Galsuintha                                                 Frankenkönigin
-------------
um 550-   569/70 ermordet
 

Tochter des Westgoten-König Athanagild und der Godiswintha
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 1100
********************
Galswintha (Galsuenda, Gaileswintha), merowingische Königin
----------------------------------------------
     + ca. 567

Tochter des Westgoten-Königs Athanagild, ältere Schwester der Brunichild, die seit ca. 566 mit dem merowingischen König Sigebert I.  vermählt war. Die zum Katholizismus übergetretene Galswintha wurde ca. 567 mit Sigeberts Bruder, König Chilperich I., verheiratet. Dieser ließ sie bald nach der Hochzeit erdrossseln, um seine Geliebte Fredegunde zur Frau zu nehmen. Am Grabe der von Venantius Fortunatus gerühmten Galwintha ereigneten sich Wundererscheinungen.

Literatur:
-----------
Siehe Chilperich I.


Galsuintha wurde auf Betreiben der Fredegunde von ihrem Gemahl ermordet.

Ewig Eugen: Seite 44,48,91
**********
"Die Merowinger und das Frankenreich"

Sigibert von Reims hatte 566 Brunichild, eine Tochter des Westgoten-Königs Athanagild, geheiratet. Chilperich heiratete bald darauf Gailswinth, eine Schwester Brunichilds, die er jedoch 569/70 auf Anstiftung seiner Konkubine Fredegund ermorden ließ.
Im Vertrag von Andelot (28. November 587) erkannte Guntram ferner Brunichilds Recht auf die Mitgift der ermordeten Königin Gailswinth in Aquitanien und der Novempopulena an, die er selbst der Schwägerin einst als Blutpreis für die Schwester zugesprochen hatte.
Ungewöhnlich reich war die Morgengabe (dos) der Königin Galswinth, die aus den Einkünften von den fünf civitates Bordeaux, Limoges, Cahors,Bearn und Bigorre bestand.

Ennen Edith: Seite 49-50,75
***********
"Frauen im Mittelalter"

Gregor von Tours erzählt (IV. Buch, Kap. 27): "Als nun König Sigibert sah, daß seine Brüder sich Weiber wählten, die ihrer nicht würdig waren, und sich so weit erniedrigten, selbst Mägde zur Ehe zu nehmen, da schickte er eine Gesandtschaft nach Spanien und freite mit reichen Geschenken um Brunichilde, die Tochter König Athanagilds. Denn diese war eine Jungfrau von feiner Bildung, schön von Angesicht, züchtig und wohlgefällig in ihrem Benehmen, klugen Geistes und anmutig im Gespräch. Der Vater aber versagte sie ihm nicht und schickte sie mit großen Schätzen dem Könige. Der versammelte die Großen seines Reiches, ließ ein Gelage anrichten, und unter unendlichem Jubel und großen Lustbarkeiten nahm er sie zu seinem Gemahl. Und da sie dem Glauben des Arius ergeben war, wurde sie durch die Belehrung der Bischöfe und die Zusage des Königs selbst bekehrt, glaubte und bekannte die heilige Dreieinigkeit und wurde gesalbt".
Die Ermordung Galsvinthas war neben den territorialen Auseinandersetzungen eine wesentliche Ursache des nun in voller Schärfe ausbrechenden Konfliktes zwischen Sigibert und Chilperich; er endete 575 mit der Ermordung Sigiberts auf Anstiften der Fredegunde: "Als Sigibert nach dem Hofe kam, der Vitry genannt wird - bei Arras -, sammelte sich um ihn das ganze Heer der Franken, hob ihn auf den Schild und setzte ihn sich zum König. Da drängten sich zwei Dienstleute, welche die Königin Fredegunde berückt hatte, mit tüchtigen Messern, die man Scramsax nennt und die vergiftet waren, an ihn heran, als ob sie ihm eine Sache vorzutragen hätten, und stießen sie ihm in beide Seiten. Da schrie er laut auf, stürzte zusammen und hauchte nicht lange danach den letzten Atem aus" (Gregor IV, 51).
Galsvintha zwar, die mit Schätzen beladen an den Hof des Frankenkönigs gekommen war, wollte bloß und arm wieder nach Hause - nur weg von der tückischen Fredegunde.
 
 
 
 

 567
  oo 2. Chilperich I. Frankenkönig von Neustrien
  x        537- Herbst 584 ermordet
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Dahn Felix: Die Franken. Emil Vollmer Verlag 1899 - Dahn, Felix: Die Völkerwanderung. Kaiser Verlag Klagenfurth 1997, Seite 121,385, 386,424 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. Verlag C.H. Beck München 1994, Seite 49-50,53,75 - Ewig Eugen: Die fränkischen Teilungen und Teilreiche (511-613). Verlag der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz 1952 - Ewig, Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich, Seite 44,48,84,91 - Jarnut, Jörg: Agilolfingerstudien, Seite 57 - Herm, Gerhard: Karl der Große. ECON Verlag GmbH, Düsseldorf, Wien, New York 1987, Seite 25,27 - Nack Emil: Germanien. Ländern und Völker der Germanen. Gondrom Verlag GmbH & Co. KG, Bindlach 1977, Seite 247 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Copyright 2002 Karl-Heinz Schreiber - http://www.genealogie-mittelalter.de