Salomo III.                                                Bischof von Konstanz (891-920)
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um 860-5.1.919/20                                  Abt von St. Gallen
 

Sohn des Grafen N.N.; Großneffe des Bischofs Salomo I. von Konstanz
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1314
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Salomo III., Bischof von Konstanz
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* um 860, + 5. Januar 919 oder 920

Wurde von seinem Großonkel Salomo I. schon früh für den geistlichen Stand bestimmt. Nachdem er zusammen mit seinem Bruder Waldo die äußere Schule des Klosters St. Gallen besucht und bereits 879 erstmals am Hofe KARLS III. in Italien geweilt hatte, trat er - soeben Diakon geworden - 884 in die Hofkapelle und in die Kanzlei KARLS III. ein. Auch als Kapellan König ARNULFS war Salomon III. bereits im Oktober 889 tätig. 890 wurden ihm nacheinander die Abtei St. Gallen und der Konstanzer Bischofsstuhl übertragen. Wohl aus Anlass der Übernahme der Bischöfswürde dürfte ihm Notker I. das von ihm redigierte Formelbuch überreicht haben. Seit 909 amtete Salomon III. für König Ludwig das Kind, anschließend - bis zu dessen Tod - für König KONRAD I. als Kanzler. Dreimal empfing Salomon III. Herrscherbesuche an seinem Bischofssitz: 890 und 894 ARNULF und am Ende 911/Anfang 912 KONRAD I. Wegen seiner 'Königsnähe' geriet er in die Rolle eines Vertrauten der Reichsgewalt in Schwaben und damit eines Gegners der Prätendenten auf die schwäbische Herzogswürde, was ihm 914 eine kurzfristige Gefangennahme durch den sogenannten Kammerboten Erchanger einbrachte. Salomon III. errichtete in Konstanz eine neu Bischofspfalz, prägte dort Denare, überführte aus Rom Reliquien des Märtyrers Pelagius nach Konstanz und begründete damit dessen Verehrung als Bistums- und Stadtpatron. Salomons III. geistige Interessen spiegeln sich in der von ihm in Auftrag gegebenen Anfertigung des "Psalterium quadrupartitum" (Staatl. Bibl. Bamberg, Cod. 44) im Jahre 909 sowie in den beiden an Bischof Dado von Verdun gerichteten Gedichten.

Literatur:
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Verf-Lex.² VIII, 526-530 [R. Düchting] - Wattenbach-Levison-Löwe VI, 755-760 - U. Zeller, Bf. S. III. v. Konstanz, Abt v. St. Gallen, 1910 - W. von den Steinen, Notkers d. Dichters Formelbuch, ZSchG 25, 1945, 449-490 - Helvetia Sacvra I/2, II/1, 1993, 252-254 [Lit.].


Salomo war seit 909 Kanzler des Deutschen Reiches. Seine Tochter war mit Notker verheiratet.
 
 
 
 

Literatur:
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Diwald Helmut: Heinrich der Erste. Die Gründung des Deutschen Reiches, Gustav Lübbe Verlag Bergisch Gladbach 1994, Seite 116-315 - Dümmler Ernst: Die Chronik des Abtes Regino von Prüm. Verlag der Dykschen Buchhandlung Leipzig Seite 97 - Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Seite 294-681 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971, Seite 42,47,52,57,62-65 -
Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band VII Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1969 Seite 150,290 - Rieche Pierre: Dier Karolinger. Deutscher Taschenbuch Verlag München 1991 Band 1559, Seite 259,268,272 - Schieffer Rudolf: Die Karolinger, Verlag W. Kohlhammer 1992, Taschenbücher Band 411, Seite 196 - Schmid Karl: Gebetsgedenken und adliges Selbstverständnis im Mittelalter. Ausgewählte Beiträge, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1983, Seite 255,580-584 -
Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 119,124,126,130 -