Friedrich IV.                                          König von Neapel (1496-1501)
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19.4.1451-9.9.1504
Tours    (9.11.1504 Ennen)
 

Jüngerer Sohn des Königs Ferdinand I. von Neapel aus seiner 2. Ehe mit der Isabella von Chlermont, Tochter von Graf Tristan von Cupertino
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 944
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Friedrich I. von Aragon (Federico), König von Neapel
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* 1451 oder 1452, + 9. November 1504
Neapel             Tours

Eltern: Ferdinand I., Isabella Chiaromonte

1. oo 1479 Anna von Savoyen, Tochter Amadeus‘ IX.

2. oo 1486 Isabella del Balzo

1485 Fürst von Tarent, von Ferdinand II. von Aragon am 5. Oktober 1496 zum Erben ernannt und von Alexander VI. am 7. Juni 1497 investiert, gekrönt am 10. August 1497 in Capua

1468 war Friedrich I. von Aragon Generalstatthalter in Apulien. 1474-1476 hielt er sich in Burgund auf. 1478 kämpfte er bei Chianciano während des Krieges zwischen Neapel und den MEDICI. Während der Zeit seiner ersten Ehe lebte er in Frankreich (1479-1482). Im Ferrara-Krieg kommandierte er die Flotte, siegte bei Lissa und erlitt bei Curzola (heute Corcula) eine Niederlage (August-Oktober 1483). 1485 nach Salerno gesandt, um mit den Führern der Verschwörung der Barone Frieden zu schließen, wurde er am 19. November von diesen gefangengenommen, da er ihr Angebot, die Krone aus ihren Händen in Empfang zu nehmen, abgelehnt hatte. 1487 zum Großadmiral ernannt, erhielt er das Oberkommando über die Marine mit entsprechender Jurisdiktionsgewalt. 1494 versuchte er vergeblich in Portovenere den Einfall der Farnzosen in Italien aufzuhalten. Nach dem Einzug Karls VIII. in Neapel besetzte Friedrich I. von Aragon Reggio. Vor seinem Waffenstillstand mit Frankreich (24.-25. April 1497) zwang er Gaeta zur Kapitulation (November 1496) und eroberte einige Gebiete (Sora, Comitat am Sangro) zurück. Kurz nach der Plünderung von Capua (24. Juli 1501) unterzeichnete er den Waffenstillstan von Aversa, mit dem er die Teilung des Königreiches zwischen Ferdinand dem Kathlischen und Ludwig XII. gemäß dem Vertrag von Granada (11. November 1500) akzeptierte. Im Mai 1502 verzichtete er in Blois auf seinen Thron und erhielt dafür die Grafschaft Maine.
In innenpolitischer Hinsicht bedeutsam sind Friedrichs I. Regelung des Münzwesens und des Stadtregiments von Neapel (Sentenz vom 26. Juli 1498; Beilegung der Auseinandersetzungen zwischen den Seggi der Adligen und dem Eletto des neapolitanischen Stadtvolkes).
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Friedrich IV. wurde Fürst von Squillace und Altamura und nach dem Tod des Neffen König von Neapel. Er wurde von Spanien, Frankreich und Papst Alexander VI. Borgia bekriegt, 1500 von seinem Lehnsherrn, dem Papst, für abgesetzt erklärt und 1501 verjagt. Mit seiner Flucht vor den Franzosen und Cesare Borgia am 3.8.1501 endete die Herrschaft des Hauses ARAGON in Neapel, er wurde 1503 inhaftiert und Neapel wurde 1503 spanisches Vizekönigreich.

Hartmann P. C.: Seite 44
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"Französische Könige und Kaiser der Neuzeit"

Vor dem gemeinsamen Angriff der Spanier und Franzosen mußte König Friedrich von Neapel, der versuchte, die Städte gegen die Eindringlinge zu halten, schnell kapitulieren. Nach dem Fall Gaetas und Capuas ergab er sich dem französischen Heerführer in Neapel und zog es vor, nach Frankreich zu Ludwig zu gehen und nicht zu seinem engen Verwandten Ferdinand nach Spanien. Gegen eine hohe Pension von 50.000 Pfund, die ihm Ludwig aussetzte, und die Übertragung der Grafschaft Maine stimmte Friedrich im Mai 1502 den Regelungen des Vertrags von Granada zu und verzichtete auf sein Königreich.
 
 
 
 

  11.9.1478
  1. oo Anna von Savoyen, Tochter des Herzogs Amadeus IX.
                   - 2.1480

    1486
  2. oo Isabella von Baux, Tochter des Herzogs Peter d'Andria
                 -   1533
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Charlotte
          -   1506

  oo Guido XVI. von Montmorency Graf von Laval
              -   1531

2. Ehe

  Ferdinand Herzog von Kalabrien
  1488-   1550 Fürst von Tarent

Er verzichtete zugunsten Spaniens und wurde Gouverneur von Katalonien und Vizekönig von Valencia.

 1526
  oo 3. Germaine von Foix-Etampes, Tochter des Grafen Johann IV.
                  -15.10.1536

  Julia
        -10.3.1542

 1533
  oo Johann Georg Markgraf von Montferrat
       20.1.1488-   1533
 
 
 
 

Literatur:
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Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München 1994, Seite 197 - Hartmann P.C.: Französische Könige und Kaiser der Neuzeit. Von Ludwig XII. bis Napoleon III. 1498-1870. Verlag C. H. Beck München 1994 Seite 43 -