Tochter des Königs
Ludwig II. der Stammler von Frankreich aus seiner 1. Ehe
mit der Ansgard
von Burgund, Tochter von Graf Harduin
Werner Karl Ferdinand: Seite 456
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"Die Nachkommen Karls des Großen bis um das Jahr
1000 (1.-8. Generation)"
V. Generation
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Brandenburg, Anmerkung zu V,24, meinte: "Eine weitere
angebliche Tochter
Gisela, die mit
einem Grafen Robert von Troyes vermählt gewesen sein soll,
ist zu streichen. Sie fehlt bei Witger (in dessen Genealogie SS 9,302)
und der angebliche Graf Robert von Troyes hat nie existiert."
Brandenburg beruft sich dazu auf das veraltete, wenn
auch leider noch nicht ersetzte Werk von H. D'Arbois de Jubainville, Histoire
des ducs et des comtes de Champagne, Bd. 1, Paris 1859.
Nun ist aber ebenso die Existenz des Grafen Robert
von Troyes wie die seiner karolingischen
Gemahlin
Gisla
über jeden Zweifel
erhaben.
Robert intervenierte mehrfach in Urkunden
König
Karlmanns, des Bruders der Gisla,
deren eine datiert ist, 882 XI 17, während duie anderen zwischen 880
III und 884 XII 12, dem Tode Karlmanns
liegen. In einer dieser Urkunden genehmigt der König eine Schenkung
aus dem Grafschaftsgut von Troyes auf Bitten des Grafen Robert ...
pro eremittendis culpis Gislae sororis
nostrae, eiusque (sc. Roberti) uxoris ... Es handelt sich bei
diesen Urkunden um Auszüge aus dem verlorenen Chartular der Abtei
Montieramey, östlich von Troyes, die von A. Duchesne kopiert, in der
Collection Baluze, t. 39 (Biblioth. Nationale) überliefert sind und
durch A. Giry, Etudes carolingiennes, in: Etudes d'hist. du Moyen Age,
dediees a G. Monod, Paris 1896, ediert wurden. Ob aus der oben zitierten
Stelle und aus den dort ebenfalls vorkommenden Worten ...illuster fidelis
noster Rotbertus comes ... ut pro anima uxoris eius ... (Giry,
nr. 17 = Coll.Baluze 39, fol. 237) geschlossen werden soll, daß Gisla
zu
diesem Zeitpunkt (880/84) schon verstorben war, ist nicht ohne weiteres
klar. Es kommen solche Formulierungen auch bei noch lebenden Angehörigen
vor, doch schließen die Stifter dann meist noch andere Verwandte
und sich selbst ein. Die ausdrückliche Beziehung auf Gisla
veranlaßt mich dazu, in der Urkunde einen Terminus ante für
ihren Tod zu sehen. Graf Robert von Troyes begegnet zuerst in einem
Diplomfragment KARLS
DES KAHLEN von 876 vor X 25 (Tessier nr. 416). Zu dieser
Zeit war noch Roberts älterer Bruder Odo Graf von Troyes, vgl.
ebd. Tessier 2, 430, Anm. 1. Diese beiden Brüder, die Arbois irrig
mit einem anderen Bruderpaar
Odo-Robert,
dem späteren König Odo und
dem Herzog und dann Gegen-König Robert,
identifizierte, sind in Wahrheit Söhne des Grafen Odo von Chateaudun,
dann von Troyes, einem nahen Verwandten Roberts des Tapferen, des Vaters
der beiden erwähnten Könige. (Vgl. Werner, Unters. 152ff., dort
Anm. 35 sowqie Seite 111, Anm. 90) Graf Robert von Troyes ist endlich
identisch mit dem Rotbertus Faretratus, über dessen Taten im
Kampf gegen die Normannen Abbo von S.-Germain-des-Pres in seinem Bella
Parisiacae urbia (ed. H. Waqet, Paris 1942, 48ff.) lib. I, Vers 441ff.
berichtet. Er fiel im Februar 886. Da auf ihn in Troyes sein Neffe Adelhelm
folgte und Gisla, wie wir sahen, früh
verstarb, ist anzunehmen, daß die Ehe kinderlos blieb.