Einziger Sohn des Grafen Karl
von Orleans-Angouleme und der Luise von Savoyen, Tochter
von Herzog Philipp II. Ohneland
Lexikon der Renaissance: Seite 272
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Franz I., König von Frankreich seit 1515
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* 12.9.1494, + 31.3.1547
Cognac
Rambouillet
Haus VALOIS
Franz I. leitete die
zweite Nebenlinie, Orleans-Angoulem, ein; festigte durch verschiedene
Maßnahmen die absolutistische Staatsordnung; erweiterte die königliche
Domäne, beseitigte den Rest der früheren Selbständigkeit
der Bretagne; durch Konkordat von 1516 vergrößerte er die Verfügungsgewalt
des Königs über das Kircheneigentum.
Um das 1515 (Schlacht von Marigniano) von ihm eroberte
Mailand geriet Franz I. seit 1521 bis
zu seinem Tod in eine Auseinandersetzung mit KARL
V. (Kriege: 1521/26,1526/29,1536/38,1542/44), die nicht nur
ergebnislos blieb, sondern auch zur wirtschaftlichen Erschöpfung Frankreichs
führte, vorübergehend sogar die staatliche Einheit Frankreichs
gefährdete, da KARL V. bis 1529
von Franz I. das Herzogtum Bourgogne
forderte. Wiederholt trat Franz I.
dabei als Bundesgenosse (zum Beispiel 1536/38 und 1542/44) der Türkei
in Erscheinung, was neben seiner Preisgabe italienischer Bundesgenossen
im Damenfrieden von Cambrai 1529 zu einer gewissen Isolierung Franz'
I. im christlichen Europa führte. In Franz'
Regierunsgzeit fallen die Anfänge eines durch Rekrutierung aus den
Provinzen gebildeten städigen Heeres (Ordonnanz am 24.7.1534). In
seinen anfangs überwiegend aus Bürgerlichen bestehenden Regierungspersonal
überwog seit 1531 die Aristokratie. Im Alter stand Franz
I. stark unter dem Einfluß seiner Mätresse, der Herzogin
von Etampes (1508-1576) [Etampes, Anne d'Heilly, Herzogin von].
Franz
I. war ein Förderer der Renaisance und der humanistischen
Studien in Frankreich (Bau von Schlössern im Renaissancestil; er berief
italiensiche Künstler ins Land, gründete das College de France).
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Franz I. bestieg
nach dem Tode seines Onkels und Schwiegervaters Ludwig
XII. am 1.1.1515 den Thron. Er baute den Absolutismus weiter
aus, verfolgte die Protestanten und rang mehr als 30 Jahre mit den HABSBURGERN
um die Vorherrschaft in Europa, förderte aber auch durch Unterstützung
von Kunst und Wissenschaft die Entstehung einer nationalen Kultur. In der
Schlacht bei Marignano (13./14.9.-1515) besiegte Franz
die Schweizer, brachte Mailand in französischen Besitz und beendete
vorläufig den italienischen Konflikt. Im Konkordat von Bologna (19.12.1516)
mit Leo X. erkannte er die Superiorität des Papstes (über die
Konzilien) und die Annaten (Abgaben für Übertragung eines geistlichen
Amtes) an, wofür er das Recht der Prälatenernennung erhielt.
Die französische Kirche war somit dem König unterstellt, der
daher an der Reformation kein Interesse besaß. 1519 bewarb sich
Franz I. vergeblich um die Kaiserkrone.
Im 1. Habsburgisch-Französischen Krieg verbündete
sich König Franz I. mit dem König
von Navarra und dem Herzog von Geldern gegen den mit dem Papst und England
verbündeten Kaiser KARL V. In
der Schlacht bei Pamplona (1521) wurden die in Navarra und Kastilien eingedrungenen
Franzosen zurückgeschlagen. Um die hohen Kriegskosten zu decken, führte
Franz
I. 1522/23 eine Finanzreform durch. Den Aufstandsversuch Karls
von Bourbon, der im Bunde mit England und KARL
V. Franz I. stürzen und das Land aufteilen wollte, unterdrückte
der König und vereinigte nach dem Tode Karls
von Bourbon
1527 dessen Besitz mit der königlichen Domäne
(Vollendung der territorialen Einigung Frankreichs). Am 24.2.1525 besiegten
kaiserliche Landsknechte die in französischen Diensten stehenden Schweizer
bei Pavia und nahmen Franz I. gefangen,
der für seine Freilassung im Frieden von Madrid (1526) alle Ansprüche
in Italien und die Bourgogne preisgeben mußte. Der "Damenfrieden"
von Cambrai (1529) beendete den 2. Habsburgisch-Französischen Krieg,
in dem KARL V. auf die Bourgogne, Franz
auf
alle Ansprüche in Italien verzichtete und ein hohes Lösegeld
für die Rückgabe der im Madrider Frieden gestellten Geiseln zahlte.
Mit den Fahrten Cartiers zur Mündung des St.-Lorenz-Stroms (1534)
begann die französische Kolonialpolitik und im Jahre 1536 schloß
Franz
ein
Bündnis und einen Handelsvertrag mit Sultan Suleiman II. Im 3. Habsburgisch-Französischen
Krieg (1536-1538) besetzte Franz
Savoyen
und KARL V. Mailand. Der Frieden von
Crepy (bei Paris) beendete den 4. Habsburgisch-Französischen Krieg
(1542-1544) mit der Anerkennung des Status quo. In seiner Prachtliebe,
seinen Schloßbauten (Chambord, Blois, Fontainebleau) und seiner Förderung
der humanistischen Bildung war Franz I.
ein echter Herrscher der Renaissance. Er war versiert-verschlagen, gebildet,
stattlich, aber häßlich wie die meisten VALOIS,
hemmungslos-schamloser Galan, Nimrod und Bonvivant und starb an Syphilis.
Die große Zuneigung die er zu seiner Schwester Margarete, die ihm sehr ähnlich war, empfand und aus der keinen Hehl machte, brachte ihn ins Gerede, dass sie seine Geliebte sei.
Pernoud Regine: Seite 11-29
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"Die Kapetinger" in: Die großen Dynastien
König Franz I. (1515-1547)
genoß
großes Ansehen. Er verdankte es seiner hünenhaften Gestalt,
seinen Erfolgen zu Beginn seiner Regierung und mehr noch seiner Neigung
zur Kunst und seiner Vorliebe für die Wissenschaften. In der Umgebung
des 20-jährigen Königs gab es zwei Ratgeber, die teilweise die
Leitung der Staatsgeschäfte übernahmen: seine Mutter, Luise
von Savoyen, und sein Minister Duprat, der Erste Präsident des
Pariser Parlaments und spätere Kanzler und Kardinal.
Um der von KARL V.,
dem Erben der österreichischen und spanischen Krone, ausgehenden Gefahr
zu begegnen, wurde eine schlagkräftige Armee zur Wiedereroberung Mailands
ausgerüstet. Zum Connetable wurde der Herzog von Bourbon, ein Schwiegersohn
des Hauses Beaujeu, ernannt. Man überquerte die Alpen über
den Larche-Paß. Der glänzende Sieg bei Marignano (13.-14. September
1515) entschied über das Schicksal des Feldzuges, der so viel zur
Legende um den König beitrug, die berichtet, wie der König auf
einer Lafette schlief und wie er sich von Bayard zum Ritter schlagen ließ.
Der Erfolg von Marignano hatte sehr weitreichende Folgen.
Deren erster war ein dauernder, niemals wieder in Frage gestellter Friede
mit der Schweiz; die zweite Folge war der Abschluß eines Konkordats
mit Leo X., das bis zur Einführung der Zivilkonstitution des Klerus
im Jahre 1790 in Kraft blieb. Der Kirchenbesitz wurde der Verfügungsgewalt
der Krone unterstellt, die damit die Möglichkeit erhielt, Bischöfe
ihrer Wahl einzusetzen, was schon nach kurzer Zeit zu Mißbräuchen
führte. Ein weiterer, 1517 in Cambrai unterzeichneter Vertrag ergänzte
diese Bestimmungen dadurch, dass KARL V.
und Heinrich VIII. von England ihre
jeweiligen Besitzungen garantierten. Es sah damals so aus, als sei man
zum Prinzip des europäischen Gleichgewichts vorgedrungen, in Wirklichkeit
aber stand man vor einer neuen Erschütterung.
Der Tod MAXIMILIANS und
Ferdinands
von Aragon machte KARL V.,
ähnlich wie KARL DEN GROSSEN,
zum mächtigsten Herrscher des Abendlandes. Um der Gefahr einer Umklammerung
Frankreichs zu begegnen, beschloß Franz
I., mit dem deutschen König in Konkurrenz zu treten und
sich ebenfalls um die begehrte Kaiserkrone zu bewerben. Diese Geste,
eine der bedeutungsvollsten in der Geschichte Frankreichs, entschied über
deren weiteren Verlauf. Franz' I.
Kampf
um die Kaiserkrone wurde jedoch mit wenig Geschick geführt, so dass
es KARL V. ein leichtes war, seinen
zahlreichen Königstiteln noch den eines Kaisers hinzuzufügen.
Zünglein an der Waage war künftig der englische
König; er war in der Lage, durch seine Unterstützung zugunsten
seines Verbündeten den Ausschlag zu geben. "Herr ist der, den ich
unterstütze", erklärte er stolz. Eine Zusammenkunft 1520 zwischen
Heinrich
VIII. und Franz I. führten
nicht zu der von Franz I. erhofften
Einigung, und der englische König wandte sich
KARL
V. zu. Damit war Frankreich eingekreist und mußte nun
gegen seine beiden gefährlichsten Gegner Krieg führen. Da wurde
der König von seinem Connetable de Bourbon, der sich wegen einer Erbschaftsangelegenheit
im Unrecht fühlte, verraten. Diese Revolte, die letzte der Feudalzeit,
öffnete den Verbündeten das Zentrum Frankreichs.
Bayard konnte die Invasion im Norden aufhalten und eilte
dann Bonnivet zu Hilfe. Er starb an den Ufern der Sesia vor den Augen des
Connetable de Bourbon. Dieser fiel in die Provence ein, in dem Augenblick,
als Franz I. über den Mont Genevre
die Alpen überquert hatte. Eine Kehrtwendung in Richtung Genua hätte
nun genügt, um de Bourbon einzukreisen, aber der König versteifte
sich auf die Belagerung Pavias. Bourbon griff ihn an und brachte ihm eine
vernichtende Niederlage bei. Franz I.
wurde gefangengenommen. "Von allem, was ich besaß", so schrieb er
an Luise von Savoyen, "ist mir nur die Ehre geblieben und das nackte
Leben."
Der König befand sich in der gleichen Lage wie
Johann der Gute nach der Schlacht bei Poitiers. Aus seiner Madrider
Gefangenschaft heraus fand er die Möglichkeit, mit Sultan
Suleiman dem Prächtigen zu paktieren. Suleiman
griff KARL V. im Rücken an und
begann 1529 mit der Belagerung Wiens. Zuvor aber wurde der verhängnisvolle
Madrider Friede geschlossen, durch den KARL V.
Burgund
erhielt und Franz I. gezwungen wurde,
seine Söhne als Geiseln in Madrid zurückzulassen. Nach Frankreich
zurückgekehrt, ließ Franz I.
sich durch eine Notabelnversammlung von seinem Versprechen entbinden und
fand in Europa genügend Rückhalt, um den von Suleiman
bedrohten
KARL
V. zu einem Kompromißfrieden, dem Damenfrieden von 1529,
zu zwingen.
Der weitere Verlauf der Regierung Franz'
I. ist nur im Zusammenhang mit dem Phänomen der Reformation
zu verstehen. Der Mönch Martin Luther zog gegen den Ablaßhandel
zu Felde. Er wurde vom Papst mit dem Kirchenbann belegt, KARL
V. verhängte die Reichsacht über ihn, und doch gewann
Luther einen Großteil der deutschen Fürsten zu seinen Anhängern,
die sich in Schmalkalden gegen den Kaiser zusammenschlossen. Franz
I. bot ihnen seine Unterstützung an. Dies war vom Standpunkt
der französischen Interessen aus folgerichtig, führte aber gleichzeitig
dazu, dass der Kaiser zum eigentlichen Verteidiger des katholischen Glaubens
wurde. Unter Franz I. verursachte die
Reformation jedoch keine ernsthaften Unruhen in Frankreich. England dagegen
neigte dem Schisma zu, wenn auch auf eine besondere Art, die eine Verbindung
zum Luthertum ausschloß.
Der Krieg gegen KARL V.
zog sich, von Perioden des Waffenstillstands unterbrochen, über die
letzten zehn Jahre der Regierung Franz' I.
hin. Die Eroberung von Savoyen, Bugey, Bresse und Piemont beantwortete
KARL
V. mit einem Angriff auf die Provence, der das Land verwüstete.
In Nizza wurde ein Waffenstillstand geschlossen, und 1538 kam es vor den
Mauern von Aigues-Mortes zu einer Begegnung zwischen
Franz
I. und KARL V.
Die Einigkeit war jedoch nur von kurzer Dauer, denn KARL
V. bestimmte seinen Bruder zum römischen König, was
auf eine Tendenz zur Erblichkeit der Kaiserwürde hinauslief. KARL
V. tat sich wiederum mit Heinrich VIII.
zusammen, und Frankreich wurde erneut von allen Seiten angegriffen. Der
Graf von Enghien errang 1543 einen Sieg bei Ceresole d'Alba in Italien,
konnte damit allerdings die Gefahr eines Zusammentreffens der englischen
und kaiserlichen Truppen in Paris nicht abwenden. Da bewirkte Franz
I. einmal mehr, dass Suleiman KARL
V. im Rücken attackierte, so dass dieser es vorzog zu verhandeln.
Im Frieden von Crepy verzichtete Frankreich auf seine Eroberungen in Italien
und KARL V. auf seine Ansprüche
auf Burgund, und im Frieden von Ardres 1546 trat Heinrich
VIII. Boulogne gegen eine hohe Entschädigung an Frankreich
ab.
Die Regierung Franz' I.
ist jedoch mit diesen militärischen Aspekten allein nicht hinreichend
charakterisiert: seine politischen und künstlerischen Aktivitäten
müssen ebenfalls Erwähnung finden. Was seine politischen Unternehmungen
betrifft, so ist vor allem die Heirat des Dauphin mit einer Nichte des
Papstes Klemens VII. hervorzuheben, jener Katharina
von Medici, die während nahezu eines halben Jahrhunderts
die französischen Politik lenken sollte. Im Innern schuf Franz
I. fruchtbare Neuerungen: die Zentralisierung der Rechtsprechung
durch die Ordonnanz von Villeirs-Cotteret im Jahre 1539, die obligatorische
Verwendung der französischen Sprache im amtlichen Schriftverkehr sowie
die Gründung des College de France. Die noch verbliebenen Feudalherren
wurden zu einfachen Adligen. Die Beschlagnahme der Güter des Connetable
de Bourbon setzte den Apanagensystem ein Ende und fügte das nationale
Territorium zu einer Einheit zusammen.
Franz I. war auch
Wegbereiter einer Politik der Eroberung ferner Länder. Von dem von
ihm gegründeten Hafen Le Havre aus starteten die Pioniere zur Entdeckung
No-Amerikas: Verrazano, der in New York landete, Jacques Ango, der Pionier
W-Indiens, und Jacques Cartier, der Erforscher Kanadas.
Zur großen Prachtentfaltung unter
Franz I. kam es auf dem Gebiet der Künste. Dieser prunkliebende
König, zu dessen Mätressen so glänzende Gestalten wie Madame
de Chateaubriant und die Herzogin von Etampes gehörten,
war es, der die italienische Kunst des Quattrocento in Frankreich einführte.
Er holte Leonardo da Vinci nach Ambloise und erwarb von ihm das Porträt
der Mona Lisa. Blois, Chambord und Chaumont legen Zeugnis ab von seinen
Neuerungen im Baustil der Schlösser. Eng verbunden mit dem Namen des
Herrschers sind die der großen Baumeister Primaticcio, Serlio und
Bernabei sowie der Name des Bildhauers Jean Goujon. So bleibt aus dieser
politisch so kontrastreichen Regierung das Bild eines glänzenden Fürsten,
der ein Freund der Künste und Wissenschaften war.
Verwandtschaft mit Claudia von Frankreich
Ludwig I. Herzog von Orleans
13.3.1371-23.11.1407
--------------------------------------------------------------------------
Karl I. Herzog von Orleans
Johann Graf von Angouleme
26.5.1391-4.1.1465
26.6.1404-30.4.1467
---
---
Ludwig
XII. König von Frankreich
Karl Graf von Angouleme
27.6.1462-1.1.1515
1459-1.1.1496
---
---
Claudia von Frankreich -----------------------------------
oo --- Franz I. König von Frankreich
14.10.1499-20.7.1524
12.9.1494-31.3.1547
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
18.5.1514
1. oo Claudia von Frankreich, Tochter des Königs
Ludwig XII.
14.10.1499-20.7.1524 Cousine
5.8.1530
2. oo 2. Eleonore von Habsburg, Tochter des Königs
Philipp I.
x
15.11.1498-18.2.1558
Brüssel Talaveruela/Spanien
Kinder:
1. Ehe
Luise
19.8.1515-21.9.1517
Charlotte
23.10.1516-8.9.1524
Franz Dauphin von Viennois
28.2.1517-10.8.1536 ermordet
Heinrich II.
31.3.1519-10.7.1559
Magdalene (Claudia)
10.8.1520-2.7.1537
1.1.1537
oo Jakob V. König von Schottland
10.4.1512-14.12.1542
Karl II. Herzog von Orleans
22.1.1522-9.9.1545
Margarete
5.6.1523-14.9.1574
9.7.1559
oo Emanuel Philibert Herzog von Savoyen
8.7.1528-30.8.1580
Cousin
Literatur:
-----------
Brouwer Johan: Johanna die Wahnsinnige. Glanz
und Elend einer spanischen Königin. Eugen Diederichs Verlag München
1995 Seite 76, 141 - Calmette, Joseph: Die großen Herzöge
von Burgund. Eugen Diederichs Verlag München 1996 Seite 349 - Ehlers
Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln
2000 Seite 385 - Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft
1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 458 - Ferdinandy
Michael de: Philipp II. Bechtermünz Verlag Augsburg 1996 Seite 28,127-139,226,354
- Giardini Cesare: Don Carlos. Infant von Spanien. Eugen Diederichs
Verlag München 1994 Seite 34,39 - Hartmann P.C.: Französische
Könige und Kaiser der Neuzeit. Von Ludwig XII. bis Napoleon III. 1498-1870.
Verlag C. H. Beck München 1994 Seite 9,15,24,36,39,46,50-70,74-76,78,88,91,99,122,156,159,161
-
Horst, Eberhard: Die spanische Trilogie Isabella-Johanna-Teresa
Claasen Verlag GmbH Düsseldorf, 1989 Seite 223,235,249,261- Jurewitz-Freischmidt
Sylvia: Die Herrinnen der Loire-Schlösser. Königinnen und Mätressen
um den Lilienthron. Casimir Katz Verlag, Gernsbach 1996 Seite 126-456 -
Leicht
Hans: Isabella von Kastilien. Königin am Vorabend der spanischen Weltmacht.
Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1994 Seite 112,221,251 - Mahoney
Irene: Katharina von Medici. Königin von Frankreich. Eugen Diederichs
Verlag München 1994 Seite13,176,23,25,29-36,50,52, 59,175 - Mayer,
Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH
1995 Seite 252 - Panzer Marita A.: Englands Königinnen. Von
den Tudors zu den Windsors. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 2001 Seite
28,47,75 -
Perez Joseph: Ferdinand und Isabella: Spaniens Katholische
Könige. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 243 - Pernoud
Regine: Die Kapetinger. in: Die großen Dynastien. Karl Müller
Verlag1996 Seite 11-29 - Taillandier Saint-Rene: Heinrich IV. Der
Hugenotte auf Frankreichs Thron. Eugen Diederichs Verlag München 1995
Seite 8,13,15,19,23,45,53,96,145,203,388, 449,451,465,467,507 - Tamussino
Ursula: Margarete von Österreich. Diplomatin der Renaissance. Verlag
Styria Graz Wien Köln 1995 Seite 83,90,136,164,188, 200,207,212,216,221,226,230,232,235,240-248,251,253,257-261,263,267
- Tamussino Ursula: Maria von Ungarn. Ein Leben im Dienst der Casa
de Austria. Verlag Styria Graz Wien Köln 1998 Seite 28,34,36,51,55,85,97,101,118,141,143,146,154,156,167,174,178,
198-208,210,215,223,225,227-230,232,234,240,249,278,292,300 - Treffer
Gerd: Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette
(8.-18. Jahrhundert) Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1996 - Treffer
Gerd: Franz I. von Frankreich. Herrscher und Mäzen. Verlag Friedrich
Pustet Regensburg 1993 - Treffer Gerd A.: Johanna von Valois begegnen.
Sankt Ulrich Verlag Augsburg 2000 - Treffer Gerd: Die französischen
Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert)
Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1996 Seite 11,15,153,189,219,231,248
- Tuchmann Barbara: Der ferne Spiegel. Deutscher Taschenbuch Verlag
München 1995 Seite 478 - Wende Peter: Englische Könige
und Königinnen. Von Heinrich VII. bis Elisabeth II. Verlag C. H. Beck
München 1998 Seite 34,39,42,44 -
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Hartmann P.C.: Seite 52-70
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"Französische Könige und Kaiser der Neuzeit"
Alfred Kohler
FRANZ I., König von Frankreich 1515-1547
-------------
* 12. September 1494, + 31. März 1547
Cognac
Rambouillet
Begraben: St-Denis
1515 König von Frankreich als Nachfolger von Ludwig XII. (* 27.6.1462, + 1.1.1515)
Vater:
--------
Karl Graf von Angouleme (* 1459, + 1.1.1496), Sohn des
Johann von Angouleme (* 26.6.1404, + 30.4.1467)
Mutter:
---------
Luise von Savoyen (* 11.9.1476, + 22.9.1531), Tochter
Herzog Philipps I. von Savoyen (1438-1497)
Schwester:
-------------
Margarete (* 11.4.1492, + 21.12.1549)
in erster Ehe verheiratet mit Karl IV., Herzog von Alencon
(* 2.9.1489, +11.4.1525)
in zweiter Ehe mit Heinrich II. von Albret, König
von Navarra (* 1503, + 25.5.1555)
1. oo 18.5.1514
CLAUDIA VON FRANKREICH
* 14.10.1499, + 20.7.1524
Tochter König Ludwigs XII. von Frankreich und der Anna von Bretagne
2. oo 5.8.1530
ELEONORE VON HABSBURG
* 15.11.1498, + 18.2.1558
Tochter Philipps des Schönen, Herzog von Burgund, König von Kastilien und der Johanna I. der Wahnsinnigen von Kastilien
Kinder:
---------
Luise (* 19.8.1515, + 21.9.1517)
Charlotte (* 23.10.1516, + 8.9.1524
Franz Dauphin (* 28.2.1517, + 10.8.1536)
Heinrich II. König von Frankreich (* 31.3.1519,
+10.7.1559)
Magdalena (* 10.8.1520, + 2.7.1537), heiratete 1537 König
Jakob V. von Schottland (* 10.4.1512, + 14.12.1542)
Karl, Herzog von Orleans (* 22.1.1522, + 9.9.1545)
Margarete (* 5.6.1523, + 14.9.1574), die 1559 Herzog
Emanuel Philibert von Savoyen (* 8.7.1528, + 30.8.1580) heiratete.
Frauen im Leben Franz' I.
Betrachtet man die höfische Umgebung Franz'
I., so gilt sicherlich die Feststellung, dass Frauen im Leben
des Königs eine wichtige Rolle spielten, obgleich vieles, was darüber
geschrieben wurde, reine Erfindung ist. Zweifellos hat der König den
Status der Frauen an seinem Hof sehr gehoben. "Un roi qui s'amuse?" Das
mag ein Klischeebild sein, das, bis heute tradiert, seinen Ursprung in
der Geschichtsschreibung des 16. und 17. Jahrhunderts haben dürfte.
In Wahrheit ist das Privatleben des Königs schwer zu fassen. Dass
den Mätressen am Hofe Franz' I.
ein nicht zu unterschätzender politischer Einfluß zukam, ist
hingegen unbestritten. Das gilt weniger für seine erste Geliebte,
Madame
de Chateaubriand, als für Anne d'Heilly, die
Herzogin
d'Etampes, über deren Wertschätzung der englische Gesandte
Anthony Browe 1527 bemerkte: "Wie man hört, zieht er (Franz)
allen Damen ein Mädchen ... vor, die Hely heißt und deren
Schönheit meiner Ansicht nicht erwähnenswert ist" Die Herzogin
d'Etampes stand im Mittelpunkt jener Damen-Gesellschaft, mit welcher
sich der König jeden Abend amüsierte.
Seit seiner Kindheit ist Franz
I. von Frauen nachhaltig geprägt worden, zuerst von seiner
Mutter. Luise von Savoyen, selbst schon mit 12 Jahren verheiratet
und seit ihrem 18. Lebensjahr Witwe, hat ihren Sohn nicht nur erzogen,
sondern sie fungierte auch später während dessen Abwesenheit
von Frankreich (1515 und 1525/25) als dessen Regentin. Bis zu ihrem Tod
(1531) war sie eine integrative Figur am Hofe ihres Sohnes, tradierte die
Gegensätze der Hofgruppen aus und bestimmte die Politik entscheidend
mit.
Claudia de France,
die erste Gattin Franz' I., eine gefühlvolle
und mit einem körperlichen Gebrechen behaftete Frau, schenkte dem
König drei Söhne und vier Töchter, von denen allerdings
nur zwei (Heinrich und Margarete,
die den Herzog von Savoyen heiratete) ihren Vater überlebten. Als
Eleonore,
die ältere Schwester
KARLS V.,
die zweite GattinFranz' I., im Juli
1530 nach Frankreich kam, stand der König stark unter dem Einfluß
seiner Mätresse, der Herzogin d' Etampes. Eleonore
mußte sich fortan mit einer politisch untergeordneten Rolle begnügen.
Dazu hat auch das Faktum beigetragen, dass ihre Ehe kinderlos blieb.
Margarete von Angouleme,
die Schwester Franz' I., seit 1527
Königin von Navarra, war ihrem Bruder sehr zugetan; die persönlichen
Bande wurden nach dem Tod ihrer Mutter (1531) noch enger. Margarete
stand den Ideen des Kreises von Meaux nahe.
Krankheit und Tod
Die beiden letzten Regierungsjahre Franz'
I. standen im Zeichen zunehmender Krankenstände, wie man
aufgrund zeitgenössischer Berichte weiß. Die Leiden des Königs
waren älteren Ursprungs. So sprach Martin du Bellay schon 1538 von
einem lebensgefährlichen "apostume", einem Abzeß/Tumor im
Bauch. Entgegen der älteren Auffassung nimmt man heute an, dass
Franz
I. an einem Tumor litt, der die Harnröhre abklemmte und
der wahrscheinlich eine Spätfolge einer Trippererkrankung in
seiner Jugend gewesen ist. Dem Autopsiebericht zufolge hatte der König
"un apostume en son estomac, les rognos gates et les entrailles pourries,
le gosier en chancre et le poumon ja (deja) quelque peu entame" (ein Magengeschwür,
verdorbene Nieren und Eingeweide, Geschwüre an der Kehle und eine
zerfressene Lunge - so der kaiserliche Gesandte Saint-Mauris am 10.4.1547.
Gegen Ende des Jahres 1546 versuchten die Ärzte, dem sich ständig
vergrößernden Tumor am Unterleib durch Verödung beizukommen.
Diese mit Infektionen verbundenen Eingriffe haben zwar kurz zu einer Linderung
beigetragen, letztlich aber den gesundheitlichen Verfall Franz'
I. nur beschleunigt.