Karl III. der Gute                                  König von Navarra (1387-1425)
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1361-8.9.1425
          Olite
 

Ältester Sohn des Königs Karl II. der Böse von Navarra uaus dem Hause der KAPETINGER und der Johanna von Frankreich, Tochter von König Johann II.
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 982
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Karl III. der Edle (‚le Noble‘), König von Navarra 1387-1425
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     + 8. September 1425
      Olite

Sohn von Karl III. und Johanna von Valois

Beiname wohl in Abhebung von seinem Vater Karl ’dem Bösen‘

Lebte in jungen Jahren als Geisel und enger Verwandter des Königshauses in einflußreicher Stellung am französischen Hof, zu dem er auch als König weiterhin starke Bindungen hatte (häufige Aufenthalte in Paris). Vor seinem erst späten Thronantritt hatte er als Infant oft das Amt des königlichen Stellvertreters (Gobernador) inne, führte in Namen seines Vaters Truppen in Kastilien und Portugal.

oo 1375 Leonor, Tochter König Heinrich II. Trastamara von Kastilien, als Unterpfand eines Waffenstillstands zwischen den beiden
                                                                                                        Reichen

Karls III. Regierung war im wesentlichen eine Friedenszeit. In seinem nordfranzösischen Herrschaftsbereich gewann er 1392 das von den Engländern besetzte Cherbourg auf dem Verhandlungswege zurück. 1404 tauschte er die angestammten Besitzungen seines Hauses, die Grafschaft Evreux und das Cotentin, gegen das Herzogtum von Nemours.
Auf der Iberischen Halbinsel unterhielt er gute Beziehungen zu Kastilien und Aragon und intensivierte die diplomatischen Kontakte, die auch durch die Eheauseinandersetzungen des Königspaares (Königin Leonore zog sich für lange Jahre an den heimischen Hof nach Valladolid zurück) nicht beeinträchtigt wurden. Die wirtschaftlichen und sozialen Verbindungen Navarras mit den großen städtischen Zentren der Halbinsel (Zaragoza, Barcelona, Valencia, Valladolid) wurden in einer Periode günstiger Konjunkturentwicklung weiterentwickelt. Im Großen Abendländischen Schisma optierte Navarra für den avignonesischen Papst Benedikt XIII., der als Kardinal Familiar des Hofes von Navarra gewesen war. Karl III. der Edle entfaltete ein glänzendes Hofleben (Königspalast in Olite) und beteiligte seine navarresischen Untertanen an Verwaltung und Staatsleben. Da die Söhne des Königs vorzeitig verstorben waren, vererbte Karl III. der Edle sein Reich der mit Johann II. von Aragon vermählten Tochter Blanca; ihr gemeinsamer Sohn und Thronfolger Karl, Principe de Viana, sollte den navarresischen Thron  nie besteigen.
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Karl III. der Gute geriet 1378 in französische Haft und um freizukommen, mußte der Vater völligen Verzicht auf alle Erbansprüche leisten. Er folgte ihm 1387 als König von Navarra und Graf von Evreux, verzichtete 1404 darauf und wurde dafür Herzog von Nemours und Pair von Frankreich. Er half 1383 Kastilien im Portugal-Erbkrieg und stand gegen Aragon wegen alter Besitz- und Lehensfragen. Karl ging im Hundertjährigen Krieg auf französische Seite über, wofür er Nemours und die Pairswürde erhielt. Im Gegensatz zum Vater war er sehr friedlich gesonnen.
 
 
 
 

 27.5.1375
    oo Eleonore von Kastilien, Tochter des Königs Heinrich II.
         um 1352-5.3.1416
 
 
 
 

8 Kinder:

  Johanna
  um 1386- 7.1413

 12.11.1402
     oo Johann III. Graf von Foix-Grailly
          1382/83-4.5.1436

  Karl Erbprinz Fürst von Viana
  15.8.1397-12.8.1402

  Ludwig IV.
  1402-14.10.1402

  Marie
         - vor 8.9.1425

  Margarete
          - nach 9.1403

  Isabella
        -

 1419
  oo Johann IV. von Armagnac Vicomte von Lomagne
             -   1450/51

  Beatrix
  um 1392- vor 1415

14.9.1406
   oo Jakob II. de la Marche König von Neapel
       1370-24.9.1438

  Blanka II. Gräfin von Evreux
  um 1391-1.4.1441

Illegitim

  Lancelot Bischof von Pamplona
         -   1420
 
 
 
 

Literatur:
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Calmette, Joseph: Die großen Herzöge von Burgund. Eugen Diederichs Verlag München 1996 Seite 117 - Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 378 - Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 Seite 178,185,190,216 A. 48 -