Waldemar IV.                                         Herzog von Schleswig (1272-1312)
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um 1265-   1312

Begraben: Dom zu Schleswig
 

Ältester Sohn des Herzogs Erich I. von Schleswig und der Margarete von Pommern-Rügen, Tochter von Fürst Jaromar II.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 1951
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Waldemar, Herzog von Schleswig
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* spätestens 1268, + zwischen 26. März und 7. Juli 1312

Begraben: Dom zu Schleswig

Sohn von Herzog Erich Abelsen (+ 1272) und Margarete von Rügen (+ 1272)

1. oo 1287 Elisabeth von Sachsen-Lauenburg (+ 1285)

2. oo 1. Anastasia, Tochter von Graf Nicolaus von Schwerin-Wittenburg

        2. oo Gerhard IV. von Holstein

Beim Tode des Vaters wurde der unmündige Waldemar unter die Vormundschaft seines Lehnsherrn, des Königs von Dänemark, gestellt. Nach Erreichung der Volljährigkeit erhielt er 1283 das Herzogtum als Lehen, verlor jedoch 1295 einen Prozeß gegen den König um das Krongut, die Insel Alsen und bestimmte Regalienrechte. Sein Versuch, den Besitz der Krone in Schleswig mit Gewalt an sich zu bringen, scheiterte; Waldemar wurde gefangengenommen und erst im Frühjahr 1286 wieder freigelassen. Nach der Ermordung König Erichs V. erhielt Waldemar alle Gebiete, die sein Vater früher besessen hatte (Alsen, Langeland, teile des südlichen Fünen) und wurde zum Reichsverweser für den unmündigen König Erich VI. bestellt, nahm dieses Amt aber nur wenige Monate wahr. In den 1290-er Jahren unterstützte er die Forderungen der norwegischen Königsfamilie auf Besitz in Dänemark, mußte aber nach der gescheiterten Aktion 1297 den erblichen Besitz auf Fünen an den dänischen König abtreten und auf die Ansprüche auf Alsen, AEro und Fehmarn verzichten. In der Außenpolitik versuchte Waldemar seitdem, durch die Anlehnung an Norwegen znd die schwedische Opposition ein Machtgleichgewicht gegenüber Dänemark zu finden, ohne es zum Bruch kommen zu lassen. - Waldemar versuchte, seine Städte gezielt durch Privilegien (Schleswig [mehrmals], Svendborg, Taaborg, Rudkobing 1287-1288) und Stadtrechte (1292 Hadersleben, 1284 Bestätigung des Stadtrechts von Flensburg) zu fördern und durch Handelsprivilegien fremde Kaufkeutre heranzuziehen.
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Waldemar IV. folgte unter Vormundschaft von Holstein und Dänemark, mußte Alsen und Fehmarn herausgeben und wurde 1283 königlich belehnt. Er erklärte den Thronverzicht seines Onkels Waldemar für ungültig, versuchte seine Ansprüche zu erneuern, geriet 1285 in dänische Gefangenschaft und mußte alle Ansprüche aufgeben. Er wurde 1286 zum Reichsregenten für seinen Cousin Erich VI. bestimmt. Er gewann dadurch verlorene Gebiete und Positionen und neue dazu: die Inseln Arö, Alsen und Fehmarn, verschiedene Krongüter und das Münzrecht für Schleswig. Nach weiteren kriegerischen Auseinandersetzungen mußte er 1295 alle Neuerwerbungen wieder zurückgeben, behauptete aber Schleswig als erbliches Lehen der Familie. Er wurde von Holstein gestützt und geriet zusehends in dessen Abhängigkeit, eine Grundlage für die spätere enge Verbindung beider Länder.
 
 
 
 

    1287
  1. oo Elisabeth von Sachsen-Ratzeburg, Tochter des Herzog Johann I.
                 - vor 1306

    1306
  2. oo 1. Anastasia von Schwerin, Tochter des Grafen Nikolaus V.
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        2. oo Gerhard IV. Graf von Holstein
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Kinder:
1. Ehe

  Erich II.
  um 1290-12.3.1325

Illegitim

  Abel Sappi
        - nach 1332
 
 
 



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