Erkanbald                                                  Erzbischof von Mainz (1011-1021)
-------------                                                 Graf von Oelsburg
    -17.8.1021

Begraben: Mainz, St. Johannis

Sohn des Grafen Altmann von Oelsburg und der Hedwig von Assel, Tochter von Graf Eckhard I.; Cousin des Bischofs Bernward von Hildesheim
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 2122
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Erchanbald, Erzbischof von Mainz
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     + 17. August 1021

Begraben: Mainz, St. Johannis

Aus der Familie der Grafen von Olsburg (Niedersachsen), verwandt mit Bischof Bernward von Hildesheim; Eltern unbekannt; Sohn: Graf Lando (?, genannt als Vogt der Abtei Fulda in auf 1011 datierter Fälschung). Als Abt von Fulda (997-1011) unterstützte Erchanbald König HEINRICH II. 1002/03 am Mittelrhein und in Franken, begünstigte 1007 die Errichtung des Bistums Bamberg und stand von 1008 an in der Luxemburger Fehde auf der Seite des Herrschers. Dieser ernannte ihn zum Erzbischof von Mainz. Erchanbald ließ sich am 1. April 1011 von Bischof Bernward von Hildesheim weihen, den er im Streit um Gandersheim gegen Erzbischof Willigis unterstützt hatte. Der König beließ ihm die Würde des Erzkanzlers in Deutschland, nahm ihm jedoch die in Italien. Nach der Teilnahme am Romzug 1013/14 unterstützte Erchanbald den Kaiser in der Reformation der Abtei Fulda und im Hammersteiner Ehestreit, in Nieder-Lothringen wie in der Polenpolitik. In kirchenrechtlichen Maßnahmen neigte Erchanbald der Gorzer Reform zu; organisatorisch folgte er Grundlinien seinen bedeutenderen Vorgängers Willligis, unter anderem durch die Gründung des Stiftes St. Maria in campis bei Mainz. Erwähnenswert sind seine Predigten.

Quellen und Literatur:
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M. Stimming, Mainzer UB I,1934 - S. Hirsch, JDG H. II., 3 Bde, 1862-1875 passim - Wattenbach-Holtzmann-Schmale I, 1978, 202 - K. Algermissen, Persönlichkeit, Leben und Wirken Bernwards (Bernward und Godeshard v. Hildesheim, 1960), 19 - J. Fleckenstein, Die Hofkapelle der dt. Kg.e 2, 1966, 160f., 212, 215 - L. Falck, Gesch. der Stadt Mainz 2, 1972, 66, 91.


Erkanbald war bis 1011 Abt von Fulda.

Schölkopf Ruth:
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"Die sächsischen Grafen 919-1024"

Die Vita Bernwardi erwähnte als Bernwards Verwandten Erzbischof Erchanbald von Mainz. Er wurde 1011 als Fuldaer Abt von Bernward persönlich zum Erzbischof geweiht. Sein Verhältnis zu Bernward ergibt sich durch folgende Ausführung: consanguinitate etiam sibi propinquum debita devolutione ut patrem coluit. Erchanbald starb plenus dierum et meritorum am 17. August 1021.

Thietmar von Merseburg: Seite 232
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"Chronik"

Nun entsandte der König HEINRICH, den Bischof der Würzburger Kirche, und Erkanbald, den Abt des Klosters Fulda, um die Burg Schweinfurt niederzubrennen und zu zerstören. Graf Heinrichs erlauchte Mutter Eila empfing und begrüßte die Herren bei ihrer Ankunft ihrem Range entsprechend; als sie aber die königliche Weisung vernommen hatte, eilte sie entsetzt in die Kirche und erklärte, lieber wolle sie dort verbrennen, als lebend der Brandstiftung weichen. Daher stellten die Herren christliche Nächstenliebe über weltliche Bedenken und milderten den ergangenen Spruch. Sie brachen lediglich die Mauern und Gebäude und trösteten die bekümmerte Frau mit dem Versprechen, wenn es in des Königs Gnade möglich sei, würden sie alles von sich aus wiederherstellen lassen. Der König aber verheerte alle Eigengüter des Grafen und verteilte sie weithin als Lehen.

Trillmich Werner:
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"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"

Willigis Nachfolger Erkanbald lag jedoch wenig an weltlichen Ehren, so dass er zugunsten Bambergs auf das Erzkanzleramt für Italien verzichtete.
 
 
 
 

Kinder:

  Lando Graf
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Literatur:
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Schneidmüller, Bernd/Weinfurter Stefan/Hg.): Otto III. - Heinrich II. Eine Wende?, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1997, Seite 44,233A,234,235A,238A,261A,374 - Schölkopf Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 - Thietmar von Merseburg: Chronik. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Seite 232,382,386,410, 426,460 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 112,117,150,190,202,264 -