Bertholf                                                     Erzbischof von Trier (869-883)
-----------                                                   Abt von Mettlach/Saar
    -10.2.883
 

Sohn des Grafen Gebhard I. vom Lahngau; Neffe des Bischofs Adventius von Metz
 

Dümmler Ernst: Seite 44,74,75
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"Die Chronik des Abtes Regino von Prüm"

Um diese Zeit entbehrten aber die Städte Trier und Köln der Bischöfe, weil, wie man früher erzählt haben, die Vorsteher beider  in Italien aus dem Leben geschieden waren. Der König setzte jedoch, nachdem er mit den Großen Rat gepflogen, den Bertulf, einen Neffen des erwähnten Bischofs Adventius, der Trierer Kirche vor. Daß dieser Mann die Bischofswürde erlangte, geschah aber durch die Verwendung und den Beistand des besagten Adventius, der zu jener Zeit beim König sehr viel vermochte, weil er als sein Anhänger zur Erlangung der Reichsregierung aus Ehrgeiz ihm beigestanden hatte.
Als dies der Bischof dieser Stadt erfahren hatte, vereinigte er sich mit dem Bischof Bertulf von Trier und dem Grafen Adalard von Metz und rückt jenen aus eigenem Entschlusse zur Schlacht entgegen [Am 10. April 882 bei Remich an der Mosel.]. In dem Handgemenge blieben die Normannen Sieger. Jener Bischof Wala fiel in der Schlacht, die übrigen flohen.
Um diese Zeit ging der Bischof Bertulf von Trier zum Herrn ein am 10. Februar.

Dümmler Ernst: Band I Seite 728,731,734 Band II 82,161
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"Geschichte des Ostfränkischen Reiches"

Ein passender Nachfolger  ward hier bald gefunden: Bertolf, Abt von Mettlach an der Saar, ein Neffe des Bischofs Adventius. Nachdem der König auf die Verwendung des Bischofs von Metz den Abt Bertolf wahrscheinlich zu Aachen unter Zustimmung der Erzbischöfe von Reims, Sens und Tours, von Lyon, Bisanz und Vienne zum Erzbischof von Trier gewählt, ließ er denselben an seinen Sitz durch Adventius und Arnolf von Toul, denen Hinkmar drei seiner Suffragana zur Ergänzung hinzufügte, in gesetzmäßiger Weise weihen und einführen, worauf Adventius alsbald Boten nach Rom schickte, um für ihn das erzbischöfliche Pallium zu erbitten. Der Trierer Geistlichkeit mochte diese Wahl erwünscht sein, weil dadurch endlich der langen Zerrüttung und Verwahrlosung ihrer Kirche ein Ziel gesetzt wurde, zudem schenkte KARL dem neuernannten Erzbischof das Krongut Merzig.
In Trier versuchte Ludwig der Deutsche den rechtmäßig gewählten Bertolf wieder zu verdrängen, indem er den Mönch Walto ermunterte, sich zum Gegenbischof aufzuwerfen und dem Anhänger KARLS den Besitz der Kirchengüter streitig zu machen.
Wahrscheinlich von Attigny aus schrieb Hinmatr auch in Gemeinschaft mit fünf Erzbischöfen über die Trierer Bischofswahl an Ludwig und beschwor ihn, nicht länger jenen eingedrungenen Mönch Walto gegen den rechtmäßig gewählten und geweihten Erzbischof Bertolf zu unterstützen.
Wie früher schon an die Fürsten selbst, so richtete er nunmehr (12. Juli 878) auch an die Metropliten Liutbert, Bertolf sowie an Witgar von Augsburg, als dem vornehmsten Bischof im Schwabenreiche noch besondere Schreiben, um durch ihre Vermittlung die Könige entweder zu persönlichem Erscheinen oder zur Absendung von Bevollmächtigten zu bestimen.
Der Bischof Wala von Metz, seit einigen Jahren vom Papst mit dem sonst nur Erzbischöfen zustehenden Abzeichen des Palliums geschmückt, wollte es jedoch nicht dahinkommen lassen, daß sein Sitz dasselbe Los erführe, wie Trier. Vereint mit dem flüchtigen Erzbischof Bertolf von Trier und dem Grafen Adalhard von Metz stellte er sich ander Spitze von eilig aufgebotenen Mannschaften am 10. April 882 den Räubern bei Remich an der Mosel entgegen. Während die übrigen Führer entkamen, fiel Wala von Metz.
 
 
 
 

Literatur:
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Dümmler Ernst: Die Chronik des Abtes Regino von Prüm. Verlag der Dykschen Buchhandlung Leipzig Seite 44,74,75 - Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite 728,731,734,743,746,768,806,828 Band II 82,161-
 
 
 
 
 


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