Sohn des N.N.; Neffe des Bischof Adalward von Verden
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 104
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Adaldag, Erzbischof von Hamburg-Bremen (937-988)
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* um 900, + 28. oder 29. April 988
Angehöriger einer vornehmen sächsischen Familie, zunächst Domherr in Hildesheim, dann Mitglied der königlichen Kapelle HEINRICHS I., seit 927 als Verfasser und Schreiber von Königsurkunden nachweisbar. 936/37 war er Kanzler OTTOS I., der ihn zum Erzbischof von Hamburg-Bremen erhob. Er übte auch weiterhin einen starken Einfluß auf die Reichs- und Kirchenpolitik der OTTONEN aus; so begleitete er 962-965 OTTO I. auf dessen 2. Italienzug zur Kaiserkrönung in Rom. Unter ihm erhielt das Erzbistum 947/48 durch die Gründung der drei Bistümer Schleswig, Ripen und Aarhus die ersten Suffragane und griff über die Grenzen des Reiches nach Dänemark aus. Um 968 wurde ihm auch die damals in O-Holstein errichtete Bistum Oldenburg unterstellt. Damit nahm die schon länger geplante Organisation der Kirche im Norden und im Abodritenland ihren Anfang. Ebenso gelang es Adaldag, die Selbständigkeit des Erzbistums gegenüber Köln endgültig zu sichern und die Stellung des Erzbischofs in seiner Diözese mit Hilfe königlicher Privilegien auszubauen. Er erlebte aber auch den schweren Rückschlag, den die Mission bei den Dänen und Slawen 983 durch eine allgemeine heidnische Reaktion und durch die Zerstörung Hamburgs erlitt.
Literatur:
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NDB I, 47 - O.H. May, Reg. der Ebf.e v. Bremen I, 1937,
27ff. [mit Qq. und älter. Lit.] - F.M. Fischer, Politiker um Otto
d. Gr., 1938, 62ff. - G. Glaeske, Die Ebf.e v. Hamburg-Bremen als Reichsfürsten
(937-1258), 1962, 5ff. - R. Reinecke, Stud. zur Vogtei- und Territorialentwicklung
im Ebm. Bremen (937-1184), 1971, 22ff.
B 34
Lü: 28.4. Etheldagus
aps + 988 Hamburg/Bremen
Me: 29.4. Adaldag
aps
Adaldag gehört in den Verwandtschaftszusammenhang
der 'Nachfahren Widukinds', ist also mit den OTTONEN
und den BILLUNGERN verwandt gewesen; vgl. dazu Schmid, Die Nachfahren Widukinds,
S. 21 f.; ders. Religiöses und sippengebundenes Gemeinschaftsbewußtsein,
S. 70-73.
Zur Bedeutung dieses Verwandtenkreises für die Erhellung
der Anfänge der billungischen Geschichte vgl. ausführlich oben
S. 69.
Ein besonderes Vertrauensverhältnis hatte Adaldag
offensichtlich zu seiner Verwandten, der Königin
Mathilde, denn er las auf ihre Aufforderung hin die erste Seelenmesse
für König HEINRICH I. und
wurde mit ihrer Fürsprache zum Erzbischof erhoben; vgl. dazu Bornscheuer,
Miseriae regum, S. 98. Vor seinem Dienst in der Hofkapelle war er Mitglied
des Hildesheimer Domkapitels; vgl. Fleckenstein, Hofkapelle 2, S. 10.
Allgemein vgl. Glaeske, Die Erzbischöfe von Hamburg-Bremen;
S. 5-25; May, Regesten der Erzbischöfe von Bremen, Nr. 98-144; NDB
1, S. 47; LThK 1, Sp. 123 f. und FW B 52.
Zum Todesdatum: BU Nr. 1001e.