Begraben: Hasungen
Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1865
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Siegfried I., Erzbischof von Mainz 10601-1084
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+ 16. Februar 1084
Begraben: Hasungen
Stammte wahrscheinlich aus mittelrheinischer Adelssippe;
Verwandtschaft mit den LUDOWINGERN ist möglich. Als Abt von Fulda
wurde er, begünstigt durch Kaiserin Agnes,
am 6. Januar 1060 zum Erzbischof von Mainz ernannt. Sein Verhalten
während der Regentschaft für König
HEINRICH IV.
erscheint widerspruchsvoll. Wohl im Frühjahr
1064 unternahm er eine Romfahrt, im folgenden Winter einen Pilgerzug nach
Jerusalem. In der durch Hirsau beeinflußten Klosterreform betonte
er die erzbischöflichen Rechte in Saalfeld, Hasungen, Ravengiersburg,
Erfurt, Orlamünde, St. Alban und St. Jakob in Mainz. Förderung
erfuhren auch Kanonikerstifte. Die Metropolitanrechte verteidigte er gegen
kuriale Ansprüche, ging indessen konform mit den Reformwünschen
Papst Alexanders II.
Im Reich begegnete er wachsenden Schwierigkeiten: Ehescheidungsbegehren
des Königs, Thüringer Zehnstreit, Fürstenopposition und
Sachsenkrieg. Die Absicht, in Cluny Mönch zu werden, scheiterte 1072
an der Rückkehrforderung der Mainzer. Beim Übergreifen des Investiturstreits
auf Deutschland stand Siegfried I.
zunächst auf königlicher Seite, wechselte aber bereits 1076 zur
päpstlichen Partei über. Die Reichsversammlung in Tribur im Oktober
1076 schirmte er militärisch gegen HEINRICH
IV. ab und vertrat vielleicht schon Ansprüche Rudolfs
von Rheinfelden, mit dem er seit 1073 in Beziehung stand und
den er am 26. März 1077 in Mainz zum Gegen-König krönte.
Dem Gegen-Königtum gab er abermals die Spitze durch die Krönung
HERMANNS
VON SALM am 26. Dezember 1081 in Goslar. Ohne noch nennenswerten
Einfluß erlangt zu haben, starb
Siegfried
I. in Thüringen und wurde in seiner Gründung Hasungen
beigesetzt. Ungeachtet des reichspolitischen Ungeschicks sind seine Maßnahmen
wichtig im Blick auf die Tendenz zur Entvogtung und auf die lange nachwirkenden
Beziehungen der Mainzer Kirche zum Weserraum.
Literatur:
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J. F. Böhmer-C. Will, Reg. zur Gesch. der Mainzer
Ebf.e von Bonifatius bis Heinrich II. 742-1288, 1887 [Neudr. 1966], LVIf.,
181-217, Nr. 1080-1244 - H. Büttner, Das Erzstift Mainz und die Kl.reform
im 11. Jh., Archiv für mittelrhein. Kirchengesch. I, 1949, 30-64 -
H. Thomas, Ebf. S. I. v. Mainz und die Tradition seiner Kirche, DA 26,
1970, 368-399 - L. Falck, Mainz im frühen und hohen MA (Gesch. der
Stadt Mainz II, 1971), bes. 122 mit Anm. I [zur Genealogie], 125ff, 164
- R. Schieffer, Die Romreise dt. Bf.e im Frühjahr 1070, RhVjbll 25,
1971, 152-174 - F. Staab, Die Mainzer Kirche (Die Salier und das Reich,
II, hg. St. Weinfurter, 1991), 57ff.