Bermudo II. der Gichtige                        König von Leon-Asturien (985-999)
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um 953-   999
            El Bierzo

Begraben: Celanova
 

Illegitimer Sohn des Königs Ordogno III. von Leon-Asturien
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 1561
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Vermudo II., König von Leon 981-999
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* 956, + 999
            El Bierzo

Begraben: Celanova

Beiname ‚El Gotoso‘ (der Gichtbrüchige)

Sohn von Ordono III.

Er führte 981 einen Aufstand gegen Ramiro III. 982 heiratete er Velasquita Ramirez, die er 988 verstieß. Der vom leonesischen Adel mit Mißtrauen behandelte Vermudo II. fand Unterstützung beim Adel Galiciens und wurde 982 in Santiago de Compostela gekrönt. 985 verbündete sich Vermudo II. mit dem Grafen von Kastilien; in demselben Jahr wurde Ramiro III. vertrieben und starb. Vermudo II. suchte zur besseren Kontrolle des widerstrebenden leonesischen Adels die militärische Hilfe des übermächtigen Cordoba, leistete Tribute und mußte muslimische Garnisionen hinnehmen ( 990-995). Bald aber verschlechterten sich sich die Beziehungen: al-Mansur zerstörte Leon und griff 977 Santiago de Compostela an. 991 heiratete Vermudo II. im Streben nach einer Verbesserung seiner Beziehungen zu Kastilien Elvira Garcia.
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Bermudo II. der Gichtige folgte nach verheerenden Bürgerkriegen 982 in Asturien (Schlacht bei Monterroso) und wurde nach weiteren Kriegen und der Ermordung Ramiros III. Alleinkönig. Obwohl talentiert, konnte er das aufgewühlte Land nicht befrieden, verlor es durch die verlorene Schlacht an der Esla fast an die Mauren. Er verlor Leon und 997 sogar Santiago de Compostela und nur eine Seuche im maurischen Heer rettete ihn. Im Bunde mit Navarra und Kastilien gelang in der Schlacht bei Calatanazor ein Gegenschlag. Er verbesserte die alten westgotischen Gesetzbücher als bedeutender Gesetzgeber und Verwalter.
 
 
 
 

  1. oo Velasquita, Tochter des Grafen Ramiro
   verstoßen

  2. oo Elvira Garcia von Kastilien, Tochter des Königs Garcias I.
                 -   1017

        Regentin 999-1007
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Christina
        -

  oo Ordogno Infant von Asturien
             -    Cousin

2. Ehe

  Alfons V.
  996-5.7.1028 gefallen

  Terese
         -   1039
          als Nonne

 995
  oo Abu Amir ibn Abi al Manzor
             -   1002

  Sancha Nonne
         -
 
 
 

Literatur:
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Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 Seite 45 -
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Vones Ludwig:
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„Geschichte der Iberischen Halbinsel“

Mit der Einnahme Leons 984 und dem bald darauf eingetretenen Tod Ramiros III. begann die Regierung Vermudos II., deren Hauptproblem indes nach wie vor in der Überbrückung von Widerständen innerhalb des Adels bestand. Der mit galicischer Hilfe aufgestiegene König sah sich dem Mißtrauen des leonesischen Adels ausgesetzt und wurde letztendlich mit offener Gewalt konfrontiert. Als die Lage für Vermudo stetig bedrohlicher wurde, blieb ihm nichts anderes übrig, als von al-Mansur gegen Tributzahlungen militärische Hilfe zur Überwindung seiner Gegner anzufordern. Diese Bankrotterklärung sollte noch eine weitere unangenehme Folgeerscheinung zeitigen, da der allmächtige hagib des Kalifen zusätzlich verlangte, cordobesische Garnisionen auf dem Gebiet des leonesischen Reiches zu stationieren, also unverblümt eine neuerliche Ausdehnung der arabischen Hegemonie ins Auge faßte. In der Not des Augenblicks hingenommen, mußte diese Situation auf Dauer unhaltbar sein.
Die unausweichliche Vertreibung der arabischen Besatzungen aus dem Königreich löste dann jene Rachefeldzüge al-Mansurs seit 987/88 aus, deren spektakulärster - sieht man von der Einnahme Leons ab - 997 zur Plünderung von Santiago de Compostela und zur Zerstörung der Apostelbasilika führte. Diese Aktion war wohlberechnet und sollte einen Lebensnerv des leonesischen Reiches treffen, doch hatte die einigende Wirkung des Apostelgrabes bereits im Laufe des Jahrhunderts nachgelassen, wie auch die eigentlich nur rudimentär entwickelte Imperatorwürde gegenüber dem adligen Selbstverständnis mehr und mehr zur leeren Hülse geworden, seit ungefähr 950 gar in der Versenkung verschwunden war.
Es muß als symptomatisch angesehen werden, dass al-Mansur seine Feldzüge auch deshalb mit solchem Erfolg durchführen konnte, weil der leonesische Adel, allem voran die Grafen von Saldana und Luna, gleichzeitig in offener Rebellion verharrte und sich sogar als Bündnispartner gegen den König anbot. Wie prekär das politische Gleichgewicht innerhalb des Reichsverbandes war, hatte sich schon früher gezeigt, als die Heirat Vermudos II. mit der kastilischen Grafentochter Elvira Garcia 992 prompt einen Aufstand des leonesischen Adels nach sich gezogen hatte. Die Königsdynastie hatte eindeutig ihre integrierende Kraft verloren und alles, was Vermudo II. bis zu seinem Tod 999 noch erreichen konnte, war ein demütigender Waffenstillstand.