Begraben: Freising, Domkrypta
Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 56
********************
Hitto, 6. Bischof von Freising 811/12-835
-------
+ 835
Begraben: Freising, Domkrypta (Sarkophag erhalten)
Entstammte als Angehöriger der HUOSI dem bayerischen
Hochadel.
Vermutlich schon Kleriker seit 791, seit 794 Diakon
am Freisinger Dom, häufig Zeuge in Freisinger Urkunden.
Als Bischof von Freising erstmals 812 erwähnt
(sein Vorgänger und Verwandter Atto, + 810). - Hitto
wurde ein außerordentlich aktiver und erfolgreicher Bischof,
der auch Wert auf äußere Repräsentation legte. Über
300 Traditionsurkunden sind aus Hittos
Amtszeit erhalten. Zum Zwecke der Besitzsicherung legte Hittos
Notar
Cozroh für die Freisinger Domkirche ein erstes Traditionsbuch an,
das bis 744 zurückreicht. Unter Hitto
erreichte das Freisinger Skriptorium einen besonderen Höhepunkt
(ca. 40 Codices). Hitto
hat offensichtlich die bischöfliche Oberherrschaft über
seine (meist ehemalige adligen Eigen-)Diözesanklöster zu einem
für Freising positiven Abschluss gebracht (u.a. Schliersee [817],
Schäftlarn [821, 828] und Innichen). - Hittos
Neffe Erchanbert
wurde sein Nachfolger.
Quellen:
----------
Th. Bitterauf, Die Tradition des Hochstifts Freising,
I, 1905, nrr. 300-367.
Literatur:
-----------
K. Schmid, Religiöses und sippengebundenes Gemeinschaftsbewußtsein,
DA 21, 1965, 42-49, 59-62 - B. Bischoff, Die südostdt. Schreibschulen
und Bibl. in der Karolingerzeit, I, 1960 - G. Mayr, Ebersberg - Gericht
Schwaben (= Hist. Atlas von Bayern, T. Altbayern 48, 1989), 61-69. K. Schmid,
Religiöses und sippengebundenes Gemeinschaftsbewußtsein, DA
21, 1965, 42-49, 59-62 -
Entstammte der den HUOSI zugeordneten Gründersippe
des oberbayerischen Klosters Scharnitz-Schlehdorf.
Vor seiner Wahl zum Bischof (810/11) als Diakon
an der Freisinger Bischofskirche bezeugt.
Aus seiner Regierungszeit stammen die meisten der von
allen Freisinger Bischöfen erhalten Traditionsnachrichten (Schenkungsnotizen
an die Kirche).
Unter ihm erfolgte auch die Anlage des ältesten
Freisinger Traditionsbuches durch Kozroh.
Er gewann teilweise die unter Herzog
Tassilo III. zugunsten des Chiemseeklosters entfremdeten Güter
zurück und gilt als der Gründer eines Kanonikerstiftes zu Weihenstephan/Freising.
Aus seiner Zeit stammt auch die Aufzeichnung einer Mirakelgeschichte
über den Hund des Grafen Timo, der aus einer vom heiligen Korbinian
(Freisinger Bistumspatron) hervorgerufenen Quelle getrunken haben soll
(Gedicht in 75 Distichen).
Förderer der Dombibliothek.
Literatur:
-----------
Meichelbeck/Baumgartner, Geschichte d. Stadt Freising
u. ihrer Bischöfe, 1854; Bauerreiß, Kirchengeschichte Bayerns
I.