Peter III. der Große                               König von Aragon (1276-1285)
-------------------------                              König von Sizilien (1282-1285)
1239-10.11.1285
       Villafranca

Begraben: Santes Creus
 

Ältester Sohn des Königs Jakob I. der Eroberer von Aragon aus seiner 2. Ehe mit der Jolanthe von Ungarn, Tochter von König Andreas II.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1923
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Peter III. (‚el Gran‘), König von Aragon und Valencia, Graf von Barcelona
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* Juli/August 1240, + 11. November 1285
Valencia                 Vilafranca del Penedes

Begraben: Santes Creus

Sohn König Jakobs I. von Aragon und seiner Gattin Violante von Ungarn

  oo 13. Juni 1262 Konstanze von Sizilien, Tochter König Manfreds (STAUFER)

Kinder:
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Alfons III. von Aragon
Friedrich III., König von Sizilien-Trinacria
Isabella (oo König Dinis I. von Portugal)
Violante (oo Robert I. von Neapel)

I. ALS KÖNIG VON ARAGON

Nachdem Peter III., der zweitgeborene Sohn, als Ergebnis der Nachfolgeregelungen Katalonien erhalten hatte und dort 1257 Prokurator geworden war, rückte er 1262 nach dem Tode Halbbruders Alfons an die Spitze der Erbfolge und wurde unter Ablegung allseitiger Mannschaftsleistung mit Aragon, Valencia und Katalonien ausgestattet, während sein Bruder Jakob II. das Königreich Mallorca mit den Grafschaften Roussillon und Cerdana sowie den Seniorat von Montpellier übertragen bekam, allerdings seit 1272 seinen Herrschaftsbereich als freies Eigen betrachten konnte. Nach seiner Krönung in Zaragoza reklamierte Peter III. das mallorquinische Reich dennoch für seine Krone und sollte die Zugehörigkeit unter Leistung eines Lehnseides am 19. Januar 1279 durch den Vertrag von Montpellier erzwingen, ohne jedoch den fortdauernden Widerstand seines Bruders brechen zu können. Durch die Heirat mit Konstanze im Besitz der staufischen Erbansprüche auf Sizilien, gelang es ihm, der parallel eine intensive N-Afrikapolitik trieb, unter Ausnutzung der Sizilianischen Vesper dieses Reich in seine Hand zu bekommen (1282), was ihm jedoch die Exkommunikation durch den Papst, die Auflösung der Treueide, die Weitergabe seiner Krone an den französischen Königs-Sohn Karl von Valois und einen Kreuzzug Philipps III. von Frankreich gegen sein Reich eintrug.
Zwar hatten diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg, da sich Peter III. durch geschickte diplomatische und rechtliche Schachzüge zu wehren verstand, doch schwächten sie seine Stellung im Innern derart, daß er zu großen Konzessionen gegenüber Adel und Städten gezwungen war. Die Freiheiten und Fueros des aragonesischen Adels mußte er im Privilegio General (3. Oktober 1283) garantieren, die Forderungen der valencianischen und katalanischen Stände auf den Cortes von Valencia (November 1283) und Barcelona (Dezember 1283) hinnehmen, die Rechte der Stadt Barcelona durch das Privileg Recognoverunt proceres (11. Januar 1284) anerkennen und erweitern. Peter III. konnte sein Stellung angesichts innerer  Unruhen (Berenguer Oller) und äußerer Bedrohung durch das von Mallorca unterstützte Frankreich nur schwer konsolidieren. Der König starb, nicht ohne das Königreich Sizilien testamentarisch der römischen Kirche restituiert und dafür die Absolution erhalten zu haben.

II. ALS KÖNIG VON SIZILIEN

Das Engagements Peters (Peter I. als König von Sizilien) im sizilianischen Konflikt muß im historischen Kontext, ohne Anachronismen, gesehen werden: Als König und Ritter, Erbe Jakobs I. des Eroberers, war peter angezogen vond er Aussicht auf große überseeische Unternehmungen, um so für seine Söhne neue Königreiche zu begründen. Sizilien war das legitime Erbe seiner Gemahlin Konstanze (oo 1262), zugleich das Musterbild eines starken Staates, mit festverankerter Bürokratie und klarer monarchischer Ideologie, dem verschwommenen Herrschaftskonzept des aragonesischen Königtums weit überlegen. Persönliche Gegenerschaft zu Karl von Anjou (als Grafen von Provence) bestärkte Peter III. der Große in seinem Vorgehen; er nahm an seinem Hofe sizilianische Verbannte auf, allerdings in zu geringer Zahl, um mit ihnen eine großangelegte Verschwörung gegen die ANJOU-Herrschaft durchzuführen.
Die seit April 1282 gegen Tunis durchgeführte Expedition fiel zusamemn mit dem spontanen Ausbruch der Sizilianischen Vesper (30. März 1282), die von Palermo aus ganz Sizilien erfaßte, doch überging diese nationale Erhebung die Rechtsansprüche der Konstanze, ließ vielmehr eine Konföderation der Städte entstehen und suchte päpstliche Schutzherrschaft für Sizilien zu erreichen. Am 28. Juni brach Peter III. aus seinem für den Sizilienzug günstig gelegenen nordafrikanischen Stützpunkt auf, um den Kommunen von Sizilien, deren Unterstützung von Papst Martin IV. abgelehnt wordenw ar und die sich von einer angevinischen Flottenexpedition gegen Messina bedroht sahen, die erwünschte Hilfe zu bringen. In Trapani am 30. August gelandet, stellte sich der König an die Spitze des antiangevinischen Italien und nahm den Titel eines Königs von Sizilien an. Er setzte bei den Sizilianern die Zahlung einer Steuer und die Aufstellung eines Ritterheeres (im Zuge allegemeiner Volksbewaffnung) durch, das seinen kampferprobten Almogavares zur Seiten stehen sollte. Trotz einiger militärischer Erfolge zur See und in Kalabrien wollte ihm eine echte Konsolidierung der Macht nicht gelingen, zumal er weiterhin unter Geldmangel litt und auf ein schlagkräftiges Lehnsaufgebot verzichten mußte (dieses hätte sich nur durch den Aufbau eines neuen Lehnsverbandes schaffen lassen). Angesichts der Unzufriedenheit seiner Untertanen, denen er die Abschaffung von Steuern und Feudallasten und die Aufrechterhaltung der Krondomäne versprochen hatte, akzeptierte er als Konfliktlösung einen persönlichen Zweikampf mit Karl von Anjou und kehrte 1283 nach Katalonien zurück; Sizilien überließ er Konstanze und den Infanten Jakob, Friedrich und Violante.
Der Zweikampf von Bordeaux, dem das gesamte ritterliche Europa erwartungsvoll entgegensah, endete in einer zynischen Farce. Während sich Peter in Katalonien mit dem Aragon-Kreuzzug Frankreichs (1285) konfrontiert sah, waren es die aus 'Lateinern' und 'Katalanen' bestehenden Flottenbesatzungen des Admirals Roger de Lluria (Lauria), welche die Verteidigung Siziliens sicherten, Malta eroberten und Razzien entlang der neapolitanischen Küste durchführten (Gefangennahme des Erb-Prinzen Karl [II.] von Anjou ,1284). Die ersten Zerwürfnisse zwischen dem König und den Protagonisten der Vesper traten seit 1283 auf (Verhaftung von Palmerio Abbate); sie verschärften sich mit dem Aufstand und der Hinrichtung des Großjustitiars Alaimo de Lentini.
Peter III. der Große hat von 1283 bis zu seinem Tode (10. November 1285) Sizilien als unabhängigen Staat wiederhergestellt; das Königreich wurde teil des Erbes seines zweiten Sohnes, Jakob. Diese Entwicklung war von einem grundsätzlichen politischen problem überschattet: Die gemeinsame Frontstellung gegenüber Papsttum und ANJOU machte die Solidarität zwischen den Herrschern in Barcelona und Palermo zur Lebensfrage, doch waren die Sizilianer, anch wie vor irritiert durch dei Festsetzung der Katalanen und Aragonsen auf ihrer Insel, keineswegs geneigt, ihre 'libertas' für die Interessen der gesamtaragonesische Monarchei aufs Spiel zu setzen; ebensowenig verzichteten sie auf ihr radikales und militantes Ghibellinentum, das durch einen betonten Chiliasmus (dem sich auch ein teil des eingewanderten katalanisch-aragonesischen Adels anschloß) seine besondere Färbung erhielt. Peter III. konnte wzar die sizilianische Aufstandsbewegung ausnutzen und der französsichen hegemonie im Mittelmeerraum einem schweren Schlag versetzen, doch blieb die von ihm geschaffene Situation prekaär: Das aragonessiche Königreich Sizilien blieb auf die Insel (und einige ungesicherte Eroberungen in Kalabrien) beschränkt.
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Peter III. der Große war von imposanter, kraftvoller Gestalt, politisch klug und verschlagen, sehr gebildet, mutig, unermüdlich, ganz Pragmatiker, rücksichtslos bei der Durchsetzung seiner Interessen (ermordete seinen Halbbruder Ferdinand Sanchez und plante zeitweise die Absetzung des Vaters, der mit seinen ständig neuen Erbteilungsplänen für viel Unruhe sorgte). Er erhielt seinen Beinamen schon zu Lebzeiten für die Bravour, mit der er sich gegen seine mächtigen Gegner behauptete, nahm 1269/70 am gescheiterten Kreuzzug seines Vaters teil und fuhr ihm, der nur bis Aigues Mortes kam, nach Akkon voraus. Er folgte 1276 seinem Vater als König von Aragon-Valencia, Graf von Barcelona, Gerona, Osona, Besalu, Ribagorza und Sorbrarbe und geriet mit seinem Bruder Jakob, dem der Vater Mallorca und Roussillon zugeteilt hatte, in Streit und zwang ihn 1279 in ein lehensartiges Verhältnis, was die Todfeindschaft beider Linien begründete. Jakob hatte sich unter anderem auch zum Exponenten unzufriedener aragonesischer Vasallen gemacht, die Peter in der Schlacht bei Belaguer niederwarf. Peter hatte als Kronprinz mit gegen die Mauren gekämpft, wandte sich als König nach der Eroberung von Montesa 1277 ganz dem Mittelmeerraum zu, was auch durch seine Ehe, die an der Kurie großen Unwillen hervorrief, bedingt war. Zuerst wurde er sogar von Papst Nikolaus III. in seinem Kampf gegen ANJOU-Sizilien bestärkt, da dieser sich zu stark durch den ANJOU bedroht fühlte, dessen Nachfolger Martin IV. war aber ganz franzosenfreundlich und stellte sich gegen Aaragon. Peter verbündete sich mit Kastilien, Byzanz und Venedig und eroberte 1282 von Tunis aus Sizilien, wo sich großer Haß gegen die französische Herrschaft angestaut hatte, der sich am 30.3.1282 in der "Sizilianischen Vesper" entlud. Er schaffte in Sizilien alle unbeliebten Maßnahmen der ANJOUS ab, führte eine gute Verwaltung ein und schuf damit die Basis für die Stabilität der Herrschaft seiner Familie. Er wurde 1283 gebannt, außerdem sprach ihm der Papst das Königreich Aragon, das auch formales Papstlehen war, ab und dem französischen Prinzen Karl von Anjou zu, was zum Krieg gegen Frankreich führte. Wegen seiner horrenden Geldforderungen für seine Kriege geriet er mit den Ständen hart aneinander, die Peters Zwangslage ausnutzten und ihm 1283 das "Privileg de la Union" abrangen, sozusagen die Magna Charta Aragons. 1285 mußte er dem Königreich Valencia einen eigenen Gerichtshof zugestehen und verteidigte sich 1284/85 mit Guerillataktik geschickt gegen Frankreich, eroberte Gerona zurück, siegte zweimal über französische Flotten bei Barcelona und San Felice. Der Gegensatz erwuchs auch aus der Erbfrage Navarra, dessen Thronerbin er eigentlich für seinen Sohn in Aussicht genommen hatte, die aber den französischen Thronfolger heiratete. Er verjagte viele Mauren, was zur Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage führte, stritt bis zuletzt mit dem Adel und war ein Gönner der Troubadoure.
 
 
 
 

13.6.1262
   oo Konstanze von Sizilien, Erbtochter des Königs Manfred
       1249-   1300/01
 
 
 
 

Kinder:

  Alfons III. der Prächtige
  1265-18.6.1291

  Jakob II. König von Sizilien
  1267-3.11.1327

  Friedrich II. König von Sizilien
  1271-25.6.1337

  Peter
  1275-   1296
         vor Mayorga

  Er zog 1296 zugunsten der Linie de la Cerda gegen Leon und starb an einer Seuche.

  oo Wilhelmine de Moncada
             -   1309

  Isabella die Heilige (Elisabeth)
  1271-4.6.1336

24.6.1282
   oo Diniz I. König von Portugal
        9.10.1261-7.1.1325

  Jolanthe (Violante)
        -   1302

 1297
  oo Robert Graf von Anjou
       1277-19.1.1343

Illegitim

  Sancho Kastellan von Amposta
         -   1341

  Peter
        -

  oo Konstanze Mendez Pelita de Silva
             -

  Ferdinand Senor de Albarracin
        -

  Beatrix
        -

  oo Raimund de Cardona Senor de Tora
             -

  Jakob Perez
         - nach 1285

Feldherr des Vaters, siegte 1282 in der Seeschlacht bei Nicotera und eroberte 1283 Reggio di Calabria

  Therese
        -

  oo Artal de Alagon Sennor de Sastago
            -
 
 
 
 

Literatur:
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Horst, Eberhard: Friedrich der Staufer, Claassen Verlag Düsseldorf 1989, Seite 7, 338,342 - Lehmann, Johannes: Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts, Gondrom Verlag Bindlach 1991, Seite 350,360 - Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 -
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Vones Ludwig:
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„Geschichte der Iberischen Halbinsel“:

Schon bei der feierlichen Krönung Peters III. el Gran (1276-1285) in Zaragoza wurde deutlich, wie sehr der neue König den ursprünglichen machtpolitischen Rahmen seines Vaters ungeschmälert ausfüllen wollte, denn einen Tag vor der Zeremonie ließ er offiziell verkünden, er folge als primogenitus des Regis Aragonum Maioricarum et Valencie, comitis Barchinonae er Urgelli, et domini Montispesculani nach und erhalte als solcher Salbung, Weihe und Krone. Stillschweigend wurde damit eine fortdauernde Zuordnung Mallorcas zur Krone Aragon vorausgesetzt, die am 19. Janura 1279 im Vertrag von Montpellier verwirklicht wurde, als Peter seinen Bruder zwang, ihm den Lehnseid zu leisten. Damit setzte er sich eindeutig über die Bestimmungen eines weiteren Testaments hinweg, das Jakob I. in Montpellier verfaßt und in dem er seinen beiden Söhnen die vorbestimmten Reiche nun auf erbrechtlicher Grundlage als frei verfügbares Eigen übertragen hatte, ohne für Mallorca eine Lehensabhängigkeit zu postulieren. Entsprechend hatte sich Jakob II. von Mallorca (1276-1311) im September 1276 bereits zum König gekrönt. Die Auffassung Peters III., die gewiß noch durch die Verwicklung Jakobs II. in einen katalanischen Adelsaufstand im Jahre 1277/78 verstärkt wurde, ging demgegenüber anscheinend auf die Nachfolgeregelung von 1262 zurück, deutete allerdings die lehnsrechtliche Bindung im Sinne einer einseitigen Überordnung.
Alvaro Santamaria bezeichnet die Übereinkunft von 1279 als das Ende der kurzen, nur drei Jahre dauernden Unabhängigkeit der Krone Mallorca. Für Peter III. erwies sie sich im Verein mit anderen Maßnahmen gegen die Anrainermächte des Mittelmeers sowie einem Hilfsabkommen mit dem von der angevinischen Ostpolitik bedrohten byzantinischen Kaiser Michael VIII. Palaiologos als eine wichtige Voraussetzung, um das sizilianische Erbe seiner Gattin aus dem Herrschaftsbereich Karls von Anjou herauszulösen. Für ihn scheint wieder jene Spielart des Hausdenken, die eine endgültige Besitztrennung nicht dulden konnte und die politischen Interessen der Nebenlinien den Zielen des Hauses BARCELONA subsumierte, bestimmend geworden zu sein, nachdem die Konzeption seines Großvaters, die päpstliche Schutznahme als herrschaftssichernde Klammer zu nutzen, durch die Ausrichtung der Kurie auf Frankreich und das Haus Anjou gescheitert war.
Vordergründig durch die wirkungsvolle Unterstützung eines Volksaufstandes auf Sizilien gegen die überharte Bedrückung durch Karl von Anjou und seine Verwalter, die sogenannte Sizilianische Vesper, in Wirklichkeit durch die erfolgreiche Durchführung einer von langer Hand im Verein mit sizilianischen Magnaten vorbereiteten Verschwörung, die durch die verfrüht losgebrochene Rebellion fast gescheitert wäre, gelang es Peter III. 1282 die Insel endlich in seine Gewalt zu bringen und für seine Krone in Besitz zu nehmen. Die Reaktionen auf das aragonesische Vorgehen waren erwartet heftig, zeigten jedoch auf lange Sicht wenig greifbare Ergebnisse. Papst Martin IV. exkommunizierte Peter III. und belegte die Insel mit dem Interdikt, ohne die Verfestigung des Herrschaftsaufbaus, die durch die Bildung einer die Führer des kommunalen Aufstandes integrierenden Familiarenschicht erreicht wurde, verhindern zu können. Als sich die Maßnahmen des Papstes weiterhin als stumpfe Waffen erwiesen, ging man an der Kurie einen Schritt weiter, entband die Untertanen des Königs von Aragon von ihrer Treuebindung und bot den aragonesischen Thron einem Sohn des französischen Königs an. Währenddessen sah sich Peter III. mit einer Herausforderung Karls von Anjou zum Zweikampf konfrontiert, eine Aktion, die in Bordeaux stattfinden sollte, schließlich im Sande verlief und von beiden Seiten mehr auf propagandistische Wirkung angelegt schien.
Der eigentliche Schwachpunkt der aragonesischen Machtstellung lag in den Kernlanden selbst, wo Peter III. vor allem den bodenständigen aragonesischen Adel kaum für die Mittelmeerpolitik begeistern konnte. Deshalb hatte er seine Heerfahrt nach Sizilien mit einem kreuzzugsähnlichen Unternehmen gegen Tunis koppeln müssen, wobei natürlich auch der Aspekt, einen Brückenkopf für den Sprung auf die Insel gewinnen zu können, eine große Rolle gespielt haben dürfte. Darüber hinaus scheint der zunehmende Einsatz jüdischer Finanzleute  in der königlichen Verwaltung seit den Tagen Jakobs I. bei Adel und Städten gesteigertes Mißtrauen ausgelöstt zu haben.
Die Zwangslage, in der sich der König mittlerweile befand, ermöglichte es dem aragonessichen Adel im Verein mit den Städtevertretern, auf einer Versammlung in Zaragoza (Oktober 1283) die seit langem erhobenen Forderungen nach offizieller Anerkennung ihrer besonderen Rechte zu formulieren und Peter III. zu verpflichten, dies in Form eines Privilegio General anzuerkennen sowie einer regelmäßigen Einberufung der Cortes zuzustimmen. In ähnlicher Weise mußte der König die katalanischen Ständevertreter zufriedenstellen, ohne jedoch zur Ausstellung eines vergleichbaren Privilegs gezwungen zu sein. Erst dann konnte er eine wirksame Landesverteidigung einleiten, was immer dringender wurde, obwohl andererseits der Sohn Karls von Anjou durch den Admiral Roger von Lauria gefangengenommen worden war. Denn in der Zwischenzeit hatte Philipp III. von Frankreich das päpstliche Angebot zugunsten seines Sohnes Karl von Valois angenommen und einen Kreuzzug gegen Aragon eingeleitet, um die Thronansprüche wahrzunehmen. Dabei fiel ihm die Unterstützung durch Jakob II. von Mallorca zu, der die Möglichkeit erblickte, seine verlorene Unabhängigkeit wiederherzustellen.
Das Schicksalsjahr 1285 sah wichtige Ereignisse und Entscheidungen: am 7. Januar starb Karl von Anjou, am 28. März Martin IV.; in Barcelona wurde ein Aufstand der Unterschicht gegen das Stadtregiment unter Führung des Popularen Berenguer Oller blutig unterdrückt; ein  französisches Kreuzfahrerheer überquerte die Pyrenäen und eroberte am 7. September Girona, ohne einen durchschlagenden Erfolg zu erzielen, mußte statt dessen nach der Vernichtung seiner Versorgungsflotte einen verlustreichen Rückzug nach Perpignan antreten;  am 5. Oktober starb Philipp III.; am 11. November erfolgte der Tod Peters III. in Villafranca, nachdem er zuvor auf dem Totenbett der römischen Kirche das Königreich Sizilien testamentarisch restituiert und dafür die Absolution empfangen hatte.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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