Theudechild                                               Franken-Prinzessin
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um 507-
 

Tochter des Franken-Königs Theuderich I. aus seiner 2. Ehe mit der Suavegotta
 

Jarnut Jörg: Seite 29,39,96
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„Agilolfingerstudien“

Daher scheint es sinnvoll, Agiulfs Mutter unter den Enkelinnen Chlodwigs zu suchen. Unter diesen käme lediglich die Tochter Theuderichs I., Theudechild, in Frage, denn seine einzige sonst noch bekannte Enkelin, Chlodeswinda, wurde dem Langobarden-König Alboin vermählt. Über diese Theudechild sind wir recht gut informiert. Nach 507 als Tochter König Theuderichs und seiner zweiten Gemahlin, der Burgunder-Prinzessin Suavegotta, geboren, wurde sie dem Warnen-König Hermegisclus verheiratet. Als dieser sein Ende nahen fühlte, empfahl er seinem Sohn aus erster Ehe, Radegis, aus politischen Gründen seine Stiefmutter zur Frau zu nehmen, sobald er selbst verstorben war. Dies geschah. Aber unter dem Druck seiner verstoßenen Verlobten, einer anglischen Königstochter, die einen Krieg gegen ihn entfesselte, mußte der junge Herrscher seine Ehe bald wieder auflösen und Theudechild in das Frankenreich zurückschicken. Dort lebte sie hochangesehen noch viele Jahre.
Zu unserer Annahme gehört auch, daß ein Verwandter Deoterias die Bindungen ihrer Familie an die MEROWINGER durch seine Ehe mit Theudeberts Schwester Theudechild stärkte. Dieser Ehe könnte jedenfalls nach 533/34 der Sohn Agiulf entsprossen sein, der am Ende des Jahrhunderts als reifer Mann Bischof von Metz wurde.
Von dieser Chlodwig-Tochter ist die durch Flodoard bezeugte gleichnamige Reimser MEROWINGERIN zu unterscheiden, deren Eltern Theudebert I. und Suavegotta waren und die erst nach 507 geboren wurde. Wie bereits festzgestellt, war die Reimser Königin nach dem Scheitern ihrer zweiten Ehe mit dem jungen Warnen-König Radegis in das Frankenreich, wo sie sich offensichtlich, was nicht gerade überraschend ist, in der Hauptstadt bei ihrer Mutter, der Königswitwe, niedergelassen hatte. Dort spielte sie offensichtlich weiterhin eine nicht unbedeutende öffentliche Rolle, wie nicht nur das Zeugnis Flodoards, sondern auch ein Gedicht des Venantius Fotunatus auf sie beweist.
 
 
 
 

  1. oo Hermegisclus Warnen-König
                   -

  2. oo Radegis Warnen-König
                   -

  3. oo N.N. (AGILOLFINGER), Bruder Deoterias
                  -
 
 
 

Kinder:
3. Ehe

  Asnbert
         -
  Gamardus
         -

  Agiulf Bischof von Metz
         -   602

  Goda
          -

  Maria
         -
 
 
 
 

Literatur:
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Dahn Felix: Die Franken. Emil Vollmer Verlag 1899 - Zöllner Erich: Geschichte der Franken bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts. Verlag C. H. Beck München 1970, Seite 76,107,122,188 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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