Eleonore von Kastilien                            Königin von Navarra
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um 1352-5.3.1416
 

Älteste Tochter des Königs Heinrich II. der Bastard von Kastilien aus dem Hause TRASTAMARA und der Johanna von Kastilien-Pennafiel, Tochter des Infanten Juan Manuel II.
 

Vones Ludwig: Seite 178,182,185-187   178,185,190,216 A. 48
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"Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen."

Eine Entschärfung der äußeren Lage wurde erst durch eine weitgespannte Heiratspolitik bewirkt, als deren Initiator Heinrich II. feststeht. Seinen illegitimen Sohn Fadrique Enriquez verlobte er 1373 zur Absicherung des Vertrages von Santarem mit Beatrix von Portugal; der Thronfolger Johann I. wurde 1375 mit Eleonore von Aragon verheiratet, ebenso seine Tochter Leonore mit Karl III., dem Erben Navarras. Durch diese Eheschließung wurden alle Iberischen Reiche weitgehend ihrer Handlungsfreiheit beraubt, so daß England schließlich fast tatenlos zusehen mußte, wie Karl der Böse 1379 durch den Vertrag von Briones gezwungen wurde, seine Beziehungen zum Inselreich abzubrechen, und unter kastilischem Protektorat wieder zu einer Macht zweiten Ranges herabsank.
Das ursprünglich in einem Friedensvertrag vereinbarte Angebot der kastilischen Seite, durch die Heirat mit der Infantin Leronore, Tochter Heinrichs II., in eine festes Verhältnis zum Nachbarreich zu treten, hatte der portugiesische König schließlich ausgeschlagen.
Als ditrekte Folge der noch unter Heinrich II. verabredeten Ehe zwischen Leonore von Kastilien und dem Thronfolger Karl sowie die Auswirkungen des Vertrages von Briones (1379) gestaltete sich das Verhältnis zu Navarra unter Johann I. positiv, vor allem als sein Schwager als Karl III. el Noble (1387-1425) die Herrschaft angetreten hatte. Die Rückgabe der im Vertrag von Briones abgetretenen Burgen Tudela, San Vicente und Estella im August 1387 diente einer weiteren Verbesserung des gegenseiteigen Miteinanders, zumal sich Karl III. auf eine aus dem Niederadel hervorgegangene Schicht der ricoshombres stützen mußte, die das Herz der societe politique ausmacht und die seit Karl II. mit zugewanderten Adligen aus Frankreich durchsetzt war, ohne überfremdet zu sein.
Karl III., selbst in Olite einer überaus prächtigen Hofhaltung frönend, schaffte es dennoch, seine Herrschaft zu konsolidieren. Dies geschah durch eine gezielte, den äußeren Feinden voraussetzende Politik des inneren Ausgleichs und langfristig angelegte gesellschaftliche Veränderungen, die die Herausbildung einer neuen Führungsschicht auf der Grundlage ungeteilter Besitz- und Machtkomplexe begünstigten. Einzig seine Gattin Leonore von Navarra zeigte keine Bereitschaft mitzuziehen. Sie kehrte 1388 nach Kastilien zurück, wo sie zur Gruppe der TRASTAMARA-Epigonen [Führende Mitglieder dieser Gruppe waren neben der Königin Leonore von Navarra: Alfonso Enriquez, Graf von Norena und Herr von Gijon, ein illegitimer Sohn Heinrichs II. mit der asturischen Adligen Elvira Iniguez de Vega; Fadrique Enriquez, Herzog von Benavente, ein illegitimer Sohn Heinrichs II. mit der Adligen Beatriz Ponce de Leon; Pedro Enriquez de Castro, Graf von Trastamara und Condestable von Kastilien, Sohn des Fadrique (Großmeister des Santiagoordens), des Bruders Heinrichs II., und folglich ein Neffe dieses Königs.] stieß und fortan im Spiel um die Macht mitmischte. Die Handlungsweise Leonores deutet an, daß Johann I. vor allem nach Aljubarrota beträchtliche Schwierigkeiten zu überwinden hatte.
 
 
 
 

27.5.1375
   oo Karl III. König von Navarra
       1361-8.9.1425
 
 
 
 

8 Kinder:

  Johanna
  um 1386- 7.1413

 12.11.1402
     oo Johann III. Graf von Foix-Grailly
          1382/83-4.5.1436

  Karl Erbprinz Fürst von Viana
  15.8.1397-12.8.1402

  Ludwig IV.
  1402-14.10.1402

  Marie
         - vor 8.9.1425

  Margarete
          - nach 9.1403

  Isabella
        -

 1419
  oo Johann IV. von Armagnac Vicomte von Lomagne
             -   1450/51

  Beatrix
  um 1392- vor 1415

14.9.1406
   oo Jakob II. de la Marche König von Neapel
       1370-24.9.1438

  Blanka II. Gräfin von Evreux
  um 1391-1.4.1441
 
 
 

Literatur:
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Vones Ludwig: Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter 711-1480. Reiche - Kronen - Regionen. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1993 Seite 178,182,185-187 -
 
 
 
 
 
 


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