Knut V.                                                König von Dänemark (1154-1157)
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um 1130-9.8.1157 ermordet
              Roskilde
 

Einziger Sohn des Königs Magnus der Starke von Västergötaland und der Richza von Polen, Tochter von Herzog Boleslaw III.
 

Althoff Gerd: Seite 369
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                   K 31

Lü: 9.8.  Kanutus rex Danorum fr. nr. occius   + 1157 Knut V. von Dänemark

Knut war in den dänischen Thronwirren teils Verbündeter, teils Gegner Heinrichs des Löwen. Er fiel einem Mordanschlag seines Rivalen Sven zum Opfer; vgl. Jordan, Heinrich der Löwe, Seite 49f. und 60f.
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Knut V. wurde 1146/47 Mitkönig in Jütland gegen Sven III. Es war eine Zeit wüstester Bürgerkriege, wobei Knut von seinem Schwager Waldemar unterstützt wurde. Durch deutsche Vermittlung wurde er 1152 zum Verzicht bewogen und als dänischer Vasall Herzog von Seeland. Er erzwang 1154 erneut sein Mitkönigtum, wurde verjagt und bei Verhandlungen von Sven ermordet.

Jordan Karl: Seite 37,39,46,49,60-61
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"Heinrich der Löwe"

Auch in Dänemark, wo es nach dem Tode des Königs Erich Lamm im Jahre 1146 zu Thronstreitigkeiten zwischen dem Prinzen Sven und seinem Vetter Knut gekommen war, fand die Predigt zum Kreuzzug gegen die Wenden ein starkes Echo. Beide Fürsten schlossen zunächst Frieden und stellten eine Flotte gegen die Slawen auf.
Etwa zur gleichen Zeit (1148) wurde Holstein in die dänischen Thronwirren hineingezogen, die nach dem Ende des Wendenkreuzzuges zwischen Sven und Knut wieder mit aller Schärfe ausgebrochen waren. Beide Rivalen versuchten, Graf Adolf für sich zu gewinnnen. Dieser entschied sich für Knut, der ihn dafür mit Besitzunngen - wohl im Gebiet von Schleswig - belehnte.
In Dänemark waren inzwischen die Thronstreitigkeiten zwischen Sven und Knut weitergegangen. Dabei hatte sich Sven durchgesetzt. Knut hatte das Land verlassen müssen und in Sachsen zunächst bei Heinrich dem Löwen und dann bei Hartwig von Bremen um Hilfe nachgesucht. Seine wiederholten Versuche, wenigstens Jütland in seine Hand zu bringen, schlugen fehl. Nachdem er im Jahre 1151 erneut an der Mildau unweit von Husum von Sven und dem jetzt mit ihm verbündeten Prinzen Waldemar, dem Sohne Knut Lawards, besiegt worden war, begab er sich erneut an den Hof Heinrichs des Löwen. Sven seinerseits nahm Verbindung mit Erzbischof Hartwig von Bremen und den ASKANIERN auf. Beide Prätendenten wandten sich aber auch in Schreiben an KONRAD III., den sie als Kaiser anredeten, um seine Gunst zu gewinnen. Der König war aber nicht mehr in der Lage, im dänischen Thronstreit eine Entscheidung zu treffen und dadurch die seit den Tagen LOTHARS III. bestehende Lehsnhoheit des Reiches gegenüber Dänemark wieder in aller Form zur Geltung zu bringen.
Der Merseburger Reichstag brachte aber eine Entscheidung in den dänischen Thronstreitigkeiten. Beide Rivalen waren geladen und erschienen: Sven in Begleitung des Erzbischofs Hartwig, Knut unter dem Geleit Heinrichs des Löwen. Durch einen Schiedsspruch wollte FRIEDRICH BARBAROSSA einen Ausgleich zwischen den Widersachern erreichen. Knut, der sich in Dänemark nicht hatte durchsetzen können, mußte auf seine Ansprüche auf den Thron verzichten, indem er dem deutschen König ein Schwert übergab. Sven wurde mit dem gleichen Symbol mit Dänemark belehnt und leistete dem deutschen Herrscher die Dienste eines Vasallen und den Treueid. Dieser setzte ihm eine Königskrone aufs Haupt; bei der feierlichen Pfingstprozession trug Sven das Reichsschwert vor dem König einher. Die Lehnshoheit des Reiches gegenüber Dänemark wurde damit in aller Form erneuert. Knut wurde mit einzelnen Landschaften in Dänemark, vor allem auf Seeland, abgefunden. Auch Prinz Waldemar, der ebenfalls am Reichstag teilnahm, erhielt eine Provinz des Landes, wahrscheinlich das Gebiet von Schleswig.
Svens Rivalen Knut und Waldemar verbündeten sich gegen ihn und vertrieben ihn 1154 aus Dänemark. Im August des Jahres 1157 fiel Knut bei einer Zusammenkunft der drei Thronprätendenten in Roskilde einem Mordanschlag Svens zum Opfer.
 
 
 
 

 1156
  oo N.N. von Schweden, Tochter von Sverker I.
              -
 
 
 
 

Kinder:

  Waldemar Bischof von Schleswig (1182-1236)
  1157-   1236

Illegitim

  Niels der Heilige
  1150-   1180

Niels der Heilige lebte ab früher Jugend mönchisch.

  Hildegard
        -

  oo Jaromir I. Fürst von Pommern-Rügen
             - 1218 vor 4.8.
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Wilhelm Fink Verlag München 1984 Seite 369 K 31 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 37,39,46,49,60 -
 
 
 
 



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