Ramiro III.                                            König von Leon-Asturien (966-985)
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962-   985 ermordet
 

Einziger Sohn des Königs Sancho I. der Dicke von Leon-Asturien
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 428
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Ramiro III., König von Leon 966-985
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* 961

Sohn Sanchos I., dem er fünfjährig unter der Regentschaft der Nonne Elvira, der Tochter Ramiros II., in der Herrschaft nachfolgte. Der Angriff der Normannen in Galicien zwang Leon zur Friedenspolitik mit dem Kalifat von Cordoba. 975 wurden Ramiros III. Truppen von den Arabern bei Gormaz geschlagen. Elvira wurde als Regentin durch Teresa, die Mutter des Königs, ersetzt. Ab 977 wurde das Königreich Leon von al-Mansur systematisch angegriffen, seit 981 nahmen Aufstände gegen Ramiro III. zu und führten zur Königserhebung von Vermudo II., dem Sohn Ordonos III.
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Ramiro III. folgte vierjährig unter der Regentschaft der Mutter, der Tante und des Kronrates. 968/69 plünderten die Normannen das Land. Ramiro zeigte als Erwachsener kaum Neigung und Fähigkeiten zum Regieren und Kriegführen. Nach der Schlacht von Monterroso 982 war er nur noch König von Leon, er wurde 985 abgesetzt und ermordet.
 
 
 
 

  oo Sancha Gomez, Tochter des Grafen Gomez Diaz von Saldana
              - nach 983
 
 
 
 

Kinder:

  Ordogno
         - vor 1020

  Infant, wurde enterbt

  oo Christine von Asturien, Tochter des Königs Bermudo II.
             -              Cousine
 
 
 
 

Literatur:
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Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 Seite 44,45 A 13 -
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Vones Ludwig:
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„Geschichte der Iberischen Halbinsel“

Es mag dahingestellt bleiben, ob die Nachfolge Ramiros III., des noch unmündigen Sohnes Sanchos I., wirklich der oft behaupteten allmählichen Verfestigung erbrechtlicher Vorstellungen zuzuschreiben ist, die vermeintlich das Wahlrecht des Adels, das westgotischen Traditionen entsprang, langsam verdrängten. Auf jeden Fall ist zu beachten, dass die Adelsgruppen in den verschiedenen Landesteilen während der Minderjährigkeit Ramiros III. die Gelegenheit nutzten, um eine immer weitergehende Unabhängigkeit vom Königshof zu erlangen. Da sich das Königtum trotz aller Unterstützung aus Navarra und durch die BENI-GOMEZ-ANSUREZ-Familie als Träger der Landesverteidigung gegen die sich wieder zeigenden Normannen (966-968) und die stets gefährlichen Araber ausfiel, führte der Adel in eigener Regie dieses Machtvakuum aus.
Die direkte Folge dieser Entwicklung war die Aufnahme eigenständiger, diplomatischer Beziehungen der bedeutenden Magnaten zum Kalifen in Cordoba, die Zunahme von Eroberungen neuer Gebiete auf eigene Faust und unter eigenem Rechtstitel und, im Innern des Reiches, der Versuch, für die ausgedehnten Adelsbesitzungen die Erblichkeit sowie den automatischen Eintritt des Nachfolgers in die Herrschaftsfunktionen herzustellen.
Gegenüber diesen neuen verfassungsrechtlichen Ansprüchen, die schon beim Tod des Fernan Gonzales (970) und der Nachfolge seines Sohnes Garcia Fernandez bestimmend waren, gerieten Ramiro, der scheinbar noch prononcierter als seine Vorgänger den princeps-Titel führte, also die wahlrechtlichen Grundlagen seiner Stellung keineswegs mißachtete, zunehmend in die Defensive. Er konnte überhaupt nicht an eine weitere Steigerung einer vermeintlichen "Kaiseridee" unter Annahme der Titel Flavius oder Magnus Basilius, wie früher in der Forschung behauptet, denken, sondern war mit der Eindämmung des adligen Selbstverständnisses beschäftigt.
Wie wenig der heranwachsende König imstande war, die zentrifugalen Kräfte zu bändigen, die das Reich zu zerreißen drohten, ließen die Niederlage gegen Cordoba und der Verlust wichtiger Vorposten (Atlenza, Sepulveda) deutlich werden. Die daraus folgendene Zementierung arabischen Hegemonialstellung führte immer tiefer in die innere Zerrüttung hinein und gebar schließlich Zweifel an den Herrscherqualitäten des Königs. Es zeugt für das Fortleben des Wohlgedankens in Adelskreisen, wenn 982 rebellierende galicische Grafen Vermudo, den Sohn Ordonos III., zum König erhoben und im Laufe des folgenden Bürgerkrieges in der Lage waren, ihrem Kandidaten allein den Thron zu sichern.