwegischen Bischöfe von Lund aus exkommuniziert wurden und sich
(unter Bischof Nikolaus von Oslo) 1196 die antikönigliche und kirchentreue
Oppositionsbewegung der 'Bagler' neu formierte. Sverre
starb nach wechselnden Auseinandersetzungen während der Kämpfe
um die Landschaft Viken (Gebiet von Oslo und Tonsberg), die das Zentrum
des Widerstandes bildete; er soll auf dem Sterbebett seinem Sohn Hakon
den Ausgleich mit der Kirche empfohlen haben.
Sverre, eine der
kraftvollsten und umstrittensten Königsgestalten des norwegischen
Mittelalters, hat durch seinen Kampf gegen die von gregorianischen und
viktorinischen 'libertas'-Vorstellungen geprägte Kirche, in dem der
König als erster die Waffe der Publizistik einsetzte, die Haltung
des norwegischen Königtums, wie sie sich noch im "Königsspiegel"
des 13. Jh. artikuliert, nachhaltig beeinflußt.
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Sverre tauchte während
der verheerenden Bürgerkriege zwischen "Baglern" und "Birkebeinern"
auf und behauptete, ein unehelicher Sohn von König
Sigurd II. zu sein, was höchstwahrscheinlich unrichtig
war. Er wurde aber doch anerkannt und schwang sich nach dem Tode von König
Eystein III. 1177 zum Führer der Birkebeiner auf
und setzte den Krieg gegen die Bagler fort. Er nahm den Königstitel
an und besiegte 1179 in der Schlacht bei Nidaros den Reichsregenten Erling,
verjagte nach der Schlacht bei Trondheim 1180 dessen Sohn, König
Magnus V., und besiegte Magnus V.
1184 bei Fimreite erneut, der fiel. Sverre
wurde damit König von Norwegen und geriet damit schroff gegen
die Kirche, die unter Magnus V. eine
bedeutende Vorrangstellung besaß und in Erzbischof Eystein von Nidaros-Trondheim
eine kraftvolle Persönlichkeit. Er verjagte ihn zeitweise und schloß
mit ihm, der zur weitläufigen Verwandtschaft der YNGLINGER-Sippe
zählte, 1183 Frieden. Er baute nach 1184 das völlig zerrüttete
und verwüstete Land wieder auf und erwies sich dabei als hervorragender
Organisator und Heerführer. Er schuf die Basis für ein starkes
Erbkönigtum, dazu eine neue Verwaltungs- und Rechtsordnung, zwang
1194 die Bischöfe nach einem militärischen Sieg gegen Baglerkräfte,
ihn in Trondheim offiziell zu krönen, lehnte dabei päpstliche
Lehensansprüche entschieden ab, wurde daher von Papst Innocenz III.
gebannt, das Land mit dem Interdikt belegt, was seine Stellung nicht untergrub.
Er machte weitgehend den Reichstag von Trondheim aus dem Jahre 1164 rückgängig,
konnte das Land nicht voll befrieden, da es wiederholt Bagler-Könige
gab. 1201 besiegte er König Inge II. entschieden.
1184
1. oo Astrid Roesdatter
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1185
2. oo Margarete von Schweden, Tochter des Königs
Erich IX.
- 1209
Kinder:
1.Ehe
Ingeborg
-
oo Karl Sverkersson Prinz von Schweden
- 1198 ermordet
2. Ehe
Sigurd Laward
-
1200
Feldherr seines Vaters
Hakon III.
-1.1.1204 ermordet
Christine
-
1213
oo Philipp Simonsson König von Norwegen
- 1217 Haupt der Bagler
Er regierte in Viken.