Begraben: Bourges, St-Sulpice
2. Sohn des Kaisers
KARL II. DER KAHLE aus seiner 1. Ehe mit der Irmintrud
von Orleans, Tochter von Graf Odo
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 969
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Karl das Kind, KAROLINGER, König von Aquitanien
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* 847/48, + 29. September 866
bei Buzancais (dep. Indre)
Begraben: Bourges, St-Sulpice
Sohn KARLS DES KAHLEN und der Ermentrud
Karl starb durch Krankheit (wohl Epilepsie) bei Buzancais (dep. Indre). Um der Sonderrolle Aquitaniens Rechnung zu tragen, ließ KARL DER KAHLE Karl Mitte Oktober 855 in Limoges zum aquitanischen König erheben; er blieb jedoch der Oberherrschaft seines Vaters unterworfen (keine eigene Kanzlei). Mit dessen Hilfe mußte er sich im Innern gegen Aufstände, vor allem gegen den 848 als aquitanischen König abgesetzten Pippin II., zur Wehr setzen. Als er 862 die Witwe des Grafen Humbert (von Bourges?) heiratete, fiel er beim Vater, der seine Zustimmung verweigerte, in Ungnade. Er wurde nach Compiegne gebracht und erst 865 auf Wunsch der aquitanischen Großen wiedereingesetzt.
Literatur:
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DBF VIII, 543f. - G. Eiten, Das Unterkgtm. im Reich der
Merovinger udn Karolinger, 1907, 165-176 - L. Auzias, L'Aquitaine carolingienne,
1937, 281ff. - J. Martindale, Charles the Bald and the Government of the
Kingdom of Aquitaine (Charles the Bald: Court and Kingdom, hg. M. Gibson-J.
Nelson 1981), 109, 114f. -
IV. Generation
35
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Zu König Karl von Aquitanien
("Karl der Jüngere") siehe die, wie stets, ausgezeichnete
Zusammenstellungen von Eiten, 165-176. Ebd. 176, Anm. 3 die Belege für
Karolus
minor.
Konecny Silvia: Seite 142
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"Die Frauen des karolingischen Königshauses. Die
politische Bedeutung der Ehe und die Stellung der Frau in der fränkischen
Herrscherfamilie vom 7. bis zum 10. Jahrhundert."
Nur zwei von den Söhnen KARLS
DES KAHLEN gingen Eheverbindungen ein, während zwei weitere
männliche Nachkommen dieses Herrschers schon in früher Jugend
zu einem geistlichen Leben bestimmt wurden. Der gleichnamige Sohn des Herrschers
starb vier Jahre nach einem Eheschluß, hinter dem oppositionelle
aquitanische Adelige standen. Karl wurde
bald nach seiner Heirat von seiner Gattin getrennt und kehrte erst kurz
vor seinem Tod wieder nach Aquitanien zurück. Mit dieser Heirat trat
überdies erstmals seit der Generation der Söhne Pippins
II. wieder eine Witwenheirat auf, die soviel wie die Einheirat
in einen fremden Machtbereich bedeutete und damit eine Annäherung
der königlichen Eheformen an jene des Adels ankündigte. Im 10.
Jahrhundert wurde dieser Typus der Einheirat von den westfränkischen
KAROLINGERN
mehrmals
verwirklicht, während KARL DER KAHLE
gegen die Ehe seines Sohnes vehement auftrat.
862
oo 2. Ansgard, Witwe des Grafen Humbert von Bourges
x
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Literatur:
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Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen
Reiches. Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band I Seite 369,392,396,405,
480,483,505,507,543,547,559,588,758 - Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter.
Verlag C.H. Beck München 1994, Seite 61-62 - Riche Pierre:
Die Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag
GmbH & Co. KG, München 1991, Seite 213,231,237 - Schieffer
Rudolf: Die Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992,
Seite 145,152,158 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher
in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz
Wien Köln 1990, Seite 58 - Werner Karl Ferdinand: Die Ursprünge
Frankreichs bis zum Jahr 1000. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH &
Co. KG, München 1995, Seite 440 -