Begraben: St-Denis
Einziger Sohn des Königs
Hugo Capet von Frankreich und der
Adelheid
von Poitou, Tochter von Herzog Wilhelm III.
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 884
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Robert II. der Fromme, König von Frankreich 987/96-1031
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+ 20. Juli 1031
Melun
Begraben: St-Denis
Robert II. der Fromme
erhielt an der Reimser Kathedralschule unter Gerbert von Aurillac eine
profunde Ausbildung, die ihn an den geistig-geistlichen Auseinandersetzungen
der Zeit teilhaben ließ. Nach seiner Königswahl betrieb
Roberts Vater Hugo Capet gegen
adligen du klerikalen Widerstand, angeblich mit Hinweis auf einen bevorstehenden
Spanienfeldzug, die Erhebung Roberts des Frommen
zum
Mitkönig und damit die Sicherung der dynastischen Sukzession (Dezember
987 in Orleans, Weihe durch Erzbischof Adalbero von Reims). Wie sein Vater
regierte Robert in der Kontinuität
der karolingischen Amtsvorgänger,
auch wenn vielfältige Legitimationsformeln in den Urkunden den Versuch
der Neuorientierung verraten. Roberts
Eheschließungen
verknüpften wichtige Adeslverbände mit der Monarchie, führten
aber auch zu heftig widerstreitenden Einflußnahmen bei Hof: Nach
dem offenbar nicht ernsthaft verfolgten Projekt einer Ehe mit einer byzantinischen
Prinzessin heiratete Robert II. der Fromme
988 Rozala-Susanna (Tochter König
Berengars II. von Italien, Witwe Graf Arnulfs von Flandern)
und band (bis Trennung 992) damit den Grafen von Flandern an sich. 996
folgte mit einer 2. Ehe mit Bertha von Burgund,
der Witwe Graf Odos I. von Blois, die Zuwendung zum Haus BLOIS; wegen enger
Verwandtschaft führte die Verbindung zu scharfen Reaktioen der Kirche
und 1003/04 zur zeitweisen Trennung. Aus der 1004/05 mit Konstanze
von Arles geschlossenen 3. Ehe, die den kapetingischen
Hof südfranzösischen Einflüssen öffnete, gingen mehrere
Kinder hervor.
Schon vor Hugos Tod
(24. Oktober 996) an der Politik beteiligt und in engem Kontakt zum cluniazensischen
Reformmönchtum, sorgte Robert II. der Fromme
als
alleiniger Herrscher 997 für eine Beilegung des Reimser Schismas.
Die vom König angestrebte Konsolidierung (Einsetzung von praepositi)
und Erweiterung der Krondomäne glückte nur unvollkommen. Zwar
konnte das 1002 durch den Tod von Roberts II.
Oheim
Odo-Heinrich
ledig gewordene Herzogtum Burgund nach langen Auseinandersetzungen
mit
Graf
Ott-Wilhelm
von Burgund und Bischof Bruno von Langres schließlich
1016 für die Herrscherfamilie erworben und, nach Anerkennung der Eigenständigkeit
des burgundischen Adels, an Roberts II.
2. Sohn Heinrich
verliehen werden.
Doch vermochte der König den Mannfall in den Grafschaften Troyes,
Meaux und Provins nicht für sich zu nutzen und mußte 1023 die
umfassende Herrschaftsbildung des Grafen Odo II. von Blois-Champagne akzeptieren.
Auch ein Treffen Roberts II. mit Kaiser
HEINRICH II. im August 1023 bei Ivois-sur-Chiers/Mouzon vermochte
Odos Aufstieg vorläufig nicht zu bremsen, führte aber zur Verabredung
einer Synode in Pavia: Sie kam zwar wegen HEINRICHS
Tod 1024 nicht mehr zustande, unterstrich aber die führende und gleichberechtigte
Rolle von Kaisertum und französischem Königtum in ihrem Selbstverständnis
als Säulen der Christenheit. Den dynastischen Wechsel im Imperium
1024 nutzte Robert II. der Fromme trotz
des Angebots der italiensichen Königskrone nicht für sich
oder seinen Sohn aus, Indiz für den Dekompositionsprozeß der
fränkischen regna.
Trotz machtpolitischer Beschränkungen sorgte Robert
II. der Fromme für die dynastische Konsolidierung der kapetingischen
Königsfamilie,
nicht allein wegen seiner langen Regierungszeit, sondern auch durch die
im Bund mit dem Adel betriebene Erhebung seiner Söhne Hugo
(+ 1025) und Heinrich zu
Mit-Königen. Roberts II. letzte
Jahre blieben durch Auseinandersetzungen innerhalb der Familie geprägt.
Die von seinem Biographen Helgaud von Fleury gemeldete und persönlicher
Frömmigkeit (Beiname pius) entsprungene Fahigkeit Roberts
II., durch Handauflegen und Kreuzschlagen Wunden zu heilen,
sollte späteren Geneartionen zum traditionsbildenden Ausgangspunkt
für göttlich inspirierte Heilungskräfte kapetingischer
Könige
werden.
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Brandenburg Erich: Tafel 33 Seite 67
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"Die Nachkommen Karls des Großen"
X. 137. Robert II., König von Frankreich 996
------------------------
*
970, + 1031 20. VII.
Gemahlinnen: a) Rozela (Susanne), Tochter König Berengars
II. von Italien (siehe VII 41)
oIo 929
b) 997 Bertha, Tochter König Konrads von Burgund, Witwe Odos
I. von Champagen (siehe VIII 60)
oIo a. 1000
c) ca. 1002 Constanze, Tochter des Grafen Wilhelm von Provence
+ 1032 25. VII.
d) N., Konkubine
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Glocker Winfried: Seite 308
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der
Politik"
VI. Generation
40 Robert II.
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* c 970, + 1031 VII 20
987 XII 25 Mitkönig, 996 König von Frankreich
1. oo 988 Anfang Rozela (Susanne), Tochter König
Berengars II. von Italien,
Witwe Graf Arnulfs II. von Flandern, * c 950/60, + 1003 (II 7 oder XII
13), Ehe 991/92 aufgelöst;
2. oo 997 Anfang Bertha, Tochter König Konrads von
Burgund,
Witwe Graf Odos von Blois, * 967/68, + nach 1010, Ehe nach 1004 IV wegen
zu naher Verwandtschaft aufgelöst;
3. oo c. 1005/06 Constanze, Tochter Graf Wilhelms von Arles, + 1032 VII 26;
Die Filiation König Roberts
II. von Frankreich ist unter anderem bei Richer IV c. 13, S.
166, und in Helgauds Vita regis Roberti c. 2, S. 58, bezeugt.
Sein Geburtsjahr ergibt sich aus der Angabe bei Richer
IV, c. 87, S. 286, Robert sei zu der
Zeit des Verstoßens seiner ersten Gemahlin Susanne
19 Jahre alt gewesen, sowie aus der Nachricht in Helgauds Vita c. 29, S.
134, Robert habe ein Alter von ungefähr
60 Lebensjahren erreicht. Die jeweiligen Quellenbelege für die Erhebung
Roberts
zum Mit-König findet man bei BU. 998d, die für seine Königserhebung
bei Pfister S. 146 ff., und diejenigen für Roberts
Sterbetag und - jahr bei Bresslau, Jbb. Konrad II. Bd. 2, S. 75, zusammengestellt.
Die Heirat König Roberts
mit Susanne bezeugt uns Richer IV c.
87, S. 286/88; weitere Belegstellen sind gesammelt bei Köpke-Dümmler
s. 380, Anm. 2, und von Werner VII, 52.
Zu Bertha vgl. oben
unter VI, 23.
Die Herkunft von Roberts
dritter Gemahlin Constanze hat Lot,
Derniers S. 361-368, festgestellt; der genauere Zeitpunkt dieser Eheschließung
ist von Ghondt, Femmes S. 48, Anm. 34, aus den Geburtsdaten der Kinder
des Paares ermittelt worden.
Robert sollte 988
mit Theodora, Tochter des byzantinischen
Kaisers Konstantinos VIII., vermählt werden; das Heiratsprojekt
scheiterte jedoch. Vgl. dazu BU. 998e, Lot, Hugues Capet S 4, Anm. 2, und
Vasiliev, Hugh Capet passim.
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Robert II. der Fromme
hatte eine sorgfältige Erziehung genossen und war frühzeitig
mit der königlichen Amtsführung vertraut gemacht worden, da ihn
sein Vater Weihnachten 987 in Orleans zum Mit-König hatte krönen
lassen. Er erwies sich als ein kluger Monarch. Er vergrößerte
die Krondomäne durch die Eroberung des Kreises Dreux westlich von
Paris. 1002 vermochte Robert das Herzogtum
Burgund nach dem Tode seines Onkels Odo Heinrich
nach hartnäckigen Kämpfen gegen andere Bewerber behaupten, mußte
es aber 1015 seinem zweiten Sohn Heinrich
übergeben. Robert war eine Persönlichkeit
voll überströmender Vitalität. Er sang gerne und begleitete
sich dazu auf der Laute. Zugleich war er ein leidenschaftlicher Jäger
und furchtloser Kämpfer. Die Regierungszeit Roberts
II. hätte ohne die ehelichen Probleme des Königs friedlich
verlaufen können. Nachdem Robert
seine erste Frau Susanne, welche die
Tochter des italienischen Königs und wesentlich älter war als
er, verstoßen hatte, verband er sich in zweiter Ehe mit seiner Cousine
Bertha
von Burgund. Die zu nahe Verwandtschaft veranlaßte den
Papst Gregor V. die Trennung der beiden Ehegatten 998 zu verlangen. 1001
kam der König dem Befehl nach und heiratete ein Jahr später Konstanze
von Arles, deren Härte und Geiz bald am Hofe bekannt war.
Mit ihrer intriganten, zänkischen Art verwickelte sie den König
in viele dynastische Probleme am Ende seiner Regierungszeit. Sie wiegelte
die Erben gegeneinander und gegen den Vater auf. Obwohl er den Beinamen
"der
Fromme" trug, war er doch den weltlichen Interessen seines Thrones
gegenüber sehr aufgeschlossen. Wenn er die Gottesfriedensbewegung
förderte, so deshalb, weil er darin einen aussichtsreichen Versuch
der Kirche sah, die endlosen Kriege zwischen den Großen zu beenden
und sich damit ihrer Macht zu widersetzen. Zugleich setzte sich
Robert persönlich ein, um der Unordnung, die die Feudalherren
gestiftet hatten, Herr zu werden. Auf seiner eigenen Domäne ließ
er ohne Zögern die Schlösser, die die Klostergemeinschaften bedrohten,
dem Erdboden gleichmachen. Außerhalb seines Gebietes trafen seine
Interventionen auf größere Schwierigkeiten. Unter seiner Regierung
bildete sich der Widerstand der Lehnsherren heraus, der der kapetingischen
Monarchie so verhängnisvoll werden sollte. Eine besondere Bedrohung
ging von Odo II. von Blois und Chartres aus. Der König konnte ihn
nicht daran hindern, die Champagne zu annektieren und damit die königliche
Domäne zu umklammern.
Verwandtschaft mit Bertha von Burgund
HEINRICH I. Deutscher König
876-2.7.936
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Gerberga von Sachsen
Hadwig von Sachsen
913/14-5.5. nach 968
922-9.1. nach 958
oo Ludwig IV. König von Frankreich
oo Hugo der Große Herzog von Franzien
10.9.920-10.9.954
um 895-16./17.6.956
--
---
Mathilde von Frankreich
Hugo Capet König von Frankreich
Ende 943-26.11. nach 981
um 940-24.10.996
oo Konrad König von Burgund
oo Adelheid von Aquitanien
923-19.10.993
950/55- 1004
---
----
Bertha von Burgund ------------ 2.
oo 2. ---------- Robert II. der Fromme König
von Frankreich
967/68- nach 1010
20.7.972-20.7.1031
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1.4.988
1. oo 2. Susanna von Italien, Tochter des Königs
Berengar II.
- 991/92 950/60-7.2.1003
997
2. oo 2. Bertha von Burgund, Tochter des Königs
Konrad
- 1002 967/68- nach 1010
1002
3. oo Konstanze von Arles, Tochter des Grafen
Wilhelm I. und der Adelheid von Anjou
-25.7.1032
Kinder:
3. Ehe
Hugo Kronprinz
1007-17.9.1025
Heinrich I.
1008-4.8.1060
Robert I. der Alte Herzog von Burgund
1011-21.3.1076
Odo
-
Adelheid (Adele)
1014-8.1.1079
Zur Gräfin von Contenance erhoben, stiftete sie das Kloster Messines bei Ypern.
1027
1. oo Richard III. Herzog von der Normandie
-6.8.1027
1028
2. oo Balduin V. Insulanus Graf von Flandern
um 1012-1.9.1067
Hadwig Gräfin von Auxerre
- nach 1063
Sie stiftete die Klöster La-Ferte-sur-Issenoc und Crisenon.
um 1016
oo Rainald I. Graf von Nevers
- 1040
Illegitim
Rudolf Erzbischof von Bourges (1030-1060)
-
Literatur:
-----------
Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft
ohne Staat. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 168,173,186,214,227
- Althoff, Gerd, Otto III., Primus Verlag, Darmstadt 1997, Seite
77,94,123 - Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart
Berlin Köln 1987, Seite 34,42,45,67 - Brandenburg Erich: Die
Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der
Aisch 1998 Tafel 33 Seite 67 - Bresslau, Harry: Jahrbücher
des Deutschen Reiches unter Konrad II. 3 Bände Verlag von Duncker
& Humblot Leipzig 1879 Band 2 Seite 75 - Brunhofer, Ursula:
Arduin von Ivrea. Untersuchungen zum letzten italienischen Königtum
des Mittelalters. Arethousa Verlag Augsburg 1999 Seite 121,178,211,344
- Calmette, Joseph: Die großen Herzöge von Burgund. Eugen
Diederichs Verlag München 1996 Seite 17 - Douglas David C:
Wilhelm der Eroberer Herzog der Normandie. Diederichs Verlag München
1994 Seite 82,258,449 - Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer
GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 19-23,45 - Ehlers Joachim:
Geschichte Frankreichs im Mittelalter. W. Kohlhammer GmbH 1987 Seite 56,59-63,65,68,71-73,75,77,81,87,104
- Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller
Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis
Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 75,80-85,87-98,99,102,107,111,116,120
- Eickhoff, Ekkehard, Theophanu und der König, Klett-Cotta
Stuttgart 1996, Seite 307, 312,314,319,321,412,416,417,426,434 - Erkens,
Franz-Reiner: Konrad II. Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers.
Verlag Friedrich Puset Regensburg 1998, Seite 14,65,71,160 - Favier,
Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515. Deutsche
Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 25-28,40,57,201,319 - Glocker
Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik.
Böhlau Verlag Köln Wien 1989 VI,40 Seite 196,300,308,319,327
- Görich Knut: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus, Jan
Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 211,216-219,222,227 - Holtzmann
Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch
Verlag München 1971 Seite 298,303-305,323,336,357,364,397,400,417,434,435
- Le Goff Jacques: Ludwig der Heilige, Klett-Cotta Stuttgart 2000
Seite 20,24,246,248-249,343-344,411-413,415,468,527,565,627-628,729,742-743,782,
875 - Mexandeau Louis: Die Kapetinger. Editions Rencontre Lausanne
1969 Seite 134-143 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer
GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992 Seite 222,226 - Schneidmüller
Bernd: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart
Berlin Köln 2000 Seite 90,93 - Schulze Hans K.: Das Reich und
die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag,
Seite 334,342 - Treffer Gerd: Die französischen Königinnen.
Von Bertrada bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert) Verlag Friedrich
Pustet Regensburg 1996 Seite 21,71,98 - Weinfurter, Stefan: Heinrich
II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg
1999, Seite 71,87,183,220-226,233,270 - Werner Karl Ferdinand: Die
Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr 1000 (1.-8. Generation)
Band IV in: Braunfels Wolfgang: Karl der Große Lebenswerk und Nachleben.
Verlag L. Schwann Düsseldorf VII. 52 - Wolfram, Herwig: Konrad
II. 990-1039. Kaiser dreier Reiche. C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
München 2000 Seite 27,82,92,115,123,261,313 -
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller
Bernd: Seite 87-98
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"Die französischen Könige des Mittelalters"
Hans-Henning Kortüm
ROBERT II., König von Frankreich 996-1031
-----------------
* zwischen 970 und 974, + 20.7.1031
Orleans
Melun
Begraben: St-Denis
Vater:
-------
Hugo Capet, König von Franreich
Mutter:
---------
Adelheid, Tochter des Herzogs Wilhelm Werghaupt von Aquitanien
Stiefbruder (?):
------------------
Gauzlinus, Erzbischof von Bourges (1012-1030) [+ 8.3.1030]
Schwester:
-------------
Hadwig (* 975/80, + nach 1013), verheiratet um 1000 mit
Reginar IV. von Hennegau
Salbung und Krönung 987 in der Kathedrale Ste-Croix
in Orleans
seit dem Tode seines Vaters am 24. Oktober 996 Alleinherrscher
1006 Erstes Treffen König Roberts II. mit König
HEINRICH II. an der Maas
um 1015 Übertragung des Herzogtums Burgund an Roberts
zweitältesten Sohn Heinrich
1017 Salbung und Krönung von Roberts ältestem
Sohn Hugo zum Mit-König
1023 Zweites Treffen von Robert II. und HEINRICH II.
am Chiers
1027 Salbung und Krönung von Roberts zweitältestem
Sohn Heinrich nach dem Tod des erstgeborenen Sohnes Hugo
1029-1031 Ausbruch von Auseinandersetzungen zwischen
Robert II. ud seinen Söhnen
1. oo 1.4.988
ROZALA/SUSANNA VON ITALIEN
* 950/60, + 7.2.1003
Tochter des Königs Berengar II. von Italien und Witwe
des Grafen Arnulf II. von Flandern
2. oo 996
BERTHA VON BURGUND
* 967/68, + nach 1010
Tochter des Königs Konrad von Burgund und Witwe des
Grafen Odo I. vo Blois
3. oo 1002
CONSTANZE VON ARLES
* , + 25.7.1032
Tochter des Grafen Wilhelm von der Provence und Adelheids
von Anjou
Kinder:
---------
Hugo, Kronprinz (* 1007, + 17.9.1025)
Heinrich I., König von Frankreich (* 1008, + 4.8.1060)
Robert, Herzog von Burgund (* 1011, + 21.3.1076)
Odo
Hadwig (+ nach 1063), verheiratet mit Graf Reginald I.
von Nevers
Adela (* 1014, + 8.1.1079), verheiratet mit Graf Balduin
V. von Flandern
I. Einleitung
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Man hat - völlig zu Recht - von der "Porträtlosigkeit"
namentlich des frühen Mittelalters gesprochen. Für diesen Zeitraum
sieht sich der moderne Historiker auf eine relativ geringe Zahl von biographisch
verwertbaren Zeugnisse verwiesen. Es fehlen in aller Regel solche Quellen,
die einen unmittelbaren Blick auch in das Innere einer Person ermöglichen
könnten. Freilich stellt sich im Falle Roberts
II. die Situation als nicht ganz hoffnungslos dar, wie es zunächst
scheinen möchte. Denn im Vergleich zu Hugo
Capet (+ 996), seinem Vater und Vorgänger auf dem Königsthron,
erscheint die Überlieferungslage ungleich günstiger. So besitzen
wir eine Vita Roberts II. aus der Feder
eines Zeitgenossen namens Helgaud, der als Mönch und Priester dem
König eng verbunden war und ihn persönlich kannte. Freilich hat
dieser Umstand auch dafür gesorgt, dass wir es bei dieser Vita nicht
mit einem abgewogenen Bericht über das Leben Roberts
zu tun haben. Es handelt sich vielmehr um eine einseitige Parteinahme zugunsten
des Königs, die von einem ausgesprochenen Anhänger der kapetingischen
Dynastie verfaßt wurde. Jedenfalls erweisen sich übertriebene
Hoffnungen, was den unmittelbaren Quellenwert von Helgaud für die
Geschichte Roberts II. angeht, als
unbegründet.
Um die Besonderheit Roberts, um die Konturen seiner Persönlichkeit
deutlicher hervortreten zu lassen, wird es zunächst notwendig sein,
in einem ersten Teil die äußeren Rahmenbedingungen zu skizzieren,
an die das Königtum Roberts II. gebunden
war. Denn erst, wenn wir in etwa den Spielraum kennen, der dem
KAPETINGER zur Verfügung stand, die politischen, wirtschaftlichen
und geistigen Strukturen, in die sein Königtum eingebunden war, können
wir die Leistung und Bedeutung dieses Königs einschätzten. Wir
werden dann in einem zweiten Teil versuchen, uns, soweit es die Quellen
zulassen, der Person Roberts chronologisch-biographisch
zu nähern. Abschließend werden wir uns den wichtigsten Tätigkeitsfeldern
Roberts
II. zuwenden.
II. Äußere Rahmenbedingungen
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Der Tod seines Vaters hatte Robert
II. nach neun Jahren der Mitregentschaft 996 zum Alleinherrscher
gemacht. Sein Reich stellte ein äußerst komplexes Gebilde dar,
das sich schon allein in seinem geographischen Erscheinungsbild grundlegend
von dem unterschied, was wir heute unter "Frankreich" verstehen. Seine
östliche Grenze verlief damals ungleich weiter westlich und orientierte
sich gegenüber seinen beiden Nachbarn, dem deutschen und dem burgundischen
Königreich, an den großen Flüssen Schelde, Maas, Saone
und Rhone. Mehrfache Versuche der westfränkischen Herrscher, die Grenze
weiter nach Osten zu verschieben und insbesondere das alte Stammland der
KAROLINGER,
Lotharingien, für sich zu reklamieren, waren - zuletzt am Ende des
10. Jahrhunderts - gescheitert. Die KAPETINGER
verzichteten
für die Dauer von über zwei Jahrhunderten auf eine Grenzkorrektur
und erkannten statt dessen die Zugehörigkeit des lotharingischen zum
deutschen Reich an. Die Akzeptanz dieser Grenze in der Zeit Roberts
II. bezeugen nicht zuletzt die an der Maas und am Chiers stattfindenden
Herrscherbegegnungen der Jahre 1006 und 1023. Freilich wäre es verkehrt,
moderne Vorstellungen einer nationalstaatlichen Grenze auf mittelalterliche
Verhältnisse zumal des 11. Jahrhunderts übertragen zu wollen.
Vielmehr ist für diesen Zeitraum von einem Grenzsaum oder Grenzgebiet
auszugehen, von Einflußzonen, die jeweils höchst unterschiedlichen
Interessen lokaler und regionaler Gewalten ausgesetzt waren. Die Situation
an der südwestlichen "Grenze" Frankreichs war dadurch gekennzeichnet,
dass sich das ehemals karolingische Einflußgebiet der Spanischen
Mark, aus der sich das spätere Katalonien entwickeln sollte, zunehmend
dem kapetingischen Einfluß entzog. Aber auch für die anderen
Gebiete im Süden und Westen Frankreichs hat man für die Zeit
Roberts II. von einer großen "Königsferne" auszugehen. Diese
Territorien, die man unter dem Sammelbegriff 'Aquitanien' subsumierte,
umfaßten sich stark voneinander unterscheidende Regionen und Landschaften.
Sie wurden vom König nicht aufgesucht. Ein einziges Mal in seiner
langen Regierungszeit hat sich Robert II.
in den S seines Königreichs aufgemacht und in Form einer Pilgerreise
zahlreiche heilige Stätten besucht. Wann genau diese Reise stattfand,
wissen wir nicht. Sein Biograph Helgaud hat sie als Ausdruck persönlicher
Frömmigkeit Roberts II. gewertet,
der sein Ende kommen sah.
Auch die damals sehr schwierigen Verkehrsverhältnisse
trugen nicht dazu bei, die so unterschiedlich struktuierten Reichsteile
enger miteinander zu verbinden. Namentlich das Reisen war aufgrund des
schlechten Wegenetzes mit großen Gefahren verbunden. Eines der schwierigsten
Probleme stellte immer wieder die Überquerung von Gewässern dar.
So wäre Helgaud, wie er berichtet, mitsamt seinen Begleitern fast
in der Seine ertrunken, als er diese überqueren wollte. Einzig dem
Gebet des frommen Robert hat Helgaud
seine Rettung zugeschrieben.
Als besonders fatal erwies sich auch die starke Abhängigkeit
der Nahrungsmittelproduktion von der Laune der Natur. So berichtet der
zeitgenössische Historiograph Rodulfus Glaber von einer Hungersnot,
die man in die Jahre 1005 bis 1006 datiert und die besonders die einfache
Bevölkerung traf: "Damals ernährte man sich nicht nur vom Fleisch
unreiner Tiere und Reptilien", sondern, wollen wir dem Chronisten Glauben
schenken, die Hungersnot nahm ein solches Ausmaß an, dass sogar "erwachsene
Söhne ihre Mütter, die Mütter ihrer Kinder aufzuessen begannen".
Auch wenn moderne Historiker diesem Bericht mit einiger Skepsis gegenüberstehen,
so kann doch an der nach wie vor stark schwankenden Verfügbarkeit
von Nahrungsmitteln und der entsprechend schwierigen Versorgung keine Zweifel
bestehen. Freilich zeichnete sich für die Zeit Roberts
II. ein Wandel zum Besseren ab. Dies kann ein Vergleich der
46-jährigen Herrschaftszeit
KARLS DES GROSSEN
zwischen 768 und 814 mit der ebenso langen Regentschaft von Hugo
Capet und Roberts II. zwischen
987 und 1031 zeigen. Die Zahl sinkt von acht auf drei Hungerkrisen. Dahinter
standen vermutlich Verbesserungen der Agragtechnik und die Erschließung
neuer Anbauflächen, die für und jedoch nur sehr schwer greifbar
sind. Ebenfalls spekulativ bleiben im Grunde unsere Kenntnisse auch über
jene Gruppe, die zeitgenössische Gesellschaftstraktate als laboratores,
als die "arbeitenden Menschen" beschrieben. Dieser Umstand ist um so unbefriedigender,
als sie die Hauptmasse der Bevölkerung umfaßte, die damals,
zumindestens im agrarisch geprägten nord- und mittelfranzösischen
Raum, auf dem Lande lebte. Dass wir immer wieder an die Grenzen unseres
Wissens stoßen, hängt unter anderem damit zusammen, dass authentische
Selbstzeugnisse der laboratores fehlen. Statt dessen sind wir auf die Berichte
der "Beter" (oratores) angewiesen. Diese prozentual sehr kleine Gruppe
der Weltkleriker und Mönche begegnete der Masse der Bevölkerung
mit intellektueller Arroganz, sofern man sie überhaupt zur Kenntnis
nahm. Wenn wir den Aussagen führender französischer Sozialhistoriker
Glauben schenken dürfen, dann muß die Lage der Bevölkerung
und speziell der Bauern zur Zeit Roberts II. ausgesprochen
pessimistisch beurteilt werden. Ihnen gelang es nicht, das auf ihnen lastende
Joch der Knechtschaft abzuschütteln. Vielmehr nahm der Grad ihrer
Unfreiheit eher zu. Bislang noch "freie" Bauern gerieten gegen Ende
der Regierungszeit Roberts II. in weiter
zunehmende Abhängigkeit.
III. Biographisches
-----------------------
"Er war von herausragender Gestalt; sein glattes Haar
war wohlfrisiert; die Augen schauten demütig; die Nase war breit und
groß; sein süßer Mund eignete sich sehr gut, den heiligen
Friedenskuß zu geben; sein Bart sah gepflegt aus; die Schultern waren
gerade; die Krone, die er auf dem Kopf trug, machte deutlich, dass er aus
einem alten und ehrwürdigen Geschlecht stammte; wenn er auf seinem
königlichen Pferde saß, dann berührten - es klingt merkwürdig
- die Zehen fast seine Fußsohlen, was bei den Zeitgenossen, wenn
sie ihn so sehen konnten, als ein Wunder empfunden wurde." Dieses Porträt
Roberts
II., das Helgaud und in seiner Vita gibt, enttäuscht in
seiner Dürftigkeit den modernen Leser, der gerne mehr und genaueres
über das äußere Erscheinungsbild des Königs gewußt
hätte. Doch lag es gar nicht in der Absicht des Autors, eine realistische
Schilderung der königlichen Person zu versuchen. Er konzentrierte
sich statt dessen auf wichtige Einzelheiten, die, so wird man mit einigem
Recht folgern dürfen, nicht nur für ihn, sondern auch für
seine Zeitgenossen bedeutsam waren. Sie stellten mehr als reine Äußerlichkeiten
dar. Sie waren immer auch Symbole, Zeichen. So deutete die hervorstechende
Größe Roberts auf seinen
Adel; mit der Betonung von Haar und Bart verband sich immer auch die Vorstellung
von Numinosem und Heilsmäßigem, von königlicher Würde.
Nicht ohne Grund hat Helgaud die Demut des königlichen Blickes erwähnt,
denn nach mittelalterlicher Vorstellung galten gerade die Augen als ein
Spiegel der Seele. Wichtig auch der Umgang Helgauds mit einem körperlichen
Defekt Roberts, seiner extremen Zehenverkrümmung.
Sie entstellt nicht. Sie ist vielmehr Signum einer besonderen Nähe
zu Gott. "Das ständige Gebet zu Gott, das häufige Beugen der
Knie, vielfältige Arbeit und Mühsal machten ihn, der an der Spitze
des Staates stand, zu einem Vorbild. An ihm konnten die Menschen lernen,
wie sie miteinander umzugehen hatten. In der Ratsversammlung wollte Robert
am liebsten immer der einfache Mann aus dem Volk sein; er liebte es, sich
mit jedermann zu unterhalten; es aß auch nicht allein und mischte
sich gerne unter die Leute." Diese Stilisierung zum Populären und
Einfachen dient Helgaud als Nachweis herrscherlicher Demut eines heiligen
Königs.
Folgen wir Helgauds Bericht, so ist
Robert bei dem berühmtesten Gelehrten seiner Zeit, Gerbert
von Aurillac, 'zur Schule gegangen'. Seit 972 lehrte dieser mit Ausnahme
einer kurzen Unterbrechung zwischen 982 und 984 an der Reimser Domschule.
Wenn wir, was am wahrscheinlichsten ist, die Geburt Roberts
in das Jahr 973 oder 974 setzen, dann war der junge Robert
vielleicht
10 oder 11 Jahre alt, als er auf Drängen seiner Mutter Adelheid den
Unterricht Gerberts besuchte. Jedenfalls konnte Robert schon lesen, und
seine erste Lektüre war, wie damals üblich, der Psalter gewesen.
Er verfügte also schon über die elementaren Kulturtechniken des
Lesens und Schreibens, als er zu Gerbert kam. Was er bei ihm lernen konnte,
war ungleich anspruchsvoller. Die Domschulen bildeten im 10. und 11. Jahrhundert,
als es die Universitäten noch nicht gab, die intellektuellen Eliten
aus. Auf dem Programm der Reimser Kathedralenschule stand eine gründliche
Einführung in die sogenannten "Sieben Freien Künste" (Artes liberales).
Wir besitzen recht detaillierte Informationen über den Lehrplan Gerberts.
Der Schwerpunkt lag vor allem auf den mathematisch-naturwissenschaftlichen
Fächern des Quadriviums (Musik, Geometrie, Arithmetik und Astronomie).
Aber auch die philosophischen Disziplinen des Triviums (Grammatik, Rhetorik
und Dialektik) wurden intensiv gelehrt. Daher erscheint eine gewisse Skepsis
angebracht, inwieweit Robert II. dieses
hohe geistige Anforderungen stellende Studienprogramm auch tatsächlich
zur Gänze absolvierte, wie man bisweilen mit allzu großem Optimismus
angenommen hat. Sicher ist aber, dass Robert, gemessen am Maßstab
seiner Zeit, auch "wissenschaftlich" interessiert war. Das zeigt sich an
der Reaktion auf ein außergewöhnliches Naturphänomen, das
sich etwa um das Jahr 1022 im Süden seines Königreiches an der
Atlantikküste ereignet hatte. Dort war es drei Tage vor dem Fest von
Johannes dem Täufer zu einem "Blutregen" gekommen. Graf Wilhelm von
Aquitanien informierte Robert II.,
der rasch reagierte. Der König setzte eine Kommission ein, die sich
aus den führenden Wissenschaftlern der Zeit wie beispielweise Fulbert
von Chartres zusammensetzte und den Ursachen dieses so beunruhigenden Ereignisses
nachgehen sollte. Was am Verhalten
Roberts II.
besonders
auffällt, sind zwei Dinge. Einmal wurde das Naturschauspiel in seiner
konkreten Manifestation überaus exakt beschrieben, und zum anderen
machte der König präzise Lösungsvorschläge, wie man
dieses Phänomen "wissenschaftlich" deuten könne. So empfahl er
dem Erzbischof Gauzlinus von Bourges, mit Hilfe von Geschichtswerken nach
historischen Analogiefällen zu fahnden, wobei er auch eine genaue
Quellenangabe der von Gauzlinus herangezogenen Werke erwartete. Robert
II. wird sich über den Bericht seiner Untersuchungskommission
nicht sonderlich gefreut haben. Denn schon damals trat das ein, was auch
heute noch immer wieder geschieht: die Experten kamen zu höchst widersprüchlichen
Ergebnissen und Schlußfolgerungen.
Im März oder April 985, also rund zwei Jahre vor
der kapetingischen Machtübernahme,
ist Robert für uns zum ersten
Mal als politische Größe greifbar. Er war damals ungefähr
12 oder 13 Jahre alt. Er befand sich damit nach mittelalterlicher Vorstellung
am Ende seiner Kindheit und an der Schwelle der Mündigkeit. Der Eintritt
in die Welt der Erwachsenen stand unmittelbar bevor. Sein Vater konnte
mit ihm als einer wichtigen Figur auf dem politischen Schachbrett seiner
Zeit operieren. So offerierte Hugo Capet
sich und seinen Sohn den OTTONEN als
ideale Bündnispartner. Spätestens das Epochejahr 987 sollte die
immense Bedeutung Roberts für
die Konstituierung der kapetingischen Königsdynastie
erweisen. Denn in dieses Jahr fiel nicht nur die Wahl und Krönung
Hugo
Capets, sondern es gelang dem Vater auch, die Krönung seines
Sohnes Robert
zum rex Francorum
noch zu Weihnachten durchzusetzen. Zum Zeitpunkt seiner Krönung dürfte
Robert etwa 15 oder 16 Jahre alt gewesen sein. Es ist daher
wenig wahrscheinlich, dass er einen eigenständigen Part in den Ereignissen
dieser Zeit spielte. Nach wie vor ist er nur Objekt und nicht Subjekt des
politischen Handelns. Dies gilt auch für die weiteren Maßnahmen
Hugo
Capets, mit denen er versuchte, sein Geschlecht auf dem Königsthron
zu etablieren. Ein wichtiger Trumpf in diesem Spiel war sein nunmehr heiratsfähiger
Sohn Robert, der eine byzantinische
Prinzessin heiraten sollte. Das Vorbild, an dem sich Hugo
Capet orientierte, liegt auf der Hand: die Ehe zwischen OTTO
II. und der aus Byzanz stammenden Theophanu.
Die geplante Verbindung kam nicht zustande, weil sie doch wohl die Möglichkeiten
der KAPETINGER überstieg. Diese
sahen sich zudem mit dem Vorwurf der Usurpation konfrontiert. Man wußte
auch nicht, ob es sich bei Hugo und
Robert
nicht doch nur um "Zwischenkönige" (interreges) handeln würde,
wie feindselig eingestellte Zeitgenossen meinten. Als der Graf von Flandern
im März 988 starb und eine Frau und einen Sohn hinterließ, handelte
Hugo.
Er verheiratete seinen Sohn Robert
mit der Witwe Rozala/Susanna. Auf eventuelle
Gefühle seines damals wahrscheinlich 16-jährigen Sohnes - immerhin
war Rozala fast doppelt so alt - nahm
der Vater keine Rücksicht. Es handelte sich um eine strategische Allianz.
Dies gilt auch für die beiden folgenden Ehen, die Robertin
seinem weiteren Leben noch eingehen sollte. Seine zweite Frau
Bertha, wie Rozala ebenfalls
von königlichem Geblüt und gleichfalls Witwe, war mit dem Grafen
Odo I. von Blois verheiratet gewesen. Eine romantische und psychologisierende
Geschichtsschreibung hat diese zweite Ehe Roberts
(vermutlich
April 997) als einen Akt jugendlicher Befreiung gegenüber einem übermächtigen
Vater gedeutet. Doch steht dem die Tatsache entgegen, dass sich spätestens
991 Robert von Rozala
trennte, "weil sie zu alt war". Diese Aussage eines zeitgenössischen
Chronisten erklärt viel besser, warum die Trennung Roberts
II. von Rozala unbedingt
erforderlich war: Sie hatte ihm - und das mußte auch in den Augen
Hugo
Capets ein entscheidendes Manko sein - keine Kinder gebären
können. Damit aber war die königliche Dynastie in ihrem Fortbestand
existenziell bedroht. Alles hing davon ab, dass Söhne als potentielle
Thronfolger zur Verfügung standen. Aber auch die zweite Ehefrau erfüllte
die in sie gesetzten Erwartungen nicht, zumal der päpstliche Stuhl
Anstoß an dem allzu nahen Verwandtschaftsgrad der beiden Ehepartner
genommen hatte. Erst die dritte Gemahlin, Constanze,
die Tochter des Grafen Wilhelm von Arles, die Robert
1004
heiratete, schenkte ihrem Gatten die ersehnten männlichen Nachkommen:
Hugo,
Heinrich,
Robert,
Odo
und darüber hinaus noch zwei Töchter, Hadwig
und Adela.
Die Namenswahl ist ein starkes Indiz dafür, dass
Roberts ältester Sohn die Nachfolge antreten sollte: Er
hieß gleich seinem Großvater Hugo
und wurde 1017 zum Mitkönig gekrönt. Auch der Name des zweitältesten
Sohnes war Ausdruck eines politischen Programms: Er wurde nach seinem Großonkel
väterlicherseits Heinrichbenannt,
dessen burgundische Herzogswürde er fortführen sollte. Der unerwartete
Tod von Roberts II. ältesten Sohn
Hugo im Jahr 1025 bedeutete lediglich eine nominelle Modifizierung,
aber keine inhaltliche Änderung der Erbfolgeregelung. Nunmehr rückte
der zweitälteste Sohn Roberts II.,
Heinrich,
an die Stelle seines verstorbenen Bruders. Er wurde im Mai 1027 zum Mitkönig
gekrönt, während umgekehrt sein jüngerer Bruder Robert
zwischen
1027 und 1030 zum Erben des burgundischen Herzogtums bestimmt wurde. Die
jüngere Forschung hat deutlich machen können, dass Robert
II. einem damals im Hochadel üblichen Modell der Erb- und
Nachfolgeregelung verpflichtet war, dessen Bedeutung sich bereits Mitte
des 10. Jahrhunderts abgezeichnet hatte, als
Hugo
der Große, also der Großvater
Roberts
II., eine analoge Maßnahme getroffen hatte. Das Vorgehen
Roberts
II. bedeutete eine weitere Belastung des ohnehin schon reichlich
gespannten Verhältnisses zwischen den beiden Ehegatten. Im Gegensatz
zu ihrem Mann hatte Constanze
nach
dem Tode ihres ältesten Sohnes Hugo
eine
Krönung von Robert, dem späteren burgundischen Herzog, befürwortet.
Sie konnte sich aber nicht durchsetzen, da Odo II. von Blois im Verein
mit Wilhelm V. von Aquitanien nach anfänglichem Zögern den königlichen
Nachfolgeplan unterstützte. Es war nicht das erste Mal, dass der Hof
in zwei Parteien zerfiel. Helgauds Biographie läßt noch etwas
von der haßerfüllten Atmosphäre erkennen, die damals am
Hofe geherrscht haben muß. Er hat uns Constanze
als
eine ausgesprochen zänkische, ruhmsüchtige und geldversessene
Ehefrau beschrieben, die ihrem Namen "die Beständige"
wenig
Ehre machte. Freilich hatte die Königin auch allen Grund, mit ihrem
Mann 'unzufrieden' zu sein. Denn dieser war - zusammen mit seiner Exfrau
Bertha - vermutlich um das Jahr 1010 nach Rom gereist. Vielleicht
machte er sich Hoffnungen auf einen päpstlichen Dispens. Dieser hätte
es ihm dann ermöglicht, nach einer Scheidung von Constanze
wieder
rechtmäßig mit Bertha
zusammenzuleben.
Da seine zweite Ehefrau aber, wie bereits angedeutet, sehr eng, das heißt
im 3. kanonischen Grad mit ihm verwandt war, was nach kirchlicher Auffassung
eine Ehe ausschloß, muß Roberts
Plan als illusionär bezeichnet werden. Gleichzeitig war es aber auch
gefährlich, hätte Robert II. doch
die Thronfolge seines damals schon geborenen Sohnes Hugo
in Frage gestellt. In dieser schwierigen Situation griff ein Heiliger ein:
Sankt Savinianus, der erste Erzbischof von Sens, schlug sich auf die Seite
der Königin. Constanze hatte schon
befürchtet, "aus dem königlichen Bett vertrieben zu werden".
Doch der König kehrte mit leeren Händen aus Rom zurück.
"Seit dieser Zeit begann er, seine Frau Constanze
zu lieben", meinte wenigstens ein zeitgenössischer Chronist.
IV. Königliche Aktionsfelder
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Robert II. hatte
auch sonst wenig Glück mit dem päpstlichen Stuhl. Die vermutlich
im Jahre 1010 unternommene Romreise bildete den Endpunkt seiner erfolglosen
Bemühungen um eine Anerkennung seiner Ehe mit Bertha,
die er, entgegen allen Warnungen, 996 geheiratet hatte. Papst Gregor V.
(996-999) reagierte empört. Auf zwei Synoden (Pavia 997 und Rom 998)
wurden die französischen Bischöfe, die der Ehe ihres Herrschers
zugestimmt hatten, exkommuniziert. Robert
selbst wurde das Anathem, die ewige Verfluchung, angedroht. Vermittlungsbemühungen
des mit den KAPETINGERN befreundeten
Abbo von Fleury, eines der bedeutendsten Repräsentanten des westfränkischen
Mönchtums, scheiterten, und das enge Verhältnis zwischen Abt
und König begann brüchig zu werden. Erst nachdem Roberts
ehemaliger
Lehrer Gerbert auf Betreiben Kaiser OTTOS III.
als Silvester II. (999-1003) den päpstlichen Stuhl bestiegen hatte,
kam es zu einer gewissen Klimaverbesserung.
Auch andere königliche Aktionen, wie der langjährige,
seit 1005 erbittert geführte Krieg zwischen Robert
II. und dem burgundischen Grafen Otto-Wilhelm
um das Herzogtum Burgund, belasteten das Verhältnis zwischen König
und Mönchtum. Abt Odilo von Cluny (994-1049) machte Robert
II. schwere Vorwürfe, als der König bei einem seiner
Feldzüge auch vor einer Zerstörung der Germanus-Kirche in Auxerre
nicht zurückschreckte. Ebenfalls zu einem schweren Zwischenfall muß
es zwischen den berühmten Reformabt Wilhelm von Volpiano, dem wir
die prächtige Ausgestaltung von St-Benigne in Dijon verdanken, und
dem Königspaar gekommen sein. Constanze
und Robert bezichtigten Wilhelm der
Kollaboration mit dem burgundischen Widerstand. Doch der Abt wußte
sich zu revanchieren. Als die Eltern den Tod ihres ältesten Sohnes
Hugo
beklagten, empfahl er ihnen mit unverhohlener Kühle, sich doch lieber
zu freuen anstatt weiter zu trauern: "Wißt ihr denn nicht, was die
Heilige Schrift (2 Sam. 23, 13) sagt, dass man unter 30 Königen kaum
drei gute findet?"
Schon eher monastisch geprägten Reformerwartungen
entsprach Robert II. mit seinem entschiedenen
Auftreten in der Ketzerfrage von Orleans (1022): "Als der König und
alle Anwesenden sahen, dass man die Häretiker nicht von ihrem Irrglauben
abbringen konnte, befahl er, in der Nähe von Orleans ein großes
Feuer anzuzünden." Die zeitgenössischen Berichte sind sich uneinig
darüber, wieviele "Ketzer" tatsächlich den Tod fanden. Dennoch
kommt Robert II. das traurige Verdienst
zu, als erster mittelalterlicher Herrscher eine Ketzerverbrennung angeordnet
zu haben. So paradox es klingen mag, und so sehr es einem modernen Verständnis
christlicher Frömmigkeit widerspricht: Mit seinem entschlossenen Auftreten
wahrte Robert seinen Ruf als "Allerchristster
König". Denn bereits Abbo hatte in seinem Liber apologeticus die entschiedene
Ketzerbekämpfung als eine königliche Kardinaltugend definiert.
Die harte Reaktion erklärt sich aber vielleicht auch durch den Umstand,
dass die als "Manichäer" bezeichneten Ketzer nicht Leute einfacher
Herkunft waren. Vielmehr handelte es sich um Intellektuelle, die ausgerechnet
in Orleans, in der 'Hauptstadt' Roberts,
kirchliche Führungspositionen innehatten. Sogar der Beichtvater der
Königin war als Häretiker überführt worden. Constanze
war daher genötigt, in einem spektakulären Akt sich demonstrativ
von ihrem geistlichen Vertrauten zu distanzieren: Als er am Morgen zur
Richtstätte geführt wurde, schlug sie ihm mit ihrem Stock ein
Auge aus. Dass die Affäre von Orleans eine Niederlage für die
Königin bedeutete, kann man auch daran erkennen, dass mittlerweile
Odalrich, der Kandidat ihres Intimfeindes Odo II. von Blois, als Bischof
von Orleans amtierte, während sich Constanzes
Favorit Theoderich (1013-1021) aus seinem Bischofsamt hatte zurückziehen
müssen. Theoderich hatte anfänglich durchaus auch die Unterstützung
Roberts
II. genossen. Doch der König konnte es sich zu den damaligen
Zeitpunkt längst nicht mehr leisten, mit seinem mächtigsten Vasallen,
Odo II., zu brechen, da dieser im Begriff stand, die Herrschaft auch in
der Champagne anzutreten, was durchaus nicht im königlichen Interesse
liegen konnte. Denn auf diese Weise wurden die Gebiete königlichen
Einflusses durch die ausgedehnten Besitzungen Odos, die sich von der Bretagne
im Westen bis an die Grenze Lothringens im Osten erstreckten, gleichsam
eingeschnürt und Möglichkeiten königlicher Einflußnahme
außerhalb der Krondomänen weiter zurückgedrängt. Bereits
die Zeitgenossen haben die prekäre Lage Roberts
II. gesehen, dem Odo II. "vieles bald mit Gewalt, bald mit Gerissenheit
abgenötigt hatte". Aber auch Odo II. hatte gefährliche Gegner.
Besonders mit dem Grafen Fulco III. Nerra von Anjou (987-1040) hatte er
zu rechnen. Da Constanze
mit dem Hause
ANJOU, Bertha
hingegen, von der
sich Robert II. immer noch nicht endgültig
zu trennen vermochte, mit dem Hause BLOIS verwandt war, wurde selbst der
königliche Hof zum Schauplatz der Auseinandersetzungen der beiden
miteinander rivalisierenden Parteien. Weil Hugo von Beauvais, Pfalzgraf
und Vertrauter des Königs, zu Bertha
hielt, wurde er auf Anstiften Constanzes
und ihres Cousins Fulco Nerra ermordet. Die Attentäter konnten es
sich leisten, Hugo vor den Augen eines offensichtlich hilflosen Königs
umzubringen.
Auch die Außenpolitik bot wenig Raum für königliche
Machtentfaltung. So nimmt man an, dass das zweite Treffen Roberts
mit
Kaiser
HEINRICH II. im Jahre 1023 nicht nur der Vorbereitung gemeinsamer
kirchenreformerischer Maßnahmen diente, wie Rodulfus Glaber zu wissen
glaubte. Die Begegnung fand bei Ivois und Mouzon am Chiers statt. Das diplomatische
Zeremoniell betonte die Gleichrangigkeit beider Herrscher, die sich am
französischen und am deutschen Flußufer trafen und einander
Geschenke überbrachten. Bei ihren Gesprächen dürfte es auch
darum gegangen sein, wer im Königreich Burgund das Erbe des söhnelosen
Rudolf
III. (993-1032)
antreten sollte. Dieses Problem begann sich
damals bereits abzuzeichnen, obwohl der Burgunder sowohl seinen französischen
wie seinen deutschen "Kollegen" überleben sollte. Odo II., der als
Enkel König Konrads von Burgund (937-993)
Thronansprüche
erhob, war als unsichtbarer Dritter am Verhandlungstisch immer präsent.
So liegt die Vermutung nahe, Robert II.
hätte sich in einer Koalition mit HEINRICH
II. gegen den Grafen, ihren gemeinsamen Gegner, zusammengefunden.
Denn auch der deutsche König fühlte sich als der legitime Erbe
des Burgunderreiches. Das gute Verhältnis zum deutschen Nachbarn erfuhr
freilich bald eine gewisse Belastung. Robert II.
unterstützte
die Aspirationen Wilhelms V. von Aquitanien auf die italienische Königskrone
und übte deshalb politischen und militärischen Druck auf Lothringen
aus. Aufgrund einer fälschlicherweise vermuteten innenpolitischen
Instabilität Deutschlands glaubte Robert,
einen außenpolitischen Handlungsspielraum zu haben, zumal er mit
seinem Hauptwidersacher, Odo II., einen Burgfrieden geschlossen hatte.
Doch der neue König KONRAD II. (1024-1039)
konnte
sich als Nachfolger HEINRICHS II. unerwartet
rasch durchsetzen; der aquitanische Herzog verzichtete für sich und
seinen Sohn auf die italienische Krone, Robert
II. selbst war infolge des unerwarteten Todes seines ältesten
Sohnes im Jahre 1025 gezwungen, die Thronfolge neu zu ordnen. Daher endete
die in der älteren Forschung dramatisierte Krise ebenso schnell, wie
sie begonnen hatte.
Wenigsten innenpolitisch konnte
Robert II. die Gunst der Stunde nutzen. Er öffnete sich
der großen Reformbewegung des Gottesfriedens, als diese aus dem aquitanischen
Süden kommend auch in den mittel- und nordfranzösischen Diözesen
Einzug hielt. Speziell für das in langwierigen Feldzügen zwischen
1003 und 1015 eroberte Herzogtum Burgund. das so lange und so hartnäckig
Widerstand geleistet hatte, bot die Gottesfriedensbewegung die Chance,
beschädigtes königliches Ansehen wieder aufzupolieren. Denn dem
König war in besonderer Weise der Schutz der Armen, der Witwen und
Waisen aufgetragen. Man wird im Fall Roberts gleichwohl
die praktische Bedeutung dieser Bewegung, die aus wirtschaftlichen Motiven
von den Fürsten unterstützt wurde, nicht überschätzen
dürfen. Für das politische Prestige des Königs ist vielleicht
bereits bei den Zeitgenossen, ganz sicher aber bei der Nachwelt ein anderer
Umstand ungleich wichtiger geworden, der Robert auch das Etikett eines
"Frommen" eintragen sollte. Er erkannte, gezwungen durch seine politische
Schwäche, die Chancen, die in der Sakralität seines Königtums
lagen: "Die göttliche Kraft verlieh dem vollkommenen Robert auch die
überaus große Gnade, Menschen von schmerzhaften Krankheiten
heilen zu können. Dazu berührte die so heilige königliche
Hand die Wunde und machte über den Kranken das Kreuzzeichen." Spätestens
mit seiner Erwähnung königlicher Wunderheilung machte Helgaud
unmißverständlich klar, dass es sich bei Robert
II. wirklich um einen Heiligen handelte. Dessen - geglückte
- Wunderheilungen waren Bestätigungen und unwiderlegbarer Beweis der
schon früher vom Chronisten behaupteten königlichen Heiligkeit.
Wie bereits vor ihm der "heilige" Abbo nahm sich auch Robert in der Nachfolge
Christi in besonderer Weise der Aussätzigen an. Und wie der Abt aus
Fleury bediente sich der kapetingische König kontakt-magischer Formen.
Durch körperliche Berührung übertrug er göttliche Heilkraft
auf den Kranken. Die Konzeption des "roi thaumaturge", des wundertätigen
Königs, ist von späteren KAPETINGERN,
beginnend mit Roberts Enkel Philipp
I. (1060-1108), ausgebaut und verfeinert worden. Dieser Umstand
erweist die politische Zugkraft einer Herrschaftsideologie, die auf "Heiligkeit"
setzte. Dass Robert II. aus der strukturellen
Not seines Königtums eine politische Tugend persönlicher Frömmigkeit
zu machen verstand, sichert ihm zu Recht das Gedenken der Nachwelt.