Siegfried II. von Eppstein                           Erzbischof von Mainz (1200-1230)
-------------------------------
ca. 1165-9.9.1230

Begraben: Erfurt, St. Marien

Sohn des Grafen Gottfried I. von Eppstein
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1866
********************
Siegfried II. von Eppstein, Erzbischof von Mainz 1200-1230
--------------------------------
* ca. 1165, + 9. September 1230

Begraben: Erfurt, St. Marien

Vater: Gottfried I. von Eppstein, Mutter: ?; Bruder: Gottfried II. (+ ca. 1220), Schwester: Hildegard, oo Philipp II. von Bolanden

Nach dem Erwerb der Propsteien von St. Gangolf/Mainz 1189, St. Martin/Worms 1194, St. Peter/Mainz 1196 erreichte Siegfried II. im November 1200 die Erzbischofswahl bei verschwindender Minderheit gegen den von König PHILIPP protegierten Bischof Ludolf von Worms. Das Mainzer Schisma war verflochten mit dem Thronstreit. Siegfried II. war zum Lavieren zwischen den Parteien in Anlehnung an die Weisungen Innozenz' III. gezwungen, bei dem er 1206-1208 als Kardinalpriester von S. Sabina weilte. Dann war er zunächst auf der Seite König OTTOS IV. An der Jahreswende 1210/11 schwenkte Siegfried II. zur STAUFER-Partei über und förderte die Wahlen und Krönungen König FRIEDRICHS II. in Nürnberg, Frankfurt, Mainz und Aachen. Im März 1212 ernannte ihn Innozenz III. zum Legaten, und er nahm am IV. Laterankonzil teil. Im April 1220 war er vermutlich Wähler HEINRICHS (VII.), im November Teilnehmer an der Kaiserkrönung FRIEDRICHS II. Während der Regentschaftszeit für HEINRICH (VII.) opponierte Siegfried II. gegen dessen Städtepolitik und betrieb selbst für das Erzstift Mainz Burgenerwerb am Rhein, in der Wetterau und in Thüringen. Durch den Erwerb der Königsrechte an der Abtei Lorsch leitete Siegfried II. deren Einvernahme durch den Nachfolger 1228 ein. Im Diözesanstreit mit Bischof Konrad II. von Hildesheim mußte der Erzbischof zurückstecken. In Böhmen betrieb Siegfried II. eine eigenständige Bistumspolitik zu Unwillen Honorius' III., vor allem aber wahrte er am 6. Februar 1228 das Mainzer Krönungsrecht.

Quellen und Literatur:
---------------------------
RI V, 1-3; V, 4 - Reg. zur Gesch. der Mainzer Ebf.e ...742-1288, bearb. J. F. Böhmer-C. Will, II, 1886 [Nachdr. 1966], XIV-XXVII, 121-211, Nr. 1-616 - G.W. Sante, S. II. Ebf. v. Mainz (Nassauische Lebensbilder, hg. R. Vaupel, I, 1940), 1-16 [Lit] - W. Pietsch, Die Entwicklung des Territoriums der Herren v. Eppstein im 12. und 13. Jh. vornehml. aufgrund ihrer Lehensverzeichnisse, HJL 12, 1962, 15-50 - A. Gerlich, Thronstreit - Erzbistumsschismen - Papstpolitik (1198-1208) (Deus qui mutat tempora ... [Fsch. A. Becker, hg. E.-D. Heil, H. Seibert, F. Staab, 1987]), 283-320 [Lit.].


Literatur:
-----------
Horst, Eberhard: Friedrich der Staufer, Claassen Verlag Düsseldorf 1989, Seite 52,59 - Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 130,152,155,172,201,218, 236 - Thorau, Peter: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.) Teil I, Duncker & Humblot Berlin 1998, Seite 17,100, 110 A,130,132,149 A,180,192,195, 205,289-294,295 A -