Maria von Luxemburg                                Königin von Frankreich
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1304-25.3.1324
          Issoudum

Begraben: Dominikanerkirche von Montargis
 

Älteste Tochter des Kaisers HEINRICH VII. VON LUXEMBURG und der Margarete von Brabant, Tochter von Herzog Johann I.
 

Treffer Gerd: Seite 176-177
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"Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert)"

                                          MARIA VON LUXEMBURG - eine verfluchte Königin?
                                           * um 1305, + 21. März 1324
                                                                 Issodum

Zweite Gemahlin Karls IV. des Schönen (* 1294; König: 1322-1328) Heirat 21. September 1322

Schon mit 19 Jahren verstorben, ist Maria eine nur recht kurze Zeit als Königin von Frankreich beschieden, und manche Böswillige haben in diesem grausamen Schicksal einen neuen Ausdruck der berühmten Verfluchung gesehen, die auf den Nachfolgern Philipps IV., des Schönen, lastet.
Maria ist siebzehn, als sie am 21. September 1322 in Provins Karl IV. heiratet, der seit Jahresbeginn König ist und im Mai die Annullierung seiner Ehe mit Blanche erreicht hat. Karl folgt dem Beispiel seines Vaters Philipp des Schönen, wenn er versucht, seine Allianzen im Osten zu stärken, um gegen den Westen hin stärker zu sein. Der Vater der jungen Frau, HEINRICH VII. VON LUXEMBURG, ist mit Unterstützung eines französischen Papstes, des ersten Papstes von Avignon, Clemens V., zum deutschen Kaiser gewählt worden. Ihre Mutter Margarete gehört der mächtigen Familie von Brabant an.
Karl ist der letzte der drei Söhne Söhne Philipps IV. Sollte auch er keinen Erben haben, ist die Kontinuität der KAPETINGER Erblinie unterbrochen. Maria bringt 1323 ein Kind zur Welt, eine Tochter, was das Problem nicht löst Aber sie wird sogleich wieder schwanger. Während einer Reise ins Berry stürzt ihr Reisewagen um. Sie wird noch Issoudun gebracht, wo sie einen Sohn zur Welt bringt, der aber nach wenigen Stunden stirbt. Maria erholt sich von dieser Fehlgeburt nicht und stirbt am 21. März 1324. Nur eineinhalb Jahre war sie Königin von Frankreich. Sie wird in der Dominikanerkirche von Montargis bestattet.
Karl ist ein strenger Herr, der das Recht über alle andere Betrachtungen stellt. Von Anfang seiner Herrschaft an macht er deutlich, daß niemand vor der königlichen Justiz sicher ist, unabhängig von seinem Rang und seiner Stellung. Der erste, der das erfahren muß, ist der Baron de L'Isle-Jourdain, ein mächtiger Herr, den der Papst unterstützt, der aber gleichwohl abgesetzt und verurteilt wird. Die Großen des Reiches kuschen, werden aber nichts vergessen. Mit dem gleichen unbeugsamen Rechtsempfinden wird sich Karl in England einmischen, wo seine Schwester Isabella Frau des sittenlosen König Eduards II. ist, der seine männlichen "mignons" offen am Hofe vorführt und die Prinzessin beleidigt. Isabella ruft ihren Bruder zu Hilfe. Die französische Partei setzt Isabellas Sohn Eduard den Jungen an ihre Spitze und jagt den effeminierten König und seine Gespielen zum Teufel. Eduard II. steckt in einem finsteren und dreckigen Loch, weigert sich aber zu sterben. Isabella wird ihn ermorden lassen, damit dieser Schatten eines skandalösen Königs aus der politischen Szene verschwindet. Allerdings wird Karls Neffe, der junge Eduard III., nicht dankbar sein, in Frankreich einfallen und dessen Krone beanspruchen. Im Augenblick aber steht Karl auf dem Gipfel seiner Macht. Herr im eigenen Haus, nach der englischen Affäre Schiedsrichter in Europa. Aber: er hat immer noch keinen Sohn.


Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Seite 245-250
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"Die französischen Könige des Mittelalters"

Da nach kanonischem Recht Ehen zwischen Paten und Täufling als unstatthaft galten, erklärte Johannes XXII. im Mai 1322 die Ehe des Königs mit Blanche tatsächlich für ungültig, so dass es jenem nunmehr möglich war, sich in rechtmäßiger Weise erneut zu verheiraten. Bereits am 21. September 1322 fand die Hochzeit mit Marie von Luxemburg, der Tochter Kaiser HEINRICHS VII. und Schwester König Johanns von Böhmen, statt. Blanche durfte den Kerker im Chateau Gaillard verlassen und wurde in ein Kloster gebracht.
Die damit geknüpften Beziehungen zwischen der französischen Herrscher-Dynastie und dem Haus LUXEMBURG führten unter anderem dazu, dass der böhmische König seinen ältesten Sohn, den damals 6-jährigen Wenzel, für einige Jahre an den Pariser Hof schickte, um ihn dort erziehen und in die Anfangsgründe der Wissenschaften einführen zu lassen. Bei der 1323 in Anwesenheit Karls IV. vollzogenen Firmung des böhmischen Königssohns erhielt dieser zusätzlich den Namen seines Firmpaten. Unter diesem Namen ist er als Kaiser KARL IV. in die Geschichte eingegangen. Überdies wurde er damals mit einer Tochter Karls von Valois verheiratet.
Karls des Schönen Gemahlin Maria brachte zwar im März 1324 auf der beschwerlichen Rückreise von einem Aufenthalt der königlichen Familie in Toulouse vorzeitig einen Sohn zur Welt; aber dieser starb ebenso wie die Königin selbst wenige Tage nach der Geburt.

Ehlers Joachim: Seite 238,239
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"Die Kapetinger"

Daraufhin löste Johannes XXII. die Ehe auf, und Karl IV. konnte am 21. September 1322 die Tochter Kaiser HEINRICHS VII. heiraten, Maria von Luxemburg, Schwester König Johanns von Böhmen.
Im März 1324 starb Königin Maria von Frankreich, kurz nach der Geburt ihres ersten Sohnes, der nur wenige Tage lebte.

Hoensch, Jörg K.: Seite 62,107
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"Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437."

Maria von Luxemburg, Johanns ältere, von den Eltern für ein klösterliches Dasein bestimmte Schwester, weigerte sich beharrlich, den fast sechszigjährigen Herzog Heinrich VI. von Kärnten, der sich noch immer als König von Böhmen betrachtete, zu ehelichen, so daß auch dieser Plan hinfällig wurde. Der vorerst größte Erfolg von Johanns Heiratsprojekten war im September 1322 die gegen namhafte Konkurrenz durchgesetzte Vermählung seiner Schwester Maria mit dem französischen Monarchen Karl IV., wodurch die engen Beziehungen zum Pariser Hof eine noch festere Basis erhielten.
Zeitweilig in der Obhut des Barons Wilhelm Zajic von Valdek gegeben, kam er im Frühjahr 1323 mit seiner Tante Maria, die den französischen König Karl IV. heiraten sollte, zur weiteren Erziehung an den Pariser Hof, wo er wie sein Großvater HEINRICH VII. und Vater Johann in den französischen Kulturkreis hineinwuchs.

Veltrup Dieter: Seite 485
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„Zwischen Eherecht und Familienpolitik“

  28.11.1308
  1. oo Ludwig von Wittelsbach, Sohn Ludwigs I. von Ober-Bayern
          um 1297- vor 5.4.1311

  12.4.1321
  2. oo Heinrich VI. Herzog von Kärnten-Tirol
  Eger  um 1265/73-2.4.1335

  Jan. 1322
  3. oo Karl IV. König von Frankreich
          1295-1.2.1328


21.9.1322
  oo 2. Karl IV. der Schöne König von Frankreich
          1295-1.2.1328
 
 
 
 

Kinder:

  Ludwig
   3.1324- 3.1324
 
 
 
 

Literatur:
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Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 238,239 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/ Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 231,245 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 26,62,74,107 - Pfitzner Josef: Kaiser Karl IV. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion Potsdam 1938 Seite 17 - Treffer Gerd: Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette (8.-18. Jahrhundert) Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1996 Seite 176-177 - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit Verlag Fahlbusch/Hölscher/Rieger Warendorf 1988 -
 
 
 
 
 
 


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