Otto VII. von Andechs                              Bischof von Brixen (1165-1170)
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um 1125-2.5.1196

Begraben: Dom zu Bamberg
 

Jüngerer Sohn des Grafen Berthold IV. von Andechs aus seiner 1. Ehe mit der Sophie von Weimar-Istrien, Tochter von Markgraf Poppo II.
 

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 156
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42. Otto V.
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F. u. eV.
c 1145 Otto frater advocati nostri Poponis et Bertholdi MB 7, 46
clericus Salzb. UB 2, 425 n 304
1164 Augsburger Domherr, Propst von St. Stephan MB 5, 158 ff
1166 8/1 Propst des Münsterstiftes Aachen Quix, Gesch. d. St. Aachen cod. dipl. n 4060 f
1165 Erwählter von Brixen SS 9, 758
1174 12/7 Dompropst von Bamberg MB 29 a, 409 ff
1177 zum Bischof von Bamberg gewählt SS 17, 337, geweiht nach 12/6 Jaffe 5, 552
+ 1196 2/5 Dießen: anno 1196Otto Bab. ep.(Zusatz 13. Jh. filius Bertholdi fundatoris nostri) qui hanc ecclesiam dedicavit et dodavit Necr. 1, 17 Bamberg Dom Jaffe 5, 558
Oberaltaich Windberg (je 3/5) Necr. 3, 227, 392.


GENAELOGISCHES HANDBUCH ZUR BAIRISCH-ÖSTERREICHISCHEN GESCHICHTE
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Dungern Prof. Dr. Otto: Seite 23
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44. Otto VII.
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Bruder von Bertold II. (MB. VII. 46)
clericus 1153 (Steierm. UB. I. 338/41)
Augsburger Domherr, Propst von St. Stefan 1164 (Mb. V. 158/60)
Propst des Münsterstiftes in Aachen (MG.SS.758) 8.I.1166
23.V.1174 (Quix, Gesch. d. St. Aachen, cod. dipl. No. 4060, 4061), hierbei nepos und cognatus Kaiser FRIEDRICHS I. genannt;
1165 erwählter Bischof von Brixen
12.VII.1174 Dompropst von Bamberg (Mb. 29/1, 419/21)
zum Bischof von Bamberg gewählt;
nach 12.VI.1177 (MG.SS. 17.337) geweiht (Jaffe bibl. germ. V. 552)
+ 2.V.1196, Nec. I. 17 (Diessen);
Domstift Bamberg (Jaffe bibl. germ. V. 558).
Oberaltaich (Nec. III. 227);
Windberg (Nec. III. 392), die beiden letzten zum 3.V.


HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER

Gewin Dr. J.P.J.: Seite 146
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52. Otto
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1153-1196 (+).
1153. Urkundet mit seinem Bruder Berthold: Oefele Reg. 120.
1174. Dompropst zu Bamberg. M. B. XXIX. 1, 419 ff.  Nach 12. VI.
1177. Bischof von Bamberg: Jaffe, Bibl. Germ. V. 552.
+ 2.V.1196: Jaffe: a.a.O. V. 558.



Herzöge und Heilige. Das Geschlecht der Andechs-Meranier im europäischen Hochmittelalter:
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In den 50-er und Anfang der 60-er Jahre scheint auch Otto VI., ein Kleriker, zu den Mitarbeitern des Hofes gezählt zu haben. Darauf deutet vor allem hin, dass er - neben seinem Kanonikat am Augsburger Dom und der Propstei zu St. Stephan in Bamberg - die zumeist Mitglieder der Hofgeistlichkeit vorbehaltene Würde eines Propstes am Aachener Marien-Stift innehatte.
Mitte der 60-er Jahre, nach dem Tod Bischof Hartmanns von Brixen im Dezember 1164, wurde Otto VI. zu dessen Nachfolger gewählt. Der genaue Zeitpunkt und die Umstände der Wahl des ANDECHSERS zum Bischof von Brixen sind nicht bekannt. Seinen Aufstieg verdankte er wohl vor allem dem Einfluss des Kaisers, der das an einer der wichtigsten Alpenstraßen gelegene Bistum in zuverlässigen Händen wissen wollte. Otto VI. übernahm damit keine leichte Aufgabe. Sein Vorgänger Hartmann, ein ehemaliger Augustinerchorherr, war ein eifriger Reformbischof gewesen, der großes Ansehen im Episkopat genossen hatte. Da Otto VI. als Anhänger FRIEDRICH BARBAROSSAS die Bischofsweihe nur durch einen auf Seiten Papst Viktors IV. stehenden Oberhirten empfangen hätte können, verzichtete er von vornherein darauf, sich nach der Belehnung durch den Kaiser die kirchliche Weihe erteilen zu lassen. Das hatte zur Folge, dass er die geistlichen Funktionen seines Amtes nicht ausüben konnte und deshalb einen Hilfsbischof benötigte. Dies ersparte ihm aber andererseits Auseinandersetzungen mit seinem Klerus. Auf die Verwaltung des Bistums hatte die fehlende Bischofsweihe keine Auswirkung. Der neue Brixener Oberhirte nahm seine weltlichen Aufgaben sowohl zum Nutzen des Kaisers als auch zum Vorteil seines Hauses energisch wahr. Im Einverständnis, vielleicht sogar auf ausdrücklichen Wunsch FRIEDRICH BARBAROSSAS belehnte er seinen Bruder, Graf Berthold III., mit den Grafschaftsrechten im Inn- und Pustertal; dazu übertrug er ihm die Vogteien über sein Hochstift sowie über das von seinem Vorgänger gegründete Kloster Neustift bei Brixen.
Otto VI. hatte nach seinem wohl 1170 erfolgten Verzicht auf das Brixener Hochstift im Jahre 1174 das Amt des Bamberger Dompropstes erhalten und war 1177 nach dem Tod Bischof Hermanns II. zu dessen Nachfolger gewählt worden. In den Bamberger Bischofslisten als Otto II. gezählt, hatte er wohl Anfang 1178 von FRIEDRICH BARBAROSSA die Belehnung mit dem Hochstift erhalten und war am 18. März 1179 von Papst Alexander III., der 1177 mit dem Kaiser in Venedig Frieden geschlossen hatte, während des 3. Laterankonzils zum Bischof geweiht worden. Bischof Otto II. gehörte als Bamberger Oberhirte zu jenen geistlichen Fürsten, deren Sorge gleichermaßen ihrem Hochstift wie den Angelegenheiten des römischen Reichs galt. Seitdem er auf dem fränkischen Bischofsstuhl saß, verging kaum ein Jahr, in dem er nicht einmal, häufig auch öfters, den kaiserlichen Hof aufsuchte, um an den Beratungen und Entscheidungen der Reichsfürsten teilzunehmen. Seit den 80-er Jahren scheint er darüber hinaus eine wichtige Rolle in den Beziehungen des Kaisers zu den italienischen Kommunen sowie insbesondere zur Kurie gespielt zu haben. Vielleicht aus diesem Grund nahm er im April 1191 an der Kaiserkrönung HEINRICHS VI. in Rom teil.
Als Bamberger Bischof trug er dafür Sorge, dass die Burgen seines Hochstiftes nicht als Lehen weggegeben und seiner Kirche entfremdet wurden. Vor allem aber erwarb er sich Verdienste um die Kolonisation und Kultivierung des Frankenwaldes, indem er den Klöstern Langheim, Prüfening und Ensdorf Waldgebiete mit der Auflage zuwies, diese zu roden und dort Kirchen zu errichten. Daneben gelang es ihm, zusammen mit dem Abt des Klosters Michelsberg, bei Papst Clemens III. im Jahr 1189 die Heiligsprechung seines Vorgängers, des 1139 verstorbenen und auf dem Michelsberg begrabenen Bischofs Otto I., zu erreichen. Auf seinem Entschluss ging außerdem die Gründung des Spitals am Pyhrn in Österreich zurück.
Als Kaiser HEINRICH VI. auf einem Reichstag in Würzburg im April 1196 die Reichsfürsten für seinen Plan, das römische Reich in eine erbliche Monarchie umzuwandeln, zu gewinnen suchte, gab auch Bischof Otto II. seine Zustimmung. Wenige Wochen nach diesem Ereignis, am 2. Mai 1196, starb er. Im Georgschor seines Domes, der im Sommer 1185 abgebrannt und seitdem wohl erst wieder notdürftig hergestellt war, fand er sein Grab.
 
 
 

Literatur:
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Die Andechs-Meranier in Franken. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter. Verlag Philipp von Zabern Mainz 1998 - Herzöge und Heilige. Das Geschlecht der Andechs-Meranier im europäischen Hochmittelalter. (Hg. Josef Kirmeier und Evamaria Brockhoff) Katalog der Landesaustellung im Kloster Andechs 13. Juli-24. Oktober 1993 Haus der Bayerischen Geschichte -