Jüngerer Sohn des Burggrafen Burchard II. von
Magdeburg aus dem Hause QUERFURT und der Mathilde von Gleichen,
Tochter von Graf Lambert I. zu Tonna
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 1351
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Konrad I. von Querfurt, Bischof von Hildesheim nach 1194-1199
---------------------------- Bischof von Würzburg
1198-1202
Aus edelfreiem sächsischen Geschlecht; Vater: Burchard II. Burggraf von Magdeburg (+ 1178)
Als Hildesheimer Dompropst studierte Konrad in Paris, wo er den späteren Papst Innocenz III. kennen lernte, wurde 1188 kaiserlicher Kaplan und Propst von St. Simon und Juda in Goslar, 1194 auch Propst in Aachen. Nach 1194 zum Bischof von Hildesheim geweiht, wurde er bald Kanzler Kaiser HEINRICHS VI., dann kaiserlicher Legat für Italien. 1196/97 in Italien zum Bischof geweiht, war er an der Vorbereitung der Wiederaufnahme des 3. Kreuzzuges beteiligt. Auf der Fahrt ins Heilige Land krönte er im Auftrag des Kaisers in Nikosia Amalrich II. von Lusignan zum König von Zypern. Noch im März 1198 bei der Gründung des Deutschen Ordens in Akkon zugegen, wurde er wahrscheinlich durch den beginnenden deutschen Thronstreit und wohl auch durch die Nachricht von seiner Wahl zum Bischof von Würzburg zur vorzeitigen Rückkehr veranlasst. Die Annahme der Würzburger Wahl führte zum Konflikt mit Papst Innocenz III. Im März 1200 zog Konrad, vielleicht gedrängt von König PHILIPP, der ihn als Kanzler übernahm, nach Rom, wo er von den Kirchenstrafen absolviert wurde. Der Papst bestätigte ihn schließlich im Sommer 1201 nach Postulation durch das Domkapitel als Bischof von Würzburg, vielleicht um den Preis der Unterstützung König OTTOS IV., des päpstlichen Kandidaten im Thronstreit. Jedenfalls fiel Konrad von Querfurt im Herbst 1202 von König PHILIPP ab und wurde seines Kanzleramtes enthoben. Bevor der zu einem Zug gegen ihn aufbrechende König Würzburg erreichte, wurde Konrad von Bodo von Ravensburg, dem Exponenten der Stiftsministerilität, deren Position er durch zielstrebige Territorialpolitik geschwächt hatte, am 2. Dezember 1202 ermordet. König PHILIPP war an dem Mord, so gelegen er ihm kommen musste, unschuldig.
Literatur:
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NDB XII, 504f. - A. Wendehorst, Das Bm. Würzburg
I (GS NF I, 1962), 183-200 - St. Jensk, Die Anfänge des Würzburger
Territorialstaates in der späten Stauferzeit, Jbffl 43, 1983, 103-116
- H. Goetting, Das Bm. Hildesheim 3 (GS NF 20, 1984), 457-477 - G. Bach,
K. v. Q., Kanzler Heinrichs VI., Bf. v. Hildesheim und Würzburg, 1988.
Literatur:
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Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche
Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite 19,102,158, 160,169,170,176,180,181,198,199,207,208,215,222A
- Die Staufer im Süden. Sizilien und das Reich, hg. von Theo
Kölzer, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 23,105,120,147,147
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Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und
Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 48,53 A - Stürner,
Wolfgang: Friedrich II. Teil 2: Der Kaiser 1220-1250, Primus-Verlag Darmstadt
1997, Seite 108,111,120,299,302,324 - Thorau, Peter: Jahrbücher
des Deutschen Reichs unter König Heinrich (VII.) Teil I, Duncker &
Humblot Berlin 1998, Seite 112,127-132,193 A,196,204,208,283 -