Alfons II.                                              König von Neapel (1494-1495)
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4.11.1448-19.11.1495
                Kloster Mazara
 

Ältester Sohn des Königs Ferdinand I. von Neapel aus seiner 1. Ehe mit der Isabella von Clermont, Tochter von Graf Tristan von Cupertino
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 403
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Alfons II., König von Neapel
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* 4. November 1448, + 18. Dezember 1495

1. Sohn des Ferdinand von Aragon und der Isabella Chiaramonte

Seit 1458 Herzog von Kalabrien, unterdrückte 1462 den dort gegen König Ferdinand ausbrechenden Aufstand. Er heiratete 1465 Ippolita Maria Sforza, die Tochter des Herzogs von Mailand, Francesco Sforza, um eine politische Allianz zu festigen. Infolge der kriegerischen Politik seines Vaters war er ständig durch militärische Unternehmungen in Anspruch genommen. Dabei zeichnete er sich mehrfach im Kampf aus: gegen die Venezianer bei der Verteidigung von Florenz (1467), gegen Florenz an der Spitze des päpstlichen Heeres (1478), gegen die Türken, die Otranto besetzt hatten (1480) und im Krieg mit Ferrara, in dem er auch diplomatische Aktivität entwickelte. In offener Feindschaft gegen die Barone trug er mit seiner Haltung zum Ausbruch des großen Aufstandes der Barone 1485 bei, bei dessen Niederschlagung er wieder eine militärische Rolle spielte. Nach dem Tod des Vaters (25. Januar 1494) bestieg er den Thron und wurde am 8. Mai durch den päpstlichen Legaten gekrönt. Sogleich mußte er Karl VIII. in Italien entgegentreten. Die Niederlage des neapolitanischen Heeres in Rapallo, die folgende französische Invasion in das Königreich, Abfälle und Revolten führten dazu, dass er am 23. Januar 1495 zugunsten seines Sohnes Ferdinand II. abdankte und sich nach Mazara auf Sizilien zurückzog. Er trat in den Olivetanerorden ein und starb noch im gleichen Jahr in Messina. Mit seinen Verfassungsgesetzen förderte er die Entwicklung der Domanialstädte als Gegengewicht gegen die Barone. Seine Kanzlei wurde durch die Mitarbeit so bedeutender Humanisten wie Albino, Pontano und Galateo geprägt.
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Alfons II. kämpfte im Bunde mit dem Papst und Venedig gegen den Fürsten von Rimini, Robert Malatesta, und eroberte 1481 das von den Türken gewonnene Ortranto wieder. Nach einem im Bunde mit Sforza Moro gegen Venedig unternommenen Kriege wurde er von Karl VIII. von Frankreich, den der ihm jetzt feindliche Moro herbeigerufen hatte, zur Abdankung gezwungen. Er war dem Vater ganz ähnlich und suchte Hilfe bei den Osmanen.
 
 
 
 

 1465
  oo Ippolita Maria Sforza, Tochter des Herzogs Francesco I.
      1446-20.8.1484
 
 
 
 

Kinder:

  Ferdinand II.
  26.7.1469-7.10.1496

  Isabella
        -11.2.1524

 1489
  oo Gian Galeazzo II. Sforza Herzog von Mailand
      1468-22.10.1494

Illegitim

  Alfons Herzog von Bisceglie
  1480-18.8.1500 ermordet

21.7.1498
   oo Lucrezia Borgia
       18.4.1480-24.6.1519

  Sanchia
  1479-   1506

16.8.1493
   oo Geoffrey Borgia
              -   1528
 
 
 

Literatur:
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Brambach Joachim: Die Borgia. Faszination einer Renaissance-Familie. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 105,106,107,110, 112,115,117,127,129,151 - Cleugh James: Die Medici. Macht und Glanz einer europäischen Familie. Bechtermünz Verlag 1996 Seite 210,216,217,224,225 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 377 - Perez Joseph: Ferdinand und Isabella: Spaniens Katholische Könige. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 253 -