Heinrich I.                                               König von Frankreich (1031-1060)
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1007/08-4.8.1060
            Pfalz Vitry-aux-Loges

Begraben: St-Denis
 

2. Sohn des Königs Robert II. der Fromme von Frankreich aus seiner 3. Ehe mit der Konstanze von Arles, Tochter von Graf Wilhelm I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 2054
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Heinrich I., König von Frankreich 1031-1060
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* 1008, + 4. August 1061
            Vitry-en-Brie

Begraben: St-Denis

Als zweiter Sohn Roberts II. und Konstanze von Arles zunächst mit dem Herzogtum Burgund bedacht, wurde Heinrich nach dem frühen Tod seines Bruders und Mitkönig Hugos 1027 zum Mitkönig erhoben. Der vehemente Widerstand der Mutter, die den jüngeren Bruder Robert favorisierte (auch nach Roberts II. Tod 1031), brachte die Dynastie an den Rand der Katastrophe. Angesichts der erneuten Behauptung adliger Wahlrechtsvorstellungen vermochte sich Heinrich I. nur mühsam durchzusetzen und fand 1032 den Bruder mit dem Herzogtum Burgund ab. Die politischen Aufgaben waren vorgezeichnet im Aufstieg der fürstlichen Gewalten: In wechselnden Koalitionen mit den Herzögen und den Grafen von Anjou und Flandern bestand Heinrich I. im Kampf gegen das Haus BLOIS die entscheidende Kraftprobe der frühen Jahre. Erst der Tod Graf Odos II. 1037 beendete die Auseinandersetzung, die durch die Burgundpolitik Kaiser KONRADS II. in größeren europäischen Zusammenhängen aufging. Die Kontakte zu den SALIERN schlugen sich in drei Herrschertreffen (mit KONRAD II. 1033 in Deville, mit HEINRICH III. 1043 und 1056 in Ivois) und in den ersten beiden Eheschließungen Heinrichs I. mit Verwandten der SALIER nieder. In der Amtsnachfolge der karolingischen Könige betrieb Heinrich I. in seinen letzten Jahren eine entschiedene, freilich erfolglose Politik zur Rückgewinnung Lothringens. Im Inneren blieb der König zunehmend auf die Ile-de-France unter Vernachlässigung des noch vom Vater bevorzugten Orlenais beschränkt. Die Zeugenlisten königlicher Urkunden offenbaren, dass sich in der königlichen Umgebung neben Bischöfen und Grafen zunehmend lokale Herren aufhielten. Seit den 40-er Jahren lassen sich erste Ansätze zur Straffung der königlichen Verwaltung durch Schaffung von Hofämtern erkennen. Hier boten sich zunächst dem Niederadel, später auch bedeutenderen Familien Möglichkeiten zum Aufstieg im königlichen Dienst.
Nur mühsam vermochte der König die Hoheit über Teile des französischen Episkopats zu bewahren, was sich besonders angesichts der Synode Papst Leos IX. 1049 in Reims erwies: Von den auf Befehl des Königs nicht erschienen Bischöfen wurden mehrere abgesetzt oder exkommuniziert. Seine Nachfolge im königlichen Amt sicherte Heinrich I. mit dem bewährten Mittel des Mitkönigtums, als er 1059 seinem ältesten, aus der 3. Ehe mit Anna von Kiev hervorgegangenen Sohn Philipp I. erheben ließ; im formalisierten Wahlakt beanspruchte der Erzbischof von Reims nach dem Vorbild des Erzbischofs von Mainz das Erstkurrecht.
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Brandenburg Erich: Tafel 41 Seite 82
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 241c. Heinrich I., König von Frankreich 1031
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           * 1008 vor 17.V., + 1060 4. VIII.

Gemahlin:  1044 29. I. Anna, Tochter Jaroslaws I. Großfürst von Rußland
                                         + nach 1075
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Glocker Winfried: VII, 60 Seite 327
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

Heinrich I.
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* 1007/08, vor 1008 V 17; + 1060 VIII 4

1015 Herzog von Burgund, 1031 König von Frankreich;

1. oo 1033 Mathilde, Tochter König KONRADS II., * 1025, + 1034 I;

2. oo 1034 Mathilde "neptis HEINRICI Imperatoris", + 1044;

3. oo 1051 V 19 Anna, Tochter Jaroslaws I. des Weisen, Großfürst von Rußland, + 1075/89
                       (heiratet in 2. Ehe Rudolf II. Graf von Vermandois)

Wir wissen aus dem Geschichtswerk des Rodulf Glaber III c. 9, z § 34, S. 84, dass der spätere König Heinrich I. von Frankreich als zweiter Sohn König Roberts II. geboren wurde. Der kleine Heinrich in der Urkunde seines Vaters von 1008 V 7 (Regest: Catalogue des actes de Robert II, Nr. 31) erstmalig bezeugt ist, muß Heinrich 1007 oder 1008 geboren sein; vgl. Dhondt, Femmes S. 48, Anm. 34.
Für das Sterbedatum König Heinrichs I. hat Meyer von Knonau, Jbb. Heinrichs IV. Bd. 1, S. 235 mit Anm. 10, die Quellenzeugnisse zusammengestellt.
König Heinrich war mit drei Frauen verlobt bzw. verheiratet: zuerst mit Mathilde, Tochter König KONRADS II., die aber, bevor sie das heiratsfähige Alter erreicht hatte, verstarb; vgl. Bresslau, Jbb. Konrad II. Bd. 2, S. 77 f. und 101.
Auch die zweite Braut Heinrichs war eine "neptis HEINRICI Imperatoris", wie verschiedentlich bezeugt ist, ohne dass wir allerdings wüßten, ob hier Kaiser HEINRICH II. oder HEINRICH III. gemeint ist oder gar wer die Eltern dieser Mathilde waren; vgl. Dhondt, Femmes S. 54 f. Vajay, Mathild passim, versuchte nachzuweisen, dass es sich bei der zweiten Mathilde um eine Tochter Graf Liudolfs von Friesland (Sohn von VIII,1) und somit um eine Schwester Markgraf Ekberts von Meißen handelt, ohne freilich triftige Beweise vorbringen zu können.
Zur Eheschließung König Heinrichs I. mit Anna von Kiew vgl. Dhondt, Femmes S. 55-60, und die Monographie von Hallu, Anne passim; kurz informiert über die 3. Gemahlin des französischen Königs auch der Artikel von Andreas Poppo im Lexikon des Mittelalters Bd. 1. Sp. 656 s. v. Nr. 7.
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1015 zum Herzog von Burgund ernannt, wurde Heinrich I. nach dem Tode seines älteren Bruders Hugo (+ 17.9.1025) Thronfolger und wurde am Pfingstfest 1027 gekrönt. Er hatte nicht das Format seines Vaters und konnte sich gegen seine mächtigen Gegner nicht durchsetzen. Obwohl er schon vorzeitig mehrere Jahre zuvor gekrönt worden war, machte ihm sein jüngster Bruder Robert, der von seiner Mutter, der streitsüchtigen Konstanze, unterstützt wurde, sogar den Thron streitig. Die großen Vasallen mischten sich nur zu gerne in diese familiäre Auseinandersetzung ein. Der Graf von Blois ergriff die Partei Roberts; seine Rivalen, der Herzog der Normandie und die Grafen von Anjou und von Flandern, hielten dem König die Treue. Schließlich konnte Heinrich sich nur durchsetzen, indem er seinen Bruder mit dem Herzogtum Burgund entschädigte. Der französische König überließ dem Herzog der Normandie, Robert dem Teufel, zum Dank für seine Unterstützung im Krieg gegen den Grafen von Blois das Vexin francais. Diese neue Gebietsabtretung machte sich schlecht bezahlt: Der Nachfolger Roberts, Wilhelm der Bastard wurde Heinrichs grimmigster Feind. Die königliche Armee erlitt zwei demütigende Niederlagen im normannischen Land, die eine in Mortemer (1054), die andere bei der Furt von Vareville an der Dives (1058). Gegenüber seinen großen Vasallen war er machtlos und ständig kämpfte er, um die Anerkennung der Zentralgewalt durchzusetzen. Pfingsten (23. Mai) 1059 ließ er seinen 7-jährigen Sohn Philipp zum Nachfolger und Mitkönig krönen. Bei seinem Tode war die Lage des Königtums noch viel schlechter als bei seinem Regierungsantritt. Die Domäne war zusammengeschmolzen und selbst im Krongebiet war der König nicht mehr sein eigener Herr, sondern hatte mit großen, auf unangreifbaren Burgen sitzenden Feudalherren zu rechnen.
Heinrich I. wurde in der alten Königsabtei St-Denis bestattet.
 
 
 
 

1033
  1. oo Mathilde, Tochter des Kaisers KONRAD II.
      x  1018-  1.1034

    1034
  2. oo Mathilde, neptis HEINRICI Imperatoris
      x          -   1044

  19.5.1051
  2. oo 1. Anna von Kiew, Tochter des Großfürsten Jaroslaw I.
               um 1035-   1075/89

        2. oo Rudolf II. Graf von Valois
                        -   1074
 
 
 
 

Kinder:
3. Ehe

  Philipp I. König von Frankreich
  Nach Ende Mai 1052-29.7.1108

  Hugo Graf von Vermandois
  1057-18.10.1101

  Robert
  vor Juni 1054- um 1065 (oder + 1060 Glocker)
 
 
 
 

Literatur:
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Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 34,69,102,105 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 41 Seite 82 - Bresslau, Harry: Über die Zusammenkunft zu Deville zwischen Konrad II. und Heinrich I. von Frankreich und über das Todesdatum Herzog Friedrichs II. von Oberlothringen, in: Jahrbuch der Gesellschaft für lothringische Geschichte und Altertumskunde 18 (1906) Seite 456-462 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 163/Band II 316 - Douglas David C: Wilhelm der Eroberer Herzog der Normandie. Diederichs Verlag München 1994 Seite 258,310,311 - Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 42-44,50-54,56-64,66,73,105,112 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 87,94,99-112,113,115 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München 1994, Seite 73-74 - Erkens, Franz-Reiner: Konrad II. Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers. Verlag Friedrich Puset Regensburg 1998, Seite 161 - Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 28,44,47,57 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 VII,60 Seite 327,340 - Le Goff Jacques: Ludwig der Heilige, Klett-Cotta Stuttgart 2000 Seite 20,66,246,248,281,799-800 - Mexandeau Louis: Die Kapetinger. Editions Rencontre Lausanne 1969 Seite 143-149 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 190,193,198,201 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 342,390,394 - Treffer Gerd: Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert) Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1996 Seite 78,81 - Wolfram, Herwig: Konrad II. 990-1039. Kaiser dreier Reiche. C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 2000 Seite 56,259-262,290,313 -
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Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Seite 99-112
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"Die französischen Könige des Mittelalters"

Egon Boshoff

HEINRICH I., König von Frankreich 1031-1060
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* 109/10, + 4.8.1060
                Vitry-aux-Loges

Bestattet: St-Denis

Zweiter Sohn Roberts II. und der Konstanze von Arles

Brüder:
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Hugo
Robert
Odo

Schwester:
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Adele

1017 Herzog von Burgund
1017 Mit-König (Pfingsten Krönung in Reims)
20.7.1031 König
Mai 1033 Zusammenkunft mit Kaiser KONRAD II. in Deville - Vereinbarung der Ehe mit KONRADS Tochter Mathilde (+ 1034)
dann Ehe mit Mathilde (+ 1044; bestattet in St-Denis), einer Verwandten des Kaisers
1051 Vermählung mit Anna, Tochter des Großfürsten Jaroslaw von Kiew

Kinder:
---------
Philipp I. König von Frankreich (* 1052, nach Ende Mai, + 29.7.1108)
Robert (* vor Juni 1054, + um 1065)
Hugo Graf von Vermandois (* 1057, + 18.10.1101)

10.11.1037 Schlacht von Bar, Tod Odos II. von Blois-Champagne
1041 Niederschlagung des Aufstandes des Bruders Odo
April 1043 Treffen mit HEINRICH III. in Ivois
21.8.1044 Schlacht von Nouy
Januar 1047 Schlacht bei Val-es-Dunes
Oktober 1048 Treffen mit HEINRICH III. in Ivois
3.-5.10.1049 Konzil von Reims - Feldzug Heinrichs I. gegen Anjou
1052/53 Konflikt St-Denis-St. Emmeram um die Dionysiusreliquien
Februar 1054 Feldzug gegen Normandie, Niederlage bei Mortemer
Huldigung Theobals von Blois-Champagne an HEINRICH III.
Ende Mai/Anfang Juni 1056 Treffen mit HEINRICH III. in Ivois
August 1057 Feldzug gegen Normandie, Niederlage bei Varaville
23.5.1059 Erhebung des Sohnes Philipp zum Mit-König in Reims

Heinrich I. bleibt ein Phantom für den Historiker - das ist das Fazit, das J. Dhondt resignierend aus seinen zahlreichen Arbeiten über die Regierungszeit des dritten Herrschers aus der KAPETINGER-Dynastie gezogen hat. Andere urteilen nicht ganz so skeptisch, aber einig ist sich die Forschung darin, dass der Enkel Hugo Capets zu den am wenigsten bekannten Herrschergestalten der französischen Geschichte gehört. Es gibt keine zeitgenössische Biographie über ihn; die Aussagen der erzählenden Quellen gehen über das Klischee, dass er ein tüchtiger Krieger gewesen sei, nicht hinaus, fassen damit aber gleichwohl ein wesentliches Merkmal seiner Regierung: Sie ist geprägt von dauernden Kämpfen der Selbstbehauptung und der Verteidigung der Monarchie gegen eine Vielzahl von mächtigen Feinden in wechselnden Allianzen. Das spiegelt sich auch in dem von Andreas von Fleury überlieferten Beiname des Königs, Municeps, wider, den der Autor damit erklärt, dass Heinrich, wo immer es möglich war, Burgen erobert habe (ob ...expugnationen quarumque munitionum), wobei er eine andere denkbare Deutung, die Annahme von Geschenken, ausdrücklich zurückweist (non a captione munerum).
Die Epoche der frühen KAPETINGER erscheint als eine Geschichte des Niedergangs der Zentralgewalt, die mit Heinrich I. auf den absoluten Tiefpunkt gelangte. Zu fragen ist also nach dem Anteil, den er an der Festigung der Herrschaft der Dynastie und am Wiederaufstieg der Monarchie gehabt hat. Angesichts der desolaten Quellenlage und der Tatsache, dass eine kritische Edition der Urkunden Heinrichs noch nicht zur Verfügung steht, muß manches Urteil unsicher ausfallen und als vorläufig gelten; selbst die Ereignisgeschichte bietet keinen festen Grund, denn nicht immer ist eine eindeutige chronologische Einordnung der Fakten möglich. Mehr und mehr aber tendiert die Forschung zu einem letztlich positiven Gesamturteil über den KAPETINGER, dem sie diplomatisches Geschick im Umgang mit den großen Kronvasallen wie mit dem deutschen König und einen wachen Sinn für die politischen Realitäten bescheinigt. In dieser Sicht wird seine Herrschaft zum Ausgangspunkt für eine Konsolidierung und eine Wiedererstarkung der königlichen Gewalt in Frankreich.
Als zweiter Sohn aus der Ehe Roberts des Frommen mit Konstanze von Arles wurde Heinrich wohl 1009/Anfang 1010 geboren. Sein Name, der  für die robertinisch-kapetingische Dynastie nicht typisch war, bedeutete ein politisches Programm: Er verwies zurück auf den Herzog Heinrich (Odo) von Burgund (gestorben 1002), einen Sohn des Hugo Magnus, und dokumentierte den Anspruch Roberts auf das hart umstrittene Herzogtum, das der König erst 1016 seinem Hause endgültig sichern konnte. Um diese Zeit, wohl in Zusammenhang mit der Erhebung des ältesten Sohnes Hugo zum Mitkönig (9. Juni 1017), erhielt Heinrich die burgundische Herzogswürde, doch machte der Tod des Thronfolgers am 17. September 1025 eine neue Regelung erforderlich. Gegen den Widerstand seiner Gemahlin, die für den dritten Sohn Robert eintrat, setzte der König die Krönung Heinrichs durch, die am Pfingstfest 1027 in Reims erfolgte. Offensichtlich hat es im Episkopat grundsätzliche Kritik an der Institution des Mitkönigtums und Zweifel an der Eignung Heinrichs gegeben, wie aus einem Brief des Bischofs Odalrich von Orleans an Fulbert von Chartres hervorgeht. In diesem Zusammenhang wurde nun auch eine negative Charakteristik des jungen Königs kolportiert, der als falsch, schwerfällig, verweichlicht hingestellt wurde und dem man vorwarf, die Rechte seines Vaters zu mißachten. Das harte Urteil dürfte vom Haß der Mutter diktiert sein, aber der Realitätsgehalt und die Hintergründe des familiären Konflikts bleiben für uns im dunkeln. Der Erfolg des Königs bedeutete gleichzeitig einen Schritt in Richtung auf eine Durchsetzung des Prinzips der Primogenitur, natürlich ohne dass man hier schon an eine verfassungsrechtliche Konzeption denken kann. Bedeutsam ist ohne Zweifel, dass der Anspruch der Dynastie auf den Thron nicht prinzipiell in Frage gestellt wurde. Dem jüngeren Robert dürfte nun Burgund versprochen worden sein, über das er die Herrschaft allerdings wohl erst beim Regierungswechsel von 1031 übernahm.
In der Zwischenzeit dauerten die innerdynastischen Machtkämpfe an, und die Königin trug mit ihren Intrigen daran eine nicht geringe Schuld. Im Jahre 1030 empörten sich beide Söhne gegen den Vater, Heinrich besetzte feste Plätze in der Francia, Robert in Burgund. Der Tod Roberts II. am 20. Juli 1031, bald nach der Aussöhnung, ließ den Bürgerkrieg erneut aufflammen; ohne Zweifel ging es Konstanze auch jetzt darum, Robert die Krone zu verschaffen. Auf ihre Seite stellten sich die Großen der Ile-de-France und Graf Odo II. von Blois-Champagne; Heinrich fand die Unterstützung der Grafen Fulko Nerra von Anjou und Balduin IV. von Flandern, dessen gleichnamiger Sohn seit 1028 mit des Königs Schwester Adele verheiratet war. Die entscheidende Hilfe aber leistete der Herzog Robert von der Normandie, der ihm in Fecamp Zuflucht gewährte. Ob seine Loyalität diesem damals das Vexin einbrachte, ist nicht ganz sicher. In das Zentrum des Konfliktes rückte die Auseinandersetzung um Sens. Konstanze hatte Odo den königlichen Anteil an der Stadt abgetreten, aber im Ringen um die Besetzung der erzbischöflichen cathedra nach dem Tode des Leothericus konnte der König seinen Kandidaten Gelduin gegen Odos Parteigänger Mainard durchsetzen; Odo mußte 1034 auf seinen Anteil an der Stadt verzichten.
Dieser hochbedeutsame Erfolg des Königs war nicht zuletzt dadurch möglich geworden, dass Odos Ehrgeiz sich auf ein weiteres Ziel gerichtet hatte. Am 5./6. September 1032 war König Rudolf III. von Burgund gestorben. Als sein Neffe machte Odo Erbansprüche geltend, die bestens begründet waren, nachdem Kaiser HEINRICH II., ebenfalls ein Neffe Rudolfs, der seine Position zudem vertraglich abgesichert hatte, durch seinen vorzeitigen Tod als Mitbewerber ausgeschieden war. In HEINRICHS Nachfolger KONRAD II. erwuchs dem Grafen aber ein mächtiger Gegenspieler, der seine Ansprüche weniger auf das Erbrecht seiner Gemahlin Gisela, einer Nichte Rudolfs, sondern vor allem auf die Rechtsnachfolge seines Vorgängers gründete. Die gemeinsame Gegnerschaft gegen Odo führte den Kaiser und den französischen König zu einem Freundschaftsbündnis zusammen, das bei einem von Bischof Bruno von Toul und Abt Poppo von Stablo-Malmedy vermittelten persönlichen Treffen der beiden Monarchen zu Deville an der Maas Ende Mai 1033 durch eine Eheabsprache besiegelt wurde: Heinrich verlobte sich mit KONRADS zweiter Tochter Mathilde. Der frühe Tod der Prinzessin (1034) hat die Heirat freilich nicht zustande kommen lassen. Einen Angriff Odos auf Lothringen beantwortete der Kaiser mit einem Feldzug in die Champagne; zu gleicher Zeit belagerte Heinrich Sens. Der Graf mußte um Frieden bitten, ein weiterer Feldzug KONRADS im Sommer 1034 in Burgund besiegelte die Niederlage Odos und die Eingliederung des Königreichs in das Imperium.
Heinrich I. hatte die schwere Krise erfolgreich bestanden; seine Mutter starb 1034, sein Bruder Robert blieb nun loyal. Die guten Beziehungen zum Reich wurden fortgesetzt, da der König eine Dame aus deutschem Hochadel und Verwandte des Kaisers, mit Namen ebenfalls Mathilde, heiratete. Von ihr, die vielleicht eine Tochter Liudolfs von Braunschweig und damit Enkelin der Kaiserin Gisela war, ist nicht mehr bekannt, als dass sie Heinrich eine - früh verstorbene - Tochter schenkte, im Jahre 1044 starb und in St-Denis bestattet wurde. Im Konflikt der Jahre 1031/34 wird das politische Kräftespiel erkennbar, das die Entwicklung des folgenden Jahrzehnts bestimmte.
Die eigentliche Machtbasis des Königs bildeten die Ile-de-France und die Kronbistümer, in denen er die Kirchenhoheit ausübte. Hier setzte er in der Regel den Bischof ein - "gewohnheitsmäßig" (ex more), wie es 1039 für Auxerre heißt. Wenn auch die Diplome kaum eine statistische Auswertung erlauben, so scheint aus ihnen doch hervorzugehen, dass sich der Schwerpunkt der königlichen Herrschaft allmählich von Orleans nach Paris verlagerte. Insgesamt war ihr Aktionsfeld sehr begrenzt, da die Krondomäne von den großen Lehnsfürstentümern nahezu eingeschnürt wurde.
Hauptgegner war der Graf von Blois-Champagne, der zudem Verbindungen zur Bretagne hatte, da der Herzog Alan III. mit Odos II. Tochter Bertha verheiratet war. Freilich verringerte sich die von hier drohende Gefahr, als Odo bei einem erneuten Einfall in Lothringen am 15. November 1037 in der Schlacht von Bar den Tod fand. Sein Herrschaftsbereich wurde, wie es scheint mit Zustimmung des Königs - unter seine beiden Söhne Theobald I. und Stephan I. aufgeteilt. Als Stephan bereits 1045/48 starb, übernahm Theobald die Vormundschaft für seinen Neffen Odo und vereinigte damit die Macht des Grafenhauses wieder in seiner Hand.
Auch für die Normandie traten zunächst innere Probleme in den Vordergrund, nachdem Herzog Robert der Prächtige im Juli 1035 auf der Rückkehr von einer Jerusalempilgerfahrt in Nikaia gestorben war. Die Regentschaft sicherte dem unmündigen Nachfolger, Roberts Bastard-Sohn Wilhelm II., zwar die Herrschaft, war aber zur Fortsetzung einer expansiven Politik, die sich unter anderen gegen die Bretagne gerichtet hatte, nicht in der Lage. Offenbar ist Heinrich, der die Erbfähigkeit Wilhelms anerkannt hatte, um 1040/41 selbst gegen die Normandie offensiv geworden, doch bleiben die Hintergründe dieser militärischen Auseinandersetzungen im Dunkeln.
In das Zentrum des politischen Geschehens rückten mehr und mehr die Grafen von Anjou. Fulko Nerra hatte in der Thronkrise HeinrichI. unterstützt, sein Sohn Gottfried Martell aber, mit dem er sich überworfen hatte, nutzte die schwierige Lage des KAPETINGERS, um seine ehrgeizigen Pläne durchzusetzen. Diese waren einmal auf das  Vermandois gerichtet und erfolgreich, als er mit Zustimmung des Königs die Lehnsoberhoheit über die Grafschaft gewann. Die zweite Stoßrichtung war Aquitanien. Hier war der Herzog Wilhelm V., der Große, 1030 gestorben. Gottfried heiratete die Witwe Agnes, eine Tochter des Grafen Otto-Wilhelm von Burgund. Diese Ehe eröffnete ihm nach seinen Vorstellungen vielleicht sogar Aussichten auf den burgundischen Raum; Agnes selbst ging es aber in erster Linie wohl darum, die Hilfe des Grafen von Anjou gegen Wilhelms Söhne aus dessen 1. Ehe zu gewinnen, Tatsächlich führte dieser im Herbst 1033 einen Feldzug gegen Aquitanien und setzte den Herzog Wilhelm VI. gefangen. Auch nach seiner Freilassung im Jahre 1036 hat der Herzog bis zu seinem Tode Ende 1038 seine Autorität nicht wieder festigen zu können, und gleiches gilt für seinen Bruder und Nachfolger Odo, der bereits im März 1039 den Tod fand. In der Zeit Wilhelms VII. (1039-1058) dominierte Agnes, und über sie konnte auch Gottfried Martell seinen Einfluß in Aquitanien geltend machen; dem Zugriff des Königs aber blieb dieser Raum ganz entzogen.
Ebensowenig hat der KAPETINGER in Burgund, wo sein Bruder Robert die herzogliche Macht erst festigen mußte, und in Flandern Regierungsbefugnisse ausüben können. Die flandrische Expansionspolitik war auf die alten Grenzmarken des Reiches, Eaname und Valenciennes, sowie auf das Bistum Cambrai ausgerichtet. Mit welcher Konsequenz Graf Balduin V. seine Ziele in diesem Raume verfolgte, zeigt nicht zuletzt die Ehe seines Sohnes Balduin (VI.) mit der Gräfin Richilde nach dem Tode von deren ersten Gemahl Hermann (1051), die den Anfall von Hennegau an Flandern vorbereiten sollte. Für Heinrich I. war immerhin wichtig, dass sowohl der Herzog als auch der Graf Loyalität wahrten; von entscheidender Bedeutung aber war, wie sich das Verhältnis zu Gottfried Martell gestalten würde. Dieser hatte an Macht und Bewegungsfreiheit gewonnen, seit sein Vater auf der Rückkehr von seiner dritten Pilgerreise nach Jerusalem im Juni 1040 gestorben war.
Als der jüngste Bruder des KAPETINGERS, Odo, der schon 1033 auf seiten Odos II. gestanden hatte, im Jahre 1041 im Bunde mit zahlreichen Großen der Francia und den Grafen von Blois-Champagne den Aufstand wagte und dabei vielleicht von der Krone träumte, hielt der Graf von Anjou zum König und verhalf diesem zum Siege. Dafür ließ ihm Heinrich nun freie Hand gegen die aufrührerischen Grafen, und Gottfried begann den Kampf um die Touraine.
Um diese Zeit wurden auch die deutsch-französischen Beziehungen wieder intensiviert. Im April 1043 traf Heinrich mit dem deutschen König HEINRICH III. in Ivois am Chiers zusammen. Was dabei im einzelnen verhandelt wurde, entzieht sich unsere Kenntnis, aber man wird sicher nicht fehlgehen in der Vermutung, dass der SALIER hier die Zustimmung des französischen Königs als des Lehsnherrn der Herzogin Agnes zu dem deutsch-aquitanischen Eheprojekt, seiner Heirat mit Agnes von Poitou, der Tochter der Herzogin, eingeholt hat. Die Hochzeit fand Ende November 1043 in Ingelheim statt. Man  hat diese Verbindung häufig als einen gegen den französischen König gerichteten politischen Schachzug interpretiert, durch den der SALIER sich mit dem Grafen von Anjou, dem Stiefvater der Agnes, verbündet und damit nicht nur Rückendeckung gegen die Söhne Odos II., sondern auch gegen mögliche Ansprüche Heinrichs I. auf lothringische Gebiete gewonnen habe. Dabei wurde auf die politische Entwicklung im Reich hingewiesen, um eine solche Deutung zu stützen. Hier hatte sich im Laufe des Jahres 1044 der Herzog Gottfried der Bärtige von Lothringen gegen HEINRICH III. empört, um die von diesem vorgenommene Teilung seines Herzogtums zu verhindern. Nach den Annalen von Niederaltaich soll er dabei mit dem französischen König konspiriert haben. Konnte das anders verstanden werden als der Versuch des KAPETINGERS, dem SALIER im Gegenzug gegen das Bündnis mit dem Grafen von Anjou Schwierigkeiten im Reich zu bereiten? Nun läßt sich zeigen, dass der Annalenbericht keineswegs glaubwürdig ist, und die Absichten, die HEINRICH III. mit seiner poitevinischen Ehe verfolgte, werden zweifellos verzeichnet, wenn man darin eine Spitze gegen Heinrich I. sieht. Sie gehört in den Zusammenhang der burgundischen Politik des SALIERS, der mit der Hand der Agnes, der Enkelin des Grafen Otto-Wilhelm, ihre burgundischen Verwandten zu gewinnen suchte. Ob Gottfried Martell an dem Eheprojekt wesentlich beteiligt war, ist nicht sicher; die treibende Kraft auf aquitanischer Seite war wohl eher seine ehrgeizige Gemahlin, und der KAPETINGER dürfte in Ivois sein Einverständnis erklärt haben. Es ist im übrigen völlig undenkbar, dass Heinrich I. sich auf ein ungewisses außenpolitisches Abenteuer eingelassen hätte, ausgerechnet zu einer Zeit, da in seinem eigenen Machtbereich ein entscheidender Waffengang bevorstand.
Das Ringen um die über ein Jahr lang belagerte Stadt Tours beendete Gottfried Martell mit seinem Sieg in der Schlacht von Nouvy am 21. August 1044. Dem Grafen Stephan gelang die Flucht, Theobald aber fiel in Gefangenschaft und erkaufte seine Freilassung, indem er dem Sieger nicht nur Tours, sondern auch die anderen befestigten Plätze der Touraine überlassen mußte. Den Friedensvertrag vermittelte der König selbst; die Niederlage nutzte er unmittelbar, indem er diesem die alte Königsabtei St-Medard in Soissons entzog und wieder königlichem Schutz unterstellte. Mit dem Sieg von Nouvy übernahm Gottfried die führende Rolle im Königreich. Die Grafschaft Maine war das nächste Ziel seiner expansiven Politik. Heinrich I. ließ ihm auch hier freie Hand, zumal der Bischof Gervasius von Le Mans eine Parteigänger des Grafen von Blois war. Gottfried nahm Gervasius um 1048 gefangen und gab ihm erst die Freiheit zurück, als er sich nach dem Tode des Grafen Hugo 1051 in Maine voll durchgesetzt hatte. Zu dieser Zeit aber hatte sich die innenpolitische Szenerie bereits gewandelt. In Maine waren auch Interessen der Normandie berührt, und da die steigende Macht des Grafen von Anjou mehr und mehr auch die kapetingische Monarchie einschnürte, näherte sich Heinrich I. dem Herzog Wilhelm II. Als dieser im Januar 1047 bei Vales-Dunes eine Rebellion der normannischen Großen niederschlagen konnte, war der KAPETINGER mit seinen Truppen an diesem Siege maßgeblich beteiligt. Von nun an konnte Heinrich mit normannischer Unterstützung gegen die ausgreifende angevinische Macht rechnen.
Welche Bedeutung den deutsch-französischen Beziehungen in diesem Kräftespiel zukommt, ist schwer zu sagen und in der Forschung heftig umstritten. Offenbar hat sich das Verhältnis des deutschen Hofes zur Herzogin Agnes und zu Gottfried Martell in diesen Jahren günstig entwickelt. Das könnte Heinrichs I. Mißtrauen geschürt und ihn auf den Gedanken gebracht haben, dem SALIER im Gegenzug Schwierigkeiten in dem ohnehin unruhigen Lothringen zu bereiten. So wäre vielleicht der französische Invasionsplan, von dem die Lütticher Bistumsgeschichte zum Frühjahr 1047 berichtet, zu erklären. Der Chronist gibt den Ratgebern des KAPETINGERS die Schuld an den Verwicklungen. Sie hätten, als sie erkannt hatten, dass die Grenzgebiete des Reiches durch HEINRICHS III. Italienzug von Truppen entblößt waren, und daher glauben konnten, leichtes Spiel zu haben, ihren König für einen Vorstoß auf Aachen gewonnen; dabei sei man davon ausgegangen, dass die Eroberung des Hauptortes Heinrich I. schnell das ganze Lothringen einbringen werde. Die offizielle Rechtfertigung des Unternehmens sollte der Erbanspruch des KAPETINGERS auf die Gebiete sein, die sein Vorgänger mit List entrissen worden seien. Dem Eingreifen des Bischofs Wazo schreibt der Chronist das Hauptverdienst daran zu, dass der drohende französische Einmarsch verhindert werden konnte. Er habe Heinrich I. brieflich an die alten freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Reichen erinnert und, als dies nichts fruchtete, an die Königsehre des KAPETINGERS appelliert. Das habe Heinrich dann zum Einlenken bewogen.
Der Bericht enthält viele Ungereimtheiten und wird durch keine andere, vor allem nicht durch eine französische Quelle gedeckt. Das oft vermutete Zusammenspiel mit neuen Aufstandsplänen Gottfrieds des Bärtigen ist nicht gegeben. Der lothringische Herzog schlug - im Bündnis mit Balduin V. von Flandern - erst im Herbst 1047 los, nachdem der Kaiser im Konflikt mit Dietrich von Holland eine empfindliche Niederlage hatte hinnehmen müssen, und obwohl HEINRICH III. durch diese Rebellion in große Schwierigkeiten geriet, hat der KAPETINGER die günstige Gelegenheit zum Eingreifen nicht genutzt. Wie ernst also der französische Invasionsplan tatsächlich gewesen ist, läßt sich nicht abschätzen. Es spricht vieles dafür, dass der Lütticher Bericht lediglich einen Reflex von in der Grenzregion zu Flandern kursierenden Gerüchten darstellt und der Chronist Anselm seinen Bischof Wazo zum Helden hochstilisierte. Immerhin kam es - wohl wieder durch Vermittlung des Bischofs Bruno von Toul - im Oktober 1048 zu einem erneuten Treffen der beiden Herrscher in Ivois, das den Irritationen, falls solche existiert haben sollten, ein Ende setzte. Sowohl der Kaiser als auch der französische König waren daran interessiert, ihren mächtigen Vasallen die Aussicht auf Rückhalt im Ausland zu nehmen, wenn sie gegen die Zentralgewalt zu opponieren versuchten. So erfolgte nun der Abschluß eines Freundschaftsvertrages, dessen Inhalt uns nicht überliefert ist, der aber im wesentlichen die Verpflichtung zur Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten im Herrschaftsbereich des Vertragspartners zum Gegenstand gehabt haben dürfte.
Offenbar genau ein Jahr später, als Papst Leo IX. Anfang Oktober in Reims ein großes Reformkonzil abhielt, führte Heinrich sein Heer gegen Gottfried Martell und wurde dabei durch starke Truppen Wilhelms von der Normandie, aber wohl auch von Theobald von Blois-Champagne unterstützt. Der Verlauf des Feldzuges bleibt im einzelnen undurchsichtig, am Erfolg des Königs ist jedoch nicht zu zweifeln; er eroberte die Festung Mouliherne bei Angers. Eine Folge dieser Konstellation war aber auch, dass Wilhelm II. zunehmend Bewegungsfreiheit erhielt und sich nun offensiv mit Stoßrichtung Maine in das politische Kräftespiel einschaltete. Zugleich näherte sich der Herzog Flandern und vermählte sich trotz eines von Leo IX. auf dem Reimser Konzil ausgesprochenen Verbotes um 1051 mit Balduins V. Tochter Mathilde, die über ihre Mutter Adele eine Enkelin Roberts des Frommen war. Das päpstliche Eheverbot hatte wohl politische Gründe: Leo IX. wollte offenbar eine weitere Stärkung des antikaiserlichen Lagers verhindern. Die Aktivitäten Wilhelms führten schließlich im Jahre 1052 noch einmal zu einer Umorientierung der königlichen Politik. Heinrich schloß mit Gottfried Martell Frieden; bis zum Tode des KAPETINGERS hat das Bündnis mit Anjou Bestand gehabt. Dass Gottfried eben jetzt mit seiner Gemahlin Agnes brach und damit einen möglichen Rückhalt am Reich verlor, könnte der neuen Konstellation förderlich gewesen sein.
Um diese Zeit traf Heinrich I. eine persönliche Entscheidung von erheblicher politischer Tragweite: Wahrscheinlich am Pfingstfest des Jahres 1051 vermählte er sich mit Anna, der Tochter des Großfürsten Jaroslav von Kiew; es war offenbar jene russische Prinzessin, die der Großfürst Ende 1042 mit HEINRICH III. zu verheiraten gehofft, die dieser aber zurückgewiesen hatte. Die Ehe, aus der drei Söhne, Philipp (geboren 1052, Ende Mai), Robert (geboren vor Juni 1054) und Hugo, hervorgegangen sind, ist in der älteren französischen Forschung geradezu zu einem Symbol der "amitie francorusse" hochstilisiert worden. Diese anachronistische Sicht soll uns  nicht hindern, die dynastische Verbindung, bei der offenbar eine Initiative Heinrichs I. mit den politischen Ambitionen Jaroslaws zusammentraf, in größere politische Zusammenhänge einzuordnen. Eine Schwester Annas war mit Andreas von Ungarn, eine andere mit Harald von Norwegen verheiratet - beide Könige aber standen dem Reich in erbitterter Feindschaft oder entschiedener Ablehnung gegenüber. Der Herzog Kasimir von Polen, der sicher nicht zu den unbedingt zuverlässigen Vasallen des Reiches gehörte, war ein Schwager Jaroslaws. So wird man dem französischen König zwar nicht weit ausgreifende geopolitische Absichten unterstellen dürfen, aber wohl doch das Bestreben erkennen können, den engen Rahmen königlicher Politik in Frankreich auszuweiten und auch gegenüber dem Reich Bewegungsfreiheit zu gewinnen.
Tatsächlich verschlechterten sich nun die deutsch-französischen Beziehungen schnell. Der Streit zwischen St-Denis und St. Emmeran in Regensburg um den Besitz der echten Reliquien des heiligen Dionysius 1052/53 trug nicht wenig zur Abkühlung des Verhältnisses bei. Die Behauptung der Regensburger Mönche, den wahren Leib des Märtyrers zu besitzen, stellte eine Herausforderung und Beleidigung der ganzen Francia dar. Von noch nachhaltiger Negativwirkung aber war der überraschende Frontwechsel des Grafen Theobald von Blois-Champagne, der 1054 dem Kaiser huldigte und Hilfe versprach. Die lapidare Notiz in der Chronik Hermanns von Reichenau läßt die Hintergründe im dunkeln. Möglicherweise suchte Theobald, dessen Gegnerschaft zu Gottfried Martell andauerte, durch eine Annäherung an den Kaiser das angevinisch-kapetingische Bündnis zu neutralisieren. Oder lag die Initiative beim SALIER, der sich für seinen bevorstehenden Flandernfeldzug Rückendeckung gegenüber dem französischen König verschaffen wollte? Vielleicht hat sogar HEINRICHS III. Schwiegermutter Agnes ihre Hand im Spiele gehabt. Für sie ist gerade um diese Zeit eine Verbindung zu Theobald belegt. Wie dem auch sei, der KAPETINGER sah sich plötzlich der Gefahr gegenüber, dass sich jene unselige Konstellation der ottonischen Zeit wiederholen könne, als das politische Doppel- und Wechselspiel der Kronvasallen die französische Monarchie in eine Dauerkrise stürzte. Eine persönliche Begegnung der beiden Herrscher sollte den Sprengstoff, der sich angesammelt hatte, entschärfen. Sie fand bald nach dem Pfingstfest 1056 in Ivois statt und endete mit einem Eklat. Wieder lassen uns die Quellen  über die Hintergründe im unklaren. Wenn Heinrich I. dem Kaiser Vertragsbruch vorwirft, so dürfte es dabei nicht - wie Lampert von Hersfeld meint - um die "Rückgabe" eines sehr großen Teiles des regnum Francorum, also wohl Lothringens, an den KAPETINGER gegangen sein. Dass jemals - etwa 1048 - eine solche Vereinbarung getroffen worden sein sollte, ist zweifellos reinste Phantasie; eher wird die Lehnsnahme des Grafen von Blois der Anlaß für die Beschwerde Heinrichs I. gewesen sein. Der SALIER wies die Vorwürfe zurück und soll sich bereit erklärt haben, ihre Haltlosigkeit im Zweikampf zu erweisen; dem angebotenen Gottesurteil aber habe sich der französische König durch die Flucht entzogen. Das Treffen endete in offenen Bruch. Die Ereignisse von Ivois und ihre Vorgeschichte lassen einen bemerkenswerten Wandel im deutsch-französischen Verhältnis deutlich werden. Die Methoden der kaiserlichen Politik orientierten sich offenkundig noch am ottonischen Vorbild, aber das französische Königtum war, auch wenn sich seine Macht immer noch relativ bescheiden darstellt, nicht mehr mit den Maßstäben des 10. Jahrhunderts zu messen. Das beweist nicht zuletzt auch die Ehe des KAPETINGERS mit einer russischen Prinzessin.
Die innenpolitische Szenerie war in dieser Zeit schon entscheidend durch die Auseinandersetzung mit der Normandie bestimmt. Die Opposition einzelner Großer gegen Wilhelm II. nutzend, griff Heinrich den Herzog im Bündnis mit Gottfried Martell an, mußte sich aber zurückziehen, als sein Bruder Odo im Februar 1054 bei Mortemer eine schwere Niederlage erlitt. Wilhelm triumphierte über die Aufrührer und ließ den zur Opposition zählenden Erzbischof Maugerius von Rouen auf einer Synode in Lisieux absetzen; dessen Nachfolger Maurilius stand der Kirchenreform nahe. Die Vorgänge dokumentieren eindrucksvoll die Konsolidierung der Herzogsherrschaft wie die Kirchenhoheit des Herzogs und lassen auch eine gewisse Ausgeschlossenheit Wilhelms gegenüber den kirchlichen Reformideen erkennen. Der Ausgleich mit Heinrich I. war nur von kurzer Dauer, da Gottfried den Kampf um Maine fortsetze. Im Jahre 1057 griffen die Verbündeten den Herzog erneut an, wurden aber bei Varaville wiederum besiegt. Nun ging Wilhelm im Vexin in die Offensive gegen den König und eroberte Thimert. Heinrichs Versuche, die Feste zurückzugewinnen, blieben bis zu seinem Tode ohne Ergebnis.
Das Scheitern in der Normandie aber wurde durch einen Erfolg auf anderer Ebene mehr als wettgemacht. Am Pfingstfest (23. Mai) des Jahres 1059 konnte Heinrich seinen Sohn Philipp in Reims zum Mitkönig erheben und durch den Erzbischof Gervasius weihen lassen. Die dynastische Kontinuität und die kapetingische Herrschaft waren damit gesichert. Die Anwesenheit zweier päpstlicher Legaten gab dem Akt ein besonders feierliches Gepräge.
Damit stellt sich nun auch die Frage nach dem Verhalten Heinrichs I. zum Reform-Papsttum. Für das historische Urteil hat das Reimser Konzil vom Oktober 1049 dabei eine Schlüsselfunktion gewonnen. Die Einladung Leos IX. hatte der KAPETINGER mit der Bitte um eine Verschiebung beantwortet, da ihm wichtiger Staatsgeschäfte wegen eine Teilnahme nicht möglich sei, und unter dem Vorwand oder dem willkommenen Anlaß eines Feldzuges gegen Gottfried Martell war er schließlich der Kirchenversammlung ferngeblieben. Sein Mißtrauen gegenüber einer Reformpolitik, bei der der Papst offensichtlich die tatkräftige Unterstützung des Kaisers genoß, wurde von seinen Ratgebern eifrig geschürt, die ihm mit deutlicher Abneigung gegenüber dem päpstlichen Vorgehen die Reformmaßnahmen als eine Belastung bei der Bewältigung der dringendsten politischen Probleme, nämlich der Festigung der Königsgewalt gegenüber der ausgreifenden Macht der Großen, vor Augen stellten. Leo IX. ging es um eine moralische Reform, um die Bekämpfung von Simonie und Priesterehe, und in Reims sollten für Frankreich die Weichen gestellt werden. Das Konzil ging gegen simonistische Bischöfe vor, sprach Absetzungen aus, und der Papst nahm Neubesetzungen vor; die Bischöfe, die ohne rechtmäßige Entschuldigung fehlten oder sich aus Furcht vor päpstlicher Strafe dem königlichen Heer angeschlossen hatten, wurden exkommuniziert. Heinrich hat auf die päpstlichen Maßnahmen nicht reagiert; er verfolgte die Taktik, sich zurückzuhalten, solange sein Anspruch auf Kirchenhoheit nicht grundsätzlich in Frage gestellt war. Einen Konflikt mit dem Reformpapsttum, dem sich das schwache Königtum nicht leisten konnte, hat er so vermeiden können, aber er hat dafür in Kauf nehmen müssen, dass sein Ruf in Reformkreisen ruiniert war: Für den Kardinalbischof Humbert von Silva Candida, einen gebürtigen Lothringer, der mit seinen "Drei Büchern gegen die Simonisten" um 1058 den Frontalangriff gegen das Staatskirchentum führte, ist der KAPETINGER dem "Sohn des Verderbens, dem Antichristen" gleich, ein Tyrann, der die Francia occidentalis zugrunde richtet. Dieses Verdikt erhält eine besondere Schärfe vor dem Hintergrund des überaus positiven Urteils, das der rigorose Vorkämpfer der Reform über den Kaiser HEINRICH III. gefällt hat. Auch Papst Nikolaus II. hat Kritik an der Kirchenpolitik des Königs geübt und in einem von Petrus Damiani verfaßten Schreiben die Königin Anna aufgefordert, in kirchlichem Sinne auf ihren Gemahl einzuwirken. Dabei bescheinigt er ihr männliche Tugendkraft in einer weiblichen Brust. Ob mehr dahinter steckt als bloß floskelhafte Schmeichelei?
In Frankreich übernahmen nun die päpstlichen Legaten mehr und mehr die führenden Rolle in der Propagierung der Reformideen; auf Synoden griffen sie massiv in die kirchlichen Verhältnisse des Königreiches ein. Offenbar hatte der Papst darüberhinaus dem Erzbischof  Gervasius von Reims, dem ehemaligen, von Gottfried Martell vertriebenen Bischof von Le Mans, eine gewisse Vermittlungsfunktion zwischen Rom und der französischen Kirche zugedacht. Er sollte die Zustimmung des Königs für ein bereits von Viktor II. geplantes Reformkonzil in Reims einholen und eine Frankreichreise Nikolaus' II. vorbereiten. Beides ist nicht zustande gekommen. Ob Heinrich selbst die Schuld daran trifft, ist schwer zu sagen; an der Kurie hat man offenbar vor allem seiner Umgebung größtes Mißtrauen entgegengebracht.
An den beiden die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit zutiefst prägenden politisch-religiösen Bewegungen, dem von der Kirche propagierten Gottesfrieden und der monastischen Reform, hat Heinrich keinen erkennbaren bedeutsamen Anteil gehabt. Mit der neuen Friedensreform der Treuga, dem Fehdeverbot an bestimmten Wochen- und Festtagen, mag er sympathisiert haben, durchsetzen konnte er sie in seinem engeren Machtbereich nicht, und die mächtigen Kronvasallen waren seinem Einfluß ohnehin entzogen. Zu Cluny hat der König keine Verbindung gehabt; bei der Privilegierung von Klöstern - Schenkungen, Bestätigungen und Verleihungen von Königsschutz - folgte er vor allem politischen Rücksichten. Der Kanonikerreform stand er anscheinend aufgeschlossen gegenüber. Dabei dürften praktische Gesichtspunkte mit eine Rolle gespielt haben; denn mehr als die Mönchsklöster waren die Kanonikerstifte geeignet, administrative Funktionen zu übernehmen. Das von ihm selbst  wiederbegründete Pariser Kloster St-Martin-des-Chaps hat er reich dotiert und mit Regularkanonikern besiedelt. In der Zweckbestimmung der Stiftung zum Seelenheil der Eltern und zum Wohle der eigenen Familie wird ein wenig auch eine persönliche religiöse Haltung erkannbar. Aus allen diesen eher bruchstückhaften Einzelheiten ergibt sich, dass seine Kirchenpolitik wesentlich von den Erfordernissen der Herrschaftssicherung bestimmt war. Besonders wichtig war es für ihn, die Verfügungsgewalt über die Kronbistümer zu behaupten. Dass es bei der Besetzung der Bischöfsstühle häufig nicht ohne Simonie abging, ist nicht zu bezweifeln und wird auch durch spätere Quellen bestätigt.
Ein abschließendes Urteil über die Regierungstätigkeit des dritten KAPETINGERS zu fällen erscheint angesichts der fragmentarischen Überlieferung nicht leicht. Unzweifelhaft bewegte sich die königliche Herrschaft in einem enggesteckten Rahmen, der gegenüber der Regierung Roberts des Frommen noch geschrumpft war, und unterschied sich nicht wesentlich von der der großen Kronvasallen. Die Ile-de-France war die kapetingische Machtbasis. Heinrich hat sie zu erweitern versucht, wenn er - wie beispielsweise in Sens oder in Soissons - dazu eine Möglichkeit sah, doch waren die Erfolge bescheiden. Der Niedergang der königlichen Autorität ist ablesbar an der Tätigkeit der Kanzlei. Die Zahl der ausgestellten Urkunden ist, verglichen etwa mit den Ausfertigungen des deutschen Königs, aber auch des Herzogs der Normandie, sehr gering, und der Aktionsradius begrenzt. Der Raum südlich der Loire wird nicht mehr erfaßt; für normannische, flandrische oder burgundische Empfänger urkundet der König nur in Ausnahmefällen und eher zufällig. Häufig bestätigt er lediglich die Urkunden andere Aussteller, indem er sie signiert oder mit seinem eigenen Siegel versieht. Die Aufnahme von Zeugen in wachsender Zahl nähert die Königsurkunde formal der Privaturkunde an. Dabei ist im Hinblick auf den sozialen Rang der Unterfertigenden deutlich ein Absinken festzustellen. Die großen Kronvasallen sind nicht mehr, die bedeutenden Grafen der Francia nur spärlich vertreten; statt dessen erscheinen nun zunehmend Grafen Vizegrafen, Kastellane und kleine Herren der Krondomäne in den Zeugenlisten - ein Indiz für das sinkende Prestige des königlichen Hofes. Aber diese Entwicklung hat auch ihre positive Seite: Die Konzentration auf einen begrenzten Raum  war die Voraussetzung für eine Konsolidierung der Monarchie; mit der Schaffung der Hofämter werden Ansätze zu einer Neuformierung des königlichen Hofes und der Administration erkennbar. Dass Heinrich seinem minderjährigen Sohn die Thronfolge sichern konnte, macht deutlich, dass das Königtum der KAPETINGER im Prinzip nicht bestritten wurde. Die Weichen für den Wiederaufstieg der Monarchie waren gestellt, als der König am 4. August 1060 in der Pfalz Vitry-aux-Loges starb. Bestattet wurde er in der alten Königsabtei St. Denis.