Folkmar (Poppo)                                      Bischof von Utrecht (976-991)
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    -11.12.991
 

Sohn des Pfalzgrafen Adalbero von Sachsen
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 613
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Folkmar (Poppo), Bischof von Utrecht 976-990
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     + 10. Dezember 990

Sohn des sächsischen Pfalzgrafen Adalbero

Zunächst Kanzler OTTOS II., der ihn zum Bischof erhob. Förderer der Reichspolitik, wurde ihm 977 die Bewachung Heinrichs des Zänkers anvertraut.
Nach dem Tode OTTOS II. ließ Folkmar Heinrich frei und schloß sich ihm an.


Althoff Gerd: Seite 338
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                         B 180

Me:  11.12. Folcmarus traiectensis eps  + 990 Utrecht

Folcmar war der Sohn des sächsischen Pfalzgrafen Adalbero und Onkel Bischof Bernwards von Hildesheim (B 166).
Er gehörte dem Hildesheimer Domkapitel an und wurde 975 Kanzler OTTOS II.; vgl. Fleckenstein, Hofkapelle 2, S 68 f.
Zu ihm schickte OTTO II. im Jahre 978 Heinrich den Zänker und Egbert den Einäugigen nach ihrem mißglückten Aufstandsversuch in Haft; vgl. BMi Nr. 763c und 769b.
Nach dem Tode des Kaisers entließ er beide und hatte somit Anteil an den nachfolgenden Kämpfen um die Thronfolge, s. dazu oben S. 96.
Allg. vgl. FW B 79.


Schölkopf Ruth:
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"Die sächsischen Grafen 919-1024"

Aus der Lebensbeschreibung Bernwards ist bekannt, dass der Pfalzgraf sowohl Söhne als auch Töchter hinterließ. Außer den beiden Töchtern können wir mit Sicherheit nur noch Folcmar (Kurzform Poppo) nachweisen. Die Vita nannte ihn einen avunculus religiosus diaconus Folcmar Bischofs Bernward. Folcmar war vielleicht königlicher Kanzler. Mit großer Wahrscheinlichkeit läßt sich das Diplom von 975, das einen Poppo cancellarius aufführt, auf ihn beziehen. 976 wurde Folcmar zum Bischof von Utrecht geweiht. Er übte sein Amt bis zu seinem Tode am 11. Dezember 991 aus. Die Vita Joh. Gorc. bezeichnete ihn unmittelbar als Sohn des Pfalzgrafen Bern und charakterisierte ihn als pontifex clarissimus atque in grege doctorum admodum celebratus. Thietmar von Merseburg führte ihn als Poppo venerabilis episcopus in seiner Chronik auf.
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 96,338 B 180 - Althoff, Gerd: Otto III., Primus Verlag, Darmstadt 1997, Seite 39,42 Anm. 18,46 - Beumann, Helmut: Die Ottonen, Verlag W. Kohlhammer, 1991 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 - Schölkopf Ruth: Die sächsischen Grafen 919-1024. Studien und Vorarbeiten zum Historischen Atlas Niedersachsens 22. Göttingen 1957 - Thietmar von Merseburg: Chronik Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1992 -