Peter II. der Einfältige                            Herzog der Bretagne (1450-1457)
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7.7.1418-22.9.1457
 

2. Sohn des Herzogs Johann VI. der Gute der Bretagne und der Johanna von Frankreich, Tochter von König Karl VI. dem Wahnsinnigen
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte1934
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Peter II., Herzog von Bretagne 1450-1457 aus dem Hause MONTFORT
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     + 1457

Seine Persönlichkeit wurde von den Historikern höchst ungünstig beurteilt; unter seinem intriganten und jähzornigem Charakter litt seine Gemahlin, die selige Francoise d'Amboise, die sich gegen Ende ihres Lebens in einen Karmeliterkonvent zurückzog. Dessenungeachtet vollzog sich unter der Regierung Peters II. ein beachtlicher Zentralisierungsprozeß, getragen von Räten wie Abt Mathelin und Jean Loaysel. Wichtigste Maßnahmen waren: Verbesserung der Justizausübung, sorgsame Auswahl der Beamten und Heranbildung eines profesionellen Juristenstandes (Advokaten, Notare), Neudefinition des Status des Adels (erschwerter Zugang zu den Adligen Privilegien); Neuordnung des Heeresdienstes, Beschränkung des Titels eines Barons auf die neun großen Lehnsträger des Herzogtums Bretagne. Der noch ertragreiche bretonische Handel zeigte erste Anzeichen einer Rezession; die Städte wie Rennes und Vannes erlebten jedoch weiteren Aufschwung.
Peter II. hatte ein starkes dynastisch geprägtes Bewußtsein von seiner hohen Stellung; eine seiner Urkunden spricht von den "droites royaulx (!), ducheaulx, souverainetez et noblesces", und er lehnte es ab, dem König von Frankreich für das Herzogtum den ligischen Lehnseid zu leisten. Dennoch kam er seinen vasallischen Pflichten pünktlich nach und beteiligte sich aktiv am Krieg gegen England (Schlacht von Castillon, 13. Juli 1453).



Thiele Andreas:
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"Erzählende genealogische Stammtafeln"

Peter II. der Einfältige, durch die Mutter belastet, war schwächlich, düster, zu Aberglauben und Einsamkeit neigend, micht ohne Fähigkeiten und stattlich und wurde von seinem Onkel Arthur geschützt und geführt. Er folgte 1450 seinem Bruder Franz I. als Herzog der Bretagne und Pair von Frankreich und war seit 1421 Graf von Guincamp, das er wieder aufbaute. Die Mörder seines Bruders Gilles II. ließ er hinrichten, er regelte das Polizeiwesen, verbot die Veröffentlichung päpstlicher Erlasse ohne herzogliche Zustimmung, erließ, eine verbesserte Advokatenordnung; seine Regierung markierte eine Zeit relativer Ruhe. Er engagierte sich im Kampf gegen England, half unter anderem Fougeres zurückzuerobern; er war ganz mönchisch veranlagt, lebte mit seiner Frau, die er recht herabwürdigend behandelte, in sogenannter "Josefsehe".
 
 
 
 

 1442
  oo Franziska d'Amboise, Tochter des Vicomte Ludwig de Thouars
      1427-4.11.1485         Priorin von Bodon

     Erbin von Benon
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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